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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BANG YOUR HEAD FESTIVL 2009
Ort Balingen, Messegelnde
Datum 26. & 27.06.2009
Autor M. Kmmet, Th. Ritter, Th. Schwalbach
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Wie schon bereits letztes Jahr steht auch das diesjhrige Bang Your Head!!!-Festival (BYH) voll und ganz im Zeichen von gestiegenen Preisen. Die Getrnkepreise sind berteuert und auch die Preise fr Ticket, Parken und Camping haben mittlerweile ein "schmerzhaftes" Limit erreicht. In wie weit das vom Veranstalter - aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise - angebotene Interventionsprogramm "Kaufe 3 Tickets und zahle diese jeweils monatlich (im Zuge einer Null-Prozent-Finanzierung) ab" von den Fans genutzt wird und ob es berhaupt angekommen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielmehr kann natrlich auch vermutet werden, dass das nicht gerade sehr attraktive Billing dieses Jahr weniger Leute als noch im Vorjahr lockt und der Vorverkauf entsprechend schlecht ausgefallen ist.
Weiteren Unmut lsst die seit letztem Jahr genderte Campingsituation aufkommen. Fast das komplette Zelten findet nun im - grob geschtzt - 10 Kilometern entfernten Metal-Camp statt, welches mit Shuttle-Bussen jedoch bequem zu erreichen ist. Nur muss man eben auf die berfllten und meist stickigen Busse warten und kann bei weniger interessanten Bands nicht einfach mal kurz zum Auto oder Zelt gehen, um dort etwas Mitgebrachtes zu essen, zu trinken oder gar noch zu grillen. Man muss daher leider Vieles auf dem Festivalgelnde kaufen, was das Portemonnaie letztlich doch wieder stark belastet.

Nun aber zum Wesentlichen dieses Festivals, nmlich den Live-Akteuren. Die dieses Jahr prsentierten Headliner sind im Vorfeld nicht ganz unumstritten und haben nach Ansicht vieler Fans diesen Status nicht verdient. JOURNEY haben zwar noch Tradition, doch BLIND GUARDIAN knnen mittlerweile dem Status eines tatschlich Headliners nicht mehr 100% gerecht werden. Das Tages-Billing ist ebenfalls sehr durchwachsen, denn mit SODOM, U.D.O., POWERWOLF, HARDCORE SUPERSTAR, PINK CREAM 69 oder ALESTORM sind viele Gruppen am Start, die wirklich fast an jeder Straenecke zu erleben sind. Doch es sind durchaus auch Perlen vorhanden, die so einige Fans anlocken, die andernfalls zu Hause geblieben wren. (Michael und Thorsten R.)

ALESTORM

Als erste Band des diesjhrigen BYH-Festivals will ich den Jungs von ALESTORM eine 2. Chance geben, denn im Vorprogramm von GRAVE DIGGER Anfang diesen Jahres hat die Band einfach nur enttuscht. Mittlerweile ist jedoch das 2. full-length-Album am Start und ich hoffe, dass die berall erneut verteilten Lorbeeren bezglich eines legitimen RUNNING WILD-Nachfolgers endlich gerechtfertigt sind. Doch ich muss abermals eine Ernchterung erfahren. Als ich gegen 10.45 Uhr auf dem Festivalgelnde aufschlage, spielt die Band bereits und wieder dominiert das dmliche "EUROPE-Keyboard" von Snger Christopher Bowes den Sound. Vielleicht sollten sich Jungs mal berlegen, auf die Tastenklnge zu verzichten und eventuell ein wenig Verkleidung sowie ein nettes Back-Drop auffahren, um den Vergleichen zu Rolf Kasparek und seinen Piraten endlich gerecht zu werden. Ich muss ALESTORM jedoch zu Gute halten, dass es zu dieser frhen Zeit recht gut besucht ist; Fans sind demnach vorhanden. Mich nervt die Band aber genauso wie DRAGONFORCE vor ein paar Wochen beim Rock Hard Open Air. (Thorsten R.)

Auf das nchste Quintett - KISSIN DYNAMITE - bin ich dann besonders neugierig, handelt es sich doch um noch sehr jungen Nachwuchs (Snger Hannes ist 17, alle restlichen Bandmitglieder 18 Jahre) aus unserer Heimat. Doch was die - im wahrsten Sinne des Wortes - Jungspunde in den kommenden Minuten bieten, ist um Lngen besser als der Auftritt von ALESTORM und lsst das Herz eines jeden Rockers bzw. Metalers hher schlagen. Zudem spielen die Jungster hchstwahrscheinlich so manch bekanntere Formation dieses Jahr an die Wand. Hier wird munter und ungezwungen einfach drauf losgerockt und gute Laune verbreitet, so dass es eine wahre Freude ist, dem Spektakel zu lauschen. Trotz ihres Alters legen die Fnf nmlich eine gelungene und fast schon erschreckend professionelle Performance hin, bei der aber vor allem Hannes mit seiner an Sebastian Bach erinnernden Stimme heraus sticht. Der Gig kommt jedenfalls richtig gut an, so dass ich nur sagen kann: Daumen hoch und bis zum nchsten Mal! (Thorsten R.)

