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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMERBREEZE FESTIVAL 2009
Ort Dinkelsbhl
Datum 12.-15.08.2009
Autor Andreas Goericke, David Lang & Stefanie Klewer
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Ganz Bayern ist in der Gewalt erzkonservativer Politiker. Ganz Bayern?! Nein, denn einmal im Jahr fallen abertausende, stark behaarte Wesen in ein kleines idyllisches Dorf namens Dinkelsbhl ein und sie haben die Gegend fest im Griff.

Es war mein erstes Summerbreeze, doch es wird gewiss nicht mein letztes gewesen sein, denn bei aller Kritik, die im Verlauf unseres Berichts (vor allem) an der Organisation auftaucht, nehme ich das Fazit schon jetzt vorweg: Schee wars! (Der Einfachheit halber sind die Berichte des Kollegen Goericke kursiv gedruckt) Dass es 2009 nicht zum Wacken oder zum With Full Force ging, lag in erster Linie ganz klar am Line Up. Keins der beiden genannten konnte mich derart begeistern, dass ich freudestrahlend den langen Weg in Kauf genommen htte. Womit wir bei Punkt 2 wren. Auch wenn das Summerbreeze im bayerischen Dinkelsbhl statt findet, was zunchst einmal ziemlich weit weg klingt, so ist es (fr uns) doch mit 3,5 Stunden einfacher Fahrt um einiges nher gelegen, als die meisten anderen greren Festivals. Was ein feiner bergang zu Punkt Nummer 3 ist: Das Summerbreeze schien mir nach Erzhlungen noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein, sprich, auch nicht unbedingt zu gro... hab ich mir so gedacht. Grer als das WFF war das Breeze allemal und selbst an (gefhlten) W:O:A Dimensionen kratzte das Wochenende bedrohlich.

Am Line Up kann dieser Umstand eigentlich nicht gelegen haben, blieben die ganz groen Namen wie Motrhead, Slayer, Iron Maiden oder Priest doch aus. Die Veranstalter hatten sich ganz offensichtlich vielmehr darauf spezialisiert, dem feierwilligen Volk eine breite Palette hoffnungsvoller Newcomer, einige exklusive Schmankerl und die mglichen nchsten groen Dinger zu kredenzen.

Um auch mglichst viel Bands und Atmosphre inhalieren zu knnen, machten wir uns bereits mittwochs morgens auf den Weg. Der befrchtete Superstau (wie es ihn im Vorjahr gegeben haben muss) blieb aus; offensichtlich hatte man dazu gelernt, doch das erste rgernis folgte sogleich. Hatte man den V.I.P. Container erst einmal gefunden (die V.I.P. Parkpltze waren im Gegensatz zu eben jenem super ausgeschildert), durften wir fix feststellen, dass man sich zwar in keinerlei Warteschlange einreihen musste, unser Campingplatz aber deswegen dennoch weder backstage, noch very important war. Whrend der gemeine Besucher nmlich auf einer gemhten Wiese zelten durfte, mussten sich Presse und andere Wichtigtuer (hehehe) mit einem ungemhten Irgendwas zufrieden geben. Ich wei bis heute nicht, was das fr ein Unkraut war. Die Tatsache dass Menschen mit unterschiedlich langen Beinen ebenfalls mehr Spa hatten (unser Gelnde war doch leicht abschssig) fanden wir dann auch nicht so prall. Klarer Pluspunkt waren die stets sauberen Dixies auf unserem Gelnde. Auf der anderen Seite waren dann jedoch die Duschcontainer. Um zu diesen zu gelangen mussten wir mitunter weiter laufen, als sonst wer. Gleiches gilt frs Festivalgelnde. Das soll kein Rumgeheule sein, ich bin kein alter Mann (SIE brigens auch nicht, Herr Goericke!!!), aber wir waren neben dem Spa an der Sache auch zum Arbeiten vor Ort und da wre es manchmal wirklich gnstiger gewesen, dass das V.I.P. Gelnde etwas nher am Geschehen gelegen wre. Zwei Duschcamps (noch nicht mal zwangslufig ein eigenes fr uns, wobei das WFF und das W:O:A vorgemacht haben wie es geht) wren auch fr die Allgemeinheit praktischer gewesen. Nach meinem kleinen Mecker-Exkurs zurck zum Sinn des Lebens: Krach.

CYRUS Den gab es nach kurzer Aufwrmrunde mit Gerstenkaltschale in Form von Cyrcus. Die Alternative-Metaller aus Heinsberg / Viersen erffneten die Festspiele mehr als amtlich und rockten das halbwegs gefllte Zelt. Snger Chubby ist ein Top-Frontmann und Snger und peitschte die Menge mit cool-sympathischen Ansagen an. Wenn die Jungs auch manchmal wie eine nettere Version von Killswitch Engage klangen; Circle Pits und eine Wall Of Death um diese Uhrzeit vor einer doch ziemlich unbekannten Band... Hut ab! Als gegen Ende noch Warlocks "All We Are" angestimmt wurde und fast das gesamte Zelt mit einstimmte, wusste auch der letzte Zweifler, dass sich Cyrcus ihren Platz im Line Up redlich verdient hatten. Sheephead aus Bayern waren mir bereits ein Begriff und sie rasselten mit wst flinkem Death-Metal wie gehabt direkt los. Schn treibende Mucke, allerdings weder mit dem amerikanischen Anspruch an Technik und Tempo, noch den blichen Hardcore Einflssen heutzutage. An und fr sich ganz gut und ohne Ende Doppelbass. Aber doch ein wenig monoton auf Dauer und die Show fand ich auch ein bisschen statisch. Dennoch ein ganz gelungener Auftakt. Dreamshade waren die nchste Kapelle und brachten eine Art Prog-Gothic an den Start, also reichlich Geklimper und ordentlich Keyboards. Nicht ganz meins, sah aber fein aus und hrte sich in den knappen 25 Minuten auch ganz ordentlich an. Den Snger fand ich granatenhaft, schne starke Stimme hat der Mann. Mittlerweile war ich bereit fr einen Kaffee und stellte mit Schrecken fest, dass ich meinen Presseausweis verloren hatte und nur noch mit Bndchen unterwegs war. An der Kaffeetrnke sprangen 3 Jungs auf, die wohl mitbekamen, dass wir den Rckweg zum Zelt abliefen und das Teil suchten. Ich gehe davon aus, dass sie ihn als Souvenir eingesteckt haben und sofort trmten, bevor