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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KEEP IT TRUE XII (AXES AND ARMOR)
Ort Lauda-Knigshofen, Tauberfrankenhalle
Datum 24.-25.04.2009
Autor Michael Kmmet/Thorsten Schwalbach
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Zum zwlften Mal trafen sich Metalheads aus tatschlich der ganzen Welt im kleinen Lauda-Knigshofen, um ehrlichen und trendfreien Heavy Metal zu huldigen. Dass Fans aus dem benachbarten Ausland anreisen ist auf hnlichen Veranstaltungen vllig normal, doch aus Kanada, Finnland, Israel, den USA, Griechenland, Spanien, Portugal, Italien oder woher sonst auch immer kommen die Leute regelmig nur zum "Keep It True"-Festival (nachstehend "KIT"). So knnte man schon von etwas Groem oder Kultigem sprechen. Insbesondere die fantastische Stimmung und das auergewhnliche Billing lsst dieses Event jedes Jahr zur ersten Anfahrstelle im Festivalsommer werden.
Wie schon letztes Jahr findet das KIT dieses auch nur noch einmal statt, allerdings wurden wieder zwei volle Tage Musik geboten. Einlass ist tglich wie gewohnt um 11 Uhr morgens. Und noch bevor das Stageacting startet, konnte man im gut sortierten Metalmarket das ein oder andere Schnppchen ergattern. Auch die Preise des offiziellen Merchandise bleiben vollkommen im Rahmen. Von Fanabzocke, wie es bei manchem greren Festivals an der Tagesordnung ist, kann hier wohl kaum die Rede sein. Einzige Wehrmutstropfen: Die Schlange an der Essensausgabe war wieder zu lang und in der Tauberfrankenhalle war es je nach Tageszeit viel zu warm.
Vor der Halle allerdings ist das Klima ausgesprochen freundlich. Es wurde geparkt, gecampt, gegrillt, gerockt und vor allem getrunken. Man traf Leute, die man nur einmal im Jahr trifft. Da hat man sich so Einiges zu erzhlen. Oder man lernte Gleichgesinnte kennen. Wie immer war es einfach nur schn!

KIT XII

Pnktlich zur Mittagszeit erffnen IN SOLITUDE das Geschen auf der Bhne. Fr mich persnlich war dies natrlich zu frh, befand ich mich doch noch auf der Strae. In Lauda-Knighofen angekommen verluft nun alles uerst unkompliziert, so dass ich noch die letzten Klnge von "Kathedral" und "Witches Sabbath" erleben durfte. Mir wurde allerdings berichtet, dass die fnf Jungs aus Schweden vorbildlich nach KIT-Tradition ihr komplettes selbstbetiteltes Debtalbum zum Besten gaben. Allerdings wurde dieses Erstlingswerk erst letztes Jahr verffentlicht. Ok. IN SOLITUDE sind noch eine junge Band, welche epischen und etwas doomig angehauchten Heavy Metal zelebrieren, welcher doch zur frhen Stunde erstaunlich viele motivierte Fans vor die Bhne lockte. So entpuppte sich diese Formation als echter Geheimtipp und machte Lust auf mehr.

Setlist IN SOLITUDE:

  • In The Darkness
  • 7th Ghost
  • The Monolith
  • Faceless Mistress
  • Tempel Of The Unknown
  • Beyond Is Where I Learn
  • Kathedral
  • Witches Sabbath

Auch noch eine verdammt junge Truppe: ATLANTEAN KODEX aus dem Sden des Landes. Die Bayern knnen nicht einen Longplayer nachweisen. Doch mit ihren beiden limitierten EPs im Handgepck hat man ausreichend Material, um eine komplette Show darzubieten, zumal die ausladenden Stcke oftmals die magische Zehn-Minuten-Grenze berschreiten. Doch zu meiner Schande muss ich zugeben, auch aus organisatorischen Grnden zwecks bergabe an den Kollegen, diese vielversprechende Combo nur im Vorbeigehen kurzzeitig erleben durfte. (Michael)

Setlist ATLANTEAN KODEX:

  • The White Ship Taped
  • From Stores Forsaken
  • Atlantean Kodex
  • Marching Homeward
  • A Prophet In The Forest
  • The Hidden Folk