Auf ROSS THE BOSS bin ich ebenfalls ziemlich gespannt, denn schlielich hat der Gute als ehemaliger Gitarrist von MANOWAR mageblich zum damaligen Erfolg der mittlerweile doch eher belanglosen Truppe beigetragen. Doch was folgt, ist eine einzige Enttuschung. Der Gig der Band ist vllig lahm und uninspiriert und ich frage mich zudem, wann denn endlich die MAMOWAR-Klassiker kommen. Zu Beginn zockt man jedenfalls ausschlielich eigenes bzw. neues Material, welches mich nicht unbedingt vom Hocker haut. Einen Klassiker kann ich jedenfalls so schnell nicht ausmachen, was aber vielleicht auch am fortgeschrittenen Alkoholpegel liegen mag, denn der Gute-Morgen-Rotwein und der Jacky-Cola zeigen langsam ihre Wirkung. Ich breche daher vorzeitig die Zelte ab, um mich durch ein ausgiebiges Grillen auf dem Metal-Camp fr den restlichen Tag zu strken. (Thorsten R.)

Nach dem Tod von Gitarrist Denis "Piggy" D' Amour vermutete man schon, dass sich diese beraus auergewhnliche Truppe auflsen wrde. Doch mit Daniel Mongrain, dem Frontmann der kanadischen MARTYR, haben VOIVOD einen alten Freund der Band mit an Board geholt, der zumindest bei Live-Auftritten die sechs Saiten zupfen wird. Kettengerassel! Und schon ballert vehement und bei herrlichem Sonnenschein der Titeltrack des Debts "War And Pain" aus den Boxen. Die schon in die Jahre gekommen Jungs um Denis "Snake" Blanger haben, wie auch ein paar ausrastende Freaks vor der Bhne, sichtlichen Spa. Sympathisch stellt Snake den Neuen vor und prsentiert einen Hit nach dem anderen: "Tornado", "Ravenous Medicine", "Tribal Convictions", oder "The Unknown Knows" sowie auch ein Stck der aktuellen Scheibe "Infini". Immer wieder sucht Snake den Kontakt mit dem Publikum. Daniel grinst mit Bassist Jean-Yves "Blacky" Thriault um die Wette und lsst die beeindruckende blonde Matte fliegen. Souvern und erhaben thront Michel "Away" Langevin hinter dem Schlagwerk, whrend fr manchen VOIVOD-Banger heute ein Traum in Erfllung geht. Dies ist die wohlmglich letzte Chance die vier Kanadier in unseren Breiten zu erleben. So heit es jeden einzelnen und noch so schrgen Ton intensiv einzusaugen, bis der leider viel zu kurze Gig mit dem PINK FLOYD-Cover "Astronmony Domine", welches Piggy gewidmet wird, ein wrdiges Ende findet. (Michael)

Als ich gegen 15.55 Uhr - nach erfolgreicher Bekmpfung meines Hunger und gewonnenem Kampf gegen einen allzu frhen, alkoholbedingten Absturz - auf das Gelnde zurckkomme, spielen die old-school Thrasher SACRED REICH bereits. Die US-amerikanische Band zockt einen tighten Set aus ihren Klassikern (lasse ich mir zumindest sagen), welchen man sich zwar - als nicht unbedingt bermiger Liebhaber dieser Stilrichtung - reinziehen kann, der mich aber nicht wirklich umhaut und zu dem ich auch nicht richtig abfahren kann. Sorry, TESTAMENT oder MEGADETH sind mir da einfach lieber. Desweiteren muss ich feststellen, dass die Fans heute auch nicht im entferntesten so steil gehen, wie noch vor ein paar Wochen beim Rock Hard Festival, denn dort wurde die Band mit einem imposanten Circle Pit so richtig abgefeiert. Ich kann zudem den derzeitigen Hype um die Band nicht nachvollziehen; da knnen die Mnner um Frontmann Phil Rind noch so sympathisch sein. (Thorsten R.)

Nach SACRED REICH ist es dann Zeit fr die nchsten Thrasher, denn mit SODOM steht ein weiteres Urgestein auf dem Plan bzw. in den Startlchern. Die Band um Tom Angelripper wird von einer ausgelassen Fanschar dann auch bereits sehnschtig erwartet und als Dank ballert man dem Publikum bei schnstem Sonnenschein jede Menge straight-in-your-face Hymnen vom Schlage "Napalm In The Morning", "Outbreak Of Evil", "The Saw Is The Law" sowie "Agent Orange" um die Ohren. Mr. Angelripper ist uerst bewegungsfreudig und vornehmlich auf dem Laufsteg anzutreffen und so ist es kein Wunder, dass die positiven Reaktion der Meute in Form von lauten Sprechchren nicht lange auf sich warten lassen. Fazit: Ein typischer Sodom-Gig, der keine Fragen offen lsst. (Thorsten R.)

Die Karriere von LITA FORD habe ich zwar nicht groartig verfolgt - vielleicht bin ich dafr auch ein wenig zu jung - aber mit "Back To The Cave" und "Close My Eyes Forever" kenne ich immerhin 2 Songs. Nun ja, mal schauen bzw. hren denke ich mir. Was jedoch gleich zu Beginn des Gigs auffllt ist, dass es zu SODOM kurz vorher sehr viel voller gewesen ist und auch stimmungsmig bedeutend mehr los war. LITA FORD gibt aber nichtsdestotrotz von Anfang an Gas und rockt anstndig los. Leider leidet der Auftritt der ehemaligen THE RUNAWAYS-Musikerin aber immer wieder an technischen Schwierigkeiten, wobei selbst ein reibungsloser Verlauf die Performance nach meinem Dafrhalten nicht gerettet htte. Zwar ist LITA FORD bemht, dass Publikum stndig anzuspornen und anzufeuern, was jedoch zumeist im Sande verluft. Irgendwie kann man spren, dass die besten Zeiten der Rock-Lady vorbei sind. Das ndern auch die im Duett vorgetragen zwei neuen Songs nicht, welche zudem gegenber den Oldies qualitativ noch abfallen. Auch der derzeitige GUNS N' ROSES-Gitarrist Bumblefoot kann keine mageblichen Akzente setzen, so dass ich den Gig als nett aber doch belanglos abhake. (Thorsten R.)

