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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ARCH ENEMY, DESTRUCTION, ABIGAIL WILLIAMS, TRIOSPHERE
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 15.12.2009
Autor Marc Schallmaier
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Da man sich ja heutzutage auf nichts mehr verlassen kann, kam ich leider nicht rechtzeitig von meiner Arbeit los, um pnktlich zum Konzertbeginn in der Markthalle in Hamburg zu sein. Somit verpasste ich leider TRIOSPHERE, die mit ihrem progressiven Power Metal aber gute Reaktionen bei Publikum ernten konnten. So wurde es mir zumindest berichtet. Was solls, der Umbau war im vollen Gange, und somit begann das Konzert fr mich mit ABIGAIL WILLIAMS.

Abigail Williams Abigail Williams

Die vier Herren von ABIGAIL WILLIAMS betraten unter dichten Trockennebel Schwaden die Bhne, um ohne viel Gerede ihren Auftritt zu beginnen. Eine Mischung aus Black und Death Metal prasselte dann auf die interessierte Gemeinde in der nicht ganz ausverkauften Markthalle ein. Der Sound war ordentlich und die Jungs kloppten sich durch ihr Programm. Fr mich war das aber definitiv zu viel Gebolze, und auch im Publikum lieen sich die aktive Zuschauer an drei Hnden abzhlen. Am besten fand ich ABIGAIL WILLIAMS immer dann, wenn das Tempo gedrosselt wurde und die Band im mittleren Tempo agierte. Hinzu kam eine gewisse Lethargie, denn auer ein paar Mal den Kopf zu schtteln fand keinerlei Bewegung seitens der Band statt. Das Snger und Gitarrist Ken Sorceron mit seiner Doppelbelastung sich kaum bewegte, kann ich da noch verstehen, warum aber der Bewegungsradius des zweiten Gitarristen und des Bassisten sich ebenfalls auf einem Bierdeckel abspielte, bleibt mir schleierhaft. Mag aber auch dran liegen, dass die Herren dass erste Mal in Europa am Start waren, soweit ich Ken Sorceron richtig verstanden habe. So wurden zahlreiche Lieder des Albums "In The Shadow Of A Thousand Suns" intoniert, es gab Applaus von den Zuschauern, und dann war der Auftritt auch schon zu Ende.

Destruction Destruction

Als nchstes standen dann die ehrwrdigen DESTRUCTION auf der Bhne, und sofort war im Publikum die Hlle los. Kurzes Intro und schon knallte die Band mit "Curse The Gods" den Fans das erste Brett um die Ohren. Im krassen Gegensatz zu ABIGAIL WILLIAMS rannten Schmier und Mike Sifringer wie von der Tarantel gestochen ber die Bhne und jedes der drei aufgestellten Mikros auf der Bhne wurde von dem Snger auch ausgiebig genutzt. Dazu kamen sympathische Ansagen und eine wirkliche Spielfreude, die das Trio an den Tag legte. Weiterhin eine tolle Setlist, die von alten Klassikern wie "Life Without Sense" oder "Bestial Invasion" ber neuere Stcke wie "Devolution" keine Wnsche offen lie. Mein persnlicher DESTRUCTION Hit "Unconscious Ruins" wurde leider nicht gespielt, aber darauf komme ich spter noch einmal zurck. Die Band bekam vom Mann am Mischpult einen klaren, lauten und druckvollen Sound verpasst. Schmier, der mittlerweile von Patronengurten am Krper zu Metall im Gesicht umgeschwenkt hat, war stimmlich voll auf der Hhe und ist ein klasse Entertainer, der die Menge jederzeit im Griff hatte. An die kleinen Verweise auf die ersten Auftritte vor mehr als 20 Jahren in der Markthalle konnte sich aber wohl nur ein Bruchteil der Besucher erinnern, die Mehrheit im Publikum ging da wohl gerade die ersten Tage zur Schule. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und so wurde lustig immer wieder ein ordentlicher Moshpit in Gang gesetzt und in den ersten Reihen krftig die Matten geschttelt. Mit "Total Desaster" wurde dann ein toller Auftritt beendet, und sowohl Band als auch das Publikum hatte die Temperatur in der Markthalle ordentlich nach oben geschraubt.