Nachdem mich LIZZY BORDEN auf ihrer Tour im Dezember 2008 ziemlich begeistert hatten und die Band dieses Jahr einer der Headliner des "Keep It True XII" war, wurde es fr mich Zeit fr die Premiere auf diesem Festival. Und vorab, ich habe den Weg nach Lauda-Knigshofen nicht bereut. Leider kannte ich nicht viele der Bands, die sonst noch auf dem KIT gespielt haben. Aber dank Myspace kann man sich ja schnell ein bisschen einhren, was ich dann vor dem KIT auch getan habe. Als Neuling fiel mir direkt dieses familire Feeling auf dem KIT auf, das den groen Festivals leider mittlerweile etwas fehlt. Hier kann man noch ganz locker vor die Bhne, wenn man eine bestimmte Band sehen will. Und man trifft hier noch viele Musiker der einzelnen Bands, um mal ein lockeres Schwtzchen zu halten. Irgendwie hat das KIT seine eigene Atmosphre, die mir sehr gut gefallen hat. Vielen Dank brigens an die fleiigen Poster im Forum des KIT, die dort smtliche Setlisten eingetragen haben, was mir meine Berichte doch erleichtert hat.

Da ich mich erst morgens am ersten Festivaltag nach Lauda-Knigshofen aufgemachte, habe ich leider die beiden ersten Bands verpasst und ASKA, einer der Bands, die ich vorher gar nicht kannte, nur zum Teil mitgekriegt. Was ich da gehrt habe, fand ich aber nicht schlecht. Die Band spielt Melodic Metal mit zwei Gitarren, der sich ein bisschen vom sonstigen Billing abhebt. Hrt sich fast schon rockig an. Snger und Gitarrist George Call hat eine mittelhohe leicht raue Stimme. Besonders gefallen hat mir sein Zusammenspiel mit seinem Gitarrenkollegen Daryl Norton. An Songs habe ich die melodischen "Crown Of Thorns" oder "Invasion" erkannt.

Bei CLOVEN HOOF war mir vor dem Festival wenigstens der Name ein Begriff. Bei dieser Band wurde es vor der Bhne schon etwas voller. CLOVEN HOOF liegen irgendwo zwischen klassischem Epic Metal und Melodic Metal. Russ North singt eher im hheren Bereich und schraubt seine Stimme bei einigen Screams richtig nach oben. Optisch passt die Band voll ins KIT-typische 80er-Jahre Bild, mit Leder und dezenten Ketten, auch wenn die Matten von Russ und Gitarrist Ben Read nicht wirklich ausgeprgt sind. Trotzdem sind die beiden auf der Bhne sehr agil, wie auch der Rest der Band. Auf jeden Fall haben CLOVEN HOOF das Publikum von Anfang an im Griff und begeistern mit Songs wie "Mutilator" vom erst demnchst erscheinenden Album oder "Mistress Of The Forest". Die Band wurde mit verdientem Applaus und Sprechkren begeistert abgefeiert. Der Auftritt war fr CLOVEN HOOF auf jeden Fall ein Gewinn und ich hoffe, mir die Band auf dem "Bang Your Head"-Festival nochmal anzusehen.

Setlist CLOVEN HOOF:

  • Eye Of The Sun
  • Nova Battlestar
  • Astral Rider
  • Mistress Of The Forest
  • Mutilator
  • Highlander
  • Road Of Eagles
  • Laying Down The Law

Etwas weniger voll war es dann bei den anschlieenden RUTHLESS. Deren Musik liegt irgendwo zwischen Power Metal und Thrash Metal. Zu Beginn ging die Band mit dem schnellen "Gates Of Hell" direkt in die Vollen. Die Fans vor der Bhne feierten RUTHLESS entsprechend ab. Optisch kam die Band ja ein bisschen seltsam rber. Snger Sammi Di Giovanni und Gitarrist Ken McGee sahen noch metaltypisch aus, aber Bassist Jack Black stand mit schwarzen Sakko und weiem Hemd dazwischen und der zweite Gitarrist Jim Durkin mit Mtze und Lederweste knnte sich direkt bei BLACK LABEL SOCIETY auf die Bhne stellen. Drumtier Bob Guitrau war einfach nur agil hinter seinem Schlagzeug. Der war auch anschlieend den ganzen Tag auf dem Festival unterwegs, um mit jedem, der wollte Party zu machen, natrlich im passenden RUTHLESS-Shirt. Auf jeden Fall rockten RUTHLESS 45 Minuten mit enormer Spielfreude ab und waren eindeutig einer der Gewinner des Festivals. Gespielt haben sie u. a. "Metal Without Mercy" und "Sign Of The Cross". RUTHLESS haben den Metal bestimmt nicht neu erfunden, machten aber einfach Spa und passten perfekt aufs KIT.

