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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SWORDBROTHERS FESTIVAL 8
Ort Andernach, Live-Club JuZ
Datum 12.09.2009
Autor Michael Kmmet
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Ursprnglich als grere Geburtstagsparty gedacht, hat sich das mittlerweile achte "Swordbrothers"-Festival zur gefragten Szeneveranstaltung fr Freunde des traditionellen Heavy Metals gemausert. Dieses Jahr konnte man im Vorfeld den Ausverkauf verknden. Da ist man doch gespannt, welche Perlen dieses Mal offenbart werden. Neben OMEN und US-Horrorschocker HALLOWEEN werden die Niederlnder GODDESS OF DESIRE auftreten und ihren endgltig letzten Gig spielen. So reisen Fans aus ganz Europa an, um diesem ehrwrdigen Ereignissen beizuwohnen. Schon am Samstagvormittag trifft man sich also in Andernach. Die zahlreichen Besucher kennen sich untereinander. Man begrt sicht. Die Kronkorken fliegen. Willkommen Zuhause!
Vor der Halle kann man noch vor dem eigentlichen Einlass bei den Hndlern nach so manchen Schnppchen oder Raritt Ausschau halten. Neben Vinyl werden hauptschlich Silberlinge angeboten. Mit Festival- und Bandshirts kann man sich im Juz selbst eindecken. Neben der Theke gibt's das offizielle Merchandise. Gegenber jener haben die Jungs von GODDESS OF DESIRE einen kleinen Laden aufgebaut. Die ersten Besucher knnen sich hier eine CD der Band aussuchen, die als Dankeschn fr jahrelangen Support als kostenfreies Prsent weitergereicht wird. Eine nette Geste.
ber Preise fr die Verpflegung kann man sich nicht beklagen. Das Personal, wie auch die unaufflligen Sicherheitskrfte sind ausgesprochen nett. Nieten und Munition sind kein Problem. Lediglich werden die Patronen einmalig auf Entschrfung kontrolliert.

Demnach kann man sich auf ganze zwlf Stunden klassischen Metal freuen. Wie angekndigt erffnen BARBARIAN pnktlich um halb 1 die Show. Bislang kannte ich das spanische Trio nicht und aufgrund des schlssigen Namens mir ein ganz anderes Bhnenbild vorgestellt. Mit kahlkpfigen, jedoch sympathischen Frontmann Pep Casas prsentiert die Gruppe teilweise thrashlastigen Heavy Metal mit Texten in Landessprache. Klar sind um die relativ frhe Uhrzeit wenig Metalheads in der Halle, doch diejenigen, welche sich schon eingefunden haben, zollen BARBARIAN ihren Tribut. Fazit: Ein wrdiger Tagesauftakt!

Mit STEEL RAISER hat man eine weitere sdlndische Combo eingeladen. Aus dem sonnigen Sizilien angereist, gibt sich nun dieses italienische Quartett die Ehre traditionellen Heavy Metal dem erwartungsvollen Publikum darzubieten. Snger Alfonso Giordano trgt zu Beginn des Gigs noch eine sthlerne Augenmaske, welche er spter ablegt. Auffallend ist auch, dass diese Jungs an ihren Instrumenten eine eindeutige Macht darstellen!

Noch vor kurzem sind mir die beiden Longplayer der Brasilianer HELLISH WAR in die Hnde gefallen, ansonsten htte mir diese Band wohl nichts gesagt. Doch schon auf CD haben mich die Sdamerikaner durchaus berzeugt, bieten sie doch lupenreinen Speed Metal der glorreichen ra Anfang der Neunziger. Aber live sind die fnf Mannen aus So Paulo tatschlich noch um Lngen besser. Frontmann Roger Hammer hat das absolute Metal-Organ! Mit reichlich Aktivitt und Hits wie "Defender Of Metal", "We Are Living For The Metal" oder "Metal Forever" kann das Publikum mitgerissen werden. Lautstarke "Hellish War"-Chre aus der Menge besttigen die glckliche Wahl diese Formation einzuladen. Fazit: Live noch um ein vielfaches geiler als auf CD!

Schon 1977 im spanischen Valencia gegrndet sind ZARPA die dienstlteste Formation dieses Festivals. Trotz Erfahrung und Souvernitt knnen die vier Haudegen beim Publikum weniger punkten, als zuvor noch HELLISH WAR, denn die ZARPA-Darbietung wirkt einfach steriler. Auch kann man die spanischen Texte weniger mitfhlen. So finden sich etwas weniger Fans fr der Bhne ein, diese bekommen allerdings eine musikalisch einwandfrei Show geboten.

