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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HOUSE OF LORDS, PUMP & KANE'D
Ort Frankfurt, Sinkkasten
Datum 18.11.2009
Autor Thorsten Schwalbach, Th. Dietrich & Th. Ritter
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Im Frankfurter Sinkkasten war ich noch nie und die House Of Lords, sowie die Pumpen aus Stuttgart klangen wie ein gutes Package, was einen netten Abend versprach. Der Club war mit vielleicht trpfchenweise erscheinenden 100 Leuten gefllt, bot neben gemtlichen Kinosesseln und netter Theke auch eine ordentliche Bhne mit ordentlicher Flche davor, so dass man die Location als gelungen betrachten konnte! (Thorsten Dietrich)

KANE'D KANE'D

Als erste Band des Abend durften die mir nicht bekannten KANE'D ran und ich war schon ein wenig neugierig, denn ein Kollege kndigte sie als reine Frauencombo an. Umso enttuschter war ich dann, als 4 blutjunge Bubis die Bhne betraten. Glcklicherweise lieen sich im Anschluss 3 junge Ladies nicht lange bitten und die Band war komplett. Wenn ich im Nachhinein richtig recherchiert habe, dann handelte es sich bei den 3 (!!!) Sngerinnen um Geschwister (Steph, Stacey und Chez Kane), welche bereits mit ROBIN BECK auf der Bhne standen (hiervon kann man sich auch bei you tube ein Bild machen, welcher einen Clip aus dem "ZDF-Fernsehgarten" zeigt). Das Septett bot in den nchsten knapp 35 Minuten recht geflligen, wenn auch relativ uninspirierten (Hard) Rock, der nur aufgrund der knackigen Mdels einigermaen Kurzweile aufkommen lie. Ich stellte mir aber trotzdem die Frage, warum es gleich 3 Fronterinnen sein mussten. Auer dem BILLY IDOL Cover "Rebel Yell" blieb musikalisch bei mir jedenfalls nicht viel hngen, was aber vielleicht daran lag, dass die Truppe ziemlich zusammengewrfelt und nicht wie eine Einheit auftrat. Ich wurde zudem das Gefhl nicht los, dass die Formation aus einer dieser unsglichen Casting-Shows entstanden ist. Auer den Girlies fiel nur der - mit freiem Oberkrper posende - ttowierte Bassist Josh Raw auf, der mich optisch ein wenig an Nikki Sixx oder Kevin Russel erinnerte. Ansonsten blieben KANE'D recht farblos und groartigen Unterhaltungswert boten die Jungspunde nicht, was die wenigen Anwesenden ebenfalls so sahen. Der Applaus hielt sich jedenfalls stark in Grenzen und mit KISSIN' DYNAMITE oder CHUCKS gibt es in meinen Ohren talentiertere Newcomer. (Thorsten Ritter)

PUMP Als die Stuttgarter von PUMP auf die Bhne kamen, war ich sehr gespannt, da ich die Band seit ihrer Tour mit AXEL RUDI PELL vor ein paar Jahren aus den Augen verloren habe, was den Livesektor betrifft. Von der Originalbesetzung waren nur Snger Marcus Jrgen und Gitarrist Aki Reismann am Start, die aber fr das neue, gute Album "Sonic Extasy" und die Band an sich eine starke Truppe zusammengezimmert haben, die vom ersten Ton an Vollgas gibt und merklich heftiger als frher rockt. Eines fllt direkt auf, der blonde Gitarrist, dessen Namen mir entfallen ist, war ein Ersatzmann, der wie er mir sagte sich das Programm in zwei, drei Wochen draufschaffte, da Originalgitarrist Stef Bertolla die Tour nicht mitfahren konnte. Der Mann ohne Band (unfassbar!) machte seine Sache aber gut und war definitiv kein Fremdkrper. Das wohlwollende Publikum ging auch nach kurzer Zeit steil mit, was auch an der guten Motivationsleistung von Frontmann Marcus gelegen hat, der sich wie der Rest der agilen Truppe auch mchtig ins Zeug legte und nach paar Songs nass geschwitzt war. Statements nach dem Motto: "Wir sind Pump aus Frankfurt!" als Seitenhieb auf die Heimat Stuttgart kamen dabei beim Publikum natrlich ebenso gut an, wie der knackige Querschnitt der drei Scheiben. Fr mich kam nach Pump definitiv nicht mehr viel, da diese Energie und das rotzige Feeling mit gutklassigem Zusammenspiel einfach geil war! Wenn ich ehrlich bin, klangen Pump auch besser als auf den ersten, guten CDs und sind eine Livemacht mit fairen T-Shirtpreisen mit coolen Motiven. Diese Macht wird im Dezember auf der UFO Tour sicherlich eine genauso gute Figur abgeben wie hier. Der Haufen rockt jeden Laden und msste permanent live spielen! (Thorsten Dietrich)