Setlist RUTHLESS:

  • Gates Of Hell
  • Metal Without Mercy
  • Bury The Axe
  • Winds Of War
  • Discipline Of Steel
  • Mass Killer
  • Sign Of The Cross

Wenn man ein bisschen durchs KIT-Forum surft, werden die darauf folgenden EXUMER fast durchgehend als einer der Verlierer des Festivals dargestellt. Diesen Eindruck erhielt man auch vor Ort, wo ich von niemandem gehrt habe, dass er von EXUMER begeistert war. Die Band passte mit ihrem doch relativ aggressiven Thrash Metal erstmal nicht richtig in das Billing. Das optische Auftreten der Band tat hierzu ein briges, kurze Hosen und kurze Haare kommen auf dem KIT nicht wirklich gut an. Den "Gesang" teilten sich Mem von Stein und Gitarrist Paul Arakari, wobei der erstgenannte mit seinen Shouts und Growls wirklich fehl am Platz war. Als wir in die Halle kamen und die Band sahen war mein erster Gedanke, was die hier in dem Outfit berhaupt wollen. Die einzelnen Stcke wie z. B. "Possessed By Fire" wurden sehr heftig und aggressiv und musikalisch bestimmt nicht schlecht gespielt, aber insgesamt hat dieser Auftritt hier einfach nicht gepasst.

Setlist EXUMER:

  • Winds Of Death
  • Journey To Oblivion
  • Fallen Saint
  • Decimation
  • Sorrows Of The Judgement
  • I Dare You
  • Waking The Fire
  • Xiron Darkstar
  • Destructive Solution
  • Possessed By Fire

Es gibt kaum ein Album, von dem ich schon soviel Lob gelesen habe wie von "Symphonies Of Steel" der amerikanischen Band EXXPLORER, weshalb ich das Album auch lngere Zeit erfolglos gesucht habe. Irgendwann habe ich es aber aufgegeben und die CD aus den Augen verloren. Und so war ich dann wirklich gespannt, was die Band denn berhaupt fr Musik macht. Machen wir es kurz. EXXPLORER EXXPLORER haben mich von jetzt auf gleich richtig begeistert. Klassischer amerikanischer Power Metal mit leichten symphonisch/klassischen Einflssen, absolut virtuos und kompetent gespielt mit zwei gleichberechtigten Gitarristen, die ihr Handwerk wirklich verstehen. Ed La Volpe und Fred Gorhau spielten schnelle melodische Lufe am laufenden Band, eingebettet in wirklich packende abwechslungsreiche Songs, die auch mal langsam werden und nicht nur am Stck Gas geben. Snger Lennie Rizzo hat eine mittelhohe leicht kratzige Stimme und setzte problemlos die die unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Songs um wie z. B. im zweiteiligen Epos "Objection Overruled", das sehr atmosphrisch und ruhig beginnt und dann noch richtig heavy abgeht. Ich habe da bis zum KIT definitiv was verpasst. Glcklicherweise habe ich "Symphonies Of Steel" auf der Metalbrse erstanden und seit dem fters gehrt und meine Begeisterung ist nicht weniger geworden, eher im Gegenteil. Ein Groteil der gespielten Songs stammten dann auch von diesem Meisterwerk. Nebenbei habe ich die beiden Gitarristen noch getroffen und als supernette Typen kennengelernt. EXXPLORER haben beim Kit auf jeden Fall einen Fan gewonnen. Da Snger Lennie einen Song auch als neu ankndigte, hoffe ich noch auf weitere Grotaten. Hoffentlich sehe ich diese geniale Band bald wieder.

Setlist EXXPLORER:

  • City Streets
  • X-Termination
  • Objection Overruled (Guity As Charged/Phantasmagoria)
  • Bible Black
  • Metal Detectors
  • Exxplorer
  • Ride The Storm
  • Run For Tomorrow
  • Beg, Borrow And Steel