ich Fragen stellen konnte. Wenn ich euch in die Finger bekomme, ihr Penner! Eine lngere Diskussion mit diversen Securities brachte verschiedene Informationen von "Band reicht aus" ber "Ist mir doch egal!" und "N, ohne das Ding bist du verratzt!", so dass ich leicht verunsichert war. Den Ausweis konnte sich ja jeder Hirsch umbinden, folglich sollte das mit Perso erlangte und am Mann festgeklemmte Band wohl reichen. Ein kurzer Anruf dazu bei unserem zustndigen Summer Breeze - Mitarbeiter David brachte dann Klarheit und Ruhe. Das sollte dennoch nichts daran ndern, dass ich die nchsten 3 Tage Ordnern die Nummer erklren musste, die mich natrlich immer durch lieen. Aber eben erst nach einer Ansage. Also, Kollegen: Zieht das Teil immer durch den Schlsselring! Der Karabiner taugt nix! CYRUS Erst kurz vor Vomitory ging es wieder Richtung Festivalgelnde und ob das schlau war...?! Die Schweden profitierten nmlich enorm von der Tatsache, dass am ersten Tag lediglich das Gelnde vor dem Partyzelt geffnet hatte und ca. 90% der Besucher (was in diesem Moment gefhlten 200.000 Menschen gleich kam) Bock auf Party hatten. Das Zelt war zum Bersten gefllt und ich wre besser im Fotograben geblieben. Dort konnte man wenigstens noch atmen. Auch sonstige grundlegende, zum berleben notwendige Aktionen waren schier unmglich, sobald man versuchte die Band zu sehen. Sound und Darbietung der Band waren durchaus ok, doch die erwhnten Umstnde machten einen ungetrbten Genuss kaum mglich. Die Band hatte Spa, ein Groteil des Publikums scheinbar auch, doch meiner einer wankte schlielich dank (eiskaltem) Jupiler Pils und einigen hochprozentigen Zugaben viel zu frh Richtung Matratze. Wenn etwas klingt wie Slayer, aber gar nicht Slayer ist, was mag es dann sein? Eben, Cataract . Die Schweizer bllerten fein ihren thrashlastigen Sound in die nchtliche Kulisse und auch hier feierte die Meute frenetisch, allerdings nun nicht mehr ganz so dicht gepackt. Ich sehe Cataract eigentlich immer gern, so langsam aber sicher machte sich aber doch Ermdung breit und wir gingen zu einem kleinen Absacker zurck an unsere Zelte und alsbald auch in unsere Kojen.

Der Donnerstag begann tzend verregnet und ich war heilfroh, dass unser lieber Fahrer, Ziegengottprophet (www.ziegengott-ist-gut.de) und Allroundtalent Schronk einen Pavillon eingepackt hatte, der dank seiner Festivalerfahrung auch tatschlich den spter einsetzenden Naturgewalten trotzen sollte. Fies peitschende Windben zersbelten mir schlielich noch mein Zelt, doch auch hier wusste Monsieur Rat. Danke noch mal an dieser Stelle fr die Zeltstangen!!! ... nicht zu vergessen 30 kg Trockeneis, die bis zum letzten Tag fr perfekt temperierte Getrnke sorgen sollten. Schei aufs Wetter, das spielte in den kommenden Tagen perfekt mit und verste uns das was da kommen sollte noch um einiges.

Durch die Einstze konnten wir leider den Gewinner des Newcomer-Contests, Second Relation , nur von hier aus genieen. Allerdings spielten die wirklich einen feinen Prog-Metal und auch die Position des Zeltplatzes zahlte sich nun aus, da man wirklich super hren konnte, was auf den Hauptbhnen passiert. CYRUS VADER Der Donnerstag sollte mein Tag werden; Geballer bis der Arzt kommt, von Krawallkommandos, die man auch nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Los ging es allerdings gemchlich, mit den Pop Metallern von Deadlock, wobei diese Bezeichnung absolut NICHT als Kritik zu verstehen sein soll. Die zuckersen Melodien der Band lassen halt nur keine bessere Beschreibung zu. Alles was ich bisher an dieser Band live zu kritisieren hatte muss ich zudem nach dieser Show zurck nehmen. Ok, alles war in erster Linie mein Vorwurf Sngerin Sabines Gesang kme vom Band. Dem war dort definitiv NICHT so. Da war es auch zu verzeihen, dass nicht jede Melodie zu 100% sa; machte sie im Grunde nur sympathischer. Die Keys kamen natrlich auch hier vom Band, doch ansonsten rockte die Band wie Sau. Die Saitenfront bangte und poste (wozu eigentlich immer die dicken Backen?!) absolut "true", ebenso Snger Johannes, whrend Frau Weniger nach wie vor den zurckhaltenderen Eindruck macht. Das kann natrlich neben solch agilen Bandkollegen tuschen. Smtliche Mucker schienen indes ordentlich Spa in den Backen zu haben (DAS knnte es sein, harharhar) und auch der Soundmensch war dem Sextett wohl gesonnen. Fein gemacht! Vader sind eine Macht! Auch wenn Peters neue Begleitmannschaft versucht hat, ihn ein ums andere mal zu berholen; die Polen sind tight wie die Sau. Unermdliches Touren und die nach wie vor sichtbare Hingabe zum Death Metal lassen die Band funktionieren wie frisch gelt. Peters Ansagen auf deutsch ("Lauter! Das war besser... aber wir sind lauter!") verschafften dem Frontmann zudem Bonuspunkte beim Publikum. Mit einem brutalen, aber nicht zu lauten Sound (freu) und einer Setlist, die solche Grokaliber wie "Black To The Blind", "Wings", "Carnal" und "This Is The War" in sich birgt kann aber in der Regel auch nichts schief gehen. Groer Kritikpunkt am Rande: Wenn man am Eingang schon smtliche "gefhrlichen" Gegenstnde wie Glas (war generell verboten, passt scho), Nietengrtel und Co abgeben musste... was zur Hlle hatte dann bitte dieses unsgliche Gerll vor der kompletten Mainstage zu suchen??? Schotter in der Gre von Hhnereiern drften den Maltesern, dank Circle Pits und Co. einige Extraschichten eingebracht haben. Von der Gefahr als Wurfgeschoss mal abgesehen. Leute, nchstes Jahr bitte eine elegantere Lsung! Grand Magus stellten fr mich den ersten Hhepunkt des Festivals dar, die bekommt man ja auch nicht wirklich