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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MISERY INDEX, GRAVE, ARSIS, THE LAST FELONY, THE ROTTEN
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 03.11.2010
Autor Marc Schallmaier
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Die volle Drhnung gab es an diesem Mittwoch Abend in Hamburg. Ein Paket von 5 Bands, die sich alle den eher hrteren Klngen widmen. Offensichtlich aber nicht Anreiz genug fr ein greres Publikum, denn es verloren sich gerade einmal 100 Leute im Bereich der Markthalle. THE LAST FELONY ARSIS So wurde das Konzert auch in den kleinen Nebenraum verlegt. Ein kluger Schachzug, denn so stimmte auch die Atmosphre zwischen Band und Publikum. Den Opener THE ROTTED hatte ich auf Grund des frhen Start des Konzerts leider verpasst, beziehungsweise nur noch den letzten Song mitbekommen. Den anschlieenden Kommentaren in der Pause konnte man aber entnehmen, nicht wirklich etwas verpasst zu haben.

Die zweite Band auf der Bhne waren dann THE LAST FELONY aus Kanada. Das nicht nur ich die Jungs berhaupt nicht kannte, konnte man an den doch sehr verhaltenen Publikumsreaktionen sehen. Ferner trug auch die Musik an sich nicht wirklich dazu bei, die Stimmung etwas nach oben zu schrauben. Mit einer wilden Mischung aus Death Metal und Grindcore, die immer ein wenig unausgereift wirkte, kann man heutzutage keinen Blumentopf mehr gewinnen. Einen gewissen Unterhaltungsfaktor konnte man dem Bassisten Seb Painchaud zu Gute halten. Nicht nur, dass er sich seinen Bass knapp unter den Hals geschnrt hatte, weiterhin poste er was das Zeug hielt, war stndig in Bewegung und seine Mimik sah immer so aus, als wolle er gleich mit seinem Instrument den nchstbesten Menschen aufspieen. Auch bernahm er smtlich Ansagen und versuchte dabei, die Zuschauer etwas anzustacheln, was leider nicht klappte. So war dann nach knappen 30 Minuten Schluss fr THE LAST FELONY und ich wage zu bezweifeln, dass man an diesem Abend viele neue Fans gewonnen hat.

GRAVE GRAVE

Als nchstes gingen dann ARSIS aus Amerika an den Start. Die Herren spielen technisch sehr anspruchsvollen Death Metal, der auf CD bestimmt besser rber kommt als Live. Ich mchte auf gar keinen Fall der Band ihr musikalisches Knnen absprechen, ganz im Gegenteil. Schon sehr lange habe ich keine derart versierten Gitarristen wie bei ARSIS gesehen. Und auch Bassist Noah flitzte mit seinen Fingern ber sein Instrument, dass es eine reine Freude war. Nebenbei sorgte er auch mit seinem Propeller Headbanging und seiner beeindruckendem Haarpracht fr frischen Wind in der Konzert Stube. Doch das alles ntzte nichts, auch die zahlreichen Aufforderungen von Gitarrist/Snger Jim, nach dem Konzert am Merchandise Stand ordentlich Party zu machen, fruchteten nicht im nach wie vor sehr verhalten reagierenden Publikum. Der Funke sprang einfach nicht ber. In jedem Song mehrere Gitarren Soli einzubauen ist zwar nett, aber damit kann man hchstens noch ein anerkennendes Nicken bei den Zuschauern erreichen. Jeder gute Groove oder ein schner Midtempo Stampfer wurde gleich wieder mit viel Gefrickel ad acta gelegt. Die halbe Stunde, die der Band auf der Bhne vergnnt war, zog sich dementsprechend auch in die Lnge.