Nach dieser Explosion war es fr die folgenden Bands natrlich schwer, mich wieder zu begeistern. Und vorab, den anschlieenden TYRANT ist das nicht gelungen. Die Musik fand ich irgendwie unspektakulr. Epic Metal, der meist irgendwo im Midtempobereich liegt. Musikalisch nicht schlecht umgesetzt. Snger Glen May hat auch eine kraftvolle, wenn auch etwas kauzige Stimme. Die einzelnen Songs fand ich aber zu hnlich. Was mich aber an TYRANT am meistens gestrt hat war die Optik. Ab einem gewissen Alter und den damit verbundenen Gewichtszunahmen und Haarausfall sehen komplette Lederkluften, in denen die Band aufgetreten ist, ein bisschen albern aus. Und Glen May hat definitiv nicht die Figur, mit der man sich bauchfrei auf die Bhne stellen sollte. Wenn man die Augen geschlossen hielt, war das gar nicht so schlimm. Aber sobald ich wieder auf die Bhne gesehen habe ging es irgendwie gar nicht mehr. Trotzdem muss ich zugeben, dass TYRANT beim Publikum gut angekommen sind. Geschmcker sind halt verschieden.

Setlist TYRANT:

  • Warriors Of Metal
  • Beyond The Grave
  • Listen To The Preacher
  • The Battle Of Armageddon
  • Legions Of The Dead
  • The Nazarene
  • Beginning Of The End
  • King Of Kings
  • Too Late To Pray
  • War

Die nachfolgenden ABATTOIR waren dann schon wieder von einem ganz anderen Kaliber. Hier gab es eine Stunde lang richtig druckvollen Thrash und Speed Metal mit enormer Power und Spielfreude. Die Band lebte von den beiden hervorragenden Gitarristen Juan Garcia (auch AGENT STEEL) und Tim Thomas, die sich gegenseitig druckvolle Riffs und melodische Soli zuspielten und in schnellen Hammersongs wie "Vicious Attack", "Under My Skin" oder "Everybody Dies" einfach nur Gas gaben. Snger Steve Gaines klingt thrahmetaltypisch kraftvoll und dynamisch, ohne jetzt der Supersnger zu sein. Aber das erwartet bei dieser Art von Musik ja auch niemand. Bei ABATTOIR wurde es dann auch richtig voll vor der Bhne, mit einem riesigen Moshpit im vorderen Hallendrittel. Steve kommunizierte stndig mit dem Publikum und schaffte es, eine Verbindung zwischen der Band und den Leuten aufzubauen. Beim abschlieenden MOTRHEAD-Cover "Ace Of Spades" brachen endgltig alle Dmme und die ganze Halle sang dieses Stck begeistert mit. ABATTOIR wurden danach verdient abgefeiert und waren definitiv einer der Abrumer des diesjhrigen KIT.

Setlist ABATTOIR:

  • Bring On The Damned
  • Game Of Death
  • Don't Walk Alone
  • Vicious Attack
  • The Enemy
  • The Living And The Dead
  • Hammer Of The Gods
  • Under My Skin
  • Annihilation Of Civilisation (EVILDEAD-Cover)
  • Everybody Dies
  • Stronger Than Evil
  • Screams From The Grave
  • Ace Of Spades (MOTRHEAD-Cover)

Nach einer gut halbstndigen Umbaupause kam dann die Band, wegen der ich eigentlich beim KIT war. LIZZY BORDEN legten mit dem Opener "Abnormal" ihrer letzten CD recht flott los. Frontmann Lizzy himself schaffte dadurch Spannung, dass er die erste Strophe hinter der Backline sang und dann vermummt als Tod gesondert auf die Bhne kam. Er wurde direkt begeistert empfangen und hatte das Publikum vom ersten Song an auf seiner Seite. Natrlich hatte er wieder seine Maskenparade, die er von Song zu Song wechselte und seine bekannten Spielzeuge wie die Axt (in "Give 'Em The Axe") oder den Baseballschlger (in "Notorious") dabei, mit denen er den Kontakt zum Publikum aufbaute. Diesmal hatte er sogar zwei Tnzerinnen im Schlepptau, von denen eine wieder auf der Bhne sterben musste. Beim anschlieenden "There Will Be Blood Tonight" sprang Lizzy in den Fotograben und verteilte ihr Blut, das von den Fans begeistert angenommen wurde. KIT XII Diese ganzen Einlagen gehren bei LIZZY BORDEN einfach dazu und wurden auch auf dem KIT abgefeiert. Auch die mittlerweile bekannten Todeskostme der anderen Jungs einschl. Schminke sind zurzeit einfach untrennbar mit der Band verbunden und unterstrichen den Headlinerstatus. Allerdings ist das alles nur Beiwerk der Show, die auch hier mal wieder auf hchstem musikalischen Niveau stand. Mich wrde ein Konzert ohne diese Sachen sicherlich genauso begeistern. Erfreulicherweise hat die Band auch ihre Setlist gegenber der Tour im vergangenen Winter etwas verndert und Perlen wie "Be One Of Us" oder "Hell Is For Heroes" neu integriert. Besonders hinweisen mchte ich auf den beim KIT neuen 19-jhrigen Gitarristen Dario Lorina. Der Typ ist definitiv nicht von dieser Welt. Eine derartig geniale Mischung des Spiels von Gren wie Randy Rhoads, George Lynch und Zakk Wylde mit eigener Note habe ich wirklich selten gehrt. Von dem werden wir bestimmt noch sehr viel hren. Und Chris Sanders, der andere Gitarrist, blhte neben ihm regelrecht auf. War er auf der Tour im Winter klar die Nummer Zwei, spielten auf dem KIT zwei gleichberechtigte Gitarristen, deren geniales Zusammenspiel im ausgedehnten Guitar Battle gipfelte. LIZZY BORDEN kamen beim KIT super an und wurden ihrer Headlinerposition des ersten Tages vllig gerecht, die ganze Halle ging begeistert mit. Fr mich das Highlight des KIT und vom ersten bis zum letzten Ton mal wieder ein begeisternder Auftritt der Band. Am Ende gab es nach rd. 100 Minuten Spielzeit als zweite Zugabe noch das RAINBOW-Cover "Long Live Rock 'N' Roll", bei dem das Publikum endgltig total ausrastete und der Fotograben voll mit feiernden Mitgliedern der anderen Bands war. Einfach nur genial. (Thorsten)