hufig zu Gesicht. Die Schweden starteten gut gelaunt mit einer schnelleren Nummer vom neuen Album, welche mir eigentlich zu schnell war. Allerdings waren sie bestens gelaunt und kamen auch recht schnell mehr auf ihr Killeralbum "Wolfs Return" zu sprechen, was gleich gehrig schob. Der Frontmann war allerdings auch der obercoolste und seine Ansagen lieen wenig gute Haare an Panik wegen Wlfen, in Schweden sind wohl 2000 Tiere Anlass fr den Untergang der Zivilisation und Knigshuser mag er auch nicht so ganz, was er uns vor "Kingslayer" erffnete. Alles in allem eine Supernummer und jederzeit gerne wieder. JACK SLATER JACK SLATER Ab 16 Uhr sollte das Partyzelt ganz in die Hnde des Tods fallen, ein wahres El Dorado fr Krachmaten. Wenn man auf einer Setlist solch denkwrdige Titel wie "Kinderfresser", "Blut / Macht / Frei", "Eisenwichser" oder Metzgore" liest, lsst das nur einen Schluss zu. Die Geisteskranken Jack Slater zerschmetter(linge)n gerade die Amps. Die Klner spielen przise wie immer. Gitarrist Sobo (eigentlich Ex-Gitarrist, aber freundlicherweise heute eingesprungen) springt, gniedelt und post wirklich als ginge es um sein Leben whrend Fronter Horn die Menge mit Death Metal untypischen Ansagen zum Schmunzeln bringt. Sobald jedoch die Musi spielt verwandelt sich der Snger in ein tobendes, unmenschlich grunzendes Monster. Zweiter Neugitarrist Kevin und Neutrommler Dave haben sich heimlich, still und leise ins Bandgefge eingeschlichen und harmonieren kniglich mit dem Rest. Gleich zwei neue Songs haben den Weg in die Setlist gefunden und nicht nur mir blieb als Fazit: womglich der beste Gig den die "Brtal Hasen" je gespielt haben... was nicht zuletzt an der, fr Slater verhltnismig straighten und eingngigen Setlist lag. Nach dem grandiosen Auftritt der Jack Slater Jungs, begab ich mich zu der Pain Stage um mir die Mnchener von Equilibrium anzusehen. Mann, was da vor der Bhne abging... Wahnsinn! Ich hatte mich schon sehr auf den Auftritt der Band gefreut, da ich das erste Werk "Turis Fratyr" schon verdammt geil fand. Manch einer wrde Equilibrium in die Schublade des Viking Metal stecken, doch wer mal genauer in das Nachfolgewerk "Sagas" reinhrt, wird feststellen, dass diese Band in ihrer Musik so abwechslungsreich ist, dass sie gar nicht einzuordnen ist. Bei dem sehr melodischen "Blut im Auge" fiel auf wie undeutlich der Gesang von Frontmann Helge ist, auch wenn es sich hierbei um deutsche Texte handelt. Diese sind oftmals sehr schlecht heraus zuhren. Sehr amsant war seine kurze Show-Einlage, bewaffnet mit einem Hut, den "King Of Pop" imitierend. Die Band stimmte gleichzeitig dessen Song "Billie Jean" an. Weiter ging es mit dem mitreienden "Der Sturm" und dem Klassiker zum Schunkeln, "Met", der dann wohl auch den letzten zum Bangen animierte. Geschubse im Moshpit gab es bei "Ruf in den Wind" und beim groartigen "Unbesiegt" mit dem Hauch einer Samba-Note. Das Klatschen im Takt (oder auch nicht) durfte natrlich auch nicht fehlen. Dies nervte zwar ein wenig, war aber dennoch zu ertragen. Den Abschluss krnte die melancholische Ballade "Nordheim" vom Debt, der Song fr mich schlechthin. Alles in allem ein gelungener Auftritt!(Stefanie Klewer) SLYLOSIS PSYCROPTIC Die Nuclear Blast Hopefuls Sylosis haben sich mit "After Lifeless Years" vom Labeleinstand "Conclusion Of An Age" einen Spitzenopener ausgesucht und knnen das Zelt so auch zackig auf ihre Seite ziehen. Das Quintett scheint sich auf der Bhne sauwohl zu fhlen und posen knnen die Jungs auch schon wie die Groen. Nach dem guten Start kommt nur leider kein hnlicher Knaller mehr. Dennoch kann man von einem gelungenen Gig sprechen, zumal die Briten an diesem Tag die softeste Band im Zelt bleiben sollten. Die Anzahl der Psycroptic Shirts auf dem Gelnde lie darauf schlieen, dass das Zelt erneut zum Bersten voll sein drfte. Dem war nicht so, doch alle Deathheads die diesen Gig verpasst haben, drften sich nach spteren Erzhlungen gergert haben. Die Australier meielten mir jedenfalls ein permanentes Grinsen ins Gesicht. Ihr technisch-brutaler, aber niemals chaotischer Death Metal kam live so geil, dass man nicht anders konnte als mindestens permanent mit zu wippen. Die Mucker machten auch nie den Fehler, ausschlielich aufs Mett zu kloppen, sondern hielten stets die Waage aus brutalst Geschnetzeltem und Groove. Nachvollziehbares Geballer macht doch noch mal so viel Spa. BENEATH THE MASSACRE Was mich zu Beneath The Massacre bringt, die zwar rein technisch ber jeden Zweifel erhaben waren, doch vom Tempo her gerne noch etwas mehr Abwechslung htten einflieen lassen knnen. Zumal kleinere Feinheiten im Sound untergingen. Ultraschnell, ultratechnisch aber auch ultrakomplex. Was soll man denn bitte dazu machen, auer Eichhrnchen ber einen Ksehobel zu reiben. Aufgelockert wurde das sprichwrtliche Massaker durch extrem fiese Beatdowns, die dem Mob wenigstens die Gelegenheit lieen von den Eichhrnchen abzulassen und sich stattdessen gegenseitig im Pit kaputt zu schlagen... und was fr ein Schrank von einem Snger... Sehr beeindruckend, irgendwie auch bengstigend, aber nach gut 30 Minuten dann auch genug. Die Jungspunde Hackneyed waren nach meiner Erfahrung auf dem Full Force der Geheimtipp des heutigen Tages. Ohne Kenntnis schleifte ich meine Mitfahrer in das Zelt, wo die Knaben sogleich wie die ganz Groen die Bhne enterten. Hackneyed lieferten eine Sahneshow ab, tobten und bangten als gbe es kein Morgen und ich bilde mir ein, doch reichlich Morbid Angel da raus zu hren. Mir macht es einen Riesenspa die Kerlchen zu beobachten und auch meine