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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RIVERSIDE, KNIGHT AREA
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 13.11.2009
Autor Alexander Meyer
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Nach SUBSIGNAL steht das zweite Konzerthighlight innerhalb von nur drei Tagen auf dem Programm. Diesmal fhrt mich die Reise ins bayrische Aschaffenburg, wo die Kollegen vom ECLIPSED-Magazin fr ihr 12. Festival niemand Geringeren als RIVERSIDE gewinnen konnten. Da wir einen Interviewtermin mit RIVERSIDE haben (dazu mehr an anderer Stelle) finden wir uns bereits vor dem offiziellen Einlass vor Ort ein. Wir lassen uns in der "Rentnerecke" (O-Ton Thorsten) an einem Tisch nieder, trinken erst mal was und sehen zu, wie sich der Laden immer mehr fllt. Unser Standort stellt sich spter als strategisch gnstig heraus, da durch die leichte Erhhung ein idealer Blick auf die Bhne gewhrleistet ist.

KNIGHT AREA KNIGHT AREA

Bei den Niederlndern KNIGHT AREA bleiben wir allerdings die meiste Zeit gemtlich sitzen, da das Geschehen auf der Bhne nicht allzu mitreiend ist. Der Snger betritt zunchst mit einer Art Mnchskutte die Bhne und wechselt whrend des Sets mehrmals sein Outfit. Seine theatralische Gestik und Mimik wirken auf mich aufgesetzt und mit dem tragbaren Thomas Anders-Gedchtniskeyboard sieht er - in Anbetracht der Tatsache, dass sich auch noch ein hauptamtlicher Keyboarder auf der Bhne befindet - eher lcherlich aus. Gesanglich, und darauf kommt es schlielich an, ist der Gute aber auf der Hhe. Trotzdem gefallen mir die langen Instrumentalphasen, in denen der Basser ordentlich groovt und der Gitarrist sich mit gekonnten Soli in Szene setzt, am besten. KNIGHT AREA bieten soliden Artrock, den ich mir aus der Konserve sicher gerne in Ruhe reinziehen wrde. An diesem Abend wird mir die Wartezeit auf den Hauptact aber einfach zu lang, zumal die 70-mintige Spielzeit eher Co-Headliner- als Vorbandlnge hat. Der Groteil des Publikums sieht dies jedoch anders und feiert die Band ordentlich ab.

Nach der Umbaupause, in der die wartende Menge mit vllig unpassender Swingmucke gefoltert wird, entern RIVERSIDE endlich die Bretter, die die Welt bedeuten. Der Einstieg fllt mit "02 Panic Room" eher ruhig aus und gibt den Anwesenden die Chance langsam in der Welt von RIVERSIDE anzukommen. Es folgt das viertelstndige Epos "Second Life Syndrome" und die hypnotische Musik der vier Polen zieht die Halle komplett in ihren Bann. Snger und Bassist Mariusz Duda verspricht im Laufe des Sets das komplette neue Album zum Besten zu geben. Vorher kommen allerdings mit "The Same River" und "In Two Minds" zwei Kracher vom Debtalbum zum Zuge und der Mob ist kaum zu halten. Schlielich wechselt die Bhnenbeleuchtung von "Reality Dream"-Grn zu "Anno Domini High Definition" -Rot und die Gangart wird mit "Hyperactive" hrter. Gitarrist Piotr Grudzinski zeigt eindrucksvoll, dass er neben wunderschnen Harmonien in Moll auch knallharte Riffs im Repertoire hat. RIVERSIDE RIVERSIDE Sein trommelnder Namensvetter liefert einen gewohnt souvernen Job ab. Michal an den Keyboards beherrscht die komplette Klaviatur von schrgem Hammondorgelsound ber elektronische Loops bis hin zu ruhigen Pianoparts. berhaupt prsentiert die Band sich bei ihrem 23. Gig der laufenden Tour so tight und eingespielt wie nie zuvor. Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist natrlich Mister Duda, dessen geile Basslufe die Songs wie Mrtel zusammenhalten. Mit seinem variantenreichen Gesang transportiert er das gesamte Gefhlsspektrum, das er in seinen sehr persnlichen Texten durchlebt. Nachdem er sich im Interview noch als sehr zurckhaltend, ja fast scheu, gebrdete, steht nun ein vllig anderer Mensch auf der Bhne, der nicht nur sein Instrument und seine Stimme, sondern auch das Publikum perfekt im Griff hat. Nach "Hybrid Times" verlassen die vier Herrschaften unter tosendem Applaus die Bhne zum ersten Mal, um dann noch zweimal vom vllig begeisterten Publikum zurckgerufen zu werden. Der Zugabenteil bildet fr mich dann leider den einzigen kleinen Schwachpunkt dieses ansonsten perfekten Gigs, denn mit "Stuck Between" und "Rapid Eye Movement" werden zwei sehr ruhige und weniger bekannte Nummern gebracht. Fr mich wren Granaten wie "Volte-Face" oder "Out Of Myself" an dieser Stelle wesentlich besser gekommen. Doch auch so hinterlassen RIVERSIDE eine vollbediente Menschenmenge, die sich am Merchandisingstand vorbei nach drauen drngt. Kein schlechter Standort, denn so kann man sich noch schnell einen Impulskauf in Form eines Shirts oder einer CD gnnen. Auf der Rckfahrt verspricht Kollege Thorsten mich demnchst mal auf ein "richtiges" Metalkonzert mitzunehmen. Ich wage zu bezweifeln, dass es eine Liveband schafft mich noch in diesem Jahr mehr zu begeistern als RIVERSIDE es an diesem Abend getan haben.

Setlist: RIVERSIDE

  • 02 Panic Room
  • Second Life Syndrome
  • The Same River
  • In Two Minds
  • Hyperactive
  • Driven To Destruction
  • Egoist Hedonist
  • Left Out
  • Hybrid Times
  • Stuck Between
  • Reality Dream Part II
  • Rapid Eye Movement

Bilder: Thorsten Dietrich

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