Setlist LITA FORD:

  • Larger Than Life
  • Black Widow
  • Can't Touch Me
  • Gotta Let Go
  • Back To The Cave
  • Hungry
  • Falling In Mad Love
  • "New Song"
  • Betrayal
  • Close My Eyes Forever
  • Kiss Me Deadly

Die nachfolgenden U.D.O. legen mit dem alten ACCEPT-Kracher "Metal Heart" los und haben das Publikum von Anfang an auf ihrer Seite. Der Refrain und das bekannte "Klassik-Solo" von Gitarrist Stefan Kaufmann werden begeistert mitgesungen. Danach folgt mit "Midnight Highway" ein weiterer Song von ACCEPT, nachdem dann mit "They Want War" das erste Stck von U.D.O. gespielt wird. Von Anfang an wird klar, dass die Jungs um Udo Dirkschneider heute eine bunte Mischung aus Songs von U.D.O. und ACCEPT spielen. U.D.O. Udo ist super bei Stimme, fhrt mit zahlreichen Gesten souvern durch das Set und sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum. Aber auch der Rest der Band ist voller Spielfreude und die Gitarristen Stefan Kaufmann und Igor Gionola glnzen mit zahlreichen abwechslungsreichen Soli. So muss dieser Gig einfach zu einem Erfolg fr die Band werden. Das sieht da Publikum genauso und geht die ganze Zeit begeistert mit, besonders natrlich in den bekannten Singalong-Spielchen in Stcken wie "Princess Of The Dawn". Aber U.D.O. begrenzen ihre Setlist nicht nur auf die alten Klassiker, sondern berzeugen auch bei neueren Stcken, wie dem sehr schnellen "Thunderball" oder "Vendetta" vom letzten Album "Mastercutor". Im Zugabenblock begeistern U.D.O. noch mit "Balls To The Wall", das Udo auf sympathische Art als "unbekanntes Stck, das kein Mensch kennt" ankndigt sowie der abschlieenden Hymne "I'm A Rebel", bei der Band und Publikum nochmal alles geben. Nach einer guten Stunde ist dann Schluss und U.D.O. werden verdient abgefeiert. Ein begeisternder Auftritt einer Band, die mich besonders durch ihre Spielfreude und die ausgewogene Setlist aus Klassikern und neueren Stcken berzeugt. (Thorsten S.)

Setlist U.D.O.:

  • Metal Heart
  • Midnight Highway
  • They Want War
  • 24/7
  • Vendetta
  • Princess Of The Dawn
  • Living For Tonight
  • Man And Machine
  • Thunderball
  • Animal House
  • Holy
  • Balls To The Wall
  • I'm A Rebel

Wow, hat U.D.O. die Messlatte fr den Headliner JOURNEY hoch gelegt. Doch, wir erinnern uns, mit FOREIGNER hat das vor 3 Jahren ja auch funktioniert. Damals spielten die Rocker um Mick Jones den Headliner IN FLAMES gnadenlos an die Wand. Und ich werde in den nchsten 90 Minuten nicht enttuscht, denn die Band um Gitarrist Neal Schon brennt das von mir erwartete Best-of-Feuerwerk ab, dass - zumindest fr mich - keine Wnsche offen lsst. Nach dem Intro vom Tape startet JOURNEY direkt mit dem Klassiker "Seperate Ways (Worlds Apart)" vom Hit-Album "Frontiers" aus dem Jahr 1983 in den Set bevor es mit dem Opener "Never Walk Away" der letzten CD "Revelation" direkt stark weiter geht. Man, was fr ein gttlicher Einstieg. Ich bin eigentlich das komplette Konzert wie in Trance, bei dem was auf der Bhne geboten wird. Zwar findet kaum Kommunikation mit dem Publikum statt, was ich ehrlicherweise auch nicht unbedingt brauche, solang die Mucke stimmt. Dafr spurtet der aktuelle Snger Arnel Pineda mit viel Power ber die gesamt Bhne und singt die Songs, als wre es Shouter Steve Perry selbst, Klasse. Aber auch Neal Schon zeigt was er kann, wobei ich es mutig finde, dass Solo gleich als 4. Song zu prsentieren; Respekt. Meine weiteren Highlights folgen dann in Form der beiden Soundtrack-Nummern "Only The Young" und "Ask The Lonley". Im Anschluss kommt mit "Change For The Better" ein weiterer toller Song vom aktuellen Werk, bevor kurze Zeit spter "Wheel In The Sky" dran ist, welches mit einer kleinen Jam-Session versehen wird, cool. Zum Finale bzw. mit den letzten 4 Songs machen mich JOURNEY dann vollends glcklich. Zuerst wird die Gnsehaut-Ballade "Faithfully" zum Besten gegeben, die mir fast die Trnen in die Augen treibt; einfach nur gttlich. Danach kommen "Don't Stop Believin'" sowie "Be Good To Yourself", bei dem ich nicht mehr an mich halten kann und vor Freude - Luftgitarre-posend - durch die Gegend hpfe. Zum Abschluss noch "Anyway You Want It" und dann ist, leider ein paar Minuten vor dem angekndigten Ende, schon Schluss. Tja, schade, aber Veranstalter Horst Odermatt beansprucht die eventuell noch dagewesene Zeit fr eine Zugabe leider fr sich. Egal, denn ich habe das gehrt, was ich hab' hren wollen. Fr mich haben JOURNEY allen Unkenrufen zum Trotz beweisen knnen, dass die heutige Pole-Position gerechtfertigt gewesen ist, denn sie haben mir einen unvergesslichen Abend mit groartigen Hymnen bereitet und genau wie FOREIGNER gezeigt, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehren! (Thorsten R.)

