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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MACH 1 FESTIVAL
Ort Montabaur, Flugplatz
Datum 24.06 - 26.06.2010
Autor Dejan Stankovic
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Nach dem blichen hin und her und langweiligem Anstehen, um sein Festivalbndchen zu bekommen, schaffe ich nach einer guten Stunde mir ein khles blondes hinter die Binde zu kippen und das Gelnde unter Augenschein zu nehmen. Mach 1 Die ersten Bands, vom Publikum kaum beachtet, spielen schon und das Gelnde beginnt sich langsam zu fllen. An diesem Wochenende erwartet mich grtenteils ein reines Hardcore-Line-Up. Zur Auswahl standen z.B. RAISED FIST ( die kurzfristig noch abgesagt haben ), AGNOSTIC FRONT, HATEBREED, EVERGREEN TERRACE, DOWN BY LAW, ALL FOR NOTHING, DEATH BEFORE DISHONOR und ein paar Bands des etwas anderen Genres wie etwa SOULFLY, WIZO und NEAERA. Ich khle also nochmal mit 3 weiteren Blondinen mein Leib und begebe mich zu meiner ersten Band, SICK OF IT ALL.

Nach einem langen Soundcheck, der einem bei der brtenden Hitze noch lnger vorkommt, schaffen es die Herren von SICK OF IT ALL dann doch noch auf die Bhne und die Menge scheint endlich geschnallt zu haben, wer da grade steht. Demnach gibt es eine kleinere bis mittlere Vlkerwanderung zur Bhne und das Konzert beginnt. Um es kurz zu machen, die Mischung stimmt! Die Show ist geil und der Funke springt ber. SICK OF IT ALL machen mchtig Tamtam und berzeugen mich mit ihrer Fitness. Jedoch scheint die Meute vor dem Wellenbrecher nicht ganz mitzukommen. Es ist einfach zu hei! Trotzdem lassen es sich einige nicht nehmen einen Moshpit oder gar einen kleineren Circlepit zu starten. Die Show verluft ohne weitere besondere Vorkommnisse, was vielleicht zu einem daran liegt, das ich nicht der grte Hardcore Fan bin und mir deswegen das Interesse fr die feinen Details fehlt oder mir die Musik von SICK OF IT ALL einfach nicht gut rein geht. Alles in Allem waren SICK OF IT ALL gut, die Show knackig und der Sound ok.

Da die Spielzeiten der Bands, auf zwei Bhnen und ein Zelt verteilt, ziemlich eng bemessen waren, schaffe ich es nicht rechtzeitig bei NEAERA zu sein. So verpasse ich also gut Drei Songs der Deutschen Ballermnner, werde aber dafr mit einer netten Wall-Of-Death entschdigt. Leider haben NEAERA, wie auch viele andere Bands an dem Wochenende, nicht grade den besten Sound. Gnzlich davon unberhrt spielen die Herren ihr Set und versuchen sich durch wildes Headbanging etwas Frischluft zuzuwedeln. Da ich NEAERA nun schon mehr als eine handvoll mal in meinem Leben gesehen habe, darunter auch mal besser und schlechter, muss ich sagen, dass die Leistungen an dem Tag eher schlecht waren. Die Band wirkte irgend wie erschpft und nicht ganz fit. Die Ansprachen und Motivationsversuche von Snger Benny waren so erfolgreich und aufregend wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Zumindest einige Klassiker, darunter "Let The Tempest Come", zauberten mir und einigen meiner Genossen ein Lcheln ins Gesicht und lieen uns fr den kurzen Moment alles negative vergessen und das positive genieen.

