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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMER'S END OPEN AIR 2009
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 29.08.2009
Autor Torsten Butz, Thorsten Dietrich & Michael Kmmet
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Der oft undankbare Job des Festival-Openers fiel dieses Jahr den Thrash-Metallern von PERZONAL WAR zu. Die sympathischen Jungs gingen auf Nummer sicher und whlten aus ihrer langen Liste von Songs solche aus, die das Publikum nicht gleich vom Platz verscheuchte. Die letzte Live-Performance erlebte ich anno '96 in Prm, an die ich mich immer noch gut erinnere. Da ich sie zwischenzeitlich nicht mehr in Echt erlebt habe, war ich natrlich gespannt wie ihr Auftritt wird. Whrend die Sonne immer wieder hinter Wolken verschwindet, starteten PW mit "Frozen Image" vom vorletzten Album "When Times". Einige Personen haben sich bereits vor der Bhne eingefunden und wippten interessiert mit dem Kopf zu der wahrscheinlich hrtesten Band dieses Tages, was mir natrlich nichts ausmachte. Das Auftreten der Band wirkte ein wenig brav, vielleicht htte sich dieser Eindruck schnell verflchtigt, htten die vier mal eine heftige Thrash-Granate einschlagen lassen. Allerdings muss ich fairer weise sagen, dass der vorletzte Song "Evolution", der erste Song auf der aktuellen Platte, schon ordentlich rumpelte. Leider hatten sie nur 30 Minuten Spielzeit, so dass der Gig viel zu schnell beendet war. Ein toller Auftakt fr dieses Festival. (Torsten Butz)

Setlist PERZONAL WAR:

  • Frozen Image
  • Dying Face
  • 5 More Days
  • Dead Meaning
  • Evolution
  • My Secret

Die schwbischen Jungspunde von KISSING' DYNAMITE rockten wie die Hlle als ich auf das Gelnde des Festivals kam und prsentierten die Songs ihres Debtalbums "Steel Of Swabia". KISSIN DYNAMITE KISSIN DYNAMITE Dabei zeigte sich, dass die fnf Jungs positiv routiniert, sicher und mitreiend ihr Set spielten, wo vor allen Dingen der 17 Jahre junge Frontmann Hannes Braun auffiel, da er mit frechen Sprchen das Publikum anheizte und trotz Zaungsten aus der Hip Hop Ecke den Song "I Hate Hip Hop" prsentierte. Hinter der Bhne kam ich mit ihm und uns Udo zufllig ins Gesprch und er erwies sich als sympathischer Mensch, der mir wei machen konnte, dass es gar nicht so toll ist in diesen Zeiten erwachsen zu werden und die Schulbank zu drcken. Dabei sagten mir doch Kollegen, dass die Burschen ihre Nase mittlerweile etwas hoch tragen wrden, fand ich aber nicht! Ich will gar nicht dran denken, wie stark diese Band mit Mitte 25 agieren knnte, da die Show jetzt schon richtig gut war und man einige gute Refrains im Programm hatte. Optisch waren die Frisuren und das leichte Poser/Sleaze Metal Outfit recht drollig und nach dem Schwenken der Schwaben(?)-Fahne war meine Laune richtig gut. Ein guter Auftritt mit viel Bewegung und Herzblut! (Thorsten Dietrich)

Auch immer wieder gerne gesehen: AXXIS! AXXIS AXXIS So freut man sich auf einen netten Gig der Jungs um den sympathischen Frontmann und Grndungsmitglied Bernhard Weiss. Vor allem hatten die Ruhrpottler mit "Utopia" ein brandneues Eisen im Feuer und jenes gilt es selbstverstndlich zu promoten, doch auch weitere Stcke smtlicher Schaffensphasen der Band wurden diesen Abend dargeboten. Highlights waren, wie sollte es auch anders sein, die Debt-Dauerbrenner "Kingdom Of The Night" und "Living In A World". Hier gab es nun mchtig Bewegung im ohnehin schon angeheizten Publikum. Auch immer witzig sind die Showeinlagen. Diesmal bat Bernhard Weiss zur Untersttzung ein kleines Mdchen auf die Bhne, welchem er dann die Grundregeln des Business erklrte. Mit Tamburin, zu welchem man natrlich auch Rassel sagen kann, machte die Kleine eine gute Figur. Mit neuer Besetzung sind die Veteranen AXXIS, die letztes Jahr ihr Zwanzigstes feierten, immer wieder eine Reise wert. Insbesondere mit dem neuen Drummer Alex Landenburg, welcher schon die letzte ANNIHILATOR-Welttournee trommelte, hat man einen beraus talentierten Mann an Board geholt. Fazit: Energiegeladener und kurzweiliger Gig. (Michael Kmmet)

