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Auch dieses Jahr zeigte der Wettergott wieder, dass er einfach ein Teil des RockHard - Teams sein muss. War das Wetter vor Pfingsten allgemein eher durchwachsen, so herrschte während dem ganzen RockHard - Festival wieder der pure Sonnenschein. So stand einem tollen Festivalwochenende nichts im Weg und rd. 7.500 Fans machten Gelsenkirchen wieder zur ersten Metalhauptstadt des Jahres in Deutschland. Das Amphitheater war voll aber nicht überfüllt, weshalb die gemütliche Atmosphäre dieses Festivals weiterhin gegeben war. Und der wirklich angemessene Umgang mit den beiden dieses Jahr leider von uns gegangenen Ronnie James Dio und Pete Steele von Fans, Bands und Festival (u. a. Schweigeminute, zahlreiche Widmungen durch die Bands und Musik in den Umbaupausen) zeigte, dass die Szene doch irgendwie eine große Familie ist. Das RockHard - Festival musste dieses Jahr im Vorfeld auch einige Kritik für sein Billing hinnehmen. Respekt an das Team dafür, wie offen man damit umging, einige Wunschbands aus verschiedenen Gründen einfach nicht gekriegt zu haben. Und die absolut positiven Reaktionen der Fans z. B. auf die vorher nicht unumstrittenen ACCEPT oder RAGE UND DAS LINGUA MORTIS ORCHESTRA zeigten, dass das RockHard - Team aus dieser Situation wirklich das Beste gemacht hat. Insgesamt war das RockHard - Festival wieder mal ein tolles Erlebnis, über das es einfach Spaß macht zu berichten. (T. Schwalbach)
Freitag:
SABATON
Da ich etwas sehr lange am Eingang auf die Karte und gleich danach in der nächsten Schlange auf das dazugehörige Bändchen warten musste, verpasste ich leider den Auftritt von KATATONIA. Hmpff.
Frühere Anfahrt ging leider nicht, es soll noch Leute geben die müssen tatsächlich arbeiten. Somit waren SABATON für mich die erste Band des Tages. Obgleich sie nicht wirklich in das Billing des Freitags passten, waren nicht wenig Leute vor der Bühne, um die Skandinavier abzufeiern, welche generell im Tarnhosen-Einheitslook auftreten. Sänger Joakim tritt zusätzlich mit Pornosonnenbrille und merkwürdigem Brustpanzer auf und wenn man die sechs Musiker zum ersten Mal sieht erwartet man eher eine Thrash-Metal Band als den melodischen Power-Metal der Schweden. Doch ich muß zugeben, dass mir die Musik recht gut gefallen hat, auch wenn das Keyboard ein wenig zu mächtig war. Einige der Songs haben definitiv Ohrwurmcharakter, wie zum Beispiel das mitreißende "Ghost Division". Über den textlichen Inhalt einiger Songs kann man sicherlich streiten. Joakim hätte die Brille durchaus mal ablegen können, denn so blieb eine gewisse Distanz zum Publikum, welche ein wenig das Konzerterlebnis trübte. (T. Butz)
BLOODBATH
Da ich den Auftritt von KATATONIA leider verpasste, hatte ich wenigstens bei BLOODBATH Gelegenheit viele der Musiker zu sehen, denn mittlerweile spielen drei der Katatonia-Musiker in diesem Band-Projekt. Sänger ist der Opeth-Frontmann Mikael Åkerfeldt, welcher hier auf die Gitarre verzichtet und einfach nur düster, aggressiv und brachial ins Mikro röhrt und grunzt, dazu ebenfalls mit einer dieser Sonnenbrillen bewaffnet. Am Schlagzeug sitzt dann auch noch Opeth-Drummer Martin Axenrot. Bestimmt können alle Musiker bei diesem Projekt die Musik ausleben, die sie in ihrer Hauptband in dieser Art nicht spielen können. Der einzige Auftritt in Deutschland dieses Jahr sicherlich Grund für viele das RHOA zu besuchen. BLOODBATH servierten die große Schule des Death-Metal. Ströme des tödlichen Bleis ergossen sich ins Publikum und wurden gnadenlos aufgesogen. Alte wie neue Songs begeisterten ebenso wie die symphatische Band und so boten die Schweden einen Gig, der erst einmal getoppt werden muß. (T. Butz)
THE DEVIL'S BLOOD
...und dieses schwere Los hatten die Niederländer von THE DEVIL'S BLOOD zu tragen.
