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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HAMMERFALL, MASTERPLAN, DREAM EVIL
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 13.02.2003
Autor Thorsten Dietrich & Olaf Reimann
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Die Reise nach Köln verlief ganz zügig, doch auf der langen Aachener Straße verließ uns die Wegbeschreibung und wir kurvten etwas hilflos herum. Dabei war es so UDO - Klick! einfach wie wir später feststellten. Einfach nach Ehrenfeld rein und schwupp waren wir da... In der Halle trafen wir eins unser Idole, Udo Dirkschneider! Kreisch! Natürlich wurde ein Foto geschossen und der neue Apparat getestet.
Dream Evil hatten ein halbstündiges Set. Die Bühne war aufgrund der zwei Backlines mit Snowy Shaws Drumkit zugestellt und liess die Musiker einen Gang von höchstens 80cm Breite an manchen Stelle, was doch etwas schade ist. Dream Evil - Klick! Die bunt zusammengewürfelte Band, wo Prodzent Frederik Nordström an der Gitarre, Drummer Snowy Shaw (King D / Mercyful Fate) und der junge Gitarrero Gus G (überall) am bekanntesten sein dürften.
Die Band brachte einen (kurzen) Querschnitt ihrer beiden superben Alben "Dragonslayer" und "Evilized". Strategisch gut begannen die Schweden ihren Set mit dem Klischeestampfer "Made Of Metal". Ein Klasse Song, gut zum mitgrölen, einfach und genial. Die Band versuchte Stimmung zu erzeugen, was ihr bei den eingeschworenen Hammerfall Fans auch teilweise gelang. Hatte aber wegen des doch etwas unsicher wirkenden Sängers und der beengten Bühne etwas schwer aus sich herauszugehen. Doch die musikalische Leistung und die Spielfreude der Band ließen mich und die Zuschauer Spaß haben an Songs wie: "The Prophecy", "The Chosen Ones" oder das zweite Klischeestück des Abends "Heavy Metal In The Night", was vom Debut stammt und genauso Laune macht wie ",Made Of Metal". Doch am besten gefallen hat mir das geniale "Children Of The Night"! Für den Song wären die Scorpions früher mit Gold ausgezeichnet worden! Die Band könnte groß werden, verdient hat sie es.
Dream Evil - Klick! Jetzt macht Kollege Olaf weiter mit Masterplan.
Nachdem uns die Ehre zuteil wurde, ungeplanter Weise neben DREAM EVIL auch noch die Senkrechtstarter von MASTERPLAN zu interviewen (Danke Thorsten für deinen Einsatz), galt es nun, das Material des Chart-Longplayers der wirklich sympathischen Männers live zu begutachten.
Ich hatte immer noch die wahrlich denkwürdigen Worte von Hochwürden Jorn Lande in den Ohren (siehe Interview) und konnte so die Show unter einem nicht alltäglichen Einfluß erleben.
Mit dem Opener der CD legten MASTERPLAN auch in der Live-Music-Hall los. Von Anfang an zieht dich die Atmosphäre der Band in ihren Bann. "Spirit never die" knallt mit ordentlich Power aus den Türmen und es ist vom Gesamteindruck her kein wesentlicher Unterschied zur CD zu hören. Den Anfang von "ENLIGHTEN ME" begleiteten die Fans mit unüberhörbarem Jubel und das folgende "CRYSTAL NIGHT" war mit seinem genial-geilen Beginn der richtige Aufwärmer für meinen persönlichen Favoriten: "SOULBURN"! (Verdammt, wieso hab ich keine langen Haare?!?) Trotz extrem beengter Bühnenverhältnisse lieferten MASTERPLAN ein gutes Set ohne viel Tam Tam.
