Navigation
                
24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KITTIE, IT DIES TODAY, MALEFICE
Ort Hamburg, Hafenklang
Datum 03.01.2010
Autor Marc Schallmaier
>> Als E-Mail versenden

Das neue Jahr 2010 begann gleich mit einem kleinen aber feinen Konzert, denn die von mir sehr geschtzten KITTIE und IT DIES TODAY gaben sich die Ehre. Hatte ich die Damen von KITTIE vor 7 Jahren noch im weit greren und ausverkauften Hamburger Schlachthof gesehen, wurde diesmal das kleinere Hafenklang gebucht. Malefice Malefice Ich dachte mir zu Beginn noch, dass dies wohl ein recht enger Abend werden wrde, aber das Gegenteil war der Fall, und so verloren sich nur knapp 100 Leute direkt am Hamburger Hafen. Wirklich schade, denn das neue Album von KITTIE bekam berdurchschnittlich gute Kritiken und zu einem anderen Zeitpunkt und vielleicht mit anderen Bands wre hier in Sachen Zuschauer mehr drin gewesen.

Pnktlich um 21.00 begann der Abend mit der britischen Band MALEFICE, die mir vllig unbekannt waren. Dass ich nicht der Einzige war, konnte man an den 5 Nasen sehen, die sich einsam vor der Bhne tummelten. Von dieser kam eine recht brutale Mischung aus Death und Thrash Metal, die nicht wirklich langweilig, aber auch nicht richtig aufregend war. Die Jungs legten sich zwar mchtig ins Zeug und bekamen auch einen ordentlichen Sound verpasst, die wenigsten Besucher konnte dies aberaus ihrer Lethargie reien. Dass lag aber auch vermutlich daran, da so ziemlich niemand mit den Songs derBand vertraut war. Hier und da, wenn MALEFICE begannenzu grooven und das Tempo aus den Songs zu nehmen, klang das Ganze sehr annehmbar. Zu oft fielen dieJungs aber wieder ins Geknppel zurck,so dass ich behaupten kann, dass bei mirnicht ein einziger Song hngen geblieben ist. So pltscherte der Auftritt vor sich hin und nach 30 Minuten war dannFeierabend. Einziger Aufreger war da noch der Spaziergang von Snger Dale Butler durchs Publikum beim letzten Song, aber selbst dass konnte die durchwachsene Stimmungim Saal nicht mehr retten.

It Dies Today It Dies Today

Nach einerzgigen Umbaupause kam die von mir schon hei erwarteten IT DIES TODAY auf der Bhne, um mitihrem Metalcore das Pedal mal gleich bis zum Boden durch zu treten. Da ich vor kurzem dieaktuelle CD deramerikanischen Jungsbewertendurfte und mehr als positiv berrascht war,kannte meine Vorfreude auch keine Grenzen. Allerdings wurde ich dann doch eher enttuscht, denn was da aus den Boxen kam war als Brei noch freundlich bezeichnet.Der Sound war richtig schlecht abgemischt,denn hatten mich aufCD noch die tollen Melodien vollberzeugt, war davon einfach nichts mehr zu hren.Negativ sollte sich auch dieEntscheidung auswirken, mehr lteres Material zu spielen als vom aktuellen Silberling. Zumindest mir kamen viele der Songs sehr unbekannt vor. Da ntztees auch nichts, die ersten Takte von Korn oder Slipknot anzustimmen um dann mit der Ansage, man spiele jetzt was noch lteres, den nchsten Song zu intonieren. Anscheinend hatten die Jungs auch keine Setlist, auf der Bhne war davon nichts zu sehen, und so stand die Band immer wieder mal frhlich mit dem Rcken zum Publikum, und es wurde diskutiert, welches Lied als nchstes zum Besten gegeben wurde.So erschien es zumindest dem Zuschauer. Das steigerte nicht wirklich die Stimmung und sollte schleunigst abgestellt werden! Warum auch die saustarke Cover Version "Come Undone" vom aktuellen Album "Lividity" nichtgespielt wurde, kann ich ebenso wenig verstehen, so htte man sich meiner Meinung nach zumindest ein paar Sympathien im Publikum zurck gewinnen knnen. Schade, schade, ich hoffe, dass ich die Jungs unter anderen Umstnden noch mal sehen kann, und dass siemich dann eines Besseren belehren.