Setlist LIZZY BORDEN:

  • Abnormal
  • Give 'Em The Axe
  • Notorious
  • Live Forever
  • Rod Of Iron
  • Be One Of Us
  • Outcast
  • Bass Solo/Tomorrow Never Comes
  • Under Your Skin
  • Hell Is For Heroes
  • Master Of Disguise
  • Guitar Battle
  • Psychopath/There Will Be Blood Tonight
  • Me Against The World
  • American Metal
  • Red Rum
  • Zugabe 1:
  • Drum Solo
  • Somethin's Crawlin
  • We Got The Power
  • Zugabe 2:
  • Long Live Rock 'N' Roll (RAINBOW-Cover)

Nach einem ereignisreichen ersten Tag und einer partyfreudigen, mehr oder weniger erholsamen Nacht kann man den nchsten Tag dennoch entspannt angehen und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich DEJA VU gnzlich verpasst habe, was wohlmglich an meiner Vorliebe fr Doom liegt, so dass ich einfach nur zu langsam war. Eine Setlist konnte ich dennoch ergattern.

Setlist DEJA VU:

  • Fall Of The Brave
  • Wings Of Steel
  • Catch Me If You Can
  • Decibel Disease
  • Metalhead
  • Under Fire
  • Chldren Of The Eighties
  • Evil
  • Nightmare

Als Freund der langsamen Klngen sollte man sich PROCESSION nicht entgehen lassen, denn das Trio aus Chile wird als geheimer Nachfolger von WARNING gehandelt. Entsprechend gelassen ging die dreikpfige Truppe ans Werk, so dass auf der Bhne kaum Bewegung zu verzeichnen ist. Vor jener allerdings flogen, wenn auch in Zeitlupe, ein paar beeindruckende Matten. Der Sound von PROCESSION ist tatschlich jenem der Formation um Pat Walker hnlich, wobei ich persnlich die Band aus Essex bevorzuge, was allerdings nicht heien soll, dass die Chilenen schlecht wren. Im Gegenteil, die charismatische Stimme von Frontmann Felipe Plaza Kutzbach, der mit freiem Oberkrper und Patronengurt auftrat, dringt durch Mark und Bein und die zhen Songs besitzen teilweise berlnge, so prsentieren auch PROCESSION ihr komplettes Debt! Doch der Gig htte mehr an Atmosphre gewonnen, wre die Halle abgedunkelt gewesen - dennoch ein wirklich netter und hchstwahrscheinlich seltener Auftritt!

