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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SAXON, BIG BALL
Ort Wiesbaden, Schlachthof
Datum 23.03.2010
Autor Thorsten Dietrich & Alexander Meyer
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Unter der Woche ein Konzert zu besuchen, ist fr den durchschnittlichen Erwerbsttigen kein Zuckerschlecken, muss man am nchsten Morgen doch wieder frh auf der Arbeit sein und seine Leistung bringen. Umso erstaunlicher, dass sich an einem Dienstagabend um die 600 Zuschauer im Schlachthof zu Wiesbaden einfanden, um den New Wave of British Heavy Metal-Veteranen SAXON ihre Ehrerbietung zu erweisen. Ich kann nicht verleugnen, dass es ein schnes Gefhl war, bei einem Konzert mal unter dem Altersdurchschnitt zu liegen. So viele Halbglatzen und Bierbuche habe ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Die Stimmung war trotzdem oder gerade deswegen sehr gut. (Alexander Meyer)

Big Ball Big Ball

Die einzige Vorband des Abends waren Big Ball, die AC/DC-Hommage von Debauchery Boss Thomas Gurrath. Wer Debauchery nicht kennt, sollte wissen, dass es eine deutsche Death Metal Band ist, die mit Titten, Blut und einer rockigen Ausrichtung a la Six Feet Under berzeugt. Eine eingegrunzte Version von AC/DCs "Hail, Caesar" hat man auch schon gut hinbekommen und das letzte Werk der Band war halb Death Metal und halb Hard Rock. Nun hat man mit Big Ball eine richtige Hard Rock Scheibe namens "Hotter Than Hell" gemacht, die im Mrz 2010 erschienen ist. Beworben als "AC/DC Style Hard Rock" wei jeder was ihn erwartet. Vier Musiker kamen dann auf die Bhne, Thomas stellte sich vor und man rockte sich durch die Songs des Debtalbums. Dabei fiel auf, dass die mir unbekannte Band und auch der sympathische Frontmann relativ steif waren, was sich aber mit der Spielzeit etwas legte. Der Gitarrist mit dem Totenkopfbandana und Sonnenbrille ging aber berhaupt nicht und war zu diesem Outfit noch stocksteif, wie eingefroren. berraschenderweise lies er sich einmal kurz dazu hinreien die Gitarren hinterm Kopf zu spielen. Der Bassist kam mit Cowboystrohhut und wirkte da um einiges locker und rockiger, whrend der engagierte Drummer immer denselben Beat spielen musste. Frontmann Thomas hingegen sah bei den raus gepressten Vocals in der Schnittmenge Brian Johnson / Udo Dirkschneider immer aus, als habe er Schmerzen. Das verzerrte Gesicht belegte fr mich, dass diese Stimmlage eigentlich nicht die natrliche des Frontmannes ist. Er versuchte sich auch an ein paar Rockerposen und deutete mal einen Duckwalk a la Angus Young an, doch ganz so warm war er mit der Materie noch nicht. Das Publikum applaudierte brav den Songs des Debtalbums, deren Titel wie eine Aufzhlung von Schlagwrtern der Metalklischees klangen. Zwischendrin gab es dann man ein Mitsing-und Animationsspielchen und nach geschtzten 40 Minuten war die Sache vorbei. Ich bin zwar kein Freund der Aussies Airbourne, doch Big Ball mssen sich dem Vergleich stellen und knnen deren Liveprsenz die man auch in jedem Videoclip des Quartetts erkennen kann, leider nichts entgegen setzen! Die Musik von Big Ball ist solide, an der Show muss gefeilt werden. Nach der Show gab es Aufkleber und Poster fr lau am Merchandisestand, auch eine nette Geste. (Thorsten Dietrich)

Setlist: BIG BALL

  • Double Demon
  • Porno Lisa
  • Killdozer
  • Wrecking Ball
  • Hell Whores & High Heels
  • Free Fire Zone
  • Groove Monster Machine
  • Hotter Than Hell
  • Shooter
  • Big Ball Crew

