Wir waren für die Juzkonzerte eigentlich schon zu spät
als wir um ca. 20.15 Uhr in Andernach eintrafen. Doch entgegen meiner Annahme
hatten wir die erste Band Hans nicht verpasst. Es tummelten sich ca. 20 –
30 Gestalten im JuZ , von denen auch einige zum Haus oder den Bands gehörten.
Schade für die Bands und den Laden, sowie für das anwesende Publikum!
10 Minuten später erschienen Hans auf der Bühne, ein dämlicher
Name, wann kommen denn Franz oder Josef? Die fünf Musiker mussten sich
auf die Bühne quetschen, da die ohnehin nicht so große Bühne
durch das Schlagzeug der nachfolgenden Band blockiert wurde. Toll! Das heißt
Schlagzeug davor aufgebaut und aufpassen, dass man nicht über die Füße
des anderen stolpert. Hans boten gefälligen Alternativ Rock, nicht mein
Ding aber handwerklich o.k. Der Sänger verstand seine Arbeit und kommunizierte
zwischendurch mit dem Publikum, jedenfalls der klägliche Haufen der da
war. Nach einem Covermedley, wo ich „Give It Away“ heraushörte
und einer ganz üblen Version von „Walk This Way“, wo die Power
fehlte, hatte ich aber auch genug und es war dann schnell Schluss. Die eigenen
Songs waren nicht verkehrt, aber wie gesagt nicht meine Baustelle!
Es plagte uns der Hunger und wir fuhren ins nahe Fressparadies Burger King,
als wir kurze Zeit später wiederkamen, waren schon Substyle dran! Grrrrrrr!
Auf den Plakaten waren diese als Headliner ausgewiesen, die anderen waren sogenannte
Specialguests. Na toll, wegen denen bin ich doch gekommen. Das Quintett überzeugte
mich direkt mit ihren tollen Songs und ich war froh noch ca. 20 Minuten sehen
zu können. Für mich sind Substyle eine Mischung aus Faith No More
und den Farmer Boys, wobei die Abgedrehtheit mancher Faith No More Songs nicht
erreicht wird und die Härte der Farmer Riffs auch nicht, aber von den Melodien
passt es schon. Substyle sind doch eigenständig, das ist eher ein Orientierungsvergleich.
Das Quintett um Sänger Guido, der sympathisch
herüberkam und über eine gute Stimme verfügt, taten mir schon
angesichts der immer noch mageren Kulisse leid, aber sie ließen sich nichts
anmerken und boten die Songs motiviert dar. Leider kenne ich nur einige Songs
von Subsytle, einer ihrer größten Hits ist immer noch „Downstream“
vom Debut! Dabei unterstützt der Keyboarder die restlichen Musiker mit
Geige und Samples, ein echter Knaller. Was ich nicht mag, ist wenn Sänger
immer die Hand hinter den Rücken nehmen, als wollten sie Popel verschwinden
lassen, was besonders bei Alternativbands zum guten Ton gehört, bitte lass
es! Na ja dann war schon alles fast vorbei und der Bandsong „Substyle“
hing mir noch länger im Ohr! Die Band hat zwei Alben und ne E.P. draußen,
die ich unbedingt mal haben muss!
Teilweise war schon komisches Volk da, das lieber an der Theke lungerte als
die Band zu sehen, selber Schuld! Nach der Umbaupause wurde es überraschenderweise
etwas voller, keine Ahnung, aus welchen Löchern die Leute gekrochen kamen,
gut für die Band Superfly 69.
Superfly 69 erwiesen sich als tolle Liveband, ich kannte nichts, mir gefielen
sie aber ganz gut. Beim Quartett passte einer optisch nicht zum anderen, im
Gegensatz zu Substyle, und der stimmgewaltige Sänger erinnerte mich an
Moritz Bleibtreu in der Teddybärversion. Er sah auch zu schräg in
seiner blauen Jeans, dem gelben Chikitashirt und der blauschwarzen Reisverschlussstrickjacke
aus! Der Basser hatte bestimmt nach dem Konzert eine klatschnasse Matte unter
seiner runden Strickmütze........
Die Mischung aus „Gute Laune“ Punk Rock und Crossover kam beim Publikum
an, die Band wirkte trotz der spärlichen Kulisse gut gelaunt und hatte
den Laden im Griff, so dass die Leute auch mal tanzten, sich bewegten, mitsangen
oder Lärm machten. Songs wie das Bandlied „Superfly“, „Diane“,
„One In A Million“ oder das flotte „Back To The Roots“
gefielen mir und dem Publikum und zeigten, dass die Jungs auf Abwechslung stehen,
was ich Bands wie Bad Religion abstreite. Gutes Stichwort, einer der Gitarristen
sah aus wie von diesen Bad Religion und sorgte neben dem Sänger für
Bewegung, beide liefen mal ins Publikum oder rannten über die Bühne.
Nette Aktion!
Nur die ausgelutschte und von jedem gespielte Coverversion von „Sweet
Dreams“ hätten sich Superfly 69 bessere gespart, gääääähn....
Ebenso fand ich die Spielzeit von ca. 45 Minuten etwas frech!
Egal, ein gutes Konzert war es trotzdem. Ich denke aber, dass im JuZ nur die
bekannten Sachen ziehen, was Bands wie In Extremo oder Bolt Thrower eindrucksvoll
bewiesen haben!