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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THRESHOLD, SERENITY, SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 30.10.2009
Autor Thorsten Ritter
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2007 war ich ber die Tatsache ein wenig konsterniert, dass der langjhrige Snger Andrew 'Mac' McDermott THRESHOLD direkt im Anschluss an die Verffentlichung des letzten Studioalbums "Dead Reckoning" verlie. Mit ihm als Frontmann hatte ich die englische Prog Metal-Combo kennengelernt und in verdammt guter Erinnerung. Ich konnte mir die Band daher mit der erneuten Rckkehr von Damian Wilson, welcher bereits das Debt "Wounded Land" sowie das dritte Album "Extinct Instinct" eingesungen hatte, lange Zeit nicht vorstellen, denn gerade Macs Stimme sorgte - ebenso wie seine Bhnenperformance - meines Erachtens fr den Erfolg des Sextetts. Nachdem Damian Wilson diesmal jedoch nicht - wie bereits in der Vergangenheit - eine bergangslsung zu sein schien, dachte ich mir, dass ich den Jungs von der Insel in dieser Konstellation eine Chance geben sollte und pilgerte mal wieder ins Colos-Saal.

SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE

Erffnet wurde der Abend dann von der franzsischen Formation SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE, welche bereits angefangen hatte, als ich kurz nach 19.30 Uhr ankam. Das Quintett war mir bis dato - trotz drei verffentlichter Alben - nicht bekannt bzw. an mir vorbeigegangen. Wer jedoch schon auf dem ProgPower USA-Festival gespielt hat, fr den konnte man sicherlich ein offenes Ohr riskieren. Die Band, welche sich laut Snger Franck Garcia auf Ihrer ersten (richtigen) Tour befand, spielte rhythmischen, zum Teil sehr thrashigen und vertrackten Prog-Metal, welcher mich vom Hrtegrad ansatzweise an DREAM THEATERs "Systemtic Chaos"-Album erinnerte. Leider fehlte den Songs ein wenig der Wiedererkennungswert, obwohl es natrlich auch daran gelegen haben mag, dass ich, wie wohl die meisten der bereits Anwesenden, nicht mit dem Material vertraut gewesen bin. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine noch junge Formation handelte, bin ich mir sicher, dass das vorhandende Potential weiter ausbaufhig ist. Die Fnf kamen jedenfalls sehr sympathisch rber und man konnte die gute Laune - die allen voran Bassist John Drai verbreitete - frmlich spren. Es war nicht zu bersehen, dass sie Spa auf der Bhne hatten und vor allem bei den lngeren Instrumentalpassagen immer wieder zu kleinen Scherzen aufgelegt waren, so dass die 30 Minuten relativ schnell verflogen; ein interessanter Auftakt.

SERENITY SERENITY

Nach einer nur 15 mintigen und somit erfreulich kurzen Umbaupause kamen die aus Tirol stammenden SERENITY zum Zuge und fungierten somit erneut - wie bereits bei einem Teil der 2007er Tour mit THRESHOLD - als Opener. Ich hatte die Band ebenfalls 2007 gesehen, wo sie zusammen mit MORGANA LEFAY und SACRED STEEL unterwegs waren. Erinnerungen an die damalige Performance hatte ich aber keine mehr, so dass ich mich auch hier berraschen lie. Das Colos-Saal, welches in etwa mehr als halb voll gewesen sein drfte, bereitete den sterreichern jedenfalls einen euphorischen Empfang. Das Quintett ging in den kommenden 40 Minuten dann auch sehr viel melodischer und eingngiger zu Werke und kam beim Publikum bedeutend besser an als zuvor SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE. Der oft mehrstimmig prsentierte Melodic Power Metal kam sehr viel geflliger rber, so dass vermehrt ein Kopfnicken im Publikum auszumachen war. Auerdem konnte ich nicht darber hinwegsehen, dass wohl ein groer Anteil weiblicher Fans extra wegen SERENETY den Weg ins Colos-Saal gefunden hatten. Ich fand das Ganze jedoch nicht allzu spektakulr, da mir die Ecken und Kanten in den Songs fehlten und Alles irgendwie austauschbar klang. Die Band sorgte nichtsdestotrotz fr ordentlich Stimmung bei den Fans, war spieltechnisch gut aufgelegt und bestens gelaunt. Snger Georg Neuhauser hatte die meisten Anwesenden auf seiner Seite und auf seine Frage, ob sie den wieder nach Aschaffenburg kommen sollen, wurde dies frenetisch bejaht und die Fnf, wie bereits zu Anfang, abgefeiert. Nach 7 Songs endete ein kurzweiliger Gig und man machte Platz fr den Headliner.