Doch erst schwieg das Amphitheater für eine Minute zu Ehren und in Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ronnie James Dio, dessen Musik für alle Zeiten weiterleben und an ihn erinnern wird.
Die Bühne dunkelrot leuchtend, die Musiker in Blut getaucht. Gleich drei Background Sängerinnen unterstützten Sängerin Farida und die anderen Musiker, darunter Bandgründer und Bruder der Sängerin Selim Lemouchi. Diesen psychedelischen Rock wirklich alter Schule musste man erst mal sacken lassen. Da ich die Band, die ja auch erst seit 2007 existiert, auf dem RHOA das erste Mal zu sehen und zu hören bekam, wurde ich von der Musik regelrecht erdrückt. Mal abgesehen davon, dass es eine gelungene Lichtshow gab, ist mir visuell nichts im Gedächtnis geblieben. Das wird aber daran liegen, daß auch wirklich nichts auf der Bühne passierte. Fern jeder Bühnenshow boten die Niederländer ihr Songmaterial feil. Dies taten sie zwar sehr souverän, doch nach einigen Songs kehrte ich der Band den Rücken und verschwand in die Nacht. (T. Butz)
Samstag:
RAVEN
In den Samstag startete unsere Rock-Hard-Kurzzeit-Wohngemeinschaft erstmal mit aller Ruhe und Gelassenheit und bevor wir uns auf den Fußmarsch zum Amphitheater machten, wurde ausgiebig gefrühstückt.
So waren es die Metal-Urgesteine von RAVEN die den Samstag für mich eröffneten. Die mittlerweile etwas beleibteren Engländer spielen noch immer ihre energiegeladene Musik, die durch den teils chaotischen und unkonventionellen Songaufbau erstmal etwas Zeit zum Zünden benötigt. Dazu der Gesang von John Gallagher der mit seinen hohen Screams das Gehör ordentlich zu strapazieren weiß. Gitarrist Mark Gallagher hat sich Jahre nach seinem schweren Unfall wieder soweit erholt, dass er zusammen mit den anderen Raben eine gelungene Schau ablieferte und nebenbei bewies, dass der NWOBHM noch lange nicht zum alten Eisen gehört. (T. Butz)
EXHORDER
Metal-Urgesteine haben Hochkonjunktur, von diesen Zahlen träumt jeder Minister. Nach unendlich langer Zeit beehren die Thrash-Metal-Veteranen EXHORDER die deutschen Lande. Mit "Slaughter In The Vatican" wurde gleich eine Riff-Lawine losgetreten, die den Pit sofort unter sich begrub. Die vier Amis ließen sich nicht lumpen und verausgabten sich über alle Maße, gaben alles. Neben Strömen aus Schweiß ließen sie einen Querschnitt aus ihren beiden bereits viele Jahre alten Alben auf das Publikum regnen, welche die Musik der Band rund um Sänger Kyle Thomas begeistert aufnahm. Kyles Stimme litt ein wenig während des Auftritts was der Stimmung keinen Abbruch tat und schließlich griff er auch noch selbst in die Saiten. Eine gelungene Reunion-Show. Wer bislang von EXHORDER noch nichts gehört hat, jedoch auf Pantera steht, der sollte hier mal ein Ohr riskieren. (T. Butz)
ACCEPT
ACCEPT ohne Udo ist kein ACCEPT.
Das hörte man oft. Doch viele, mich eingeschlossen, wurden eines besseren belehrt. Ich weiß nicht, wo sie den neuen Sänger gefunden haben, Mark Tornillo mit Namen, doch das Paket funktioniert.
