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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing OVERKILL, SUICIDAL ANGELS, SAVAGE MESSIAH, CRIPPER
Ort Andernach, JuZ Live Club
Datum 27.02.2010
Autor Alexander Meyer, Torsten Butz, Thorsten Dietrich
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Wenn OVERKILL mal wieder meine Geburtsstadt beehren, ist das natrlich ein Pflichtbesuch. Das Jugendzentrum in Andernach ist seit Jahr und Tag ein Fixpunkt in den Tourplnen vieler Metalbands. Auerdem ist es quasi die MY REVELATIONS-Basis, sodass sich viele Kollegen vor Ort einfinden, um dem Thrash-Urgestein aus New York zu huldigen. Darber hinaus ist ein kompletter OVERKILL-Fanclub anwesend und das JUZ ist somit sehr gut gefllt, was sich wie gewohnt in subtropischen Temperaturen niederschlgt. Das scheint die vielen Metalheads in Lederkombi und Kutte allerdings wenig zu beeindrucken und kurbelt auerdem den Bierkonsum mchtig an.(Alexander Meyer)

Cripper Cripper

Von den Hannoveranern CRIPPER hatte ich bis dato nur beilufig etwas mitbekommen. Das eine Frau am Mikro steht habe ich mit meinem geschulten Auge jedoch sehr schnell erkannt. Wir sprechen hier nicht von 08/15-Tralala-Metal im gerade eben noch hrbaren Gesangs-Bereich, nein: die Dame, Britta mit Namen, grlt derart ins Mikro das viele Gesangskollegen wahrscheinlich beschmt ihr Mikro an den Nagel gehangen haben. Und das nicht nur ich von dieser Gesangsdarbietung erstaunt bin, kann man den Gesichtern der Zuschauer entnehmen. Der Opener "Shortcut" wird einem derart brachial entgegen geschleudert, eine kurze, schmerzvolle Thrash-Granate, die Lust auf mehr erzeugt. Und mehr Thrash-Metal wird auch geboten. Kurze Ansagen von Britta beweisen, dass sie sich auch "normal" verstndigen kann und natrlich gibt es noch Thrash das sich die Balken biegen und die Band lsst dazu die Matten synchron rotieren. Ich bin beeindruckt und werde nicht das letzte Mal von dieser Band gehrt haben.


    Setlist CRIPPER:
  • Shortcut
  • I Am The Pit
  • Fire Walk With Me
  • Junkie Shuffle
  • Life Is Deadly
  • FAQU
  • Attention Deficit
  • Black Terra

Nach den Deutschen Cripper entern die recht neuen Englnder SAVAGE MESSIAH die Bhne. Die vier jungen Burschen rocken auf ihrem 2009er Zweitwerk "Insurrection Rising" recht guten Thrash Metal und wissen das auch live zu spielen. Leider sind mir die Londoner nicht bissig genug, es ist netter Thrash, welcher auf CD besser wirkt als live. Auf der engen Bhne stehen die Langholztrger auch sehr steif und eng auf ihrem Platz. Die Fans von Testament und Megadeth haben zu wenig Charisma fr meine verwhnten Augen, doch Applaus und Feedback war den Briten gewiss! Sympathischer und eigenstndiger als der Nuclear Blast Hype Suicidal Angels ist die Sache allemal. Trotzdem: Werdet wilder, Jungs! (Thorsten Dietrich)

Savage Messiah Savage Messiah
    Setlist SAVAGE MESSIAH:
  • Spitting Venom
  • The Serpent Tongue Of Divinity
  • In Abscence Of Liberty
  • Enemy Image
  • He Who Laughs Last
  • Insurrection Rising

Die SUICIDAL ANGELS sind fr mich bislang ein unbeschriebenes Blatt, so dass ich vllig unvoreingenommen meiner Chronistenpflicht nachkomme und mich ein paar Meter vor der Bhne platziere. Die vier Griechen tragen Shirts von Death und Possessed, was schon einmal eine grobe Richtung weist. Insgesamt klingen die Angels dann aber doch eher wie eine griechische Slayer-Kopie, was nicht eben originell, aber ein Stck weit unterhaltend ist. Mir gefallen die Songs am besten, bei denen die Jungs mal kurz vom Gaspedal runtergehen, wie z.B. im Mittelteil von "The Pestilence Of Saints". Der Snger/Gitarrist bemht sich das Publikum zum Mitmachen zu motivieren und einen Moshpit zu starten, wirkt dabei allerdings etwas hlzern und unsympathisch. Wer bse Musik macht, muss nicht zwangsweise permanent bse gucken! Trotzdem gehen die Leute gut mit und die suizidgefhrdeten Himmelsboten haben ihre Rolle als Anheizer erfllt.(A. Meyer)