Setlist JOURNEY:

  • Intro (The Journey (Revelation))
  • Separate Ways (Worlds Apart)
  • Never Walk Away
  • Guitar Solo
  • Stone In Love
  • Rubicon
  • Only The Young
  • Ask The Lonley
  • Change For The Better
  • Lights
  • Edge Of The Blade
  • Wheel In the Sky
  • Chain Reaction
  • One More
  • Wildest Dream
  • Faithfully
  • Don't Stop Believin'
  • Be Good To Yourself
  • Any Way You Want It


SAMSTAG

Pnktlich, um 10:00 Uhr morgens geben sich CLOVEN HOOF die Ehre, um einer berschaubaren Anzahl von Zuschauern, die im strmenden Regen den NWOBHM-Veteranen huldigen, mchtig einzuheizen. Der Wettergott hat es nicht besonders gut gemeint, doch dies beeindruckt einen Metal-Gott in keiner Weise. Russ North ist bei bester Stimme und absolviert mit uneinholbarem Vorsprung die hchsten Screams dieses Festival-Wochenendes. Insbesondere das absolute berstck "Mutilator" lsst die Leute auch vllig durchnsst haltlos feiern. Warum diese berband als Opener fungiert ist eine berechtigte Frage, auf welche sich keine sinnvolle Antwort finden lsst. Schade, denn Status, Tradition und die grandiose Songauswahl von CLOVEN HOOF htten mehr mglich machen knnen und sogar mssen. Doch persnlich verstehe ich die Reihenfolge der Running Order des diesjhrigen BYH sowieso nicht. Entweder bin ich zu verwhnt, werde zu alt oder habe einfach einen zu guten (fr manche auergewhnlichen) Musikgeschmack. (Michael)

Und noch immer lsst Petrus kein Gnade walten und ffnet erneut die Pforten des Himmels um den wenigen wetterfesten Festivalgngern eine Erfrischung in Form eines heftigen Sommerregens zu gewhren. Doch die Show muss weitergehen, denn LZ ROCKIT stehen in den Startlchern. Nun wird den Leuten eine gehrige Portion melodisen Thrash-Metals um die Ohren geblasen. hnlich wie schon bei CLOVEN HOOF sind die Fans teilweise in mehr oder weniger wasserdichte Mllscke gekleidet, was jedoch der Laune keinen Abriss tut. So sucht der sympathische Frontmann Michael Coons fter den Kontakt zum nassen Volk. Musikalisch ist die Show allerdings ein wenig fad, hren sich viele Songs doch gleich an. Dennoch gibt sich das Publikum dankbar, whrend die fnf US-Amis gut gelaunt aufspielen. Fazit: Ganz nett! (Michael)

Der strmende Regen am Samstagmorgen macht es einem dann nicht gerade leicht. An das Mitschreiben von Setlisten ist berhaupt nicht zu denken, weshalb hier alles ein bisschen mehr auf Erinnerung beruht. Die erste Band, die ich mir im Regen ansehe, sind die "Exilrumnen" von POWERWOLF. Das ist mal wieder eine dieser Bands, die extrem polarisieren. Entweder man ist total begeistert oder die Band gibt einen so gut wie nichts. Und mich begeistern POWERWOLF wirklich nicht, denn dafr ist mir diese Band einfach zu klischeehaft. Auch wenn die Musik wirklich kompetent gespielt wird, ist mir das Alles ein wenig zu "true" und mit zuviel Pathos von theatralischem Gesang, Chren und Keyboards zugekleistert. Durch kirchenhnliche Aufbauten, Kostme und Schminke setzt die Band das mystische/ "religise" Konzept des letzten Albums um. Ich brauche so was nicht, trotzdem Respekt fr diesen Aufwand zu frher Stunde. POWERWOLF spielen eine Mischung aus lteren Stcken, wie dem ersten Song "We Take It From The Living" oder "Prayer In The Dark" und neueren Songs wie "Raise Your Fist Evangelist". Besonders voll ist es bei diesem Dauerregen natrlich nicht, wovon sich POWERWOLF aber nicht entmutigen lassen. Die Band kommt bei ihren Fans, die tapfer vor der Bhne ausharren, sehr gut an. Sympathiepunkte sammeln Snger Attila und der Rest der Band zustzlich dadurch, dass sie fters den berdachten Teil der Bhne verlassen und trotz Regen den Kontakt zu den Fans suchen. Auch wenn POWERWOLF mit ihrer Theatershow einfach nicht mein Fall sind, wrde ich ihren Auftritt in Balingen wegen des begeisterten Publikums doch als Erfolg werten. (Thorsten S.)