Hammerfall - Klick! Besonders fiel mir Basser Jan G. Eckert auf, allerdings nicht wegen seinem ungewöhnlichen Fisch-Corpus-Bass, sondern vielmehr wegen seiner aktiven Live-Performance. Und Frontmann Jorn Lande setzt, wie auch schon bei seiner Ex-Band ARK, gesanglich neue Maßstäbe. Diese Stimme ist einfach geil! Weiter ging's im Programm mit "KIND HEARTED LIGHT" und "BLEEDING EYES" bevor Gitarrist Roland Grapow ein Medley anstimmte, an dessen weiteren Verlauf sich der Verfasser dieser Zeilen nicht mehr genau erinnern kann (das Alter, ihr wißt schon! Wer's weiß kann uns gerne eine E-Mail schicken!). Mit "CRAWLING FROM HELL" wurde ein durch die Bank anständiger Gig zu Ende gebracht. MASTERPLAN wussten auch live voll zu überzeugen und man darf sich auf weitere Taten der Männer aus dem Norden freuen. Ich kann schon jetzt kaum den Auftritt beim BYH in Balingen abwarten!
Nach relativ zügiger Umbaupause begannen Hammerfall mit dem mystischen "Traiblazer Intro". Hammerfall - Klick! Die Bühne war mit wechselnden Backdrops und Totenkopfständern geschmückt ganz im Stil der "Crimson Thunder" Platte. Drummer Anders Johansson saß auf einer Hebebühne, wodurch er ziemlich hoch an der Decke klebte, während unter ihm eine Tür war aus der nach dem Intro Hector das Bandmaskottchen kam, mit roten strahlenden Augen, er nahm den Hammer lies ihn auf einen lustigen Pappamboss fallen und Pyros flogen in die Luft. Drollig! Die Band stieg ein mit dem speedigen "Riders Of The Storm" ein und ging direkt in die Vollen. Wer sagte Oscars Outfit wäre besser geworden? Niemals! Auch Basser Magnus Rosen, ein sympathischer Oberposer vor dem Heeren war so Metal mehr ging es nicht, überall Nieten und Stahl! Dieser poste auch göttlich mit riesigem offenen Mund und imposanter Matte für alle im Fotograben und die Fans! Die Band spielte alle Hits und war so schlau die zahlreichen Coverversionen weg zu lassen. Man hat ja schließlich genug eigene gut klassige Songs! Leider ware der Sound oft sehr matschig und schlechter als beim Masterplan, was mich schon sehr ärgerte.
Joakim (Hammerfall) mit Thorsten - Klick! Sänger Joachim Cans war gut bei Stimme und gut gelaunt für einige Faxen zu haben. Nur als einer filmte wurde er etwas stinkig. Er wetterte mit einem Augenzwinkern gegen das kühle Hamburg und lobte das Kölner Publikum. Ich frage mich zwar warum, aber egal.
Auffallend war, dass man bequem in die erste Reihe spazieren konnte ohne Probleme. Tja war halt halb Vokuhila und Kindergeburtstag im Publikum, nix Matten schütteln und mitgrölen, na ja vereinzelt. Aber so ne Stimmung wie bei machen Bands war leider net. Power Metal halt.
Bemerkenswert, dass man nur eine Ballade nämlich "Glory To The Brave" zockte und diese mit Kunstschnee unterlegte. Süß! Dafür mussten wir ein sinnloses Basssolo von Magnus Rosen ertragen, dass wenigstens kürzer als das eines Joey De Maio war!
Trotzdem boten Hammerfall einen gut 90 Minuten langen Klassegig den ich genossen habe. Jedoch waren Masterplan die Meister des Abends.

HAMMERFALL-Setlist
1. Intro Trailblazers
2. Riders Of The Storm
3. Heading The Call
4. Stone Cold
5. Keep The Flame Burning
6. Legacy Of Kings
7. Bass Solo Magnus
8. At The End Of The Rainbow
9. Way Of The Warrior
10. The Unforgiving Blade
11. Glory To The Brave
12. Guitar-Solo Stefan
13. Let The Hammer Fall
14. Renegade
15. Steel Meets Steel
16. Crimson Thunder
17. Templars Of Steel
18. Hearts On Fire
19. Hammerfall

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