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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK AGAINST IDLENESS IV
Ort Andernach, JuZ
Datum 07.-08.02.2003
Autor Thorsten Dietrich
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Freitag 07.02.2003

Nun war es wieder soweit. Zum vierten Mal jährt sich das Festival im JuZ und diesmal war es sogar an zwei Tagen mit je ca. 10 Bands, wovon jede eine halbe Stunde Zeit hatte. Wie heißt es so schön bei Manowar: "Three Sons have I and they ride by my side! So fuhren NDK, Markus und ich für unsere Verhältnisse sehr früh los um die Death Metaller von Isolence zu sehen, als wir ankamen hatten aber schon drei Bands gespielt: KH3, DFect und Insolence, und das um 8 Uhr! Hatedrive - Click! Wir bekamen nur das Ende von Hatedrive mit, deren Sänger gut abging und die netten Death Metal moderner Prägung zockten. Ganz gut gefüllt war das JuZ schon und die von vielen erwartete Metallica Coverband Four Horseman (eher Men, oder?), spielten nicht, da sie sich aufgelöst haben. So kam ich in den Genuss von Kerlen, die meinten Linkin Park und Limp Bizkit wären toll und dies auch musikalisch unter dem Namen Choke Me kundtun mussten. Nerviger Doppelgesang, Scratchereien waren an der Tagesordnung und ich war froh als die halbe Stunde vorbei war! Danach wurde es deutlich besser mit der Kölner Thrash Combo Guerilla, die sehr agil auftraten und ihren Sound mit leichten Death und HC Elementen aufpeppten. Eine fitte Band und ein ebensolcher Sänger machten Spaß und brachten engagiert Songs wie "Speed", "Hate Counter Hate" oder das fette "Infected" herüber. Permanent in Bewegung mit guten Backing Vocals waren die Jungs schon nett anzusehen. Besonders nett anzusehen war dann auch noch der Gastauftritt von "Mosel-County-Lokalmatador Sascha L. aus K., der auf der Bühne heftigst mit sich selbst Pogo tanzte. Guerilla - Click! Das einsam in der Ecke stehende Mikrophon konnte er dann auch nicht alleine stehen lassen und so bereicherte er den letzten Song noch um einige Grunzparts. Mir hat es gefallen! (Meinung von Mr. Sausen) Bei den nachfolgenden Asrael dachte ich an Black / Death Metal wurde jedoch herb enttäuscht von einer Combo, die stilistisch zwischen allen modernen Stühlen saß. Der Sänger mit der umgekrempelten Hose konnte zwar singen, war nicht auf den Mund gefallen, die Band beherrschte die Instrumente, doch es war mir alles zu lasch und zu langweilig. Live muss es halt krachen! Langsam taten mir die Beine weh, die Mitfahrer kippten gut einen weg, als nach ewiger Umbaupause und Fummelei, die ich für einen Plausch draußen nutzte, Spectral anfingen.
Der Sänger, ein hagerer, großer Kerl mit langen Haaren hatte eine lustige Panda Bemalung im Gesicht, es war also Black Metal! Die anderen Bandmitglieder waren "kunterbunt" angezogen, das sieht dann Kacke aus, so Combos müssen optisch ne Einheit bilden. Es ist schon lustig wenn der Gitarrist und Zweitsänger mit Brille, Samthemd und Kugelbauch auftritt, was gar nicht so evil wirkt. Als dann das Intro ertönte, war ich hin und weg, es war der Soundtrack von "Conan", auf den ich total abfahre. Sieht aber etwas doof aus, das Lied fünf Minuten laufen zu lassen und solange auf er Bühne zu stehen, der Sänger sogar mit dem Rücken zum Publikum. Wow! Musikalisch gar nicht mal so abartig zockte man schnellen Black Metal mit vielen geilen Melodien, wo die softeren Parts mich oft an Borknagar erinnerten. Wenn die Band sich spielerisch noch steigert, kann man gespannt sein. Der Sänger keifte auch so dass ich mal wieder Spaß hatte.
Wulfen - Click! Mit Wolfen aus Köln folgte dann der Headliner des Abends, die mir mit ihrer Mischung aus Power Metal moderner und älterer Prägung, sowie einer kleinen Prise Thrash sehr gut gefielen. Engagierte Show, kreisende Matten, drei mal Backing Vocals und ein Sänger, der es verstand zu singen und mit dem Publikum zu kommunizieren. Als Zugabe metzelten Wolfen noch "Its My Life" von Bon Jovi witzig nieder, und brachten noch den Priest Hammer "Metal Gods". Da war ich schon draußen und ging wieder rein, da die Witzbolde vorher sagten es wäre Schluss.
Alles in allem ein netter Abend, aber lang!