Setlist POWERWOLF:

  • Lupus Daemonis (Intro)
  • We Take It From The Living
  • Prayer In The Dark
  • Raise Your Fist Evangelist
  • We Came To Take Your Souls
  • Saturday Satan
  • Werewolves Of Armenia
  • Resurrection By Erection
  • Kiss Of The Cobra King
  • Lupus Daemonis (Outro)

Die nachfolgenden DRIVER sind da schon wesentlich mehr mein Fall. Rob Rock als "die Stimme des Melodic-Metal" zhlt zu meinen absoluten Lieblingssngern. Das Gleiche gilt fr Tausendsassa und Produzentenlegende Roy Z als Gitarrist, weshalb ich diesem Auftritt entgegengefiebert habe. Und eins vorweg, meine Erwartungen werden noch bertroffen! Trotz des immer schlimmer werdenden Regens bin ich vom ersten Ton an von der Genialitt und Ausstrahlung von Rob und Roy absolut begeistert. Rob mit seiner kraftvollen, klaren und ausdrucksstarken Stimme fhrt souvern durch die Songs, ist stets agil und zeigt sich als echter Frontmann. DRIVER Zudem lsst er sich vom Dauerregen nicht davon abhalten, den nichtberdachten Vorsprung der Balingener Bhne whrend des ganzen Gigs zu nutzen und Kontakt zu den Fans aufzubauen. Roy wechselt spielend leicht zwischen prgnanten Riffs, Rhythmusgitarren und melodisch filigranen Lead- und Solopassagen hin und her. Seine Soli sind mal neoklassisch, mal richtig heavy und dann wieder gefhlvoll und ausdrucksstark. Das ist einfach nur richtig groes Kino, was durch den spielfreudigen Rest der Band kompetent vervollstndigt wird. Die Setlist beschrnkt sich nicht nur auf Songs des aktuellen DRIVER-Albums wie das Titelstck "Sons Of Thunder" oder "Heart's On Fire" sondern bercksichtigt auch ltere Glanztaten von Rob, zum Beispiel das druckvolle "Judgement Day". Fast schon bombastisch wird es beim ABBA-Cover "Eagle", das hier jedoch eher nach melodischen BLACK SABBATH klingt. Dieser Song wird so richtig abgefeiert. Mit "Nations On Fire" kramen DRIVER sogar eine Perle des genialen M.A.R.S.-Albums aus, die begeistert mitgesungen wird. Zum Abschluss spielt die Band den Rob Rock-Song schlechthin, "I'm A Warrior". Dieser wird durch ein nettes Singspielchen im Refrain sowie ein lngeres Gitarrensolo deutlich ausgedehnt. In diesen Solo kommt auch Roy auf den Bhnenvorsprung, zeigt nochmal sein ganzes Knnen und spielt - Hendrix-artig - die Gitarre auch mal auf dem Rcken. Dieser Song ist so berzeugend, dass sogar die Sonne beschliet zuzusehen. Danach ist leider Schluss, aber DRIVER werden von den wenigen hundert Fans, die dem Regen standgehalten haben, abgefeiert. Erst jetzt merke ich in meiner Begeisterung, dass ich mittlerweile vom Regen vllig durchnsst bin. Egal. Nicht nur das Highlight des diesjhrigen BYH, sondern einer der besten Auftritte, die ich in Balingen in den ganzen Jahren erlebt habe! DRIVER, bitte kommt bald wieder. (Thorsten S.)

Setlist DRIVER:

  • Sons Of Thunder
  • Fly Away
  • Heart's On Fire
  • Winds Of March
  • Nations On Fire
  • Judgment Day
  • Eagle
  • I'm A Warrior

Diese Begeisterung knnen WARRIOR anschlieend zwangslufig nicht ganz aufrechterhalten, obwohl auch diese Band mit ihrem melodischen US-Metal absolut berzeugt. Die Band um den Gitarristen Joe Floyd hat mittlerweile wieder ihren alten Snger Parramore McCarty im Team, der bereits 1985 das Klassikeralbum "Fighting For The Earth" eingesungen hat. Parramore berzeugt auch in Balingen mit seiner kraftvollen, eher tiefen Stimme, die er aber auch mal an den richtigen Stellen ziemlich in die Hhe zieht. Passend zum Bandnamen tragen die Bandmitglieder Bhnenkluften aus Tarnfarben und Leder und sehen aus, als kommen sie frisch vom Schlachtfeld. Nach dem Opener "Fight Or Fall" vom 1998er-Album "Ancient Future" beschrnken sich WARRIOR fast vollstndig aus Songs von "Fighting For The Earth" wie "Mind Over Matter", "Defenders Of Creation" oder "Cold Fire". Joe Floyd ergnzt sich hervorragend mit dem zweiten Gitarristen AC Alexander, was sich besonders in einigen gekonnten, zweistimmigen Solopassagen zeigt. Beide spielen irgendwie kraftvoll, was zum Gesamtsound hervorragend passt. Mittlerweile ist auch der Regen verschwunden. Der Platz vor der Bhne hat sich auch ordentlich gefllt und WARRIOR kommen super beim Publikum an. Abgeschlossen wird der Auftritt von der wuchtigen Midtempohymne "Fighting For The Earth", bei welchem Parramore die Fans nochmal zu einem lngeren Mitsingpart bewegt. Auch Roy Z, der ja auch mal Mitglied bei WARRIOR war, kommt zu seinen alten Kumpels auf die Bhne und berzeugt hier erneut und gibt sich als richtiger Rockstar, da er seine "Axt" zerlegt. Natrlich erhlt dieser Song eine der besten Publikumsresonanzen dieses Auftritts und WARRIOR werden verdient abgefeiert. Hoffentlich ein neuer Anfang fr diese Band, die diesen Gig fr sich als Erfolg verbuchen kann. (Thorsten S.)