Die Band hat Routine, viele der Musiker haben jahrzehntelange Bühnenerfahrung. Das hört und sieht man und die Show machte einfach Spaß. Die anfängliche Skepsis war schnell verflogen, Songs wie "Metal Heart" oder das obligatorische "Balls To The Walls" kamen gut an und auch die neuen Stücke "The Abyss" und "Teutonic Terror" passten gut in die Songauswahl. Die Musiker selbst strotzten nur so vor Spielfreude, Gitarrist Wolf Hoffmann hatte sichtlich Spaß und so hatten sie kein Problem, das Publikum mit sich zu reißen. Das schon legendäre Heidiheido-Intro läutete schließlich mit "Fast As A Shark" einen weiteren grandiosen Song des Heavy-Metal-Urgesteins ein und als die Musiker schlußendlich die Bühne verließen, hatten viele ihre Meinung über Accept geändert. (T. Butz)
Setlist ACCEPT:
- Metal Heart
- Living For Tonight
- Restless And Wild
- Son Of A Bitch
- London Leatherboys
- The Abyss
- Losers And Winners
- Teutonic Terror
- Breaker
- Up To The Limit
- I'm A Rebel
- Balls To The Walls
- Princess Of The Dawn
- Fast As A Shark
KREATOR
Fast ein Heimspiel für KREATOR. Chef-Thrasher Mille und seine Mitstreiter bildeten den metallischen Abschluß des Samstags.
Mille keifte seine Songs derart giftig in das Mikro, das Heerscharen seiner Jünger nicht mehr an sich halten konnten und sich kopfüber in den Mosh-Pit stürzten. "Hordes Of Chaos", "Extreme Aggression", das Amphitheater wurde in Grund und Boden geprügelt. Die Videoleinwand und seitliche Backdrops sorgten noch für zusätzliche Thrash-Atmosphäre und untermalten die Songs stilgerecht. Auch Mille's Band-Kollegen spielten sich die Finger wund und bereicherten die Show mit ihrer Spielfreude. KREATOR brauchten keine Pyros, sie zündeten ein Thrash-Feuerwerk in den Nachthimmel. Als Mille schließlich mit großer Fahne auf die Bühne trat, war es klar, dass es an der Zeit war, die "Flag Of Hate" zu hissen. Und diese wurde hoch über den Ruhrpott gezogen und infernalisch vom Pit abgefeiert. Ein gelungener und würdiger Abschluß des RockHard-Samstags. (T. Butz)
Setlist KREATOR:
- Choir Of The Damned
- The Pestilence
- Hordes Of Choas (A Necrologue For The Elite)
- Phobia
- Enemy Of God
- Impossible Brutality
- Endless Pain
- Pleasure To Kill
- Terrible Certainty
- Extreme Aggression
- Coma Of Souls
- Amok Run
- The Patriarch
- Violent Revolution
- Demon Prince
- Zugabe:
- When The Sun Burns Red
- Flag Of Hate
- Tormentor
Sonntag:
KEEP OF KALESSIN
Die erste Band, zu der ich es Sonntags aufs Festival schaffte, waren die Norweger von KEEP OF KALESSIN. Extreme Metal mit Hang zum Black Metal gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein hatte irgendwie was. Die Band legte mit dem Opener "Dragon Iconography" vom aktuellen Album "Reptilian" recht schnell los und zeigte ihre Grundausrichtung. Heftige Riffs, vertrackte Songstrukturen, komplexe Gitarrenmelodien und der kreischende Gesang bestimmen diesen Songs und sind Grundelemente, auf die die Band ihre weiteren Stücke aufbaut. Im Amphitheater war für diese Uhrzeit schon gut was los und die Fans machten gut Stimmung. Die Songauswahl baute mit dem schnellen verschachtelten "Judgement" oder dem eher Midtempo mäßigen "The Dragontower" überwiegend auf dem aktuellen Album auf. Mit diesem Song nahmen die Jungs dieses Jahr beim norwegischen "Eurovision Song Contest" teil und belegten einen respektablen dritten Platz. Zum Abschluss griffen KEEP OF KALESSIN mit dem schnellen "Ascendant" auf ihr Album "Kolossus" zurück. Da es hierzu ein Video gibt und der Song damit etwas bekannter sein dürfte gab das Publikum noch einmal alles. Die Band kam insgesamt gut an und hat bestimmt den einen oder anderen Fan dazu gewonnen, weshalb dieser Festivalauftritt für KEEP OF KALESSIN sicherlich ein Erfolg war. (T. Schwalbach)
Setlist KEEP OF KALESSIN:
- Dragon Iconography
- Crown Of The Kings
- Judgement
- The Awakening
- The Dragontower
- Ascendant
CHRASHDIET
Das volle Kontrastprogramm boten danach die Schweden von CRASHDIET.