Setlist: SERENITY

  • Reduced To Nothingness
  • Rust Of Coming Ages
  • Coldness Kills
  • Fairytales
  • Sheltered (By The Obscure)
  • Velatum
  • All Lights Reversed

THRESHOLD lieen dann das Publikum im Anschluss erstmal gehrig warten, denn obwohl das Saallicht bereits um 21:20 Uhr erlosch, zog es sich zehn weitere - nicht enden wollende - Minuten hin, bis die Englnder um die Grndungsmitglieder Karl Groom (Gitarre) und Richard West (Keyboard) die Bhne betraten. Dafr erwischten die Progger mit "Consume To Live" einen fulminanten Einstieg, da ich mich nmlich nicht daran erinnern konnte, die Nummer mit Mac je life gehrt zu haben. Im Anschluss gab es mit "Fighting For Breath" und "Stop Dead" zwei Songs jngeren Datums, bevor sich das ebenfalls im Original von Damian gesungene "Part Of The Chaos" in den Set gesellte. Daran reihte sich nachfolgend eine stimmige Mischung aus den bisherigen Werken des Sechsers. Unglcklicherweise gelang es mir jedoch nicht, die prgnante Stimme von Andrew 'Mac' McDermott zu verdrngen; zu ungewohnt prsentierten sich die Songs im neuen Gewand. Macs Gesang war einfach der variablere, welcher zudem mehr Emotionen transportierte. THRESHOLD THRESHOLD Damian bemhte sich zwar dieses Manko wett zu machen, was ihm jedoch nur teilweise gelang. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sein Gesang im Gesamtsound - der bei weitem nicht ein so klar und transparent wie bei den Vorbands war - ein wenig unterging. Auerdem lie sich beobachten, dass er whrend lngerer Instrumental-Passagen immer wieder kurzfristig die Bhne verlie. Selbst ein Bad in der Menge bei "Long Way Home" konnte mich seinen Vorgnger nicht vergessen lassen. Dazu kam, dass die Performance der restlichen Bandmitglieder - von Drummer Johanne James mal abgesehen - teils sehr angestrengt bzw. lustlos wirkte und im Gegensatz zu den Openern vermisste ich die frhlichen Gesichter der Musiker. Glcklicherweise gab sich dieser Umstand im Laufe des Konzerts und die Band taute ab "One Degree Down" langsam auf. Musikalisch gab es nichts zu beanstanden und mit dem bereits auf MySpace nachzuhrenden "Smile At The Moon" prsentierte man einen bisher unverffentlichten Song, welcher sich gut in den Set fgte, aber sicher kein Highlight der Band-Geschichte darstellte.
"Slipstream" beendete gegen 23.15 Uhr vorerst das Geschehen, bevor es mit "Mission Profile" und "Paradox", das mich - ebenso wie "Consume To Live" zu Anfang - berzeugen konnte, noch zwei weitere Nummern gab. So endete der Gig nach ca. zwei Stunden und lie mich doch ein wenig ratlos zurck. Auf der einen Seite war es zwar toll, die zwei Klassiker des Debts ("Consume To Live" und "Paradox") mit dem Original-Snger zu hren, doch fr mich konnte Damian Wilson trotz seines Engagements nicht an Frontsympath Andrew McDermott heran reichen konnte. Viel zu lange Zeit wirkte der Snger wie ein Fremdkrper auf der Bhne. Vielleicht hatten THRESHOLD aber heute auch nicht unbedingt ihren besten Tag. In wie weit die sympathische Truppe trotzdem weiterhin erfolgreich sein wird, drfte hchstwahrscheinlich erst ein neues Album zeigen, denn hier sollte die Musik dann Damians Gesang eher entgegen kommen. Also: Abwarten und Tee trinken!

Setlist: THRESHOLD

  • Consume To Live
  • Fighting For Breath
  • Stop Dead
  • Part Of The Chaos
  • Avalon
  • One Degree Down
  • Critical Mass
  • Smile At The Moon
  • Art Of Reason
  • Long Way Home
  • Pilot In The Sky Of Dreams
  • Slipstream
  • Zugaben:
  • Mission Profile
  • Paradox

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