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30. Jul 2014 - Uhr
 
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686 Reviews in der Datenbank
Billing HOLY MOSES, DESASTER, FATAL EMBRACE
Ort Andernach, JuZ
Datum 02.10.2002
Autor Andre Kreuz & Thorsten Dietrich
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Als wir am Vorabend des Tags der deutschen Einheit im Andernacher JuZ ankamen, waren wir doch etwas früh dran. Draußen standen ein paar Hände voll mehr oder weniger Langhaarige Gesellen und Gesellinnen rum, während drinnen der Zugang zur Halle noch verschlossen war. Hinter den Türen war derweil der Soundcheck im vollen Gange, irgendjemand hat da sogar MASSACREs „Dawn of Eternity“ angespielt! Leider kam dieser Song an dem Abend nicht zum Einsatz, dafür aber ein anderes Cover und wer DESASTER kennt, der weiß auch, welcher Song damit gemeint ist. Aber immer schön der Reihe nach.
Mit einem frischen Bierchen in der einen, einer Kippe in der anderen Hand ging es nach einiger Zeit gut gewappnet zum eigentlichen Ort des Geschehens. FATAL EMBRACE sollten den Anheizer spielen und machten das, um dies vorn weg zu nehmen, richtig gut!


                                                   (Fatal Embrace)

Dieser Gig war mein erster Kontakt mit den Deutschen Thrashern und ich sollte ihn nicht bereuen. Voller Energie und Bewegungsfreude agierte die Truppe mit dem posigen Frontmann und bewirkte dadurch doch schon die eine oder andere Reaktion im ansonsten noch recht zurückhaltenden Publikum. Dies hielt sich hier nicht nur größtenteils bedeckt, sondern wahrte auch den bei Openern und Support-Acts oftmals zu beobachtenden Abstand zur Stage, wodurch FATAL EMBRACE ein wenig verloren dastanden. Und gerade deswegen rechne ich der Band, die übrigens von Nieten über Leder bis hin zu Spikes so ziemlich alles zu bieten hatte, was eine kultige Thrash-Band(e) ausmacht, ihren Einsatz hoch an! Man merkte bei jedem der knackigen und ziemlich direkten In-die-Fresse-Granaten, dass hier Musiker am Werk sind, die den Metal aus Leidenschaft zelebrieren und sich fernab jedes Trends bewegen, so wie es eben sein sollte! Da ich die Band wie erwähnt an diesem Abend zum ersten Male zu Gesicht/Gehör bekam, kann ich über die Songauswahl leider nichts sagen, außer, dass mir sowohl die Lieder, als auch der Sound wirklich gut gefallen haben. Einziges Manko war die fast schon MANOWARsche Lautstärke, besonders am Anfang des Sets...
Nach der erstaunlich kurz ausgefallenen Pause sollten DESASTER sich die Ehre geben und legten, wie schon auf den letzten beiden Konzerten, auf denen ich sie gesehen habe, mit „Nekropolis Karthago“ los. Sie hatten wie immer das Publikum von der ersten Sekunde an fest im Griff und sollten dies bis zum Ende ihres Auftrittes auch nicht mehr loslassen. Nach dem Opener vom letzten Studiowerk „Tyrants of the Netherworld“ kam nun ein weiterer Knaller dieser genialen CD zum Zuge, das vielleicht beste Stücke des Rundlings, nämlich „Profanation“. Einfach nur geil, wie das Teil nach vorne thrasht und dabei keine Gefangenen macht! Überhaupt macht diese Mischung aus ungebändigter Energie, Spielfreude und mitgrölbaren Refrains meiner Meinung nach den Charme der Mülheim-Kärlicher Saufnasen aus. Und apropos Saufnasen. Möglicherweise hätte Chef-Klampfer Infernal-Kuschke nicht bis in die Puppen im Tourbus saufen sollen, denn dann hätte er nicht den kompletten Auftritt über mit kalkweißem Gesicht am Verstärker hängen müssen... Aber soll mir recht sein, durch die ganze Bangerei hab ich eh nicht sehr viel von DESASTER gesehen, hören reicht da vollkommen aus! Über den „neuen“ Sänger brauche ich eigentlich auch keine weiteren Worte zu verlieren, der Mann versteht sein Handwerk und dürfte schon länger auf lückenlose Akzeptanz seitens der Fans stoßen.