Hier regierte der Poser Metal und die Jungs verwandelten das Amphitheater stilecht mal eben in den Sunset Strip, einschl. optischer Highlights wie Schminke, Ketten, Tüchern jeder Art und Haare, die herrlich gegen die Schwerkraft ankämpfen.
Die Band begann mit dem schnellen gut abgehenden Partysong "Riot In Everyone", der gut angenommen wurde. Auch bei diesem Auftritt war der Bereich vor der Bühne gut gefüllt und die Fans feierten die eingängigen Poserhymnen richtig ab. CRASHDIET beschränkten sich bei der Songauswahl nicht nur auf ihr aktuelles Album "Generation Wild", sondern boten mit Stücken wie "Queen Obscene", "In The Raw" oder "Bound To Fall" einen guten Querschnitt durch ihre bisherigen drei Alben. Sänger Simon Cruz war nicht wirklich gut bei Stimme, was aber wohl auf eine Grippe zurückzuführen war, die der gute Mann noch nicht ganz hinter sich gebracht hatte. Tat der guten Stimmung aber keinen wirklichen Abbruch. Das Ende dieses Konzertes bildete die schnellere Hymne "Generation Wild" mit eingängigem Chorus und einem rockigen Gitarrensolo. Hier gaben die Jungs nochmal Gas. Auch für CRASHDIET war dieser Auftritt sicher ein Erfolg und die guten Reaktionen zeigten, dass auch solcher klassischer Hair Metal auf diesem Festival seine Berechtigung hat. Nächstes Jahr würde ich mich über STEEL PANTHER (die machen coole Party) und natürlich RATT echt freuen. Der Grundstein für diese Bands wäre gelegt... (T. Schwalbach)
Setlist CRASHDIET
- Riot In Everyone
- Tikket
- So Alive
- Queen Obscene
- Bound To Fall
- In The Raw
- Like A Sin
- Breakin' The Chainz
- Generation Wild
ORPHANED LAND
Die folgenden ORPHANED LAND mit ihrem offenen "World Metal" boten dann wieder etwas ganz anderes. Über fehlende Abwechslung konnte man bei diesem Festival und besonders an diesem Sonntag nicht klagen.
Und auch bei dieser Band war es vor der Bühne und auf den Rängen richtig voll, sodass die einzelnen Songs richtig abgefeiert wurden. Optisch setzten Sänger Kobi Farhi und seine Jungs die von den Promofotos zum neuen Album "The Neverending Way Of Orwarrior" bekannten religiösen Outfits um, die das Christentum, den Islam und das Judentum darstellten. Das neue Album war mit vier Songs vertreten, u. a. mit "Sapari", bei dem auch eine Bauchtänzerin auf die Bühne kam. Die Fans zelebrierten diesen Auftritt richtiggehend und vor der Bühne wurde gesungen, gehüpft und sich rhythmisch zur Musik bewegt. Leider bin ich mit den Songs dieser Band nicht so firm weshalb ich mir an dieser Stelle spare, auf einzelne Songs weiter einzugehen. Aber die Band kam sehr gut an und begeisterte besonders durch ihre ausgeprägte Spielfreude. Nach dem rd. 40 Minuten Auftritt wurden aber auch diese Jungs mit begeistertem Applaus und lauten Zugabe - Rufen verabschiedet wurden, auf die die Band aber wohl aus Zeitgründen nicht weiter einging. ( T. Schwalbach)
Setlist ORPHANED LAND:
- Birth Of The Three
- Olat Ha' tamid
- Barakah
- The Kiss Of Babylon
- Sapari
- The Path Part 1
- Ocean Land
- Thee By The Father I Pray
- Norra El Norra
- Ornaments Of Gold
VIRGIN STEELE
Die folgenden VIRGIN STEELE erlebten für mich in Gelsenkirchen eine Art "Wiedergeburt", weil sich die Band bei uns in den letzten Jahren ein bisschen rar gemacht hatte und ich sie doch etwas aus den Augen verlor. Und so war ich vom ersten Song "Immortal I Stand (The Birth Of Adam)" vom letzten Album "Visions Of Eden" begeistert von den ganz in schwarz gekleideten VIRGIN STEELE, die eine enorme Spielfreude an den Tag legten. Und es ging wohl nicht nur mir so, denn vor der Bühne wurde es ziemlich voll und die Fans feierten den bombastisch / symphonisch angehauchten Power Metal der Band direkt ab.
