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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing (HED) P.E, ATTILA
Ort Frankfurt, Nachtleben
Datum 27.03.2010
Autor Jrgen Fleck
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Frankfurt, 19 Uhr, Ende Mrz 2010, eigentlich sollte es jetzt losgehen mit meinem, mittlerweile vierten, (HED) P.E. Konzert, aber leider Fehlanzeige! Die Vorband THREAT SIGNAL war aus irgendwelchen Grnden verhindert, weshalb das Tourmanagement den Showbeginn schwuppdiwupp eine Stunde nach hinten verlegt hat. Fr mich kein Problem, da sowieso noch ein Interview mit dem Frontmann Jared Shaine anstand, welches im Interviewbereich zu finden ist. Der Rest der Konzertbesucher war aber nur mittelmig begeistert, lie sich jedoch mit Bier und Zigaretten wieder beruhigen. Um 20 Uhr ging es dann los mit dem Einlass der rund 120 Gste im mittlerweile ausverkaufen Club Nachtleben.

Attila (HED) P.E.

Kaum waren alle Besucher im Saal ging es auch prompt los mit der Vorband ATTILA, die mir bis dato vllig unbekannt war. Da war ich aber anscheinend nicht der Einzige im Raum, denn was die fnf Jungs, aus Atlanta Georgia und die im Metal/Hardcore/Death Metal-Bereich zu Hause sind, hier darboten war eigentlich recht ordentlich. Aber wie es meist das Los von Vorbands ist kam nur bei ein paar wenigen Tanzhungrigen Mitmachstimmung auf. Das lag aber auch vermutlich daran, dass so ziemlich niemand mit den Songs derBand vertraut war. Einige Fans der Band waren aber so angetan von ATTILA, dass sie sich nach dem Konzert sogar ein Autogramm auf einem 50 Euro-Schein geben lieen (eBay-Wert: 36 EUR!). Nach dreiig Minuten war der Spa dann auch schon vorbei und ATTILA begann mit dem Abbau und unser Headliner mit seinem Aufbau. Das Ganze ging sehr zgig ber die Bhne, so dass es kurz vor neun dann auch schon losging mit (HED) P.E.

Kaum waren die ersten Klnge aus den Turntables von DJ Product ertnt nderte sich die Stimmung im Saal schlagartig von gut gelaunt und ausgelassen zu infernalisch! Hier waren so gut wie nur wirklich Fans anwesend. Die nach dem ersten Song "Live And Die Free" gar nicht mehr aufhren wollten mit dem Circle-Pit. Dass die Band ebenso viel Bock hatte auf das Konzert wie die Fans, merkte man sofort wenn Snger Jared seine Begrungsrede hielt in der gar nicht oft genug "beautiful" und "Germany" sagen konnte. Und dass das nicht aufgesetzt war, konnte man seinem permanenten Lcheln entnehmen, welches er das komplette Konzert ber ins Gesicht gemeielt hatte. Weiter ging es mit den nchsten Songs "Madhouse" "Game Over" "Not Ded Yet" und "Sophia" zwischen denen Jared immer wieder mit seinen Fans sprach und klarmachte dass er keine Jukebox ist und so manches Lied schlechte Erinnerungen in ihm weckt und es deshalb nicht gespielt wurde. (HED) P.E. (HED) P.E. Zwei Songs spter machten sie eine groe Verbeugung vor Bob Marley, den Snger Jared den grten Musiker aller Zeiten nannte, indem sie ihre Version seines Evergreens "Stir It Up" spielten, welche beim Publikum sehr gut ankam. Die nchsten Songs verwandelten den Raum in eine Mischung aus viel Schwei und noch mehr Energie. Bei Klassikern wie "Killing Time" und "Waiting To Die" brach regelrecht die Hlle los und nicht nur einmal mussten abgerissene Kabel und anderes technisches Equipment am Bhnenrand repariert werden. Diese Pannen wurden aber sehr stimmig mit Einlagen des DJs oder Gitarrensoli des Gitarristen Jaxon (muss/sollte man unbedingt mal gehrt haben, der Junge hat echt was auf dem Kasten!) berbrckt, so dass es nur beim Hinhren gar nicht nach Panne klang. Da macht sich schon die jahrelange Erfahrung von (HED) P.E. bemerkbar! Zwischendurch gab es noch das Sublime-Cover "Garden Grove" und noch einmal eine Huldigung an Bob Marley mit "No Woman No Cry" bis sie mit insgesamt 26 Songs nach knapp 2 Stunden am Ende des Abends angelangt waren. Die Stimmung war von Anfang bis Ende der Show spitzenmig, als einziger Wermutstropfen musste hingenommen werden, dass nicht jeder der alten Songs zu Ende gespielt wurde, was allerdings bei einer Setliste von 26 Songs nicht wirklich verwundert. Das macht aber auch deutlich, dass die Band versucht jedem Fan etwas zu bieten, indem sie von jeder ihrer mittlerweile sieben Alben etwas spielt, anstatt nur die aktuelle Platte zu promoten. Ihr aktueller Hit "Renegade" bildete den Abschluss des Konzertes wonach die Fnf dann auch sehr zgig die Bhne verlieen, aber nur um auf dem schnellsten Weg zum Merchandise-Stand zu gelangen um Autogramm zu geben und Fotos zu machen. Selbst 40 Minuten nach dem Konzert war der Stand noch immer proppevoll obwohl die meisten Shirts schon ausverkauft waren. Kontaktscheu ist keiner der Jungs und auch nach so einer schweitreibenden Show war fr jeden Fan noch Zeit. Ein gelungener Abend rund um eine der besten Independent-Bands der heutigen Zeit geht zu Ende. Bleibt nur noch die Hoffnung, dass das nchste Album nicht lange auf sich warten lsst und (HED) P.E. Deutschland wieder die Ehre erweist.

Setlist: (HED) P.E

  • Live and Die Free
  • Mad House
  • Game Over
  • Not Ded Yet
  • Sophia
  • Children
  • Stir It Up (Bob Marley Cover)
  • Firsty
  • Killing Time
  • Peer Pressure
  • Waiting to Die
  • Let's Ride
  • RTO
  • Raise Hell
  • Garden Grove (Sublime Cover)
  • Crazy Live
  • The Truth
  • Bartender
  • No Woman No Cry (Bob Marley Cover)
  • Stay Ready
  • Represent
  • CBC
  • Novus Ordos Clitorus
  • Serpent Boy
  • Blackout
  • Renegade





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