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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SAGA
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 13.05.2009
Autor Jrgen Schnemann und Thorsten Ritter
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Fr das anstehende SAGA-Konzert hatten wir uns erst ein paar Tage im Voraus entschieden und htten es - aufgrund allgemeiner Trgheit bzw. Frhjahrsmdigkeit - fast ausfallen lassen. Die Liebe zur Musik und eine gewisse Neugier siegten dann aber doch. In diesem Zusammenhang htten wir gerne auch die anfnglich angekndigte Vorgruppe IT BITES gesehen, welche heute aber leider nicht spielte. Nun gut, htten wir die einschlgigen Gazetten besser studiert, dann wre uns nicht entgangen, dass IT BITES nicht fr alle Gigs der Tour gebucht waren; schade eigentlich. So blieb daher nur eine Frage offen, welche sich sicher auch der Rest des Publikums stellte: Ist noch SAGA drin, wo SAGA drauf steht? Wie hinlnglich bekannt sein drfte, trennte sich Mitbegrnder und Frontmann Michael Sadler im Jahre 2007 nach mehr als 30 Jahren aus privaten Grnden von der Band und dementsprechend war, wie bereits schon vor Erscheinen des aktuellen Albums "The Human Condition", fraglich: Wie klingt der Neue und passt er berhaupt zu SAGA?

Saga

Als wir kurz nach 20 Uhr im augenscheinlich ausverkauften Colos-Saal aufschlugen, war es gar nicht so einfach, einen guten Platz in den vorderen Reihen zu bekommen. Einmal vorne angekommen war es dann aber doch ganz angenehm und die Sicht auf die Bhne nicht schlecht. Das Knipsen von einigermaen respektablen Fotos gestaltete sich whrend des Konzertverlaufs trotzdem als schwierig, da die Bhne meist in Rot getaucht war. Gegen 20.15 Uhr ging es dann auch bereits los und unter viel Beifall kamen die Bandmitglieder nacheinander auf die Bhne. Das Konzert begann - wie auch die aktuelle CD - mit dem wenig aussagekrftigen Titelsong, welcher mit Erscheinen des neuen Sngers Rob Moratti in "The Flyer" (einem der groen Hits aus den 80ern) berging. Interessant waren die Reaktionen des Publikums zu beobachten, welche zunchst noch ausgelassen waren, aber im Verlaufe des Konzerts immer mehr in erwartungsvolle "Stille" bergingen. Auerdem konnte man sich des Eindruck nicht erwehren, dass SAGA auf jeden Fall Stimmung und gute Laune "produzieren" wollten, denn im Anschluss kam mit "Wind Him Up" der nchste Evergreen aus den glorreichen Anfangstagen. Auch die darauffolgenden Stcke kamen aus der Sadler-ra und erst zur Mitte des Sets prsentierte man mit "Crown Of Thorns" einen von vier aktuellen Songs.

Saga

An dieser Stelle lie sich ganz klar sagen, dass Rob Moratti auf jeden Fall eine gute Stimme hat und auch gut zu den neuen SAGA-Stcken passte, aber 30 Jahre mit einer anderen Person am Mikro lassen sich nicht so einfach wegwischen. Michael Sadler gab der Band - im wahrsten Sinne des Wortes - seine Stimme und Live vor allem sein Charisma. Beides hatte Moratti leider nicht und er konnte nicht ansatzweise in die Fustapfen seines Vorgngers treten. Er sah eher wie der Snger einer Hard Rock-Combo aus und seine Performance wirkte recht statisch. Eher unbeholfen versuchte er durch sein ewiges Dauerlcheln sowie durch sich stndig wiederholende Gestiken, die mehr den Scharm eines Schlagersngers hatten, dass Publikum zu unterhalten. Ein Entertainer ist jedenfalls nicht an ihm verloren gegangen. Zudem war es schade, dass er bei lngeren Instrumentalpassagen die Band verlie und von der Bhne verschwand. Im Gegensatz zu Sadler spielte er kein Instrument, auch wenn er sich bei zwei Songs kurz zu Jim Gilmour an die Keyboards gesellte. So konnte man beobachten, dass sich sowohl SAGA als auch das Publikum in Abwesenheit des "Neuen" wesentlich freier und lockerer gaben.

Saga

Nach dem viel bejubelten "Humble Stance" und dem von Keyboarder Jim Gilmour mit Gnsehautfaktor vorgetragen "Scratching The Surface" endete das restliche Programm - wie bereits zu Beginn - mit traditionellen SAGA; von "You Look Good To Me" und dem im Zugabenteil gespielten "It Never Ends" mal abgesehen. Alles in allem war es spieltechnisch wie immer perfekt und auch mit der neuen Stimme konnte man sich - gezwungenermaen - arrangieren, nur hatte man nicht mehr das Gefhl einem SAGA-Konzert beizuwohnen. Gleiches gilt auch fr die - sicherlich gelungene - neue SAGA-Platte. Zudem endete das Konzert nach nur etwas mehr als 90 Minuten viel zu frh, was bei einem Eintrittspreis von 24 Euro - ohne Vorgruppe - doch ein wenig frech war, zumal SAGA in der Vergangenheit schon deutlich lnger gespielt haben.

Setlist: SAGA
  • The Human Condition
  • Flyer
  • Wind Him Up
  • You Were Right
  • On The Air
  • Book Of Lies
  • Careful Where You Step
  • Crown Of Thorns
  • Step Inside
  • Humble Stance
  • Scratching The Surface
  • You Look Good To Me
  • Don't Be Late
  • You're Not Alone
  • It Never Ends
  • On The Loose
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