Kollegen standen mit offenen Mndern da, schlielich hat die Kappelle ein Durchschnittsalter von 17 Jahren! Grandios! THE RED CHORD THE RED CHORD The Red Chord knppelten sich souvern, wie ich sie bereits einmal sehen durfte durch ihre halbe Stunde; inklusive smtlicher Vetracktheiten und Dissonanzen. Den Amis gelingt es dabei aber immer wieder die Kurve zu kriegen und all das stimmig klingen zu lassen. Knaller wie "Dread Prevailed" oder "Antman" lassen dabei den ein oder anderen Mund offen stehen. Ein kurzer Blick zwischendurch auf die Hauptbhnen, gepaart mit einem schnen Kaffee aus dem Pressezelt, brachte ein bemerkenswertes Feedback zu Kreator zutage. Der Tenor im Zelt und aus der eigenen Sicht war kurz gesagt: komische Ansagen, eigentlich ganz nett, Mille kann nicht singen und so langsam knnten sie mal neue Sachen bringen. Ungefhr so. Ich war wirklich enttuscht, denn ich habe die Kerle auch schon mal ganz anders gesehen und meinen Leuten doch sehr empfohlen. Mit etwas schalem Beigeschmack machten wir uns langsam auf den Weg, ein Abendessen zu uns zu nehmen. Der Auftritt der Briten von Anaal Nathrakh sollte zu einem absoluten persnlichen Highlight werden. Dabei macht das Lrmkommando von der ersten Sekunde an alles richtig. Zunchst alle Unglubigen mit den ersten 2 ultrabrutalen und chaotischen Songs aus dem Zelt geprgelt und anschlieend die Jnger (die in Scharen kamen) und Neugierigen die es so lange ausgehalten haben, mit wahren Gttergaben beglckt. Mit einem rudigen und dennoch druckvollen Sound versehen knppeln sich die Insulaner durch eine ihrer raren Shows. Wer Snger V.I.T.R.I.O.L. (Dave Hunt) bisher nur durch seinen Job bei Benediction kannte, drfte nicht schlecht gestaunt haben. Der kurzhaarige Snger erweist sich als unglaublich variables Stimmwunder, der kreischt, grunzt und wundervoll klar singt... man mag kaum glauben dass dies alles aus dem Mund einer Person kommt. Zudem ist Hunt ein uerst sympathischer Fronter (mit ein paar netten Brocken auf deutsch), der ganz offensichtlich tierisch viel Spa an dem Auftritt und den euphorischen Reaktionen des Publikums hat. Dieses rastet dermaen aus, dass es sich sogar zu einer Wall Of Death hinreien lsst. Songs wie "Final Absolution" oder "Der Hlle Rache kocht in meinem Herzen" MUSS man einmal live erlebt haben. ANAAL NATHRAKH ANAAL NATHRAKH Nachdem es aufgrund technischer Probleme zu einigen Verzgerungen kam, durften die hei ersehnten Misery Index noch mal gut 10-15 Minuten ihrer geplanten dreiviertel Stunde abziehen. Frontmann und Obersympath Jason wird whrend der Show immer wieder von Gitarrist Mark untersttzt, was die ganze Sache noch brutaler werden lsst, da der Gute mindestens genauso bse klingt wie Herr Netherton. Der Mob tobt und "Traitors" sowie "Conquistadores" beenden den Death / Grind Alarm uerst genial. Im Vorfeld haben wir lange berlegt, ob wir zu Katatonia oder doch lieber zu Hate Eternal gehen sollen. Letzten Endes htten wir in der Zeit auch genauso gut kacken gehen knnen. Katatonia waren die totale Enttuschung. Musikalisch ganz klar im Rahmen hat Snger Jonas Renkse es aber auch genau so klar geschafft, seine eigenen Meisterwerke kaputt zu singen. Klingt der Mann auf Platte unglaublich zerbrechlich und gefhlvoll, so klang er auf dem Summerbreeze einfach nur unglaublich beschissen; als htte er Gras geraucht und darauf noch Valium eingeschmissen. Nachdem wir uns die kaputt genlten Versionen von "Consternation" und "Soil's Song" (auf Platte beides Meisterwerke) angetan hatten, begaben wir uns freiwillig wieder Richtung Zelt. Dass es besser wrde glaubten wir nicht wirklich und bevor es schlimmer wrde... ist ja nicht so als wren wir nicht gewarnt worden. Schlimm! MISERY INDEX Als mein persnliches Abendschmankerl gaben sich Prinz Erich und seine Verklopperbande Hate Eternal die Ehre. Bestens gelaunt und mit reichlich Energie traten die Mannen auf die Bretter und lieferten ein Set aus den bekannten bersongs "I, Monarch", "Powers That Be" und natrlich "Behold Judas" ab. Tight ohne Ende und nicht von 50 Klampfen zugemalt wie auf den Alben, war es ein absoluter Alptraum dieser Gewaltmaschine zuzusehen. Dass man zu dritt so eine ultraderbe Kelle zu schwingen vermag, lie viele Leute im Zelt doch recht unglubig und abgearbeitet zurck. Aber schn wars! Schade, dass sie ausgerechnet gleichzeitig mit Katatonia spielten, die ich auch sehr gerne gesehen htte. Wie mir das Kollegium aber berichtete, habe ich wohl nicht allzu viel verpasst dabei. Nun hatten uns die Schweden selbst also diese Entscheidung abgenommen, doch Erik Rutan und seine Mannen waren keine gute Entschdigung. Hate Eternal machen auf Platte dermaen Alarm, dass ich mir nur schwer mehr als 2 Songs hinter einander geben kann. Diesen schier berirdischen Druck vermochten die Herren sogar auf die Zeltbhne zu transportieren, doch dadurch dass die Deathheads live sogar noch undifferenzierter als auf CD klingen, htte ich mich auch einen Bahnhof stellen knnen whrend ein Gterzug durchkracht. In meinen Ohren war das nicht schn. Whrend Suffocation schlielich berkam mich der unbndige Drang ins Zelt zu verschwinden. Nicht dass ich furchtbar mde gewesen wre, aber nach ber 9 Stunden Krach hatte ich dann doch die Schnauze voll. Was ich von Suffocation noch gesehen habe war allerdings berzeugend wie immer und man sah die "Mullen-Hand" wo man auch hinblickte. Zu dumm nur, dass ich durch die Death-bersttigung ausgerechnet The Faceless verpasste, die mit ein Grund meiner Anreise waren. Augenzeugenberichten zufolge sollen die Jungspunde das Zelt allerdings fachgerecht zerlegt haben.