    Setlist:PUMP
  1. Ready Aim Fire
  2. Revolution On My Mind
  3. Cry 4 The Moon
  4. Long Road
  5. Never
  6. Low Life
  7. Alright Now
  8. Dangerous
  9. CCL
PUMP HOUSE OF LORDS

Danach gab es eine etwas lngere Pause, in der eigentlich nicht viel passierte, auer dass BJ Zampa von HOUSE OF LORDS ziemlich intensiv an seinem Drumkit, das die anderen Bands zum Teil genutzt hatten, rumschraubte. Doch irgendwann war auch dieser Umbau zu Ende, und whrend dem Intro zu "Sahara" kam Snger James Christian auf die Bhne, auf der der Rest der Band sich schon aufgestellt hatte. Mit diesem Song legte das "Oberhaus" dann aber beeindruckend los. James war sehr gut bei Stimme, er sang in seiner typischen Art etwas rau und doch melodisch und ausdrucksstark. Nachdem ich meine kleine Enttuschung wegen dem Fehlen von Gitarrist Jimi Bell verkraftet hatte, berzeugte mich sein "Vertreter" Rob Marcello (DANGER DANGER) sehr schnell mit virtuosen Sololicks. Leider gab seine optisch wirklich schne Gitarre am Ende von "Sahara" erst mal den Geist auf. Die technischen Probleme hielten ein bisschen an, doch ab dem dritten Song, dem schnelleren "S.O.S. In America" hatten HOUSE OF LORDS die Sache einigermaen im Griff und fanden auch ihren Spa am Gig. Danach folgte mit dem etwas langsameren atmosphrischen Titelstck des neuen Albums "Cartesian Dreams" schon ein echtes Highlight, das vom Publikum ziemlich abgefeiert wurde. Die Keyboards, die z. B. in diesem Song schon ziemlich tragend sind, kamen brigens an diesem Abend "vom Band". Nicht wirklich schn, aber auch nicht besonders strend, also einfach abhaken. Im nachfolgenden melodischen "I Don't Wanna Wait All Night" berzeugte mich Gitarrist Rob endgltig mit einem virtuosen sehr neoklassisch geprgten Solo. Irgendwie war der Mann fr mich die absolut positive berraschung dieses Abends. Er klingt wie eine eigenstndige Mischung aus George Lynch, Yngwie Malmsteen und Randy Rhoads mit leichtem "Posertouch" und hat mich trotz der technischen Probleme wirklich begeistert. Im weiteren Verlauf spielten HOUSE OF LORDS eine gelungene Mischung ihrer abwechslungsreichen insgesamt stets etwas majesttisch/bombastisch angelegten Hardrocksongs vom neuen Album wie "Born To Be Your Baby", aus den neueren Alben wie "I'm Free" und aus ihrer Frhphase wie "Pleasure Palace" (vom ersten Album). Showtechnischer Mittelpunkt war natrlich Snger James, der sehr agil war, oft den Kontakt zum Publikum suchte und stimmlich whrend der ganzen Spielzeit kein bisschen nachlie. Drummer BJ durfte in einem nicht zu langen Schlagzeugsolo zeigen, dass man auch mit kleineren Drumkits Stimmung schaffen kann, mit "Love Don't Lie" spielte die Band eine Killer-Ballade, die begeistert mitgesungen wurde und nach rd. 75 Minuten war zunchst mal Schluss. HOUSE OF LORDS gingen kurz von der Bhne, um danach in der schnelleren Zugabe "These Are The Times" zum Abschluss ihres wirklich berzeugenden Auftritts noch einmal richtig abzurocken. Dann war endgltig Schluss, doch schon wenige Minuten spter stand die Band komplett am Merchandise-Stand, wo sie sehr freundlich Autogrammwnsche erfllte und weitere Pluspunkte sammelte. (Thorsten Schwalbach)

HOUSE OF LORDS HOUSE OF LORDS

    Setlist: HOUSE OF LORDS
  1. Intro/Sahara
  2. Talking about Love
  3. S.O.S. In America
  4. Cartesian Dreams
  5. I Don't Wanna Wait All Night
  6. I'm Free
  7. Born To Be Your Baby
  8. Love Don't Lie
  9. I Wanna Be Loved
  10. Come To My Kingdom
  11. Drumsolo
  12. Bangin'
  13. Pleasure Palace
  14. Slip Of The Tongue
  15. Zugabe: These Are The Times
Bilder: Thorsten Ritter
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