Im Anschluss war dann die Zeit fr schwedischen Death Metal der ersten Stunde gekommen. Die Band GRAVE existiert bereits seit 1986, also schon teilweise Jahre vor den anderen groen schwedischen Death Metal Bands wie ENTOMBED, DISMEMBER oder UNLEASHED. Und dass ausgerechnet GRAVE nie an die Erfolge der eben genannten Bands heran reichen konnte, verstehe ich bis heute nicht. Sicherlich, ENTOMBED spielen heutzutage keinen Death Metal mehr, und eine kreative Pause haben eigentlich alle schwedischen Todesmetal Kapellen, die ihren Boom in den frhen 90er Jahren hatten, eingelegt. Aber bei GRAVE hatte ich immer das Gefhl, dass sie nie aus dem Schatten der anderen Bands heraus treten wrden.
Wie dem auch sei, die Jungs wurden ordentlich abgefeiert, und endlich kam auch mal etwas Bewegung in die Zuschauer. Gitarrist und Snger Ola Lindgren und seine Mannen taten dann auch das in meinen Augen einzig Richtige. Es wurden viele alte Hits abgefeuert, die der Mob vor der Bhne begeistert aufnahm. Songs wie "Into The Grave", "You'll Never See" oder auch "Hating Life" wurden ebenso abgefeiert wie ein das gleichnamige Titelstck von neuen Album "Burial Ground". Auch schaffte der Frontmann die technische Meisterleistung, whrend eines Lieds die Gitarre zu wechseln, die ihm von einem Roadie gebracht wurde. Selbstverstndlich sang Ola Lindgren locker weiter um im Anschluss in seiner Ansage darauf zu verweisen, dass ein anderes Wort fr technische Missgeschicke brigens "Grave" lauten wrde. Na logo.....
berhaupt war der Sound bei bisher allen Kapellen sehr gut abgemischt, und passend zu GRAVE wurde auch das sprliche Licht auf der Bhne gedimmt.

MISERY INDEX MISERY INDEX

Das groe Finale luteten dann MISERY INDEX ein, die ich vor Jahren schon mal im Vorprogramm von FEAR FACTORY gesehen habe. Jedenfalls meine ich mich daran zu erinnern. Diesen Auftritt von damals habe ich eher in schlechter Erinnerung, denn mir kam das Gebolze einfach zu strukturlos rber und demzufolge hatte ich der Band auch im Anschluss keinerlei Beachtung mehr geschenkt. Nun, man sieht sich immer zweimal im Leben und so sollten auch MISERY INDEX ihre zweite Chance bekommen. Anfangs war ich auch positiv berrascht, denn ein Groteil des Publikums feierte die Band aus Baltimore, USA ordentlich ab. Und die ersten drei, vier Songs gefielen mir sehr gut. Da wurde das Tempo in den richtigen Momenten mal gedrosselt, der Wechselgesang zwischen Jason Netherton und Mark Kloeppel harmonierte prchtig und die Songs waren in sich sehr gut aufgebaut. Doch dann kam die Ansage von der Bhne, wer von den Zuschauern denn gerne "noch schnellere" Songs haben mchte. Wahrscheinlich war ich der Einzige, der leise "Ich nicht" nuschelte, denn ab dem nchsten Akkord gab es nur noch Gedresche und das Gaspedal wurde bis zum Boden durchgedrckt. Sorry, aber das ist nicht mein Ding, und fr mich war auch langsam kein Unterschied mehr zwischen den einzelnen Songs zu hren. Hinzu kamen auch noch Soundprobleme, denn bisher war dieser bei allen voran gegangenen Bands wirklich einwandfrei. Jetzt gesellte sich stndig ein dumpfes und sehr lautes Drhnen in die Musik, und vor allem zwischen den Liedern zog einem dieser Ton wirklich die Schuhe aus. Keine Frage, MISERY INDEX haben ihr Publikum, und auch in Hamburg feierten die Zuschauer die Jungs auf der Bhne ab. Auch die neueste CD von MISERY INDEX "Heirs To Thievery" wird in den einschlgigen Medien abgefeiert und gilt als ein heimlicher Kandidat fr das Album des Jahres. Ich kann leider wenig mit diesem Sound anfangen. So ging dann ein ordentlicher Konzert Abend zu Ende, der zwar "Value For Money" zu bieten hatte, in der Qualitt aber meiner Meinung nach etwas zu dnn war.





THE LAST FELONY ARSIS MISERY INDEX MISERY INDEX MISERY INDEX MISERY INDEX



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