CALLEJON Der Freitag startete fr mich um die Mittagszeit vor der Mainstage. Callejon baten zum Tanze und das hauptschlich junge Publikum fra den Klnern aus der Hand. Snger Basti dirigierte souvern durchs Set und die Jungs an den xten posten dass es eine wahre Freude war. Dass der Sound der Zombiecoreler nicht jedem gefallen muss ist klar, doch muss man dann vor der Bhne stehen bleiben, sich permanent ber die Band lustig machen und zu allem berfluss auch noch etwas auf die Bhne schmeien?! Nach einem freundlichen aber bestimmten Kommentar meinerseits verdnnisierten sich die beltter zum Glck dann auch (htte ich sofort realisiert dass es sich bei dem Wurfgeschoss um einen Stein gehandelt hat, wre ich wahrscheinlich auch nicht mehr freundlich geblieben sondern htte die Arschlcher des Platzes verweisen lassen; soviel brigens zu dem Schotter vor der Bhne). Zum Glck bemerkten die 5 von alledem nichts und rockten, alles andere als emo die Hauptbhne. Der Sound verschluckte leider einige Feinheiten der Gitarreros und gerade bei seinen melodischen Parts traf Frontsau Basti nicht unbedingt jeden Ton, doch berschumende Spielfreude und ein wahnsinnig enthusiastisches, textsicheres Publikum machten diese Mankos locker wett. berhaupt muss man mal festhalten, dass gerade der Krachnachwuchs ordentlich Party machte und somit das Gemecker einiger Traditionalisten vllig auflaufen lieen. Wenig berraschend kamen die Hits "Snake Mountain" und "Porn From Spain" (mit unglaublich vielen Divern) am besten an, doch auch Songs wie "Zombiefied" (ich liebe es!), "Es regnet" oder "Spiel mir das Lied vom Sterben" sorgten fr akuten Moshalarm. Juut jemacht, ihr Jungens! Die erste Kapelle, die fr mich Freitag auf dem Plan stand, waren The Haunted. Noch immer gro ist die Trauer ber die unvergessenen, verklrt angehimmelten und in meinen Augen und Ohren unerreichten At The Gates. Aber wenigstens etwas ist brig und wie Stefan von Jack Slater so richtig sagte: Was htte nach "Slaughter Of The Soul" noch kommen knnen? Eben. Also muss ich wohl damit leben und mich endlich mit The Haunted anfreunden, womit ich direkt begann. So richtig kennen tue ich sie also nicht, aber was sie abgeliefert haben, machte zumindest endlich mal Lust, sich ein paar Platten zuzulegen. Schner stampfiger und typisch melodischer Todesblei aus dem hohen Norden, versehen klar mit einer High - End - Performance, die keine Wnsche offen lie. Das war ein prima Einstieg in den Tag und die nchsten Landsmnner sollten sogleich die Nebenbhne zum wackeln bringen. ENTOMBED OBSCURA Entombed starteten mit einem lustigen Country - Intro und zermalmten dieses direkt mit Ihrem Opener. Die Mnner sind hnlich anderer Kapellen dieser Altersgruppe schon sehr abgeklrt aber kein bisschen gelangweilt oder genervt, ganz im Gegenteil. Mit reichlich Power und Bewegung brachten sie ihr Set an den Mann, natrlich am meisten bejubelt bei den Songs des beralbums "Wolverine Blues", welche mit "Eyemaster", "Demon" und dem kongenialen "Out Of Hand" auch goldrichtig ausgewhlt waren. Immer wieder erstaunlich, wie viel Spa Mucker und Fans nach 17 Jahren an gutem Material haben knnen. Oder es sind einfach nur sehr geile Songs, wie auch immer. Der Donnerstag nagte noch ein wenig an der Substanz und auch die Running Order hielt an diesem Tag weniger Highlights fr mich bereit, so dass ich erst um 18 Uhr wieder vor der (Zelt-) Bhne zu finde war. Die deutschen Tech-Deather von Obscura sollten dort fr Furore sorgen, hatten sie die Fachpresse (inklusive mir, hehehe) doch mit ihrem letzten Album "Cosmogenesis" vollends berzeugen knnen. Nun hatte man zwar ein starkes (und ein ganz ordentliches) Album in der Hinterhand, doch auf der Bhne wollte der Funke irgendwie berhaupt nicht berspringen. So ging es jedenfalls mir; einige hundert Fans sahen das anders und feierten die Bayern ab. Mir fehlte, trotz berzeugender Setlist ein drckender Sound (bersteuert, zu viele Hhen und somit sehr grell) und das gewisse Etwas. So waren Obscura fast schon meine persnliche Enttuschung. Ignoriert man die Tatsache, dass Keith Caputo die Gesangslinien solch unsterblicher Klassiker wie "Weeds", "Through And Through" oder "Other Side Of The River" schon seit Jahren sehr frei interpretiert, knallen Life Of Agony heute wieder unglaublich geil. Vor der Mainstage hat sich eine Menge Hardcore-Fans eingefunden, die - mitsingen dank des erwhnten Neohippies quasi unmglich - den New Yorkern aus der Hand fressen und ihren Helden hpfenderweise huldigen. Ein bisschen weniger Genussmittel vor den Shows wrden Caputo zwar bestimmt auch ganz gut tun, doch der Stimmung tut das keinen Abbruch. Auch spt abends hrte man (nicht zuletzt dank dem "Iren" und mir) im V.I.P.