Setlist WARRIOR:

  • Fight Or Fall
  • Mind Over Matter
  • Ruler
  • Day Of The Evil (Beware)
  • Defenders Of Creation
  • Tonight We Ride
  • Cold Fire
  • Fighting For The Earth

Eigentlich sollten an dieser Stelle TESLA spielen, auf welche ich zwar neugierig gewesen bin, von denen ich aber nicht wirklich etwas kenne bzw. Fan bin. Ganz anders sieht es da mit PINK CREAM 69 aus, welche man glcklicherweise recht kurzfristig als Ersatz gewinnen konnte. Ich finde diesen Umstand daher auch mehr als begrenswert, denn ich mag diese sympathische Truppe. Nachdem es bereits bei WARRIOR aufgehrt hatte zu regnen, kommt die Sonne wieder richtig zum Vorschein und es wird erneut sehr warm. Fr einen weiteren Temperaturanstieg sorgt natrlich auch die mittlerweile zum Quintett aufgestockte Band. Gleich zu Beginn wird ordentlich losgerockt und bereits mit den ersten beiden Songs hat Snger David Readman die Meute hinter sich, welche dem Front-Sympath das Engagement mit starken Fan-Chren danken. Readman ist motiviert bis in die Haarspitzen und agil wie immer und zieht mit seiner Performance alle Blicke auf sich, whrend der Rest der Band doch eher statisch agiert. Allen voran muss hier der mittlerweile doch nicht mehr ganz so neue Gitarrist Uwe Reitenauer genannt werden, der immer noch wie ein Fremdkrper wirkt. Dem gelungenen Auftritt schadet das jedoch nicht, denn was kann man bei einem solchen Backkatalog schon gro falsch machen. Das einzig wirklich Strende ist der bersteuerte Bass von Dennis Ward, der leider denn kompletten Set berschattet. Trotzdem htten die Veranstalter keinen wrdigeren bzw. besseren Ersatz fr TESLA finden knnen, was ein sehr groer Teil des Publikums glcklicherweise genauso sieht. (Thorsten R.)

Setlist PINK CREAM 69:

  • Children Of The Dawn
  • Do You Like It Like That
  • Lost In Illusion
  • Talk To The Moon
  • No Way Out
  • Welcome The Night
  • Living My Life For You
  • Keep Your Eyes On The Twisted
  • Shame
  • Seas Of Madness

Da es im vergangen Jahr nicht sein sollte, ist es 2009 dann endlich Zeit fr ein wenig Rock 'n' Roll in Balingen. Zu einem Intro, welches bestimmt von einem Italo-Western geklaut ist, fhrt das Backdrop der aktuellen Langrille "Beg For It" hoch und die Jungs von HARDCORE SUPERSTAR betreten die Bhne. Zwar hat Snger Joakim Berg beim Titeltrack der neuen Scheibe kurz Probleme mit dem Mikro, aber dann folgt ein Triumphzug, der Seinesgleichen sucht. Nachdem guten Auftritt der Pinkies habe ich nicht damit gerechnet, dass das schwedische Quartett dies toppen kann, aber ich werde eines Besseren belehrt! Joakim Berg ist ein pures Energiebndel, der wie ein Derwisch ber die Bhne fegt. Htte es Kilometergeld gegeben, er htte sicher welches bekommen. Der neue Gitarrist Vic Zino ist ebenfalls auffallend agil. Er bangt viel und untersttzt Joakim wo er nur kann, indem er den Spielraum der Bhne ebenfalls nutzt und dem Snger - wenn mglich - auch auf dem Laufsteg Richtung Publikum folgt. Die Gruppe gehrt einfach auf eine groe Bhne, denn als ich die Band zuletzt im Frankfurter Nachtleben gesehen haba, wirkte die Performance deutlich unspektakulrer. Das Publikum, bei dem meines Erachtens ein erhhter Frauenanteil zugegen ist, feiert den Auftritt jedenfalls ordentlich ab und man merkt, dass sich die Band auf dem BYH sichtlich wohl fhlt. Kein Wunder also, dass vereinzelte Crowdsurfer sowie ein kleiner Moshpit auszumachen sind, was jedoch angesichts solcher Hits "We Don't Celebrate Sundays" und dem BYH gewidmeten "Bang Your Head" eine logische Konsequenz ist. Geiler Gig! (Thorsten R.)

Setlist HARDCORE SUPERSTAR:

  • Intro
  • Beg For It
  • Into Debauchery
  • Medicate Me
  • Wild Boys
  • Shades Of Grey
  • Nervouis Breakdown
  • Dreamin' In A Casket
  • Need No Company
  • We Don't Celebrate Sundays
  • Bang Your Head

Szenenwechsel, denn anstatt "aufgestylten" Frauen bereichern jetzt die wahren Kuttentrger die vorderen Reihen. Bereits der Opener "Bounded By Blood" deutet an, dass in den kommenden Minuten keine Gefangenen gemacht werden. Snger Rob Dukes fordert direkt einen Moshpit ein, der im Laufe des Gigs auch nur unwesentlich abebbt. Zudem sticht seine Shorts, welche die US-Flagge ziert, sofort ins Auge; Patriotismus par Excellenze. EXODUS beidrucken wie blich mit einem tighten Zusammenspiel der beiden Gitarristen und bieten eine mehr als solide Show, bei der nur vereinzelte Rckkopplungen den ansonsten druckvollen Sound trben. Einziges Manko der Band-Performance muss Rob Dukes attestiert werden, der es im Gegensatz zu seinen Vorgngern Paul Baloff und Steve Souza nicht schafft, mit seinem Gesang Melodien zu transportieren, so dass das neue Material qualitativ ein wenig abfllt. In wie weit es bei der gegen Ende geforderten Wall-of-death wirklich erforderlich ist, die Fans so anzustacheln, sich gegenseitig "umzubringen", entzieht sich meiner Kenntnis. Ich finde es jedenfalls solche Aktionen grenzwertig! Gibt es nicht schon genug Mord und Totschlag?. Ein positiver Abschluss bildet jedoch ein 13-jhriger Hardcore-Fan, der beim letzten Song auf die Bhne darf, um mit dem Snger den Titel inbrnstig mitzusingen. (Thorsten R.)