Ungewohnt war sicher, dass die Band ohne Bassisten (und auch ohne Keyboarder) spielte. Diese beiden Instrumente kamen vom Band, was mich aber nach der ersten Verwunderung nicht weiter störte. Im Gegenteil, Sänger David DeFeis wirkte ohne das Keyboard mitten auf dem Bühnenrand wesentlich agiler als bei anderen Konzerten und war ständig in Bewegung. Er war sehr stark bei Stimme und begeisterte mich durch seinen klaren und ausdrucksstarken Gesang, den er mit ausdrucksstarken Gesten und Posen unterlegte. Der Mann ist einfach ein "echter" Metalbarde. Das folgende "The Vine Of Violence" ging nach seinem ruhigen Anfang richtig ab und auch Gitarrist Edward Pursino, der für mich einer der besten und unterbewerteten Gitarristen ist, legte richtig los, war viel in Bewegung und kommunizierte in seiner netten Art mit dem Publikum. Das ganze wurde vom "Urdrummer" Frank Gilchriest zusammengehalten, der das grundsolide Fundament der einzelnen Songs legte. Später widmeten auch VIRGIN STEELE Ronnie James Dio und Pete Steele einen Song, das schnelle "Noble Savage", was vom Publikum wieder sehr herzlich aufgenommen wurde. Mit diesem mitreißenden Auftritt, der nach ziemlich genau 45 Minuten viel zu schnell zu Ende war, zählte die Band für mich eindeutig zu den Gewinnern des Festivals und bewies, dass mit ihr noch immer zu rechnen ist. Ich freue mich schon auf das von David für Herbst von David angekündigte neue Studioalbum. Bei der anschließenden Autogrammstunde zeigten sich die Jungs dann auch sehr fanfreundlich und waren für jeden Smalltalk, jeden Spaß und jedes Foto zu haben. (T. Schwalbach)
Setlist VIRGIN STEELE:
- Immortal I Stand (The Birth Of Adam)
- The Vine Of Violence
- Through Blood And Fire
- Crown Of Glory
- A Symphony Of Steele
- Noble Savage
- Kingdom Of Fearless
NEVERMORE
Nachdem ich die Band einige Jahre nicht mehr gesehen habe, hatte ich in Gelsenkirchen endlich wieder Gelegenheit die Ausnahme-Metaller NEVERMORE zum wiederholten Male zu sehen und zu hören. Sie sind eine der wenigen Bands, die bereits seit sehr vielen Jahren in der selben Besetzung spielen. Lediglich der Posten des für Live-Auftritte nötigen zweiten Gitarristen wird des öfteren neu besetzt und jetzt durch den jungen Ungarn Attila Vörös übernommen.