-Zelt noch lauthals die Zeilen dieser wegweisenden Band. Bis zum Schluss konnte ich mir die Jungs allerdings nicht geben, hatte man doch fast parallel eine der wenigen Mglichkeiten die Prog-Gtter von Cynic live im Zelt zu erleben. Und was war das fr ein Erlebnis... Viele Besucher sahen das hnlich und bescherten den Tech-Death Pionieren ohrenbetubenden Applaus. Mal nichts zum Ausrasten, aber dafr fr Herz und Hirn gleichermaen. Mit diesen Amerikanern wurden einige Nachwuchsbandhoffnungen -unter anderem meine- vollstndig zerstrt. Cynic sollten zum Beweis antreten, dass man Musik studieren und dennoch grandiose Metalsongs schreiben kann. Das ist erneut gelungen. Mit den ersten drei Songs des zweiten Albums "Traced in Air" wurde der Reigen erffnet und die Jungs um Sean Reinert und Paul Masvidal zeigten uns allen, was eine Harke ist. Besonders geil war mein Kumpel Nils, Junggitarrist, der mit offenem Mund und aufgerissenen Augen ob dieser spielerischen Perfektion mit vollkommener Leichtigkeit einfach mal komplett abgeschaltet war. Zur Ehrenrettung sei die Stelle erwhnt, als Paul sein Solo verga und eine Note spielte, inne hielt und einfach nur grinste, direkt gefolgt von frenetischem Applaus der Jnger, die ihm diesen Patzer gerne, sehr gerne verziehen. Wie sagte er doch am Anfang: "Surrender to this!" und das taten wir alle andchtig, whrend wir mit Killern wie "Adams Murmur" oder auch "Veil Of Maya" in irgendwelche Nebendimensionen katapultiert wurden. Ich will nicht schleimen, Cynic sind einfach genial! Ansehen! Jetzt galt es etwas Bhnenhopping mit gleichzeitiger Futteraufnahme zu kombinieren. Auf der einen Seite spielten Amorphis eine prima Auswahl aus ihren gesamten Alben, superb untersttzt durch ihren Multifunktionssnger in Sepultura - Optik. Hatte ich lange nicht gesehen und besonders die dargebotenen Songs der lteren Alben "Tuonela" und "Elegy" haben es mir ja schwer angetan, das neue Material ist doch arg gefllig. Allerdings keine Katastrophe, auf jeden Fall hat der Gig eine Menge Spa gemacht. Ebenso stark waren heute auch Vreid im Zelt, die Norweger die sich thematisch ausschlielich mit dem nordischen Widerstand im zweiten Weltkrieg beschftigen. Mit dem hervorragenden Bhnenbild und komplett in Uniformen ausgestattet, was schon sehr stimmig wirkt, waren sie heute sehr gut drauf fr meine Begriffe und lieferten mit Hauptgewicht auf der neuen Scheibe ihren flchigen BlackandRoll ab, sehr zur Freude des Publikums. Auf einer dicken Bhne kommt es schon was besser, denn auf der letzten Clubtour waren sie leider etwas genervt und mde. Heute aber nicht und sie lieen solide die Kuh fliegen. LIFE OF AGONY CYNIC Im Grunde war MEIN Freitag damit abgeschlossen, denn Protest The Hero, die leider auch erst nach 1 Uhr spielten wollte niemand mehr mit mir anschauen gehen. So sa ich allein auf weiter Flur, bis mich schlielich der Schlaf der Gerechten berkam... Scheie. Zuvor hrten (und sahen) wir aus der Ferne noch Amorphis (klang gut), Amon Amarth (klang nach 10 Minuten langweilig, da ein Song wie der andere rumpelte) und Haggard (klangen erschreckender weise unglaublich langweilig), doch so berzeugend, dass wir uns noch einmal Richtung Bhnen bewegt htten klang das dann alles doch nicht. Haggard waren dann der letzte Tupfer auf der Hauptbhne. Eigentlich mag ich Mittelalter und Metal gar nicht verbunden haben. Mittelalt brauche ich ja nicht einmal Kse. Auch waren die alten Death - Metal Sachen von Haggard fr sich genommen schon grandios. Aber sie schafften es dennoch, dass ganze nicht albern und aufgesetzt, sondern ernsthaft, authentisch und ehrlich rber zu bringen. Klaro, manche werden es gar nicht vertragen, aber was sie dort auch wieder mit ihrer groen Belegschaft verzapften, musste man gesehen haben. Das Bhnenbild ist gigantisch und auch die Songschreibe, wobei mir die alten Sachen mehr zusagen, ist irrsinnig gut gemacht. Ein grandioser Abschluss mit hchst unkonventioneller Musik und Gestaltung, herrlich!

