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18. September 2014 - Uhr
 
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691 Reviews in der Datenbank
Billing HELL`S PLEASURE - METAL FEST
Ort Pneck, Motocross-Strecke
Datum 17.-18.07.09
Autor Michael Kmmet
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Diese kleine aber feine Metal-Fest war mir bis zum letzten Jahr gnzlich unbekannt, doch der glckliche Umstand, dass THE GATES OF SLUMBER, WARNING und THE LAMP OF THOTH einen Zwischenstopp in Pneck ttigen sollten, machte auf diese besondere Veranstaltung aufmerksam. Auch dieses Jahr hat man so einige Perlen eingeladen. Wer hier die Bands aussucht, der muss definitiv Ahnung haben! Das steht schon mal fest. So sind gleich zwei mal PENTAGRAM am Start. Zum einen die Thrash Metal-Veteranen aus Chile und als Samstags-Headliner die legendre Truppe um Bobby Liebling! Demnach schreibt man dieses Jahr tatschlich Geschichte, denn dieser Gig wird der erste Deutschland-Auftritt berhaupt in der fast vierzigjhrigen Bandhistorie sein. Doch auch viele weitere hochkartige und internationale Acts werden fr Kurzweile sorgen, wie etwa PAGAN RITES oder ZEMIAL, die US-Black Metaller ABSU, die belgischen Doomer SERPENTCULT, die Traditionallisten PORTRAIT, der finnische Doomvierer LORD VICAR, die Schweden NECROPHOBIC, die Funeral Doomer ESOTERIC oder die Newcomer THE DEVIL'S BLOOD. Somit ist wird fr fast jeden Geschmack etwas geboten.

Mit besonderem Fahrservice und vollkommen unproblematisch werden die ntigen Formalitten zgig erledigt. Die freie Parkplatzwahl lsst auch keine Wnsche offen. Selbst ein 230 Volt-Stromanschlu kann ergattert werden, so dass die Minibar im schwarzen T3-Bulli stets gekhlte Cocktails offenbaren wird, denn eine frische Brise lscht nun mal gelegentlich die Gasflamme des Universal-Khlaggregates. So kann man sich auf ein komfortables, stressfreies und entspanntes Wochenende einstellen. Entspannend soll es auch fr das Portemonnaie werden. Man veranschlagt im Schnitt die Hlfte des diesjhrigen vllig unverschmten und berzogenen "Bang Your Head"-Preises - egal, ob fr Getrnke, Essen oder Ticket. So zeigt man sich tatschlich im Gegensatz zu manchem mehr oder weniger kommerziell gewordenen Event uerst fanfreundlich, lebt noch den Gedanken und Grundsatz: "Von Fans fr Fans!". Auch sehr ansprechend ist das "drumherum" Gebotene. Das Angebot in der kleinen Hndlermeile birgt so manchen Schatz oder das ein oder andere Schnppchen.

Den musikalischen Festival-Auftakt geben RESISTANCE. Pnktlich am Freitagnachmittag entern die vier Franzosen die Bhne. Der Gesang von Frontmann Nathaniel ist zwar etwas gewhnungsbedrftig, doch im Groen und Ganzen macht die scheinbar noch recht junge Truppe einen guten Eindruck, insbesondere das abschlieende MANILLA ROAD-Cover "Necropolis" hinterlsst eine bleibende Impression, denn hier passt die Stimme perfekt.

Weils sehr praktisch ist, bleibt RESISTANCE-Drummer Ilmar Marti Uibo gleich hinter der Schiebude sitzen und absolviert auch noch den Gig seiner zweiten Band BLOODY SIGN. Hier gibt's feinen Death Metal auf die Ohren, der whrend den Solo-Passagen verdammt an MORBID ANGEL erinnert. Letztendlich ballert man noch das groartige MASSACRA-Cover "Apocalyptic Warriors" dem erwartungsvollen Publikum entgegen.