Setlist PROCESSION:

  • Raven Of Disease
  • Like A Plague Upon The Earth
  • Incinerate
  • The Road To Gravegarden
  • Down The River Of Corpses/The Funeral Of An Age

Auch THE GATES OF SLUMBER haben sich der berwiegend schweren und intensiven Musik verschrieben und sind ebenso als Dreier unterwegs. So konnte auch diese Formation das Platzangebot der relativ groen Bhne wenig nutzen, zwar gab es schon mehr Bewegung zu erleben, als noch bei PROCESSION, dennoch ist im Groen und Ganzen das Acting etwas sprlich ausgefallen. Entschdigt wurde das Publikum allerdings durch jede Menge Hits, wie etwa "Angel Of Death" oder "Trapped In The Web", wobei das Hauptaugenmerk des Sets berwiegend auf dem aktuellen Album "Conquerer" lag. Diese ausgezeichneten Heavy Doom-Songs wurden von den Fans frmlich aufgezogen. So fanden sich einige mehr Interessierte vor der Bhne ein, als noch bei der Band zuvor. Fazit: Fr Fans dieses Stil ein fantastischer Gig!

Setlist THE GATES OF SLUMBER:

  • Children Of Satan
  • Conqueror
  • The Jury
  • Ice Worm
  • Broken On The Wheel
  • Angel Of Death
  • Trapped In The Web

Eine typische KIT-Formation sind MILITIA aus dem heien Texas. Zwischen 1984 und 1986 gerade mal eine EP und zwei Demos verffentlicht, dann 2008 einen Sampler auf den Markt geschmissen, also gerade genug Material um einen dreiviertelstndigen Gig zu absolvieren. Aber die Jungs um Mike Soliz sind verdammt gut! Und wurden diesbezglich auch von ROCK HARDs Bruder Cle wrdig angekndigt und der hat bekanntermaen Ahnung! So war auf der Bhne zu traditionellem US-Powermetal, der mit technischen Einlagen und trashigen Attributen nur so gespickt ist, reichlich Bewegung zu verzeichnen. ber allem thront aber Mike Soliz, dessen Screams die hchsten dieses Wochenendes waren. Der Frontmann, der zu einer ganz frhen WATCHTOWER-Besetzung gehrte, ist schon eine Wucht. MILITIA sind genau die richtige Fortsetzung nach zwei mehr oder weniger zhen Doom-Bands, nun konnte nmlich auch vor der Bhne wieder zu legendren Stcken wie "Regiments Of Death", "The Sybling" oder "Metal Axe" richtig abgefeiert werden. Und selbst werde ich Ausschau nach der Best-Of-Compilation "Released" halten.

Setlist MILITIA:

  • Onjective:Termination
  • Regiments Of Death
  • Search For Steel
  • Onslaught
  • The Sybling
  • Salem Square
  • Metal Axe

Mit RIGOR MORTIS war nun die zweite Texas-Combo am Start. Jedoch muss ich erneut zugeben, diese verpasst zu haben, denn irgendwann muss der Magen schon mit was Festem gefllt werden, zumal auch die soeben erlebten Eindrcke gewaltig waren und Genosse Schwalbach aufgrund immenser Schmerzen im Nacken und Rckenbereich das Feld vorzeitig rumen musste. Fr Interessierte gibt es dennoch die Setlist.

Setlist RIGOR MORTIS:

  • Mummiefied
  • Shroud Of Gloom
  • Cattle Mutilation
  • Die In Pain
  • Wizard Of Gore
  • Contigious Contamination
  • Dead Fish
  • Demons
  • Vampire
  • Re-Animator

Mit LIVING DEATH ist steht wieder mal Pflicht auf dem Programm. Die Speedmetal-Veteranen aus Velbert haben sich zunchst nur wegen dem KIT-Gig reformiert. Da ist man sehr gespannt, ob die alte Form gehalten wurde. Musikalisch kann man eigentlich kaum meckern. Auch fhlte sich Thorsten "Toto" Bergmann wieder voll in seinem Element. Die Fans waren begeistert und knnen den ein oder anderen Song lautstark mittrllern, insbesondere zur Single mit dem merkwrdigen Namen "Eisbein mit Sauerkraut", welche zum Ausklang prsentiert wurde, war das Publikum ziemlich textsicher. Fazit: Nicht schlecht, aber selbst hatte ich mir irgendwie mehr versprochen. Doch, dass ich wieder mal einen alten Kramer-Bass mit Aluminium-Hals, wie ich ihn selbst auch manchmal zupfe, zu Gesicht bekomme, hat mich schon gefreut: Ein wunderschnes Instrument.