Setlist Axxis:

  • Doom Of Destiny
  • Tales Of Glory Island
  • Little War
  • Drum Solo
  • Blood Angel
  • Touch The Rainbow (Acoustic)
  • Wind In The Night
  • Living In A World
  • Little Look Back
  • Kingdom Of The Night

U.D.O. Dirkschneider und seine Mannen waren gekommen, um zu siegen! Udo sah auch schlanker aus als noch auf der "Wacken 2008" DVD mit LORDI und hatte sein schwarzes Hemd gar lssig bis zur Hlfte aufgeknpft. U.D.O. U.D.O. In Andernach prsentierte der Solinger und seine perfekt eingespielte Band ein superbes Best Of Programm, das beinharten Fans wie mir fast die Freudentrnen in die Augen trieb. Mit dem berhit "Metal Heart" als Erffnung des Gigs konnte man nicht viel falsch machen und die Betriebstemperatur im Publikum war direkt da. Dirkschneider sah deutlich entschlackter als auf der "Wacken 2008" DVD aus und rockte ohne groe Ansagen, was Konzerten immer gut tut, durch ein mit ACCEPT- und U.D.O.-Hits gespickte Setlist, die ganz bewusst keine Stcke aus dem zu diesem Zeitpunkt brandneuen Album "Dominator" enthielt! Die Band war nach Jahren auf Tour natrlich perfekt eingespielt und funktionierte wie ein gut geltes Uhrwerk, bei dem auch die Backings saen und das Gitarrensolo von Igor recht kompakt war. Highlights gab es in Massen und ich spreche nicht nur fr mich, wenn ich den German Tank und seine Crew als beste Band dieses starken Billings ansehe! Bei solch einer Leistung knnen die reanimierten ACCEPT ohne Dirkschneider nur verlieren oder sich blamieren. Ich tendiere zum letzten. Oder knnt ihr euch SAXON ohne Biff vorstellen? Eben! U.D.O. ist halt immer gut. Punkt. (Thorsten Dietrich)

Setlist U.D.O.

  • Metal Heart
  • Midnight Highway
  • They Want War
  • Bullet And The Bomb
  • 24/7
  • Midnight Mover
  • Vendetta
  • Princess Of The Dawn
  • Living For Tonight
  • Man And Machine
  • Animal House
  • Thunderball
  • Holy
  • Balls To The Wall
  • Burning (I'm A Rebel)

Das deutsche Fruleinwunder des Metals DORO Pesch ist seit vielen Jahren umtriebig und fleiig, man knnte sie in Sachen Konzertdichte auch als berprsent in den letzten Jahren ansehen. DORO DORO Auch in Andernach war Frau Pesch und ihre Musiker schon mehrfach gewesen. Nun war es auch dunkel genug, die Lightshow anzuwerfen, was fr Atmosphre sorgte. Aber so richtig toll was das Licht dann doch nicht! Doro war wie immer und natrlich total gut drauf, super freundlich aber auch halt wie immer, was Posen und die schlimmen Ansagen im deutsch-englisch Mischmasch betraf! An sich war alles zu routiniert, nur der neue Gitarrist Bas Mass aus den Niederlanden, der Langzeitmann Joe Taylor ersetzte, war dann eine optische Neuerung! Musikalisch gab es jede Menge WARLOCK- und DORO-Hits in circa 80 Minuten und ein paar lauere Balldchen, wo mit ich nicht "Fr Immer" meine! Die Fans fanden es toll und ich war schon ganz entzckt, endlich GOTTHARD wieder zu sehen.(Thorsten Dietrich)