Als sich dann langsam vier Damen auf machten, ihr Equipment auf die Bhne zu schaffen, war die Zeit reif fr KITTIE. Dass dieLadies immer noch extrem bodenstndig sind, war daran zu merken, dass sie keinerlei Berhrungsngste haben und auch jederzeit whrend des Aufbaus dazu bereit waren, Fotos mit sich und den Fans aus der ersten Reihe zu schieen. Sehr sympathisch! Wenn Sngerin und Gitarristin Morgan Lander ihre Flying V auf die Bhne schleift, die fast genau so hoch ist wie sieselbst, ist dass zwar irgendwie ulkig, abersptestens mit den ersten Schreien ins Mikro ist dass dann auchvorbei. Kittie Kittie KITTIE sind Profis durch und durch, nach zehn Jahren im Business und fnf Alben macht denenkeiner mehr was vor. Und so wurde gleich mal mit den beiden Brettern "My Plague" und "Cut Throat" vom aktuellen Album "In The Black" voll durch gestartet. Endlich kam auch dass Publikum in Wallung und die Band bekam die verdienten Resonanzen. Der Sound von KITTIE war laut und druckvoll, jedes Instrument war klar und deutlich wahrnehmbar. Auch wurden ordentlich die hbschen Kpfe geschttelt, mehr gibt die kleine Bhne im Hafenklang auch nicht her. Besonders Bassistin Ivy Vujic hat einen Nacken aus Stahl, an dem Pensum sollte sich mancher Steh-Metaller mal eine dicke Scheibe abschneiden.
Sehr unterhaltsam wurde die ganze Geschichte dann, als pltzlich das Mikro von Morgan Lander ausfiel. Die Dame unterhielt das Publikum also ohneelektronische Verstrkung von der Bhne aus, und machte darauf aufmerksam, dass sie sich wie ein Stand Up Comedian fhle. Dass Mikrofon von Ihrer Schwester am Schlagzeug, Mercedes Lander,ging aber noch, worauf sie auch hinwies. Darauf folgten ein paar kleine Nettigkeiten, die sich die Schwestern mit einem Augenzwinkern an den Kopf warfen. Diese ungewollte Pause fhrte auch zum Running Gag des Abends, denn als die Sngerin fragte, warum die Zuschauer so ruhigbleiben zwischen den Songs, rief jemand"Because it issunday" zurck. Der Kommentar wurde nun bei jeder Ansage von Madame Lander benutzt, was zu einigen Lachern fhrte. So blieb auch der Rest des Konzerts, den KITTIE mit Songs aus allen Schaffensperioden garnierten, absolut unterhaltsam. Leider war nach 70 Minuten ohne Zugabe Schluss, und auf den Kracher "Brackish"vom ersten Album wartete ich leider vergebens. Dies war aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich anmerken kann. Wie dem auch sei, KITTIE sei es gegnnt, mit dem neuen Album und der laufenden Tour ordentlich Erfolg einzuheimsen, damit sie beim nchsten Besuch in Hamburg wieder in einer greren Lokalitt zum Tanz aufspielen knnen.

Setlist: KITTIE

  • My Plague
  • Cut Throat
  • Oracle
  • Flower
  • Never Again
  • Pussysugar
  • Breathe
  • Burning Bridges
  • Wiaw
  • Severed
  • Die My Darling
  • Whiskey
  • Sorrow I Know
  • Mop
  • Look So Pretty
  • Forgive & Forget





Kittie Kittie Kittie Kittie
<< vorheriges Review
IN FLAMES, KILLSWITCH ENGAGE, HEAVEN SHALL BURN - Wiesbaden, Rhein Main Halle
nchstes Review >>
PRIMAL FEAR & BRAINSTORM - Bochum, Matrix


Zufällige Reviews