Ohne Zweifel gehren PAGAN RITES zum ersten Hhepunkt des Abends, was mitunter auch der vorzglich abgefahrenen Live-Performance von Frontmann Devil XXX zu verdanken ist. Geboten wird launischer und durchgeknallter Black Metal, der trotz struktureller Einfachheit nicht langweilig wird. So trinkt der Hauptakteur stilistisch das Blut aus einem Totenschdel, selbstverstndlich luft mehr als die Hlfte daneben und entsprechend dunkelrot die Gesichtsfarbe des Sngers, der wie von der Tarantel gestochen die Bhne unsicher macht. Klar, dass hier das mittlerweile aufgetaute Publikum dem Geschehen Tribut zollt. Fazit: Bislang die beste Show des heutigen Tages!

Auch schon eine Ewigkeit im Geschft, dennoch sind Auftritte der chilenischen PENTAGRAM in unseren Breiten eine Seltenheit, so kann man der vorzglichen Thrash Metal-Kapelle ohne Bedenken schon mal den Exoten-Bonus zugestehen. Mit Grndungsmitglied und zugleich CRIMINAL-Kopf Anton Reisenegger hat diese Underground-Combo auerdem einen souvernen Frontmann am Mikro. So wird feinste und kompromisslose Metalkunst vorgetragen, welche das erwartungsvolle Publikum nur so aufsaugt. Hier sind wie schon bei PAGAN RITES einige Matten am Fliegen - schn, und vielleicht ein einmaliges Erlebnis die vier Chilenen live erleben zu drfen.

Mit ZEMIAL haben die Pnecker eine weitere Underground-Combo ins Programm geholt. Als eigentliches 1-Mann-Projekt wird Hauptakteur Archon Vorskaath von seinen Bruder Eskarth The Dark One und zwei weiteren befreundeten Musikern untersttzt. Die Vocals ttigt der gebrtige Grieche somit von der ungewhnlichen Position des Schlagzeugers, was allerdings der Stimmung kein Abriss tut. Denn auch ZEMIAL bringen einige Bewegung ins Publikum, wobei das ungewohnte Bhnenbild schon seltsam erscheint.

Auch das Bhnenbild von OFERMOD ist anders. Mit alberner Kopfbedeckung, schwarzem Unhang und Schnellhefter mit Pentagram-Aufkleber bewaffnet zelebriert Frontshouter Nebiros die unheiligen Worte. Ganz ehrlich: Dieses dilettantisch geschusterte Outfit animiert eher zum Schmunzeln, als dass es die beabsichtigte und abgrundtiefe Bosheit ausdrckt. Doch im Allgemeinen bieten die vier Schweden soliden Black Metal der rauen Sorte.

Mit ABSU haben sich die Pnecker sicherlich eine der hochkartigsten US-Black Metal-Combos an Board geholt. Die Band um Front-Drummer Proscriptor drehte nach einer lngeren Ruhephase das Besetzungskarussell und steht nun mit aktuellem und selbstbetitelten Werk in den Startlchern. Demnach verbleibt als einziges Grndungsmitglied nur Schlagzeuger, Snger und Texter Russ R. "Proscriptor" Givens. Die heute dargebotenen und hervorragenden Songs sind jedoch die alten. Auch hinterm Mikro shoutend: Der neue Bassist Ezezu bietet eine grandiose Show. So kommen jede Menge Matten ins Fliegen und vor allem die Zuschauer in den vorderen Reihen huldigen den vier Texanern ausgiebig. Auch das neue Material lsst keine Wnsche offen! Fazit: Sehr geiler Gig!