                                      (Desaster)

DESASTER zockten im weiteren Verlauf munter ihre Klassiker runter und auch das blackige Debüt-Album „A touch of medieval darkness“ wurde dankenswerterweise abgedeckt. Gegen Ende hin kamen dann aber erst die richtigen Oberkracher zum Einsatz, die einfach auf keinem DESASTER-Auftritt fehlen dürfen. Welche Lieder gemeint sind, dürfte klar sein: „Teutonic Steel“, die Quasi-Band-Hymne „Metalized Blood“ und zu guter letzt das obligatorische, aber immer wieder geile KREATOR-Cover „Tormentor“! TOOOOOORMENTOR, pamm, pamm-pamm, pamm-pamm... Macht doch ein ums andere Mal Laune!! Kein Wunder also, dass die Show eine richtig coole Metal-Party ohne Starallüren und unnötiges Gepose wurde. Leider fiel selbige für meinen Geschmack mit 40 Minuten oder so etwas knapp aus, paar Songs mehr wären schon schön gewesen...
Wie dem auch sei, geschwitzt und k.o. eierte ich sogleich Richtung Biertheke, um im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten Nachschub zu ordern. Da das für euch aber nicht wirklich interessant sein dürfte, gebe ich hiermit an meinen Kollegen Thorsten ab, der Sie durch das weitere Programm führen wird...

Als Fahrer muss man ja nüchtern bleiben und so kam ich dann in diesem Zustand in den Genuss der Headliner HOLY MOSES. Eine Thrash Band, die ihrem brachialen Stil seit den 80ern treu geblieben ist. Charakteristisch sind die fetten Riffs und Sabina Classens Kreisch – Brüllgesang. Sicher, außer Sabina sind keine Ur–Mitglieder dabei, aber a) habe ich früher die Band nie gesehen und b) ist mir außer Andy Classen, der die Band jetzt produziert und auch Songs mitschrieb keiner im Gedächtnis geblieben, so dass ich ganz unvoreingenommen bin. Ist ja nicht so als würden Megastars wie Bruce Dickinson mit fremden Musikern sich Maiden schimpfen! Die nicht mehr ganz so neuen Mitglieder spielen die Songs kompakt und knackig, vor allem der Drummer überzeugt mit gesundem Bumms, eine gute Mannschaftsleistung. Einziger Manko für mich, die Lautstärke, es ist verdammt laut, so dass ich weit nach hinten gehe. Da ich Depp wegen Gesprächen nach Desaster die Ohrstöpsel entfernte habe, habe ich auf der Heimfahrt ein sattes Piepen. Schöner Mist!



Leider gehen die ohnehin nicht zahlreichen Zuschauer während des Sets immer mehr, die Band bietet eine solide Show ohne optische Höhepunkte. Sabina stimmt Highlights wie „Master Of Disaster“, Disorder Of The Order“, „Nothing For My Mum“ oder das Cover „Too Drunk To Fuck” (mit Fans auf der Bühne) an, kommuniziert auch mit dem spärlichen Publikum und ist klar der Mittelpunkt. Mit der Zeit wird es doch etwas öde, vielleicht ist es auch die längere Tour, die bestimmt die Band schlaucht. Auf jeden Fall können sich manche Death Metal „Sängerinnen“ von Sabina eine Scheibe abschneiden, ich sage nur Harmonizer! You know who U Are!
Ein Kumpel sagte mir übrigens, dass HOLY MOSES in Wacken viel besser waren, sie hätten es auf jeden Fall verdient vor mehr Leuten zu spielen!!!

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