Um die Menge anzuheizen, ertnte nach der Umbaupause Metallicas "Seek And Destroy" aus den Boxen, das lauthals mitgesungen wurde - keine schlechte Idee fr einen Headliner sich langweilige Vorbands knftig zu schenken und die Fans auf den eigenen Gig einzustimmen. Der Einstieg von Saxon mit "Heavy Metal Thunder" htte besser kaum sein knnen. Es fiel gleich auf, dass ein wichtiger Bestandteil der Saxon-Show an diesem Abend fehlte, da der anwesende Bassist nicht wie von der Tarantel gestochen ber die Bhne lief. Saxon Saxon Wie Biff Byford spter mitteilte, weilte Basser Nibbs Carter bei seiner kranken Frau in der Heimat und wurde von Yenz Leonhardt (u.a. Iron Savior) ersetzt. Dieser konnte Nibbs zwar optisch nicht das Wasser reichen, erledigte seinen Job jedoch souvern. Die nchsten Hhepunkte waren das rasante "Motorcycle Man" und das dem im letzten Jahr verstorbenen Rose Tattoo-Gitarristen Mick Cocks gewidmete "Requiem". Der zweite Teil des Abends wurde mit einem Medley eingelutet und umfasste mit "Strong Arm Of The Law", "20.000 Feet" und "747" gleich mehrere Bandklassiker. Der Bhnenaufbau war nicht so spektakulr wie bei vergangenen Tourneen, wo ein gewaltiger Stahladler das Bhnenbild prgte. Nigel Glockler thronte mit seinem Schlagzeug ber dem Rest des Geschehens und bearbeitete seine Felle mit gewohnter Przision. Sein Doublebassspiel gehrt immer noch zum Besten, was die Metalszene zu bieten hat. Der Sound war sehr druckvoll, fr meinen Geschmack vielleicht eine Idee zu laut. Die Lightshow wirkte nicht eben spektakulr, sorgte aber fr die ntige optische Stimmung. Das Herzstck eines jeden Saxon-Gigs ist und bleibt natrlich Snger Biff Byford, der souvern durch den Abend fhrte und mit seinem feinen englischen Humor immer wieder fr Schmunzler und Lacher sorgte. Ein Phnomen ist fr mich, wie er einen zweistndigen Auftritt durchsteht ohne seine Jacke auch nur aufzuknpfen, geschweige denn auszuziehen. Mensch Biff, du stehst doch zu deinem grauen Haar, das du immer noch so schn fliegen lsst, dann steh auch zu deiner Plauze! Urgitarrist Paul Quinn versteckte seine schottische Haarpracht unter einer Mtze, agierte auf der Bhne agil wie eh und je und lie sein Pendant Doug Scarratt sowohl spieltechnisch als auch optisch recht alt aussehen. Beim letzten Song "Princess Of The Night" setzte er sich vor lauter bermut sogar kurz auf den Hosenboden und spielte ganz einfach im Sitzen weiter als wrde es zur Show gehren, das nenne ich Bhnenerfahrung! Der Zugabenteil bestand traditionell aus "Wheels Of Steel", "Crusader" und "Denim And Leather" mit obligatorischen Mitsingpassagen. Das sind einfach Klassiker des Heavy Metals, die man gar nicht oft genug live genieen kann, sodass Saxon uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben werden. (Alexander Meyer)

Setlist SAXON

  • Heavy Metal Thunder
  • Live To Rock
  • Motorcycle Man
  • Requiem
  • Witchfinder General
  • Metal Head
  • The Eagle Has Landed
  • Medley
  • Sixth Form Girls
  • Strong Arm Of The Law
  • Broken Heroes
  • 20.000 Feet
  • 747
  • Princess Of The Night
  • Wheels Of Steel
  • Crusader
  • Denim And Leather

Bilder: Britta Stippich



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