Navigation
                
25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing AXEL RUDI PELL
Ort Bad Endbach
Datum 17.07.2010
Autor Thorsten Dietrich
>> Als E-Mail versenden

"Hast du den Axel Rudi nicht langsam oft genug gesehen?", fragte mich ein Kumpel. Nein, drei Konzerte in paar Jahren sind doch nicht viel und deshalb ging es ab nach Bad Endbach in der hessischen Pampa. Der Oxygen Club ist von auen eine Mischung aus einer groen 70er Jahre Beton Turnhalle und einer Konzerthalle. Axel Rudi Pell Axel Rudi Pell Ich bin ja gewohnt, dass Axel auf seinen Tourneen die Routen jedes Jahr abndert und so anders als viele Bands nicht immer in den gleichen Schuppen spielt, doch Bad Endbach war sicherlich auch ein logistischer Grund, da man zwei Tage vorher in der Tschechei auf dem "Masters Of Rock" spielte. Als wir nach zwei Stunden Autofahrt um 20.30 Uhr dort ankamen stand bei bestem Wetter und gleichzeitigem Dorrfest in der 5000 Seelen Gemeinde eine lange Schlange vor dem Club. Das lie auf Soundprobleme tippen und so waren wir statt um 21.00 Uhr beim auf der Homepage angegebenen Konzertbeginn um 21.15 in der Halle, was nicht schlimm war, da auer Axel Rudi Pell keine Vorband auftauchen sollte! Manchmal ist das ja ganz nett wenn es einen kurzen Vorturner gibt, doch bevor ich mal wieder Freedom Call ertragen muss, oder eine lokale Provinzcombo schn trinke, war das hier doch besser. Die Fans bezahlten die 30 Euro Abendkasse sowieso nur fr den Axel und seine seit 1998 gleiche Gang. Der Laden bot eine relativ groe Bhne und jede Menge kleiner Nischen, mit provisorischen Theken, in denen eiskalte Getrnke zu fairen Preisen aus Flaschen ohne Pfand ausgeschenkt wurden! Hier war die Welt noch friedlich und in Ordnung, nervige Raucher habe ich auch keine gesehen bzw. gerochen.
Wie immer startete die Band mit einem Intro und fegte dann mit "Too Late" vom neuen Album "The Crest" durch den gut gefllten, aber nicht ausverkauften Saal. Der Sound war den ganzen Abend laut und druckvoll, tat aber nicht meinen Ohren weh wie bei anderen Acts, was ich sehr begrte! Frontmann und Aktivpol Johnny Gioeli war von Anfang an gut drauf und wie unter Strom gesetzt. Der Amerikaner sprang auf der Bhne rum, bangte, rannte, lebte die Songs, animierte das Publikum und sang dabei immer noch super. Auffallend war nicht nur, dass er im Gegensatz zur letzten Tour wieder deutlich abgespeckt hat, sondern, dass er wieder ein verdammt cooles Shirt anhatte. Dagegen wirkte Bandleader Axel Rudi am rechten Bhnenrand noch stoischer als sonst und man hatte den Verdacht, er wolle seine Idole Blackmore und Iommi auch vom Bewegungsradius hneln. Axel Rudi Pell Axel Rudi Pell Wurde er aber von Johnny angerempelt bzw. etwas integriert, ging er etwas aus sich raus. Andererseits muss er auch alle Gitarrenparts alleine tragen und ich habe als Zuschauer ja auch gut reden! Dafr war Gute Laune Keyboarder Ferdy Doernberg mit nicht kaputt zu bekommenden Dauergrinsen als Klatschanimateur, Backgroundsnger und beweglicher Keyboarder auf der linken Bhnenseite eine Macht. Whrend andere Keyboarder eine Burg bauen, schnallt er das Teil seit Jahren auf die Schulter und sorgte fr Bewegung. Auch Originalmitglied und Bassist Volker Krawczak war recht aktiv. Dass Oberirokese Mike Terrana gut trommeln kann, wei jeder, doch auf dieser Tour bot uns der Exil-Amerikaner etwas Neues und ballerte sein Kit punktgenau zu klassischer Musik um danach als Snger(!) "My Way" von Frank Sinatra zu singen, whrend die Band in vernderten Positionen, u. a. Johnny als Drummer den Mann begleitete. Das Ganze wei ich jedoch nur aus Erzhlungen, da ich whrend des Drumsolos meinen Kumpel Mike in der Menge traf und begrte. Kurze Zeit spter machte Johnny eine Ansage, dass ein Auto wohl brenne, wonach Axel das Ganze noch einmal auf Deutsch bzw. "ruhrpottlerisch" wiederholte. Mein Kumpel sagte nur "Das ist meiner!" Und rannte los. Drauen lschte die Feuerwehr Bad Endbach den Khlerbrand, am Auto war aber weiter nichts dran wie sich 2 Tage spter rausstellte, der ADAC schleppte spter am Abend brav ab. Das Konzert war fr die Besitzer gelaufen, whrend die Lokalpresse Bilder machte. Zurck zu Axel Rudi Pell!
Die Setlist enthielt wie angekndigt viele, aber nicht so viele neue Lieder und wurde dezent umgendert im Vergleich zur letzten Tour, Doch Standards wie "Fool Fool", "Carousel" oder "Masquerade Ball" durften nicht fehlen, dafr gab es kein Akustikballadenset und auch nicht das so gelobte neue Stck "Prisoner Of Love" mit dem ich eigentlich gerechnet habe. Der verstorbene Tourpartner Ronnie James Dio wurde mit einer warmherzigen Ansage und dem berhit "Temple Of The King" gewrdigt. Nach zwei Stunden mit jede Menge Jam Sessions und ausufernden Soli war dann Schluss und kein Zuschauer musste meiner Meinung nach enttuscht nach Hause gehen.
Als Vergleich: Die Jungspunde von Bullet For My Valentine tourten die Tage auch ohne Vorband und demselben Eintrittspreis durch die Republik und boten 60-70 Minuten Musik. Dann gehe ich 2011 lieber wieder zu Axel!

Setlist:Axel Rudi Pell

  • Too Late
  • Fool Fool
  • Medley : Tales Of The Crown - Dreaming Dead
  • Drum Solo - My Way
  • Mystica
  • Glory Night
  • Temple Of The King
  • Strong As A Rock
  • Carousel
  • Medley : Masquerade Ball - Casbah
  • Rock The Nation











<< vorheriges Review
MACH 1 FESTIVAL - Montabaur, Flugplatz
nchstes Review >>
BEASTFEST 2010 - Schlachthof, Wiesbaden


Zufällige Reviews