Samstag morgen war es dann soweit: Ich machte mich wenig beliebt, als ich beschloss, dass es Zeit fr eine Dusche wre. Einzig meine Freundin beklatschte diesen Einfall und ich muss sagen, dass ich schon beschissenere Ideen hatte. Frisch gereinigt kam ich pnktlich zu den Klngen von Benighted wieder auf dem Zeltplatz an. Die Franzosen gaben den bestmglichen Wecker morgens um 11 und zerballerten eine halbe Stunde lang die Mainstage. Wir genossen die rde Attacke besonders im Hinblick darauf, dass uns an diesem Tag auch noch die ein oder andere Else mit ihrem Getrller die Nerven rauben wrde. BLACK SUN AEON Zum Frhstck spielten Black Sun Aeon auf. Diese Kapelle dreht sich um die seelischen Abgrnde des Gitarristen und Sngers der spter noch folgenden Before The Dawn aus Finnland. Bei Black Sun Aeon spielt der Knabe allerdings mal eben Schlagzeug und singt. Die Musik erinnert stark an fetten Doom - Death der Marke Mourning Beloveth, allerdings aufgehbscht mit reichlich Akustik und Keyboard - Spielereien. Die brutale Mittagssonne war der Stimmung leider etwas abtrglich und auch die doch sehr statische Bhnenshow der gerade mal drei Mnner war leicht suboptimal. Grundstzlich aber eine feine Musik, die sich der Doomfreund gerne einmal reinziehen sollte. Before The Dawn spielten auf der gleichen Bhne natrlich ohne Schlagzeugwechsel, wobei zumindest der Drummer selbst wechselte. Der Frontmann bei dieser Kombo ist aber der Basser, welcher sehr freundlich und gut gelaunt seine Ansagen und endlich auch etwas Stimmung unter das Volk brachte. Before The Dawn spielen einen soliden und rockigen Goth - Metal im Stile von End Of Green und es gefiel doch sehr gut. Ist mir die 10 Jahre seit Bestehen der Band komplett durch die Lappen gegangen, sollte man aber bald mal nachziehen. Die waren wirklich super! Nach den verpassten Benighted sollten somit Grave meine erste Band des Tages werden, doch die fuhren von Anfang an ein Old School Brett auf, dass mich dazu verleitete, unser Fsschen doch noch leer zu trinken. Eher durch Zufall, bzw. durch eine neugierige Runde ber das Gelnde kam ich in den Genuss von Born From Pain. Die Hollnder moshten sich mehr als anstndig durch ihre 45 Minuten und konnten viele Diver und mit Sicherheit auch einige Schrfwunden (siehe Schotter!) auf ihrem Konto verbuchen. Ohnehin machte sich langsam der Gedanke breit, dass die Malteser selbst das Gerll vor der Bhne verteilt hatten; quasi als ABM, harharhar. Pflicht waren dann Evergreen Terrace auf der Pain Stage, die mit ihrem melodischen Konglomerat aus Punk, Hardcore und Metal scheinbar genau den Nerv der Zeit getroffen haben. Der Sound der Florida-Boys ist ziemlich einzigartig und der Wechselgesang von Fronter Andrew und Gitarrist Craig (super!) gibt dem Sound dann letztendlich die unverwechselbare Note. Die komplette Band (natrlich bis auf den Drummer) springt und tobt ber die eigentlich viel zu groe Bhne; denn ehrlich gesagt htte ich sie mir noch besser im Zelt vorstellen knnen. Der Zuschauerandrang htte besser sein knnen... ... so wie bei den Excrementory Grindfuckers zu Beispiel, die fast zeitgleich das, aus allen Nhten platzende Zelt rocken, dass es kaum noch Spa macht. Das Partykommando aus Hannover ist mittlerweile zum absoluten Selbstlufer geworden. Auf Platte machen die Coverversionen (und wenige eigene Songs) nicht zwangslufig alle Spa, doch live machen die 5 Spavgel Alarm dass die Htte qualmt. Wie gesagt, Spa konnte man nur haben, wenn man sich frh genug einen Platz im Zelt sicherte und zudem nichts dagegen hatte sich wie ein Hering in der Dose zu fhlen. Wre ich nur im Fotograben geblieben... so durfte ich mir den Spa lediglich von auen anhren, denn sehen konnte man aufgrund der Menschenmassen nichts. Ein Lcheln entglitt mir allerdings als die Band meinen Favoriten "Picknick im Zenit metaphysischen Widerscheins der astralen Kuhglocke" zockte. Immerhin etwas. EVERGREEN TERRACE EVERGREEN TERRACE Nun waren die lusitanischen Wlfe von Moonspell auf der Main Stage an der Reihe. Die hatte ich lange nicht gesehen, rgerlicherweise auch lange kein Album gekauft und hatte mich sehr darauf gefreut. Die ersten Songs waren dann natrlich auch vorerst komplett unbekannt und unkenntlich fr mich, leider. Allerdings waren dies auch schnellere Stcke, die Moonspell meines Erachtens sowieso nicht so gut stehen. Allerdings haben sie mit "Opium", "Nocturna", "Vampiria" und "Alma Mater" vom Debtalbum seinerzeit alles wieder gut gemacht und den Rezensenten auerordentlich beglckt. Gar eine Gnsehaut bekam ich in der Hitze! Wobei die Jungs um Fernando es wohl ganz angenehm fanden, schlielich kamen sie gerade von einem Date in Afrika zurck, wie sie uns wissen lieen. Alles in allem eine schne kurzweilige Show, die groen Spa und Lust auf eine Single - Tour gemacht hat. Die hollndischen Thrasher von Legion Of The Damned prgelten keine Stunde spter die Pain Stage zu Schrott und das gewohnt souvern. Mein persnliches Problem mit dem Sound unserer Nachbarn: nach sptestens 3 Songs den mich die Mattentrger furchtbar an. Es passiert einfach zu wenig innerhalb der Lieder. Fr Old School Thrash aber immer noch erstaunlich gut. Nach dem gepflegten Abendessen standen Ghost Brigade auf dem Programm. Nach kurzem Check daheim fiel mir auf, dass die Kerle mit ihrem letzten Album "Isolation Songs" Hchstpunktzahlen ohne Ende eingeheimst haben und somit verstehe ich nachtrglich auch, was ich da gesehen habe. Ein wunderbarer gotisch anmutender Metal mit reichlich Gitarrenflchen, schon eher aus dem Postrock - Bereich. So eine Art Quirl aus End Of Green und Katatonia mit einem tchtigen Happen Cult Of Luna. Oder so hnlich. Aber sehr, sehr geil, live eine absolute Energiebombe und die Musik war grandios. Muss ich mir unbedingt zulegen und ist fr mich die totale berraschung des Festivals gewesen.