Sick Of It All Neaera

Auf zu SOULFLY! Allerdings mit kurzem Zwischenstopp in Dixihausen der mich auch nochmal gute 15 Minuten Musikentzug kostet. An der Stage angekommen ist der Mob schon gut unterwegs und feiert ordentlich die Legenden um Max Cavalera ab. Anders wie erwartet ist auch bei SOULFLY der Sound leider nicht das gelbe vom Ei. So versuche ich einfach das zu laute Drumset und den zu lauten Bass zu berhren und konzentriere mich auf das was ich sehe. Mhh, viel Bewegung herrscht nicht auf der Bhne. Dafr umso mehr in der Menge. Bei Songs wie "Seek And Strike" und "Back To The Primitive" gibt es fr die Leute kein Halten mehr und um mich herum bricht ein schnes Chaos aus. Als einziges, wirkliches Minus neben dem Sound steht fr mich die gesangliche Leistung von Max Cavalera. Vielleicht darf man es bei einem Frontmann wie ihn auch nicht so ernst nehmen mit den Tnen. Gewiss ist, der Kerl hat seinen Stil und der ist einfach cool, rau und unverkennbar.

Mein zweiter Tag startet erst spt. Grund dafr sind einmal die bertragungen der WM-Spiele, die eher mittelmige Auswahl an Bands und deren Spielzeiten und natrlich mein Kater, der es Faust dick hinter den Ohren hat. Aber ich bin guter Dinge und freue mich, denn Heute steht EVERGREEN TERRACE als erstes auf meinem Plan. Nach einer harten Erffnung und einem echt guten, druckvollen Sound drehen die Jungs aus den USA mchtig auf und lassen keine Zeit fr Pausen. Die Band bewegt sich trotz der koronalen Hitze so viel und so heftig, dass es nur den wenigen Besuchern gelingt da mitzuhalten. Die Band ist topfit, hat richtig Lust und ihr Set ist makellos. Ihre Mischung aus harten, treibenden Drums und Gitarren, Shouts und Screams, gekreuzt mit reinem Gesang und schnen Melodien, macht diese Band zu einem Ohren und Augenschmaus. Dummerweise gab es genau zum Hhepunkt heftige Soundprobleme. Bzw. gar keinen Sound mehr. Denn der fiel fr gut 2 Minuten aus, genau dann, als es mit einem weiteren Stck los ging. rgerlich, was die Fans auch den Leuten an den Mischpulten zu spren und hren gaben.

Soulfly Hatebreed

Auf dem Weg zur Pommesbude unterhalte ich mich mit ein paar Leuten aus der ersten Reihe und erfahre, dass Stagediver und sonstige "Chaoten" damit belohnt wurden, indem ihnen ihr Festivalbndchen durchgeschnitten wurde und sie das Festival verlassen mussten. So was finde ich, wenn wahr, absolut unntig und vollkommen berzogen. Das drckt auf die Stimmung und die htte einigen Bands durchaus gut getan.

Das letzte Abendmahl fr das MACH1 liegt hinter mir und ich gehe nun dem Highlight entgegen. HATEBREED! Alle sind da, haben sich versammelt und warten nur noch auf die Hardcore Legenden aus den Staaten. Das Intro beginnt, die Menge fngt an zu schreien, zu stampfen und zu springen. Passt gut, denn HATEBREED's Intro ist bekannter als Arielle die Meerjungfrau. Es ist die Titelmusik aus allen Rocky Filmen! Passender kann man seinen Auftritt nicht beginnen. Ohne groes Gelaber legen die Prgelknaben eine ordentliche Sohle aufs Parkett. Der Sound ist perfekt, danke Amerika! Jeder einzelne gibt alles was er hat und kann. Und damit meine ich nicht nur die Band. Der Boden vor der Stage bebt, er hebt und senkt sich. Unzhlige Boxkarusselle formieren sich und ziehen alles und jeden hinein, wie ein schwarzes Loch. Der Funke sprang nicht nur ber, er setze alles in Brandt. Das Licht ist wahnsinnig gut auf die Performance und das Set abgestimmt. Alles was die Band vom Zuschauer verlangte hat sie auch bekommen. 3 Circlepits gleichzeitig und nebeneinander, eine Wall-Of-Death und dutzende Moshpits schmckten den warmen Sommerabend. Von alt bis neu, von schnell bis langsam, HATEBREED hatten alles im Gepck: "This Is Now", "Doomsayer", "Life For This" und "To The Threshold" um nur einige zu nennen. Einen besseren Headliner knnte ich mir fr dieses Wochenende nicht vorstellen. Gelungener Abgang. Soll der Sommer doch kommen!





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