Mit dem Intro ("Ophidian") des 1999 erschienen "Dreaming Neon Black" starteten Nevermore direkt in den ersten Song "Beyond Within". Ein gnadenloser Kracher, der mich frohlocken lässt. Es sollte jedoch der älteste Song des Auftrittes sein. Nevermore konzentrieren sich auf aktuellere Alben, allen voran das dieser Tage erschienende und lang erwartete Werk "The Obsidian Conspiracy", von welchem sie gleich vier Songs spielten. Sehr mutig. Immerhin dürfte kaum Jemandem das Material bekannt sein, was der Feierlaune der langhaarigen Meute vor der Bühne jedoch keinen Abbruch tat. Neue Songs wie das recht zugängliche "Emptiness Unobstructed" machten einfach Appetit auf das neue Material. Der Song "Heart Collector" wurde dem kürzlich verstorbenen Ronnie James Dio gewidmet, sehr ergreifend. Auch wenn ich nur zu gerne den ein oder anderen älteren Song gehört hätte, einen tollen Auftritt boten Nevermore allemal. Warum sie aber vor den darauffolgenden Sonata Arctica spielen mußten entzieht sich meiner Kenntnis und Verständnis habe ich dafür schon mal gar nicht. Nevermore war für mich die Band des Tages. (T. Butz)
Setlist NEVERMORE:
- Ophidian
- Beyond Within
- The River Dragon Has Come
- Your Poison Throne
- Born
- Emptiness Unobstructed
- Inside Four Walls
- The Termination Proclamation
- Godless Endeavor
- Heart Collector
- The Obsidian Conpiracy
- Enemies Of Reality
SONATA ARCTICA
Die Position von SONATA ARTICA als Co-Headliner nach NEVERMORE wurde ja schon im Vorfeld auch im RockHard-Forum intensiv diskutiert. Diese Einschätzungen bestätigten sich direkt zu Beginn des Auftritts der Finnen. War das Amphitheater einschließlich der Ränge bei NEVERMORE richtig voll, wurde es jetzt doch deutlich "überschaubarer", den die Zuschauer beschränkten sich auf den Bereich vor der Bühne und standen auch dort nicht wirklich eng gedrängt. Auf den Rängen war es bei dieser Band schon ziemlich leer.
Davon ließen sich SONATA ARTICA aber nicht entmutigen und lieferten einen guten und agilen Auftritt ab, was ihnen ihre Fans auch honorierten. Die Band kam zum Intro "Everything Fades To Grey" des 2009er - Albums "The Days Of Grace" auf die Bühne und legte dann mit der aktuellen Single "Flag In The Ground" flott los. Dieses Album war in der Setlist überhaupt mit weiteren Songs wie dem Midtemposong "The Last Amazing" oder "Juliet" gut vertreten. Im weiteren Verlauf legten SONATA ARTICA vermehrt ihre Konzentration auf ihre schnelleren Stücken wie "In Black & White". Sänger Tony Kakko war gut drauf, poste und scherzte locker mit dem Publikum und sang dabei ziemlich souverän. Auch der Rest der Band war spielfreudig und gut aufgelegt, weshalb es insgesamt so rüberkam, als ob die Jungs einfach Spaß hatten. Ein wirklich guter Auftritt von SONATA ARTICA, der von ihren Fans begeistert aufgenommen und gefeiert wurde. Nur waren die an dieser Band Interessierten halt in wesentlich geringerer Anzahl vertreten als bei den vorherigen Bands. Aus meiner Sicht stand diese Band um mindestens zwei Plätze zu weit oben im Billing, was einige andere Besucher bestätigten. Trotzdem haben SONATA ARTICA gezeigt, dass auch Melodic Metal auf dem RockHard-Festival seine Berechtigung hat. (T. Schwalbach)
Setlist: SONATA ARTICA
- Everything Fades To Grey (Intro)
- Flag In The Ground
- Black Sheep
- Paid In Full
- The Last Amazing
- Juliet
- Fullmoon
- Dead Skin
- In Black & White
- Don't Say A Word
- Everything Fades To Grey (Outro)
- Vodka
Auf die nachfolgenden Fan- und Coverbandauftritte sowie die Performance von MAMBO KURT weiter einzugehen spare ich mir an dieser Stelle einfach mal. Sowas hat sicher irgendwo seine Berechtigung, ist aber alles für mich nichts, was vor einem Headliner als ernstzunehmender Auftritt anzusehen ist. Aber irgendwie musste die zwangsläufig vor dem Auftritt von RAGE UND DEM LINGUA MORTIS ORCHESTRA anstehende längere Umbaupause halt überbrückt werden. Wen es interessiert hat, der hat es sich sowieso vor Ort angesehen und dem Rest sind solche Sachen doch eh egal. Trotzdem noch eine Anmerkung zu dieser längeren Umbaupause. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die niemanden auf dem Festival so richtig gestört hat. Wer noch Interesse an RAGE UND DEM LINGUA MORTIS ORCHESTRA hatte nutzte die Pause, um gemütlich und ohne Zeitdruck ein Schwätzchen zu halten und dabei das eine oder andere Getränk zu sich zu nehmen. Und wen diese Sache nicht mehr interessierte, der konnte ja einfach früher gehen, weil er ja außer dieser Band nichts mehr verpasste. Es war somit wirklich eine gute Entscheidung, diesen nicht ganz alltäglichen Auftritt an das Ende des letzten Festivaltages zu legen. (T. Schwalbach)
RAGE UND DAS LINGUA ORCHESTRA
Beendet wurde die Umbaupause dann von Götz Kühnemund persönlich, der sich in seiner Ansage für RAGE UND DAS LINGUA MORTIS ORCHESTRA mit heiserer Stimme sehr herzlich beim Publikum für das tolle Festival bedankte und ich denke, dass er da fast allen Fans einfach aus der Seele gesprochen hat.