(... und ich Idiot habe sie im angetrunkenen Kopp am Hammer-Stand links liegen lassen, zu Gunsten eines Gunnar Sauermann Autogramms(!!!)) Am Stand von metal.de dann erst mal auf Kosten der "Konkurrenz" gesoffen, sich als vermeintliches Mitglied der Grindfuckers abfeiern lassen (die Schlange fr die anstehende Autogrammstunde war beachtlich) und die Buben schlielich angesagt... ein Spa. EXCREMENTORY GRINDFUCKERS LEGION OF THE DAMNED Danach jedoch sollte, neben Anaal Nathrakh mein persnliches Highlight des Wochenendes kommen: Volbeat! Die Dnen sind ein Phnomen. Vor Jahren als Insidertipp gestartet, haben sich die 4 Sympathietrger mit nur 3 Alben zu einer kaum mehr weg zu denkenden Konstante entwickelt. Durch stndiges Touren und grandiose Studioalben haben sie einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt und begeistern vom Rock 'n' Rolla bis hin zum Death-Head so ziemlich durch alle Subgenres der Stromgitarrenmusik. Hinzu kommt ein beachtlicher Teil von Leuten, die ansonsten mit unserer Musik herzlich wenig zu tun haben. Der Titeltrack des letzten Albums zur Erffnung, ein Misfits Cover inklusive "Wall Of Love" (Umarmung statt Prgel!), "Mary Ann's Place" inklusive Pernille Rosendahl (die den Song schon auf Platte veredelt hat) auf der Bhne, "Sad Man's Tongue", "Garden's Tale"... die Liste der Hits erstreckt sich mal eben locker ber das komplette Set und die Band wird abgefeiert als gbs kein Morgen. Ein brandneuer Song bei dem Snger Michael Poulsen spontan den Text improvisiert (das Wort "Summerbreeze" konnte man heraus hren) wird genauso frenetisch bejubelt wie die bekannte Kracher. Selbst einige technische Probleme mit Poulsen Gitarre knnen die Stimmung nicht trben und mit den Klngen von Slayers "Raining Blood" verabschiedet man sich in die Nacht. Ich befrchte dass wir uns Volbeat in Krze mit wesentlich greren und kommerzielleren Bands teilen mssen. Schade, dass sie dann nicht mehr "uns" sind, aber DAS sind die nchsten Stadionrocker! Das war in meinen Augen und Ohren kaum noch zu toppen und wir machten uns auf, das Festival im V.I.P.-Zelt ausklingen zu lassen. So entgingen uns zwar mit Voivod und Opeth womglich zwei Highlights, doch die hatten wir auch in besagtem Zelt. Eine nette Begegnung mit Volbeat-Michael, eine mit dem irren Iren Chris ("Hi there!") und sowieso Party mit dem Horn und den Grindfuckers. Ein drittes Mal innerhalb eines Jahres sollte ich nun ber meine Totalfavoriten Opeth stolpern. Was ihnen in Mnchen und Wiesbaden gewohnt solide gelang, sollte heute leider nicht funktionieren. Die Meute hatte sich fast vollstndig vor der Hauptbhne versammelt und wartete gespannt auf das obligatorische und allseits bekannte Intro von Mikael und seinen Recken. Entsprechend gro war der Zuspruch, als es kam und die Herren ihre Instrumente griffen. Entsprechend gro war auch die Freude, als es wie zuletzt mit "Heir Apparent" losgehen sollte. Allerdings war es heute ungewohnt dnn und siehe da, der Stack von Fredrik war komplett weg, von der zweiten Gitarre war kein Mucks zu hren. Bei Gitarrenmusik schon sehr rgerlich. Der altbekannte Gitarrentechniker mhte sich mit Fredrik redlich dem Instrument einen Ton zu entlocken und die anderen brachten den Song so gut es ging zu Ende. Nun folgte vorerst Verwirrung und auch Herr Akerfeld schien etwas angepisst, mde oder zumindest nicht in rechter Stimmung zu sein. Normal hrt er ja nicht auf zu albern, aber eben in genau diesem Moment, fr den sie ja nichts konnten, vermochte er nicht die Stimmung zu halten. Er fand es bld, dass zeigte er ganz deutlich. VOLBEAT Damit war irgendwie die Luft raus und weder eine kurze Jamsession, eingeleitet von Bassist Mendez, in die alle einstiegen, noch ein Cover von "Soldier Of Fortune" konnte die Stimmung wieder komplett herstellen. Zumal die Jungs auch weiterhin Probleme mit der zweiten Gitarre hatten und dadurch auch der Sound furchtbar war. Irgendwann lief dann aber alles einigermaen und die weiteren Songs wie "Ghost Of Perdition", "Harvest" in einer Mitsing-Version und "Closure" gingen dann glatt und hrbar durch. Ein wenig gemein aber doch einen Lacher wert war seine Frage, ob sein Freund Jonas von Katatonia besichtigt wurde und ob er - wie blich - fett ausgesehen htte. Nach "The Lotus Eater" und "Deliverance" war dann auch dieser verkorkste Gig beendet. Schade, aber was will man machen, wenn die Technik streikt? Nur etwas bessere Laune htte er haben knnen, das htte geholfen. Zuletzt schauten wir uns noch kurz die Deathstars auf der kleinen Bhne an, welche allerdings zumindest beim Gesang ganz anders als auf Konserve klingen und sowieso nicht so meins sind. Drei hfliche Songs spter machten wir uns auf den Weg zum Auto, die Zelte waren bereits verstaut und aufgerumt und traten nach einer kurzen Verabschiedungsrunde von den anderen platt und schmuddelig die Heimreise an. Diese verlief soweit ohne Zwischenflle, nur die Schotterstrecke vom Campingplatz zurck war besonders mit aufkommendem Bodennebel doch etwas arg nervenaufreibend fr mich. Da kam einem der Schleuderkurs doch zugute. Nachdem die paar Kilometer durch waren lief es aber aalglatt und um exakt 4 Uhr morgens gnnte ich mir das allerschnste nach einem Festival: die wunderbare Vollwsche im heimischen Badezimmer! Dinkelsbhl, vielen Dank!
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