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628 Reviews in der Datenbank
Billing: MUCKY PUP & SUPERBUTT
Ort: Hamburg, Hafenklang
Datum: 01.09.2009
Autor: Marc Schallmaier
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Als 1987 MUCKY PUP ihre erste CD "Can't You Take A Joke" veröffentlichten, waren sie musikalisch noch eine Hardcore Band. Die Songs dauern maximal zwei Minuten und kommen präzise auf den Punkt. Allerdings war auch hier schon ein gewisser Humor vorhanden, der trotz aller Stilwechsel der Band seinen Bestand hatte. Besonders stark ausgeprägt war dieser auf dem zweiten Album von MUCKY PUP, A Boy In A Mans World. Hier wurde allerdings mächtig aufs Bremspedal getreten, die Melodien bekamen den Vorrang und auch der Gesang nahm eine verständliche Form an. Genau dieses Album feiert heute seinen 20. Geburtstag und dass war Anlass genug für eine kleine Tournee durch Europa, wo MUCKY PUP schon immer größere Erfolge erzielten konnten als in den USA. Da die Jungs seit 12 Jahren kein neues Material am Start hatten, konnte man sich auf einen Abend unter Gleichgesinnten freuen, an dem es hauptsächlich Hits aus der Jugend zu bejubeln gab.

SUPERBUTT MUCKY PUP

Um den Publikum einzuheizen hatte man als Vorband die Ungarn von SUPERBUTT engagiert. Die Songs auf deren Website klingen hier und da etwas komplex und man kann mehrere Einflüsse ausmachen. Live war davon aber nichts zu hören, die Songs kamen gradlinig und direkt von der kleinen Bühne, die auch deutlich den Bewegungsdrang der 5 Herren eingrenzte. So wurden im Stand die Matten gekreist und der Sänger thronte mit einem Bein auf den Monitorboxen, um die durchaus kraftvollen Metal Nummern ins Publikum zu schmettern. Leider war eben jenes doch sehr zurückhaltend und es wollte nicht so richtig Bewegung in die Masse kommen. Laut Gerüchten, die unter den anwesenden Zuschauern umher schwirrten, sind SUPERBUTT in Ungarn tierisch angesagt und spielen bei Auftritten in der Heimat als Headliner. Zugegeben, Potential haben die Jungs, die würde ich gerne mal auf einer größeren Bühne sehen und vor allem mit einem Publikum, dass mit derartigen Metal Klängen auch etwas anfangen kann. Zum Schluss konnten SUPERBUTT aber dann doch noch beim gesamten Publikum punkten, der Neil Young Klassiker Keep On Rockin In A Free World war allen geläufig und so wurde kräftig mitgegröhlt.

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann soweit und MUCKY PUP betraten nahezu in Originalbesetzung die heiligen Planken des Hafenklangs in Hamburg. Kurzes Intro, kurzes Hallo und schon folgten fünf Hochgeschwindigkeits Kracher vom ersten Album. Sänger Chris Milnes, mittlerweile dreimal so schwer wie zu Zeiten der Album Aufnahme, konnte es sich nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass es heute keine neuen Songs von MUCKY PUP zu hören geben wird. Ähnliche Sprüche und Gags sollten folgen. Leider überzeugte ein Großteil der Besucher auch hier durch Lethargie, was die Band aber nicht davon abhielt zu spielen, als würden 2000 Leute vor ihnen stehen, anstatt 200. Wirklich schade, enthusiastische Reaktionen wären mehr als verdient gewesen. Die Jungs rockten die Songs ordentlich runter, Gitarrist Dan Nastasi sorgte für Backing Vocals während Marc DeBacker am Bass die ruhige Kugel schob. MUCKY PUP MUCKY PUP Leider saß nicht der Bruder von Chris Milnes am Schlagzeug, diesen Part erledigte Kevin Powers, der ansonsten für die Keyboards auf den späteren MUCKY PUP Alben sorgte. Die Songs haben nach all den Jahren ihren Ohrwurm Charakter nicht verloren. Und so wippten die Füße dann langsam mit, während ein paar Besucher versuchten, wenigstens einen kleinen Moshpit loszutreten. Nahezu jeder Hit von den ersten beiden Alben wurde gespielt, dazu kamen mit Three Dead Gophers, Hippies Hate Water und A Skinhead Broke My Walkman lediglich drei Stücke, die sich auf den anderen fünf Alben befinden. Ein wirklicher Ohrenschmaus für Fans der ersten Stunde ! Bei letzterem durfte ein weiblicher Zuschauer auf der Bühne das Waschbrett spielen, inklusive improvisiertem Solo. Was den Spaß Faktor der Band nochmals unterstrich. Als Zugabe zog Sänger Chris Milnes erst mal blank um sich anschließend eine selbstbemalte Iron Maiden Kutte überzuziehen. Daraufhin gab es mit dem Cover Running Free eine Huldigung an die großen Idole, um mit dem allerletzten Song U-Stink noch mal alles zu geben. Ein wirklich toller Abend, der sich für alle Seiten gelohnt hat. Und ich würde MUCKY PUP dringend dazu raten, eine neue Scheibe auf die Beine zu stellen. Einfach und allein um einen Grund zu haben, im nächsten Jahr noch mal auf Tour zu gehen

Setlist: MUCKY PUP
  • Intro / Hotel Penitentiary
  • Knock Knock
  • Nazichizm
  • Caddy Killer
  • Woody
  • Bushpigs
  • Batman
  • U R Nothing
  • Mr President
  • Death By Cholesterol
  • Landscrapers
  • Three Dead Gophers
  • A Skinhead Broke My Walkman
  • P.T.L.
  • Little Pigs
  • Hippies Hate Water
  • Running Free
  • U Stink
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