    Setlist: SUICIDAL ANGELS
  • Bloodthirsty
  • The Pestilence Of Saints
  • Inquisition
  • ...lies
  • Mourning Of The Cursed
  • Dark Abyss
  • Apokathilosis
Suicidal Angels Suicidal Angels

OVERKILL lassen zunchst auf sich warten und die Umbaupause zieht sich ziemlich in die Lnge. Leider geht der Einstieg vom Band auch noch mchtig in die Hose, was vor dem Zugabenteil dann abermals passiert. Die Lightshow mit den grellen Strobos (Atomic) treibt mich zu Anfang in den Wahnsinn. Damit wren die beiden einzigen Kritikpunkte an der Headlinershow gleich zu Anfang genannt und abgehakt, zumal in Sachen Sound und Lightshow sonst alles im grnen Bereich bleibt. Overkill starten furios mit "The Green And the Black" vom neuen Album "Ironbound", gefolgt von den beiden Klassikern "Rotten To The Core" und "Wrecking Crew". Dies scheint die Marschroute fr das gesamte Set zu sein, das eine ausgewogene Mischung aus neuen und alten Songs darstellt. Das Debt "Feel The Fire" ist dabei gleich mit vier Evergreens (No pun intended!) vertreten, da neben "Rotten" das Titelstck, "Overkill" und "Sonic Seducer" zum Zuge kommen. Mit weiteren Standards wie "Gasoline Dream", "Battle", "In Union We Stand" und dem alles in Schutt und Asche legenden "Elimination" holen die New Yorker in der JUZ-Sauna das Letzte aus sich und dem Mob heraus. Der von Suicidal Angels stndig geforderte Moshpit kommt wie von allein zustande und steht fast nie still, bzw. geht im Zugabenteil auch schon mal in eine heitere Polonaise ber. Die Band strahlt eine unglaublich positive Energie aus und schafft es diese auf ihr Publikum zu bertragen - allen voran Snger und Frontmann par excellence Bobby "Blitz" Ellsworth. Was dieser Typ mit seinen 50 Jahren auf der Bhne veranstaltet ist einfach phnomenal. Der Mann ist stndig in Bewegung und untermalt fast jede Textzeile mit seiner unnachahmlichen Mimik und Gestik. Und wenn er dann in der zweiten Hlfte des Sets sein T-Shirt auszieht, frage ich mich unweigerlich, warum ich selbst in den letzten 24 Jahren, seitdem ich Overkill zum ersten Mal live erleben durfte, anstatt eines solchen Waschbrettbauches einen wesentlich unansehnlicheren Waschbrbauch entwickelt habe. Whrend des obligatorischen Rausschmeiers "Fuck you" nimmt Blitz dann noch ein ausgiebiges Bad in der Menge und beschliet einen Gig, der fr die Konzertsaison 2010 ein erstes Ausrufezeichen setzt. Overkill sind und bleiben eine der besten und sympathischsten Livebands berhaupt, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass sie am Ende dieser Tour nicht nur sich selbst abfeiern lassen, sondern vom Publikum einen frenetischen Applaus fr die Supportbands und die Roadcrew einfordern.(A. Meyer)

Overkill Overkill
    Setlist: OVERKILL
  • The Green And The Black
  • Rotten To The Core
  • Wrecking Crew
  • Battle
  • Hello From The Gutter
  • Feel The Fire
  • Ironbound
  • In Union We Stand
  • Bare Bones
  • Gasoline Dream
  • Overkill
  • Bring Me The Night
  • Elemination
  • Necroshine
  • Old School
  • Fuck U

Alles in allem war es ein wirklich gelungener Abend. Bei vier Bands fr gerade mal 25 € kann man mit Fug und Recht von einem guten Preis-Leistungsverhltnis sprechen - daran kann sich so mancher Veranstalter eine Scheibe abschneiden! Alleine der OVERKILL-Gig hat bei mir mehr Glckshormone ausgeschttet als der Schalker Derbysieg am Vorabend und das will was heien! (A. Meyer)

Bilder: Dietmar Schfer






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