Nachdem der Auftritt von Y&T 2006 - bedingt durch die WM - ein wenig unterging, darf Dave Meniketti mit seiner Band dieses Jahr erneut an den Start. Aufgrund der genderten "Rahmenbedingungen" ist diesmal dann auch entsprechend mehr los und die Stimmung zudem groartig, denn die Fans feiern die Hard Rocker ordentlich ab. Zwar passiert auf der Bhne nicht allzu viel, aber bei Y&T sind es eh die Songs - wie beispielsweise "Open Fire", "Lipstick and Leather" und "Mean Streak" - die zu berzeugen wissen. Nach "Recue Me" zeigt Snger und Gitarrist Dave Meniketti erstmal allen Anwesenden sein Knnen an den 6 Saiten, indem er ein Blues-Instrumental zum Besten gibt. Auf Festivals sind solche Soloeskapaden zwar immer wieder eine zwiespltige Sache, aber in diesem Fall geht dies sicher in Ordnung, da sich das Ganze in ertrglichen Grenzen hlt. Der Auftritt ist jedenfalls der beste Beweis dafr, dass hart gerockt werden kann ohne das gleich immer "geknppelt" werden muss. Der heutige Erfolg gibt ihnen schlielich Recht, denn Y&T feiern dieses Jahr ihren 35. Geburtstag. Es soll hier ebenfalls nicht unerwhnt bleiben, dass Drummer Mike Vanderhule seinen Auftritt mit gebrochenen Handgelenk absolviert, was man seiner Performance nicht anhrt; Respekt. (Thorsten R.)

In der Umbaupause zu W.A.S.P. bin ich dann ein bisschen enttuscht, weil die Band nicht den kultigen, riesigen Mikrostnder von Blackie Lawless aufbauen lsst. Schade drum. Wie von den letzten Touren gewohnt, beginnt der Auftritt der Band mit dem Intro "The End" von THE DOORS, das sich mal wieder ber einige Minuten hinzieht. Das schafft Spannung, kostet aber auch ein bisschen Spielzeit. Als W.A.S.P. dann endlich selbst rauskommen, werden sie auf dem mittlerweile doch ziemlich vollen Messegelnde enthusiastisch empfangen. Das Intro hat also funktioniert. Die Jungs um Herrn Gesetztlos zeigen sich von Anfang an spielfreudig ,gut gelaunt und legen mit den schnellen Songs "On Your Knees" und "Inside The Electric Circus" direkt anstndig los. Diese beiden Songs fassen sie wie gewohnt medleyartig ein bisschen zusammen. Blackie ist gut bei Stimme und singt in seiner typischen Art kraftvoll und ein wenig kratzig. Allerdings klingt seine Stimme nicht zu perfekt, weshalb ich glaube, dass er in Balingen live singt. Da gab es ja in der Vergangenheit einige Gerchte wegen eventuellem Playback, wenn der Gesang etwas zu sehr nach Platte klang, die er heute aber fr mich wiederlegt. Die Setlist ist eine Mischung aus alten Hits wie "Wild Child", bercksichtigt mit "Take Me Up" aber auch das letzte Album "Dominator" und entspricht im groben der der letzten Tour. Besonders gefllt mir die Ballade "The Idol", bei der Blackie Lawless sehr gefhlvoll singt und Gitarrist Doug Blair mit einem lngeren gefhlvollen Solo glnzt, inklusive seiner schicken blinkenden Gitarre. Am Ende gibt es die beiden Kracher "I Wanna Be Somebody" mit gewohntem Singalong und "Blind In Texas", bei denen Publikum und Band nochmal so richtig Gas geben. Insgesamt ein wirklich gelungener Gig von W.A.S.P., die hierfr aber die ganze Zeit verdientermaen abgefeiert werden. Bei der Songauswahl ist die Band vielleicht ein bisschen zu sehr auf Nummer Sicher gegangen, weshalb mir ein wenig die berraschungsmomente fehlen. Aber wahrscheinlich wird das von ihnen bei einem solchen Festival einfach erwartet... (Thorsten S.)

Setlist W.A.S.P.:

  • The End (Intro)
  • On Your Knees / Inside The Elecric Circus
  • Hate To Love Me
  • L.O.V.E. Machine
  • Wild Child
  • Take Me Up
  • Chainsaw Charlie (Murders In The New Morgue)
  • The Idol
  • I Wanna Be Somebody
  • Blind In Texas

