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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MASTODON & TOTIMOSHI
Ort Hamburg, Grnspan
Datum 08.02.2010
Autor Jochen Meyer
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Viel ist im letzen Jahr ber MASTODON geredet, geschrieben und diskutiert worden. Nach der Verffentlichung ihres vierten regulren Albums Crack the skye, das nicht in wenigen Musikmagazinen zu einem DER Alben des Jahres 2009 erkoren wurde, sind MASTODON von Fans sowie Medien ganz offiziell in den Metal-Olymp erhoben worden. Da wurde nicht mit Superlativen gespart: Von den "Erneuerern des gesamten Metal-Genres" war da die Rede und von "bahnbrechenden, spielerischen Meisterleistungen". In einigen Foren schubsten MASTODON dann auch mal eben METALLICA vom Metal-Thron (Wer hat eigentlich gesagt, dass die darauf sitzen?). Gleichzeitig wurden jedoch auch die blutleeren Liveshows MASTODONS kritisiert, in denen sie sich angeblich hinter ihren progressiven Spielereien versteckten, oder sich in bertriebenes Gepose verstiegen.

Totimoshi Totimoshi

Die Europatour MASTODONS fhrt auch ins Hamburger Grnspan, was eine gute Gelegenheit bietet, all das Lob und die Kritik einmal selbst zu berprfen.
Doch den Anfang machen erst einmal TOTIMOSHI, wie die Leuchtbuchstaben auf dem LED-Bildschirm im Bhnenhintergrund verraten. Die dreikpfige Band um Haupt-Songwriter, Snger und Gitarrist Tony Aguilar liefert leicht angestaubten Stoner-Rock mit Doom-Einschlag, der mal hier an KYUSS und mal da an BLACK SABBATH und die MELVINS erinnert. Das tut nicht weh und so manches Riff ldt die Kpfe im Publikum zum Mitnicken ein. Doch viel mehr passiert nicht und die Reaktionen der Zuschauer bleiben, trotz artigen Applaudierens, verhalten. Vielleicht sind die sehr persnlichen Texte Aguilars und die letzte Verffentlichung der Band namens Milagrosa, ein Konzeptalbum ber den Kampf zwischen Liebe/Leidenschaft und Hass/Gewalt, auch eher was fr den Heimgebrauch. Sollte man mal antesten.

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Als MASTODON mit Oblivion ihr Set erffnen, wird schon nach kurzer Zeit klar, dass der LED-Bildschirm, der eben noch TOTOMOSHIS Schriftzug zierte, ein wichtiges Element der Bhnenshow MASTODONS darstellt: Die psychedelisch angehauchten Farben- und Formspiele sowie die intensive Lichtshow untermalen die progressiven und epischen Songs ihres letzten Albums Crack The Skye geradezu perfekt. Und auf diesen legen MASTODON plus zustzlichen Mann an den Synthesizern heute eindeutig den Fokus: Fast das gesamte Album wird zum Besten gegeben. Doch das zollt auch seinen Tribut an die Agilitt der Musiker, denn wie soll man auch bei den komplizierten Soli und den komplexen Rythmuswechseln die MASTODON vollfhren auch noch lustig ber die Bhne hpfen? Die Gitarristen Brend Hinds und Bill Kelliher jedenfalls stehen wie angewurzelt auf ihren Pltzen und stieren hochkonzentriert auf ihre Instrumente. Nur Bassist und Snger Troy Sanders lsst sich zu dem ein oder anderen Ausfallschritt oder auf wildes Kopfkreisen hinreien. Doch die musikalischen wie spielerischen Hchstleistungen und ihre visuelle Untersttzung wirkt fr sich selbst und so sieht man nicht wenige Zuschauer mit feuchten, vor Staunen aufgerissenen Augen, wie hypnotisiert auf die Bhne starren. Mastodon Mastodon Daraus resultiert allerdings, dass im Publikum genau wie auf der Bhne herzlich wenig Bewegung zu erkennen ist. Das ndert sich jedoch nach ca. 50 Minuten, nachdem MASTODON die Bhne verlassen und nach kurzer Zeit, diesmal ohne Tastenmann, wieder betreten. Von nun an widmen sie sich den Songs der Vorgnger-Alben zu Crack The Skye, die doch weitaus straighter, fast grobschlchtiger erscheinen. Darauf haben nicht Wenige gewartet: Songs von ihrem Debut Remission, von Bloodmountain und vor allem von Leviathan, MASTODONS Konzeptalbum ber Moby Dick, werden frenetisch abgefeiert. Und unter dem Konterfei des weien Wals, auf dem LED-Bildschirm im Hintergrund, kommen nun auch MASTODON selbst in Bewegung, rennen zuckend ber die Bhne und ja, geben auch ein paar Rockstarposen zum Besten.
Am Ende des Abends kann man die Stimmen der Kritiker MASTODONS zwar nachvollziehen, denn technisches Gefrickel gab es zu Genge und ein bisschen Rockstargepose gab es auch noch dazu. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, sind ihre technischen Spielereien doch so dermaen mitreiend und ihr Show-off in genau der richtigen Dosis zum richtigen Zeitpunkt platziert und zudem absolut gerechtfertigt.
MASTODON brauchen METALLICA jedenfalls nicht von ihrem Thron schubsen, sie haben nmlich schon ihren ganz eigenen.





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