Von THE DEVIL'S BLOOD hrt man seit einer geraumen Zeit ausschlielich Lobenshymnen. Selbst kann ich dieser Musik nur Durchschnittlichkeit abgewinnen, denn was besonderes prsentieren die Niederlnder nun wirklich nicht, sind sie eigentlich nur auf den zur Zeit sehr beliebten Retrozug aufgesprungen. Doch die Live-Auftritte von THE DEVIL'S BLOOD sollen so Einiges bieten. Von der Band selbst werden diese sogar als Rituale bezeichnet. So ist man dennoch auf diese Darbietungen gespannt: Im Groen und Ganzen bewegt sich Sngerin Farida wenig hinter dem Mikrostnder. Ihre Stimme jedoch ist glasklar und berzeugend. Die Musiker bergieen sich mit Tierblut. Tja, das war es auch schon - nicht schlecht, doch eine schweitreibende und energiegeladene Bhnenshow ist was anderes. Zur Entschuldigung muss man jedoch sagen, dass zu Gigbeginn morgens um halb 1 die meisten Festivalgnger aufgrund eines ereignisreichen Tages schon ziemlich mde sind.

Auch wer die Nacht noch ausgiebig im Partyzelt verbrachte, wird nachmittags sicherlich wieder fit sein, um sich von den Thrash Metal-Veteranen REPENT die Gehrgnge frei blasen zu lassen. Pnktlich um 14:30 starten die fnf Jungs das Geschehen auf der Bhne. Und schon kreisen die ersten Matten zu fettem Metal. Snger Jrgen "Eumel" Aumann, der auch FINAL BREATH die Stimme leiht, sucht oftmals den Kontakt zum Publikum. Die Leute haben so offensichtlich ihren Spa. Ein netter Tageseinstieg, insbesondere fr Thrasher!

Auch die zweite Combo des Tages knnte man in Szenekreisen als Geheimtipp bezeichnen: SERPENTCULT spielen Doom, der insbesondere durch die eigenstndige Stimme von Sngerin Michelle Nocon besticht. Zwar ist vor der Bhne weniger Bewegung als noch bei REPENT auszumachen, was jedoch vom zhen genretypischen Stil der Belgier herrhren knnte. Doch die hbsch anzuschauende Frontfrau zieht so einige Blicke auf sich. Die Melancholie der Musik fesselt frmlich den interessierten Zuhrer. Fazit: Ich brauche unbedingt die Debt-Scheibe von SERPENTCULT!

Erneut Themenwechsel: Der Sound von PORTRAIT wird oft mit jenem frher MERCYFUL FATE verglichen. Live jedoch klingt heute alles etwas holprig. Doch die fnf agilen Schweden zeigen jede Menge Spielfreude und knnen somit punkten. Selbstverstndlich sind nun wieder mehr Banger in den vorderen Reihen zu finden. Eine sehr sympathische junge Formation, von welcher man in Zukunft sicherlich mehr hren wird!

RAZOR OF OCCAM haben erst dieses Jahr ihr Debt "Homage To Martyrs" rausgehauen, doch dmpelt die ursprnglich australische Formation schon lnger im Untergrund herum. So ist es auch nicht sehr verwunderlich, dass hier DESTRYER 666-Musiker mitwerkeln. Klar, dass es hier thrashig mit Black Metal-Einflssen zu geht. Diese vernichtende Mischung kommt auch bei dem Publikum gut an und wieder einmal fliegen die Haare. Fazit: Sehr effektiv!

Mit LORD VICAR hat man dieses Jahr einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen eingeladen, den insbesondere die anwesenden Doom-Jnger mehr als zu schtzen wissen. Atmosphrisch und essentiell klingt der authentische Sound der vierkpfigen Truppe um den sympathischen Gitarristen Peter Vicar (Ex-REVEREND BIZARRE) und dem charismatischen Snger Chritus (Ex-COUNT RAVEN, Ex-SAINT VITUS). Zwar haben LORD VICAR nur einen Longplayer, sowie eine EP in der Hinterhand, doch das dargebotene Material ist zh und langsam genug um mit nur wenigen Songs ein vierzigmintiges Set zu bestcken. Selbstlufig herrscht nun vor der Bhne eine gewisse Zeitlupenstimmung und anmutige Faszination. Fazit: Fr mich persnlich der Co-Headliner dieses Festivals!