BLIND GUARDIAN verzichten in Balingen auf ihre Videoleinwnde der letzten Tour und hngen dafr riesige Backdrops auf. Diese haben sie glaube ich schon auf der Tour zu "Nightfall In Middle-Earth" eingesetzt. Sieht nett aus und schafft eine mystische Atmosphre. Nach dem Intro "War Of Wrath" geht die Band mit "Time Stands Still (At The Iron Hill)" und "Another Holy War" direkt in die Vollen. Obwohl diese Songs schon begeistert mitgesungen werden, ist bei BLIND GUARDIAN selbst eine seltsame Stimmung, die whrend des ganzen Konzerts so bleibt. Irgendwie schafft die Band es nicht, in Balingen diese typische Bindung zum ganzen Publikum herzustellen, die sonst auf ihren Konzerten entsteht. Eigentlich singen nur die vorderen Reihen Alles mit. Der hintere Teil des Publikums sieht berwiegend eher tatenlos zu. BLIND GUARDIAN Keine Ahnung, woran das liegt. Die Songauswahl ist gut und hat auch einige berraschungen parat. Die Band spielt die Songs gekonnt, vielleicht ein bisschen zu routiniert. Hansi versucht auch immer wieder den Kontakt zum Publikum zu suchen, auch wenn er ebenfalls ein bisschen zu routiniert wirkt. Liegt es am Sound, der zu leise und drucklos ist oder fehlt hier einfach der "Feierfaktor" frherer Headliner wie TWISTED SISTER? Vielleicht sind im Publikum auch einfach zu viele dieser "Die alten Platten waren besser"-Nrgler anwesend, die ihre miese Stimmung der Band gegenber teilweise auf den Rest bertragen haben? Man Leute, Bands entwickeln sich weiter und das ist gut so! Das etwa zur Mitte des Gigs wieder heftiger Regen einsetzt steigert die Stimmung ebenfalls nicht. Lsst man aber die insgesamt seltsame Stimmung auen vor, knnen BLIND GUARDIAN trotzdem berzeugen. Gitarrist Andr glnzt mit seinen typischen melodischen Leads und Soli, fr die sein Kollege Marcus zusammen mit dem Rest der Band das Fundament legt. "Traveller In Time" enthlt die typischen Chre der Band und gekonnte zweistimmige Gitarrenleads. Mit "Turn The Page" gibt es eine Nummer vom letzten Album, die auf der 2007er-Tour nicht immer gespielt wurde. Von "Nightfall In Middle-Earth" grbt die Band mal wieder die Ballade "Blood Tears" aus, bei der die Bhne passenderweise berwiegend rot ausgeleuchtet wird. Und mit sehr riffbetonten "Sacred" spielen BLIND GUARDIAN sogar einen "neuen" Song, der bisher wohl nur den Computerspielern bekannt war. Die Band beschrnkt sich also nicht nur auf ihre Standards, was ich sehr gut finde. Der Refrain von "Valhalla" wird am Ende des Songs von Teilen des Publikums weitergesungen, obwohl ich das schon wesentlich enthusiastischer erlebt habe. Das Gleiche gilt brigens auch fr "The Bard's Song", der zwar auch von Teilen des Publikums mitgesungen wird, aber halt nicht von Allen. Zum Abschluss begeistern mich BLIND GUARDIAN nochmal mit "Mirror Mirror" und entlassen das Publikum mit Feuerwerk zum gewohnten Festivalabschluss. Irgendwie ein komischer Headliner-Gig, der mir trotz allem gut gefllt. Ich freue mich aber schon jetzt wieder auf die nchste Tour der Jungs aus Krefeld, wo sie dann wieder ihr Publikum haben werden und bestimmt wieder diese ganz besondere Atmosphre eines "echten" BLIND GUARDIAN-Konzerts entstehen wird. (Thorsten S.)

Setlist BLIND GUARDIAN:

  • War Of Wrath (Intro)
  • Time Stands Still (At The Iron Hill)
  • Another Holy War
  • Nightfall
  • Traveler In Time
  • Turn The Page
  • The Script For My Requiem
  • Blood Tears
  • Goodbye My Friend
  • This Will Never End
  • Valhalla
  • Sacred
  • Time What Is Time
  • Lord Of The Rings
  • Punishment Divine
  • Imaginations From The Other Side
  • The Bard's Song (In The Forest)
  • Mirror Mirror

Ich kann nur sagen, dass ich auch dieses Jahr beim BYH - vom bescheidenen Wetter am Samstagmorgen mal abgesehen - wieder voll auf meine Kosten gekommen bin und darf tolle Konzerterlebnisse sowie verdammt coole Zeltnachbarn meinen BYH-Erinnerungen hinzufgen. Ich hoffe aber nichtsdestotrotz nchstes Jahr auf ein etwas strkeres Line-up (vielleicht mit SAVATAGE-Reunion, doch noch 'nem RUNNING WILD-Gig, SABATON, FIREWIND, D.A.D., SKYCLAD und MTLEY CRE), was aber angesichts des zu feiernden BYH-Geburtstags (man wird immer 15.) kein Problem sein sollte. Und vielleicht lassen sich auch die Getrnkepreise ein wenig senken, wobei das meines Erachtens nur Wunschdenken bleiben wird. Tja, und in wie weit sich die Zeltproblematik lsen oder entspannen lsst, wird sich gegebenenfalls auch nchstes Jahr zeigen. Fazit: Mein Daumen bleibt jedenfalls weiter oben! (Thorsten R.)

Ich kann hier nur fr mich sprechen und persnlich bin ich enttuscht von diesem Event, welches zweifelsohne mit jenen unvergesslichen BYHs der Vorjahre nur noch wenig gemein hat. Die stndig steigenden Preise, das konsequent abbauende Billing und die Auslagerung der Metal-Heads zu einem wirklich weit entfernten Campinggelnde lassen den Schluss zu, dass es sich hier nicht mehr um eine Veranstaltung von Fans fr Fans handelt. Zwar hat man immer noch reichlich Spa und lernt viele interessante Leute kennen, doch das kann man auch bei wesentlichen gnstigeren und kleineren Festivals, die vor allem ein besseres Programm und Bierpreise weit unter 3,40 Euro bieten. Also warum sein komplettes Monatsbudget opfern, wenn man ebenso zwei oder drei grandiose Metal-Wochenenden zum gleichen Preis haben kann? Da bleibt jetzt nur noch die Frage, warum seit zehn Jahren im Partyzelt immer die gleichen, mittlerweile so was von ausgelutschten, Lieder gespielt werden? Fazit: berwiegend langweilig und teuer! (Michael)



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