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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PAPA ROACH, LIFE OF AGONY, AUDREY HORNE
Ort Wiesbaden, Schlachthof
Datum 10.08.2010
Autor Alexander Meyer
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Eigentlich bin ich in erster Linie wegen Audrey Horne nach Wiesbaden gekommen. Life Of Agony habe ich seit "River Runs Red" etwas aus den Augen verloren und bin dementsprechend gespannt darauf, wie sie mir heute gefallen werden. Audrey Horne Audrey Horne Die Headliner Papa Roach haben den Ruf eine hervorragende Liveband zu sein und auch wenn ich keinen Tontrger der Band besitze, ist mir so mancher Gassenhauer wohl bekannt. Gerade Papa Roach ziehen natrlich auch viel jngeres Publikum an, sodass einige Konzertbesucher noch von einem Elternteil begleitet werden. Da sich der Schlachthof exponentiell zu den Auentemperaturen aufheizt, erwartet uns an diesem schwl warmen Augusttag ein tropisch heies Konzerterlebnis.

AUDREY HORNE sind momentan irgendwie Everybody's Darling und so kann auch ich mich speziell der Faszination ihres selbst betitelten Drittwerks derzeit kaum entziehen. Dementsprechend schlgt mein Herz hher als Intro und Opener des neuen Albums ertnen.Das darauf folgende "Circus" ist einer meiner aktuellen Lieblingssongs und kommt genau wie die anschlieenden lteren Tracks gut beim Publikum an, das -wie Snger Toschie treffend bemerkt- nicht unbedingt wegen Audrey Horne vor Ort ist. Neben dem sympathischen Frontmann, der sich mit weiem Hemd und Lederschlips mal wieder so richtig herausgeputzt hat, ist Gitarrist Ice Dale der zweite Hingucker auf der Bhne. Mit gekonntem Riffing und Posing lsst er als einziger Langhaariger ordentlich das Livebiest raus und prsentiert seinen freien Oberkrper, was angesichts der ansteigenden Temperaturen sicher keine schlechte Idee ist. Der nominell zweite Gitarrist Thomas Tofthagen ist zumindest an diesem Abend nicht mit von der Partie. Dafr sind ein neuer Bassist und ein zustzlicher Keyboarder am Start. Leider ist nach nur fnf Nummern schon Schluss und die Menge strmt an die frische Luft...

Life of Agony Life of Agony

...um sich nur kurze Zeit spter bei LIFE OF AGONY wieder im Schlachthof einzufinden. Leider kommt man sich vor der Bhne -passend zum Namen der Lokation- wirklich wie eingepferchtes Vieh vor. Folgerichtig wendet sich Snger Keith Caputo gleich nach dem ersten Song mit der Bitte ans Publikum rcksichtsvoll miteinander umzugehen und einander zu helfen, falls jemand zu Boden geht. Ein Appell, der gerade vor dem Hintergrund der Ereignisse bei der Loveparade, sicherlich Sinn macht. Gleichwohl feuern LOA den Mob immer wieder zum Hpfen und Moshen an, insbesondere Gitarrist Joey Z versucht beharrlich einen Circle Pit zu initiieren. Basser Alan Robert sieht aus wie der kleine Bruder von Vin Diesel und stampft auch so ber die Bhne. Keith Caputo zappelt hingegen vllig entrckt ber die Bretter und wirkt abwechselnd als sei er auf Haschisch oder Ecstasy. Trotz der mittlerweile tropischen Hitze denkt er gar nicht daran seine schwarze Lederjacke abzulegen und hpft wie ein kleiner Kampfflummi ber die Bretter. Der Schwei fliet in Strmen und um das Publikum vor der sicheren Dehydrierung zu bewahren, wirft die Band immer wieder Wasserflaschen in die Menge. Nach dem "River Runs Red"-Hit "Through And Through" bin ich dann auch durch mit LOA und strke mich in der Kneipe nebenan mit einem kalten Getrnk und einem leckeren Salat.

So satt und fett habe ich auf PAPA ROACH in der Schlachthofsauna dann auch nicht mehr so wirklich Bock. Natrlich komme ich meiner Chronistenpflicht trotzdem nach und bin vorne dabei als die vier Kalifornier nach einem kurzen Intro mit "Getting Away With Murder" die Stage strmen. Papa Roach Papa Roach Am Bhnenrand sind drei Podeste aufgebaut, auf denen sich Snger Coby, Gitarrist Jerry und Bassist Tobin immer wieder positionieren, um der Ihnen bedingungslos ergebenen Menge von dort aus noch besser einheizen zu knnen. Somit kocht der Laden von Beginn an und erreicht auf Grund der enormen Hitdichte mehrfach den Siedepunkte, der bei "Last Resort" dann auch noch weit berschritten wird. PR machen ihrem Ruf als Liveband alle Ehre, auch wenn ich persnlich Parolen wie "Hey Ho Let's Go!" lieber im Original von den Ramones lausche. Das junge Publikum erweist sich jedenfalls als sehr textsicher und grlt jeden Song ihrer Helden lauthals mit. Leider ist die hohe Lautstrke kaum zu ertragen, was erklrt, warum am Eingang Ohrstpsel verteilt wurden.

Ich fahre echt gern zu Konzerten im Schlachthof. In Sachen Belftung mssten sich die Betreiber allerdings endlich mal etwas einfallen lassen. Vielleicht kann dieses Problem ja im Zuge der ohnehin fr Herbst anberaumten Renovierung gelst werden. Hoffentlich erstrahlt der gute, alte Schlachthof dann wieder in neuem Glanz und erfreut uns auch weiterhin mit interessanten Shows.

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