Samstag 08.02.2003

Am zweiten Tag waren wir etwas schlauer und erkundigten uns vorher wann Ras Dawn aus Koblenz spielen würden, die wir unbedingt sehen wollten.
So kamen wir nachdem Stoned Mason und Revelation (die sollten echt gut gewesen sein), ins JuZ, wo eine Band namens High Heels spielte. Ich staunte, ältere Damen in schlimmen Klamotten mit Ponys sangen irgendwas, das klang wie Rock oder so. Ra's Dawn - Click! Auf an die Theke, ich war ja nicht der Fahrer und lange abstinent. Manche Frau -äh Konzerte- muss man sich halt schön saufen. Es war aber das letzte Lied, so dass die Bahn frei war für Ras Dawn. Keine Keyboards heute, der zweite Gitarrist war nur für die Gitarre zuständig. Basser Martin hatte keinen Oberlippenbart mehr (macht Dich jünger, Alter! :-)), das waren keine schlechten Vorraussetzungen für ein Konzert! Die Band stieg fett mit "In Memory" ein und lieferte eine starke Performance mit Positionswechseln. Sänger Olaf hörte sich zwar nicht, wie die gesamte Band, zeigte aber Frontmannqualitäten und versuchte immer das Publikum zu animieren. Das sage ich nicht weil der Olaf bei uns arbeitet, mir gefiel es wirklich. Mit den neuen Songs "Follow Me" und Speak To The Dead" trafen Ras Dawn auch prompt meinen Geschmack. Ebenso mit den beiden superben Coverversionen "Dark Saga" einer der Göttersongs von Iced Earth und dem abschließenden "Creepin Death" von Metallica, was textlich hervorragend zu den Ägyptenfans passte. Da war auch dicke Party auf der Bühne, da dort ein Kumpel der Band aus England mitsang und man Leute aus dem Publikum auf die Bühne holte. Parryzide Coole Aktion! Bei der Spielzeit mussten die Jungs covern, da ihre Songs doch so lang sind! Hoffentlich sehe ich die Band mal mit ner längeren Spielzeit als dreißig Minuten! Direkt ging es fetzig weiter mit den Thrashern von Parryzide, deren erstes Demo mir noch in guter Erinnernung ist und die laut Gitarrist Byrd bald ein zweites draußen haben, was "Years In Pain" heißen soll. Die Jungs ließen nichts anbrennen und gaben 30 Minuten Vollgas mit ihrem vom Bay Area Thrash inspirierten Sound. Nette Show, fette Riffs. Gut gepost ist halb gewonnen. Songs wie "Faq The System", "Insane Speed" oder "Top Dogs" knallten voll in die Fresse und machen Fun.
CFiction ließen mich fast kotzen, Typen in Masken, mit Mundschutz und weißen Overalls spielten ne billige Mischung aus New Metal Schund a la Slipknot & Co. Lächerlich! Ab and die Theke! Die folgenden Koroded und Bootee waren auch nicht das Gelbe vom Ei, aber das wenige, was ich von Bootee sah, war besser als der New Metal Kram von CFiction. Zeit zum Bier trinken und Mist labern. Jetzt war ich schon gut dabei und die Lokalmatadore von Decayin spielten auf. Nicht nur dass die Frontmänner Brüder sind und auch wie Robb Flynn von Machine Head zu langhaarigen Zeiten aussehen, ihr Sound ist ne genaue Mischung aus Machine Head und Sepultura zu "Chaos A.D." Zeiten. Das ist nicht weiter schlimm, aber mir kam die Band, welche viel Publikum vor die Bühne zog, durch den Sound und einige Spielfehler nicht gut rüber. Ich hatte sie schon mal besser gesehen. Die eingebauten "Slayerversatzstücke" von "Reign in Blood" sind nicht ihre Liga! Accuser Auch das "War Ensemble" war net toll und wurde von mir kaum erkannt. Die Gitarristen waren mir echt nicht gut genug. Die Fans juckte dies und der seltsam miese Sound nicht und hatten Spaß. Ich next time vielleicht auch! Endlich war es soweit, ich sah das erste Mal Accuser, die zurück aus der Gruft sind. 15 Jahre ist es her, dass diese Band im alten JuZ spielte. Wie sagte der Boss vom JuZ, Dieter: "Das sind echte Profis, wo das zusehen Spaß macht!" Recht hat er! Klasse Songs, die zwar sehr in die Exhorder Richtung gehen. Die Band ist aber lange tot und Accuser nicht (mehr). Fette Riffs, ne Menge Groove und Spielfreude ließen die Fans noch bis lange nach 1 Uhr aushalten. 12 Songs ballerten die Jungs den zu später Stunde noch erstaunlich zahlreichen Zuschauern um die Ohren, wo mir besonders der "Reflections" Killer "Jack Of All Trades", das geniale "Confusion Romance" und "Misery" gefielen. Das einzige Problem der Band ist, sie haben halt einen eng gesteckten Rahmen ähnlich wie meine Faves Bolt Thrower, wenn das geändert würde, wäre die nächste Platte bestimmt ein Killer! Die engagierte Performance und die fetten Riffs ließen mich die Müdigkeit vergessen und bis zum letzten Song ausharren und Spaß haben.
Geiles Konzert, die Jungs können wiederkommen!

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