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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WARRIOR SOUL, AVATAR
Ort Frankfurt, Nachtleben
Datum 28.03.2010
Autor Alexander Meyer
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Ich freue mich schon seit Wochen wie Bolle auf diesen Abend. Nicht nur die Tatsache WARRIOR SOUL endlich mal wieder live erleben zu drfen, sondern ein Interviewtermin mit Kory Clarke lassen mein Herz schon auf der Fahrt nach Frankfurt hher schlagen. Avatar Avatar Die Tatsache, dass die Show von der Batschkapp ins viel kleinere Nachtleben verlegt wurde, lsst erahnen, dass die Tour nicht besonders gut luft. Als ich nach dem Soundcheck von Kory mit der Frage begrt werde, ob ich den ANVIL-Film schon gesehen habe ("That's us!") und er mich bittet ihm einen Wodka-Ginger Ale zu besorgen ("Buy me a fuckin'drink!"), wird deutlich wie frustriert der charismatische WS-Frontmann ist. Kurzzeitig ist sogar zu befrchten, dass der Gig - wie schon ein paar weitere auf dieser Tour - wegen geschftlicher Unstimmigkeiten nicht stattfinden wird, aber als Kory mir am Ende des Interviews (demnchst an anderer Stelle zu lesen) versichert, dass WS zu 90% auf der Bhne stehen werden, bin ich beruhigt. Das Nachtleben fllt sich an diesem Sonntagabend dann auch noch ganz ordentlich, sodass einem denkwrdigen Konzerterlebnis nichts mehr im Wege steht.

AVATAR entern die Bhne gegen neun Uhr und scheinen entschlossen an diesem Abend keine Gefangenen zu machen. Ich habe zwar vorher noch nichts von den fnf Schweden gehrt und die In Flames-mige Mucke haut mich auch nicht gerade um, aber die Jungs wissen wie man rockt und legen sich mchtig ins Zeug. Dabei sind sie stndig in Bewegung und lassen ihr Matten kreisen. Optischer Blickfang ist eindeutig Gitarrist Jonas Jarlsby mit seinen langen Dreadlocks, aber auch der Rest der Saitenfraktion gibt Vollgas. Snger Johannes Eckerstrm wird nicht mde das Publikum immer wieder anzufeuern, auch wenn er dabei nicht den gewnschten Erfolg zeitigt. Dadurch lsst er sich jedoch nicht entmutigen, nimmt einen Schluck nach dem anderen aus einem mit was auch immer gefllten Reservekanister und macht deutlich, wer das Copyright auf den Namen AVATAR hat ("Fuck you, James Cameron!"). Nach einer guten halben Stunde wird die Bhne dann aber fr den Headliner gerumt.

Warrior Soul Warrior Soul

WARRIOR SOUL habe ich schon in den unterschiedlichsten Besetzungen live gesehen. Die einzige Konstante in der gut 20-jhrigen Bandhistorie war und ist dabei Kory Clarke. Unntig zu betonen, dass die Formation Ricco/Mc Clanahan/Evans bislang unerreicht bleibt. Die vier jungen Kerle, die Kory im aktuellen Line-Up um sich geschart hat, haben langfristig jedoch ganz sicher das Zeug an alte Heldentaten anzuknpfen. Insbesondere Gitarrist Rille Lundell ist eine Rampensau vor dem Herrn, hat so ziemlich jede Rockerpose drauf, zieht Fratzen, spuckt an die Decke und ist genau die Art von Flegel, der zu dieser Band passt. Als WS nach dem Intro von "Salutations From The Ghetto Nation" mit "Interzone" loslegen, lsst Rille erstmal einen Wasserschwall aus seinem Mund ber die Fans in der ersten Reihe ergieen. Mit "Love Destruction" und "Punk And Belligerent" bleiben WS bei "Salutations". Kory -mittlerweile wieder mit stattlicher Lockenmatte- ist in diesem kleinen, verschwitzen Klub ganz in seinem Element. Der Typ hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung und bringt Rocker wie "The Drug" und "The Party" mit soviel Attitde rber, dass man ihm jedes Wort abnimmt. Seine rauchige Stimme lsst nur erahnen, wie ausschweifend dieser Mann den Rock 'n Roll zelebriert, ohne sich und seine Gesundheit zu schonen. Ruhige Nummern wie "The Losers" klingen dadurch nicht mehr so harmonisch wie frher, straighte Granaten wie "Shock Um Down" -das der einzige Song von "Chill Pill" bleiben soll- oder "Fuck The Pigs" vom neuen Album kommen mit diesem Reibeisenorgan jedoch noch dreckiger rber. berraschenderweise bringen WS von "Destroy The Warmachine" bzw. "Chinese Democracy" nur noch "Burning Bridges" und "Bad News (Rock 'n Roll Boyfriend)", das nicht auf der Setlist steht (Danke Andy!). Der Titelsong wurde leider schmerzlich vermisst. Das neue Material zndet live wie TNT und bleibt kein Stck hinter den vielen Klassikern vom genialen Debt "Last Decade Dead Century" zurck, das mit fnf Tracks den Lwenanteil des Sets einnimmt. Warrior Soul Den ersten Zugabenteil bilden "Downtown" und "Wasteland". Das Nachtleben kocht und der Schwei tropft von der Decke. Das begeisterte Publikum ruft die Band auf die Bhne zurck und Korys Ansage zu "Charlie's Out Of Prison" lsst erahnen auf welch bewegtes Leben der kleine Mann aus Detroit bereits heute zurckblickt. Trotz der vielen Rckschlge im Laufe seiner Karriere, hat er seinen Humor nicht verloren und macht sich ber einen bermtigen Fan, der mit ihm sein T-Shirt tauschen mchte, lustig, indem er entgegnet, dass er kein Shirt eines lesbischen Frauenfuballteams haben mchte - schne Gre an die Eintracht! Zum Abschluss lassen sich Warrior Soul sogar dazu hinreien die wunderschne Halbballade "Lullaby" zum Besten zu geben, um sich nach knapp zwei Stunden endgltig zu verabschieden. All diejenigen, die diesen Abend lieber vor der Glotze verbracht haben, sei versichert, dass sie etwas Groes verpasst haben.

Setlist: WARRIOR SOUL

  • Interzone
  • Love Destruction
  • Punk And Belligerent
  • The Drug
  • The Party
  • Superpower Dreamland
  • Shock Um Down
  • Losers
  • Burning Bridges
  • Let's Get Wasted
  • Fuck The Pigs
  • Downtown
  • Wasteland
  • Charlie's Out Of Prison
  • Lullaby











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