Nun kommen wieder "alte" Bekannte auf die Bhne. Das griechische Brderpaar des Vortages wird heute live von RAZOR OF OCCAM-Mitgliedern untersttzt. AGATUS ist allerdings das Kind von Eskarth und ein wenig ruhiger als gestern noch ZEMIAL, dem Werk von Drummer Archon Vorskaath. Auch dieser finstere Sound findet seine Anhnger im Publikum, so wird mal wieder heftig gebangt. Fazit: Auch nicht schlecht!

NECROPHOBIC besitzen in der Szene einen glorreichen Namen, so sind die Erwartungen an die fnf Schweden gro. Auch hat man mit "Death To All" ein aktuelles Album am Start, welches es selbstverstndlich zu promoten gilt. Doch auch frhe Stcke werden dem euphorischen Publikum dargeboten. Die Band selbst ist sehr spielfreudig und uerst agil, wie auch souvern und professionell!

Die Gerchte waren gro, dass PENTAGRAM den Gig absagen, zumal ein Festival-Auftritt in Frankreich noch vor kurzem gecancelt wurde. Doch als Bobby Liebling schon am Mittag auf dem Festivalgelnde gesichtet wurde, war das Wochenende gerettet. Dieses Konzert sollte tatschlich das erste auf einer deutschen Bhne sein! Und um kurz vor Mitternacht ist es dann soweit. Wirklich jeder mchte diesem erwrdigen Ereignis beiwohnen. Im Fotograben und auf der Treppe zum Backstagebereich versammeln sich nun zahlreiche Musiker der zuvor erlebten Combos. Auch vor der Absperrung wird jetzt das Platzangebot knapper, bis endlich Bobby Liebling in rosa Stretchjeans die Bhne entert. Der ltere Herr mit den grauen Haaranstzen ist der Inbegriff des Irrsinns! Als lebende Legende und vllig durchgeknallt zieht dieser Mann seine skurrile Show ab, welche von den Fans lautstark abgefeiert wird. Nach ber einer Stunde Spielzeit prsentieren PENTAGRAM noch etliche geforderte Zugaben, so verschiebt sich das Ende dieses phnomenalen Giges um fast eine Stunde (und ich war dabei).

Die britischen Funeral Doomer ESOTERIC beginnen ihren Auftritt mit einem tiefen Grollen und entsprechend spter als eigentlich geplant. Dster, zh und bengstigend knallen extrem tiefe Einzelriffs dem Metalhead entgegen. Headbanging ist hier fast unmglich! Einzig allein die melancholisch intensive Atmosphre zhlt, welche durch die passende Lightshow unterstrichen wird. Zwar sind die meisten Leute noch von PENTAGRAM lngst ausgepowert, doch findet sich einige Die Hard-Fans vor der Bhne ein und genau diese werden frstlich entlohnt, whrend der Rest der beeindruckten Besucher im angrenzenden Partyzelt die zahllosen Impressionen dieses Wochenendes verarbeitet.

Auch das mittlerweile fnfte "Hell's Pleasure"-Festival kann als Erfolg verbucht werden. Hier in Pneck veranstaltet man ein fannahes, angenehmes und musikalisch anspruchvolles Event!. Bei aufkommenden Regen lsst man die Leute nicht im Dreck versinken, sofort wird Stroh auf den Wegen verteilt. Die Preise fr Merchandise, Essen und Getrnke sind nicht wie bei manch anderem Konzert vllig berzogen, sondern vollkommen realistisch. So macht es wirklich Spa trend- und klischeefreie Underground-, wie auch mehr oder weniger etablierte Szeneband in angenehmer Atmosphre zu erleben. Fazit: Das nchste Jahr wnsche ich mir COUNT RAVEN als Headliner! (Michael Kmmet)


Alle Bilder: Birgit Ellermeier
PENTAGRAM (US)- und einige SERPENTCULT-Bilder: Michael Kmmet

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