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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing LAMB OF GOD, JOB FOR A COWBOY, AUGUST BURNS RED, BETWEEN THE BURIED AND ME
Ort Wiesbaden, Schlachthof
Datum 28.02.2010
Autor Jennifer Laux
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Bei denkbar ungnstigen Witterungsverhltnissen machte ich mich mit meiner Begleitung auf den Weg nach Wiesbaden um ein sattes Metal-Event im Schlachthof zu erleben. Xynthia, oder wie auch immer der Orkan hie, schttelte das Auto gewaltig durch und machte die Hinfahrt schon zum Erlebnis.

Between the Buried and Me August Burns Red

Den oft undankbaren Job des Openers hatten BETWEEN THE BURIED AND ME, die sicher in einer hohen Liga spielen und musikalisch sehr anspruchsvoll sind. Fr meinen Geschmack jedoch ein wenig fehl am Platz. Sie passten nicht so ganz ins brige Billing. Eine Einschtzung die so einige Besucher teilten und sich der Theke zuwendeten. Auch sonst gab es nur minimale Resonanz vom Publikum. Nach gerade mal zwei, zugegebener Weise wirklich sehr langen Songs, verabschiedeten sich die Jungs schon wieder. Eigentlich schade, denn die Musik ist wirklich unheimlich komplex, vielschichtig, voll progressiver Elemente, bei jedem Hrdurchgang entdeckt man neue Facetten. Doch wenn man die Musik noch nie zuvor gehrt hat, wird man von ihr erschlagen. Wahrscheinlich der Grund fr die fehlende Begeisterung.

Bei der Folgeband AUGUST BURNS RED schien die Masse dann aber langsam aufzutauen und innerhalb krzester Zeit kam Partystimmung auf. Ihr lssiges Outfit, ihre Lockerheit und Coolness, sie wirkten einfach wie die Jungs von nebenan, das machte sie sympathisch. Matt stellte sein Talent am Schlagzeug berzeugend unter Beweis. Der abwechslungsreiche Gesang von Jack, der mal von Shouts, mal von Sprechgesang geprgt war, heizte dem Publikum ein. JB und Brent verstanden mit ihren Saiten umzugehen und die quietschgrne Gitarre konnte so perfekt in Szene gesetzt werden. Wildes Gepoge und kreischende Fans hauchten dem Ganzen schon ab dem ersten Song "Back Burner" Leben ein. Darauf folgten noch "White Washed", "Marianas Trench", "Truth Of Liar", "Meddler", "Thirty and Seven" und zum Abschluss des 35-mintigen Gigs "Composure". Ein gelungener Auftritt der christlichen Metalcore Band aus Lancaster, Pennsylvania, die eine Menge Energie auf der Bhne versprhten.

Job for a Cowboy Job for a Cowboy

Im Anschluss daran, wurde es dster mit der US-amerikanischen Death-Metal Combo JOB FOR A COWBOY. Lediglich der Sound, oder besser "Soundbrei", hinterlie wie auch schon bei den ersten beiden Bands einen bitteren Nachgeschmack. Der durchaus facettenreiche Gesang ging regelrecht unter, was das Zuhren erschwerte. Frage mich noch immer, woran es lag, dass hier so schlecht abgemischt wurde?! Schade, denn die Meute vor der Bhne schien die Musiker wirklich zu huldigen und die geschossenen Livefotos sprechen auch fr sich. Brutaler und technischer Deathcore mit einer gehrigen Portion Hrte. Ein ordentliches Brett, das keine Langeweile aufkommen lie. Drummer Jon Rice trommelte um sein Leben und imponierte so den Fans. Das Quintett brachte seine gewohnt verschachtelten Songs super an den Mann und begeisterte mit viel Verrcktheit.

Nach einer jeweils ca. 30-mintigen Spielzeit der Vorbands, hie es erst einmal einige Zeit warten, bis letztendlich der wrdige Headliner das Feld betrat. Eingeleitet von einem ruhigen Intro gingen LAMB OF GOD von der ersten Sekunde an direkt in die Vollen und luteten ihr Set mit "The Passing" ein. Im Vordergrund stand natrlich ihr neues Album "Wrath", von dem sie einige Titel zum Besten gaben. Urgesteine wie zum Beispiel "Laid To Rest" durften nicht fehlen und lieen das Publikum toben. Auffllig, das mit einem Male der Sound positiv wandelte: zwar klangen die Gitarren noch etwas matschig, aber alles in allem wirklich fett. Den Amerikanern konnte man nichts ankreiden und so punkteten sie mit einer starken Songauswahl und einer sehenswerten Bhnenperformance. Knppeldick und mit viel Hrte brachten sie die Halle zum beben. Randy Blythe versprhte mit seinen Growls, Screams und fetten Shouts viel gute Laune. Chris Adler hatte sein Schlagwerk mal wieder fest im Griff und knppelte was das Zeug hielt durch. Lediglich die Spielzeit von 75 Minuten, die aber ohne Verschnaufpause, htte gerne berschritten werden knnen. Ansonsten provokant, bse und eindrucksvoll. Unterm Strich also ein gelungener Livegig, der fr eine gute Stimmung und zufriedene Gesichter am Ende eines langen Konzertabends sorgte.

Setlist: Lamb Of God

  • The Passing
  • In Your Words
  • Set To Fail
  • Walk With Me In Hell
  • Now You've Got Something To Die For
  • Ruin
  • Hourglass
  • Dead Seeds
  • Blacken The Cursed Sun
  • Grace
  • Broken Hands
  • Laid To Rest
  • Contractor
  • Vigil
  • Redneck
  • Black Label

Fotos: Marco Klein





Lamb of God Lamb of God
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