Setlist LIVING DEATH:

  • Grippin' A Heart
  • Vengeance
  • On The 17th Floor
  • Natures Death
  • Last Birthday
  • The Gallery
  • The Testament Of Mr. George
  • Screaming From A Chamber
  • Eisbein (Mit Sauerkraut)

Eine spezielle "Night Of SORTILEGE" wurde von ZOUILLE & HANTSON angekndigt. An dem Mikro befindet sich logischerweise Christian "Zouille" Augustin, der nach all den Jahren immer noch ein begnadeter Snger ist. Doch auch die anderen Musiker sind Virtuosen an ihren Instrumenten, entsprechende ausfhrliche Soli zeugten diesen Abend von einer grandiosen Leistung. Wobei ich persnlich sogar sagen muss, dass diese Besetzung fr mich der berflieger dieses Festivals war. Insbesondere die franzsischsprachigen Stcke berzeugten in jeglicher Hinsicht. Hier bekam man tatschlich Gnsehaut und ein kalter Schauer lief dem Zuhrer whrend diesem groartigen Gesang frmlich ber den Rcken. Die beiden englischsprachigen FURIOSO-Songs von Schlagzeuger Renaud Hantsons Hauptband kamen allerdings nicht so gut beim Publikum an, irgendwie fehlte hier der Spirit. Doch die bestens ausgesuchte Auswahl von "Mtamorphose"- und "Lames De Hros"-Tracks lieen keine Wnsche offen. Ich knnte hier noch stundenlang von einem unvergesslichen Auftritt und einer grandiosen Stimme schwrmen, doch dies wrde sicherlich den Rahmen dieses Berichtes sprechen. Es war einfach nur schn!

Setlist ZOUILLE & HANTSON:

  • D'ailleurs
  • Gladiateur
  • Just Keep Holding On
  • Civilisation Perdue
  • Guitar Solo
  • Quand Un Aveugle Rve
  • Get Out
  • Chasse Le Dragon
  • Drum Solo
  • Cyclope de L'Etang
  • Indien De Demain
  • A Dead Man Won't Lie
  • Marchand D'Hommes
  • Bass Solo
  • Sortilge

Als erste niederlndische Heavy Metal-Band sind PICTURE geradezu verpflichtet einmal die heiligen Bretter der "Keep It True"-Bhne zu entern. Auch wurden mir diese Truppe von keinem geringeren als METAL INQUISITORs Blumi ans Herz gelegt. Selbst muss ich tatschlich gestehen, bislang nur wenig von den Hollndern gehrt zu haben - Asche auf mein Haupt. Doch das sollte sich schnell ndern. Nachdem mir im Voraus schon viel Gutes berichtet wurde, war ich dennoch positiv berrascht. Die meisten Songs sind einfach nur Stimmungskanonen, entsprechend war die Atmosphre gigantisch. Auch Titel vom demnchst erscheinenden Comeback-Album werden vom Stapel gelassen. Selbst diese reihen sich nahtlos in die frheren Hits ein. Da ist man tatschlich auf die Zukunft dieser alten Metal-Haudegen aus den Niederlanden gespannt.

Setlist PICTURE:

  • You're All Alone
  • Heavy Metal Ears
  • Diamond Dreamer
  • Old Dogs New Tricks
  • Blood Out Of A Stone
  • Eternal Dark
  • Griffons Guard The Gold
  • The Blade
  • Battle For The Universe
  • Lady Lightning
  • Fill Your Head With Rock
  • Celtic Cross
  • Choosing Your Sign
  • Live By The Sword
  • Bombers

Was ganz Besonderes soll zum 30-Jhrigen New Wave Of British Heavy Metal-Jubilum geboten werden. Die Cover-Band ROXXCALIBUR, die aus Mitgliedern von ABANONED und VIRON besteht, lassen diese glorreiche ra wieder auferstehen. Selbstverstndlich sind wir hier auf dem KIT, das heit nicht die Gruppe allein zelebriert diese traditionellen Songs, sondern auch jede Menge Musiker, die frmlich dieses "Genre" mitbegrndeten werden Gastauftritte haben. ROXXCALIBUR Eigentlich konnte man es schon erahnen, dass Brian Ross von BLITZKRIEG schon nach dem ersten Song einem Medley aus lngst vergangenen Zeiten, die Bhne betritt und neben "Blitzkrieg" selbst auch das SATAN-Stck "Break Free" darbietet. Und dann ging es Schlag auf Schlag: Jess Cox (TYGERS OF PAN TANG) ist bei "Wild Catz" mit von der Partie. Auerdem stehen zeitgeme Musiker von GIRLSCHOOL, CLOVEN HOOF oder DEMON bereit, oder auch Tom Angelripper (SODOM), der fr die TANK-Tracks verantwortlich ist. Zum Ende des Gigs gab es noch eine ordentliche Portion IRON MAIDEN auf die Ohren, welche von Harry Conklin (JAG PANZER) ausgezeichnet umgesetzt wurde. Im Prinzip ist das Alles nichts besonderes. Einen Auftritt der kompletten damaligen Band wre schon interessanter, doch es ist beraus ergreifend wenn 2000 Fans mit der Faust gen Himmel lautstark und gemeinsam "Don't Break The Circle" singen. Da bleibt kein Auge trocken und selbst der hartgesottenste Thrashmetaller sollte sptestens jetzt sentimental werden.