Danach legten RAGE UND DAS LINGUA MORTIS ORCHESTRA mit dem Intro "Overture" vom Klassikalbum "XIII" beeindruckend los und wurden begeistert empfangen. Das Orchester bestand diesmal aus lokalen Musikern aus dem Ruhrgebiet, mit denen Victor Smolski das Programm relativ kurzfristig eingeprobt hatte. Davon war aber wirklich nichts zu merken, denn Band und Orchester spielten total harmonisch zusammen. Im folgenden "Turn The Page" begeisterte Victor mit starken Gitarrenläufen und die Stimmung im Publikum war einfach nur gut, was sich auch auf die Musiker auf der Bühne übertrug und bis zum Ende des Konzerts so blieb. Bei "From The Cradle To The Grave" erhielt Peavy zum ersten Mal gesangliche Unterstützung von Jen Majura. Danach folgt mit der Johann Sebastian Bach - Hommage "French Bourree" eine Überraschung, über die ich mich tierisch gefreut habe. Dieses Stück begeisterte mit einer tollen Mischung aus Riffs und klassischen Melodien, die von Keyboard und Orchester hervorragend begleitet wurden. Dann stellte Victor Orchester und Band vor und Peavy gedachte in seiner Ansage Ronnie James Dio und Pete Steele, worauf das Publikum diesmal mit besonders langen Sprechchören antwortete. Im weiteren Verlauf wurden noch die beiden Epen "Lingua Mortis Suite" und "Empty Hollow" gespielt, die mit Orchester natürlich wesentlich authentischer umgesetzt wurden als mit den üblichen Einspielungen vom Band sowie weitere Orchester - Standards wie "Alive But Dead". Nach einer kurzen Pause, bei der das Orchester auf der Bühne blieb, beendete "Higher Than The Sky" ein begeisterndes Konzert, in dem die Jungs von RAGE zeigten, welche tollen Musiker sie sind und sich gemeinsam mit dem Orchester als absolut würdiger Headliner eines mal wieder tollen Festivals erwiesen. Natürlich gab es dann noch den verdienten minutenlangen Applaus, den sämtliche Musiker sichtlich genossen. Es wirkte so, als ob niemand wirklich die Bühne verlassen wollte. Nach dem Festival ist vor dem Festival und irgendwie freue ich mich schon wieder auf das nächste Jahr. Und in einigen Gesprächen zeigte sich, dass ich nicht der einzige war, der so dachte. Also, bis zum nächsten Mal...(T. Schwalbach)
Setlist RAGE UND DAS LINGUA MORTIS ORCHESTRA
- Overture
- Turn The Page
- From The Cradle To The Grave
- French Bourree
- Lingua Mortis Suite
- Lingua Mortis Medley (Don't Fear The Winter / Black In Mind / Sent By The Devil)
- Empty Hollow
- Alive But Dead
- Zugabe:
- Higher Than The Sky
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