Setlist DORO:

  • Earthshaker Rock
  • I Rule The Ruins
  • You're My Family
  • Unholy Love
  • Burning The Witches
  • True As Steel
  • Night Of The Warlock
  • Fr Immer
  • Fight For Rock
  • Metal Racer
  • Above The Ashes
  • We Are The Metalheads
  • Drum Solo
  • Celebrate
  • On The Run
  • Breaking The Law
  • All We Are
  • Burn It Up
  • Fight
  • Love Me In Black
  • Always Live To Win
  • Herzblut
  • East Meets West

Nun sah ich zum dritten Mal in meinem Leben GOTTHARD, die zu dem Zeitpunkt des Konzertes ihr neues, starkes Album "Need To Believe" noch nicht verffentlicht hatten. GOTTHARD starteten mit einem alten Backdrop von dem vorletzten Album "Lipservice". Es war dunkel und einige Leute hatten auch dank Kollege Alkohol keine Kondition mehr fr eine weitere Band, was dazu fhrte, dass die Reihen sich etwas lichteten. Die mindestens 45 Minuten lange Umbaupause war dann auch nicht gerade vorteilhaft, die Klte kam auch noch hinzu. Bhnenaufbauten gab es keine, dafr halt das recht kleine Backdrop der vorletzten Scheibe "Lipservice", was fr einen Headliner etwas wenig ist! GOTTHARD GOTTHARD Immerhin gab es Verfolgerspots und einen guten Sound. Mittelpunkt der Show waren wie immer Frontmann Steve Lee und Frohnatur Leo Leoni an der Gitarre, doch auch der sonst so hftsteife Bassist Marc Lynn im schlimmen Karohemd und der nicht mehr so neue Gitarrist Freddy Scherer waren etwas lockerer als auf der letzten Tour. Jedenfalls fr meine Augen! Lee war mal wieder der bessere Coverdale, wechselte gerne die Oberbekleidung und schwang den Mikrostnder wie Dave als er noch fit war. Er versuchte auch die Menge mit deutschen Ansagen anzuheizen, lobte die schne Stadt und das Festival. Fr die Band sei es das erste Mal hier. Der gute Steve kommt sicherlich weit herum, doch an anderer Stelle in Andernach hatten GOTTHARD in den 90ern schon zweimal gespielt! Kann man aber mit den Jahren auch mal vergessen... Fazit: Fettnpfchen! Die Songs wurden mit Gastkeyboarder gut, aber auch sehr routiniert gespielt, wobei die etwas starre Setlist fr beinharte Fans etwas langweilig war! Ein neuer Track wie beispielsweise "Need To Believe" war dann schon eine gute Auflockerung, wobei die seit Urzeiten gespielten Coversongs "Hush" und "Mighty Quinn" zugunsten eigener Songs verschwinden knnten! In Anbetracht der recht kurzen Setlist wre das auch besser. Auch die Aktion nach der Zugabe komplett von der Bhne zu gehen und die Meute lnger warten zu lassen, war an diesem Abend etwas seltsam und altbacken. Insgesamt war es trotzdem ein gelungener Gig mit kleinen Schnheitsfehlern, die auf der kommenden Tour mit Europe hoffentlich nicht passieren werden. (Thorsten Dietrich)

Setlist GOTTHARD:

  • Master Of Illusion
  • Gone Too Far
  • Top Of The World
  • Need To Believe
  • Hush
  • Sister Moon
  • Heaven
  • Mountain Mama
  • I Don't Mind
  • The Call
  • The Oscar Goes To You
  • Anytime Anywhere
  • Falling
  • Lift You Up
  • Mighty Quinn

Fazit: Insgesamt ein nettes Open Air ohne Zwischenflle und fairen Preisen, so dass keiner meckern konnte! Lediglich die Toiletten waren etwas wenig bzw. der WC Wagen war eine Sardinenbchse.

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