Setlist NWOBHM ANNIVERSARY mit ROXXCALIBUR:

  • ROXXCALIBUR-Medley
  • BLITZKRIEG: Blitzkrieg
  • SATAN: Break Free
  • TYGERS OF PAN TANG: Wild Catz
  • BLEAK HOUSE: Rainbow Warrior
  • JAMESON RAID: 7 Days
  • GIRLSCHOOL: Race With The Devil
  • GIRLSCHOOL: Emergency
  • CLOVEN HOOF: Gates Of Gehenna
  • DEMON: Night Of The Demon
  • DEMON: Don't Break The Circle
  • SAMSON: Bright Lights
  • SAMSON: Too Close To Rock
  • TANK: This Means War
  • TANK: Don't Walk Away
  • ROXXCALIBUR: See You In Hell
  • IRON MAIDEN: 22 Acacia Avenue
  • IRON MAIDEN: Running Free

Ein wenig berraschend ist es schon ARMORED SAINT als Headliner dieses Festivals erleben zu drfen. Zwar ist die Truppe um Frontrhre John Bush ihrem traditionellen und klassischen Metalstil ber die Jahre hinweg stets treu geblieben, doch ein seltener Gast auf deutschen Festivals sind die fnf Heiligen sicherlich keiner. Da passt die ansonsten groartige Band irgendwie nicht in das Konzept des KITs. Aber egal, rocken werden die Jungs garantiert und beraus furios. Auch wird immer eine energiegeladene und schweitreibende Show geboten. So ging es schon whrend dem Opener "Reign Of Fire", ob auf oder vor der Bhne, mchtig zur Sache. Zwar htte ich erwartet, dass man hier mit "March Of The Saint" beginnt, doch dieses Stck sollte als nchstes die Kpfe zum Schtteln bewegen. Tradition wre zwar, dass ARMORED SAINT ihre ersten beiden Alben komplett und am Stck spielen, dann noch den Titeltrack des dritten Werkes als Zugabe prsentieren, doch man spielte einen "normalen" Set, wie man ihn auch whrend jeden anderem Event erleben darf, hierzu braucht es kein "Keep It True". Doch nun genug gemeckert. John Bushs Stimme ist wie immer schn rauchig anzuhren. Joey Vera: ein absoluter Bassgott. Die Melodiefraktion haut sich das ein oder andere virtuose Solo aus dem rmel. Dieser Auftritt war schon klasse! Als dieser langsam zu Ende ging und Granaten wie "Nervous Man", "Mad House" oder "Can U Deliver" dargeboten wurden, fhlte man sich schon in die guten alten Zeiten zurckversetzt.

Setlist ARMORED SAINT:

  • Reign Of Fire
  • March Of The Saint
  • Pay Dirt
  • Creepy Feelings
  • Last Train
  • Book Of Blood
  • False Alarm
  • Aftermath
  • Drum Solo
  • Symbol Of Salvation
  • Nervous Man
  • Chemical Euphoria
  • 1. Zugabe
  • Can U Deliver
  • Mad House

Zum Abschluss kann man nur sagen, dass dieses Wochenende wieder einmal grandios war. Auch das Billing lie kaum wnsche offen. Die familire Atmosphre und groartige Stimmung trugen selbstverstndlich auch ihren Teil hierzu bei.
Nchstes Jahr gibt's auch wieder die volle Breitseite mit bespielsweise WATCHTOWER, ANACRUSIS, SIREN, HEART OF CYGNUS oder HADES. Verdammt, dann mssten folglich Alan Tecchio, wie auch Jason McMaster vor Ort sein. Ob, ich das verkraften werde? Da bleibt weiterhin nur noch die Frage: "Wann kann ich hier endlich CONFESSOR sehen?" CORONER wren aber auch nicht schlecht! (Michael)



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