Setlist: Destruction

  • Intro / Curse The Gods
  • Butcher Strikes
  • Devolution
  • Life Without Sense
  • Trash Till Death
  • Nailed To The Cross
  • Damned / Cracked / Reject
  • Mad Butcher
  • Bestial Invasion
  • Total Desaster

Diese Messlatte nun noch zu toppen war die Aufgabe von ARCH ENEMY. Auch hier begann der Auftritt mit einem Intro, bevor die Dame und die Herren die Bhne betraten. Der Start war furios und ging mit "The Immortal" gleich nach vorne los. Arch Enemy Arch Enemy Ebenso wie bei DESTRUCTION kam die Musik aus den Boxen sehr gut abgemischt und mit jeder Menge Druck. Nach dem Beginn gab es dann ein paar einleitende Wort von Sngerin Angela Gossow, die nicht nur stimmlich berzeugen kann, sondern auch optisch ein echter Blickfang ist. Auf die obligatorischen Zwischenrufe "Ausziehen" hatte sie dann auch einen klasse Konter bereit : "Noch mehr ausziehen ? Nein ! Und wenn Du Dich mal hier im Publikum umschaust, da sind jede Menge hbsche Mdels. Und wenn Du ganz, ganz, ganz, ganz nett zu denen bist, dann ziehen die sich auch irgendwann mal fr Dich aus." Und nach einer kurzen Pause : "Oder Du hast jede Menge Kohle, dann geht dass vielleicht auch schneller". In dem Punkt hatte sie auch recht, es war wirklich ein hoher Anteil an weiblichen Fans im Publikum auszumachen, was fr eine Band mit derartigem Hrtegrad wohl eher ungewhnlich ist. Weniger toll war die Tatsache, dass wir Fotografen bereits zu Beginn des dritten Songs den Graben verlassen mussten, obwohl man zumindest mir die Zusage gegeben hat, dass man die ersten drei Lieder komplett sein Material schieen kann.
Die Setlist bestand aus ordentlichen Krachern, quer durch das bisherige Schaffen von ARCH ENEMY. Auch Frontfrau Angela Gossow lie es sich nicht nehmen, immer wieder die Fans anzufeuern und zu einem positiven Abbau von Energie zu ermuntern. Warum allerdings bei ARCH ENEMY beide Gitarristen und der Schlagzeuger Zeit fr ein Solo eingerumt bekamen, entzieht sich meiner Kenntnis. Vor allem, weil das Schlagzeugsolo mit Klngen vom Band unterlegt war. In dieser Hinsicht war es also kein improvisiertes Solo, da Drummer Daniel Erlandsson immer auf bestimmten Punkten seine Einlage beenden musste. So was finde ich irgendwie dmlich, denn dann htte ich lieber von DESTRUCTION "Unconscious Ruins" gehrt, oder auch "Skeleton Dance" von ARCH ENEMY. Wie dem auch sei, die Stimmung blieb trotzdem immer gut und die Fans waren begeistert. Bei derart guten Songs wie "We Will Rise", "Bury Me An Angel" oder "Blood On Your Hands" kann man auch nicht viel falsch machen. Und dass Herr Michael Amott tolle Songs mit klasse Riffs schreiben kann, wissen wir nicht erst seit den glorreichen Zeiten von Carcass!
Ein tolles Konzert ging mit den drei Zugaben "Snowbound", "Nemesis" und "Fields Of Desolation" zu Ende, dass von vorne bis hinten richtig Spa gemacht hat. Selbst die Eintrittspreise von EURO 25,00 an der Abendkasse als auch die Preise fr die obligatorischen Leibchen waren nicht nur fair sondern auch wirklich fanfreundlich. Davon sollte es mehr geben!

Setlist: Arch Enemy

  • Intro / The Immortal
  • Revolution Begins
  • Ravenous
  • Blood On Your Hands
  • My Apocalypse
  • Demonic Science
  • Dead Eyes See No Future
  • Drum Solo
  • I Will Live Again
  • Bury Me An Angel
  • Taking Back My Soul
  • Guitar Solo Chris
  • Guitar Solo Michael
  • Dead Bury Their Dead
  • We Will Rise
  • Snowbound
  • Nemesis
  • Fields Of Desolation / Outro





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