Whrend der fast zwanzigjhrigen Bandgeschichte ist dieser Auftritt fr ENCHANTER der erste in Europa. Diese Premiere der vier sympathischen Jungs aus den USA sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn die beiden Longplayer dieser Combo bieten so manchen nicht zu verachteten Hit. Frontshouter Maurice Fauteux, dessen charismatische, aber auch etwas kauzige Stimme sich von der breiten Masse abhebt, bringt Bewegung auf die Bhne. Vor selbiger gibt es wiederum weniger Aktivitt, wohlmglich sind die Songs den Leuten unbekannt. Trotzdem finden sich immer wieder Fans der jeweiligen Bands ein. Fazit: Sehr netter Gig!

GODDESS OF DESIRE werden heute ihr finales Konzert spielen. Dieser Auftritt wird der letzte der Niederlnder um Count August sein. Auch sind die Gigs der Hollnder fr ihre auergewhnliche Bhnenshow bekannt, so fllt sich die Halle bis ganz nach hinten mit interessierten Metalheads. Showeinlagen einer nur leicht bekleideten Dame, die auch die Kunst des Flammenspuken beherrscht, lockern das Geschehen auf. Wobei aber auch Hits wie etwa "Metal Forever" und eine agile Performance der Hauptakteure keinen unwesentlichen Teil fr einen wrdigen Abschluss beitragen. In diesem Sinne: "Metal To The Metals!"

"John Blackwing ist THUNDER RIDER!", so steht's auf der offiziellen HP des SBF 8 geschrieben, denn momentan steht keine komplette Band hinter John. So haben die Jungs von ROXXCALIBUR dem charismatischen Kanadier ausgeholfen um einige seiner Klassiker zum Besten zu geben. Das Programm umfasst eine durchdachte Auswahl der beiden "Tales Of Darkness And Light"-Alben, wobei das Hauptaugenmerk auf dem zweiten Teil liegt, wohlmglich auf Grund des umfangreicheren Materials. Griffbereit am Mikrostnder platziert kommt selbstverstndlich auch Johns Flte zum Einsatz. Und obwohl im Vorfeld nur wenig Zeit zum Proben der Song blieb, luft die Live-Performance reibungslos ab. So kann man auf einen gelungen und vor allem seltenen Gig des Kanadiers zurckblicken, welcher auch so manchen Fan hier im Gedchtnis bleiben wird: Sehr gut!


    Setlist: THUNDER RIDER
  • Satan's Wrath
  • New Born
  • Death Angel
  • Lucky Devil
  • Executioner
  • Holy Terror
  • Dark Castle
  • Day Of The Damned
  • Rain Dance
  • Death To Death
  • Blackwing
  • Heavy Metal Wizzard
  • Devil's Playground

OMEN sind letztes Jahr aufgrund des in Texas wtenden Hurrikans ausgefallen. Also gilt es dieses Jahr die Show nachzuholen, und jene sollte lnger als geplant ausfallen, denn die Tschechen von ARAKAIN sind, obwohl den Gig zugesagt nicht in Andernach angekommen. ber Hintergrnde lsst sich ohne Statement der Band nur spekulieren. Doch OMEN, die morgen zusammen mit den Kumpels von ASKA noch einen Gig in Frankfurt absolvieren werden, entschdigen durch eine erweiterte und vorzgliche Performance, die so manchem Fan die Trnen in die Augen treiben wird. Frhe Hits wie "Battle Cry", "Warning Of Danger", "The Axeman" oder "In The Arena" werden ebenso dargeboten, wie Stcke der spteren Schaffensphasen der legendren US-Metaller. George Call (auch ASKA), der sympathische Snger, sucht fter Kontakt zum euphorischen Publikum. Kenny Powell, als einzig verbleibendes Originalmitglied bietet eine schweitreibende und grandiose Gitarrenarbeit. Die Matten der Banger fliegen hier um die Wette. Fazit: Neben HELLISH WAR die berflieger dieses Festivals!

Bislang haben HALLOWEEN jemals nur zwei Gigs in Deutschland gespielt. Dieser Headliner-Auftritt wird somit der dritte in der mittlerweile fnfundzwanzigjhrigen Geschichte der Jungs um Frontmann Brian Thomas sein. Ans morbide Thema angelehnt und mit Totenkopf-bewehrten Grtel entert der US-Amerikaner mit dem 'bleichen' Gesicht die Bhne. Begierig auf ein besonderes Live-Erlebnis finden zu dem Geschehen fast smtliche Besucher ein. HALLOWEEN prsentieren nun so manchen Gruselschocker oder frhen Horrorklassiker, so dass dem Konsumenten das Blut in den Adern gefriert. Zum Aufwrmen hilft da nur noch Headbangen! Fazit: Sollte man erlebt haben, zumal eine weitere Deutschland-Show nicht in Planung ist. Sehr gut!

Auch dieses Jahr konnte das umfangreiche Programm im Groen und Ganzen berzeugen, doch nach dem "Swordbrothers" ist vor dem "Swordbrothers", denn das nchstjhrige Billing steht schon fest, so kann man sich beispielsweise auf CAGE, ASKA oder CLOVEN HOOF freuen!

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