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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing METAL CRUISE 5
Ort Koblenz, MS Rheingold
Datum 04.04.2009
Autor Torsten Butz und Michael Kmmet
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Krzlich verlie die MS Rheingold zum fnften Male die Koblenzer Anlegestelle um musikhungrige Rocker auf offener See mit reinem Stahl zu versorgen. MetalCruise 5 Kapitn Ahab legte Punkt 20:00 Uhr ab und die lokale Formation DUSTY MILLER los. Whrend die Millers sich bereits die Seele aus dem Leib spielten schien der Kapitn noch etwas verwirrt. Mosel rauf, Mosel runter, Wende hier, Wende dort, bis er schlielich den verborgenen Rhein gefunden hatte und diesem im Laufe des Abends bis Boppard folgte. Vor der Bhne wurde es langsam etwas voller, wobei man hier nicht im Sinne von Bhne im Allgemeinen sprechen darf. Aufgrund der geringen Deckenhhe waren Band und Publikum auf dem Schiff auf einer Ebene, quasi in Augenhhe. Dies wiederum erschwerte es selbst fr Grogewachsene das Geschehen aus hinteren Reihen zu sehen. Hingegen konnte man die Combo beraus laut hren, doch aufgrund der Schiffskonstruktion, welche wahrscheinlich viel mehr fr Kaffeefahrten ausgelegt ist, musste man auch beim Sound Abstriche machen. Doch bekommt man ein Metal-Konzert auf einem Schiff auch nicht alle Tage geboten und so konnte man das Ntzliche mit dem Angenehmen verbinden. Fr ausreichende Versorgung mit khlen Getrnken wurde auch gesorgt und bis zum Einbruch der Dunkelheit war die Aussicht von Oberdeck sehr romantisch, wobei man die frische Seeluft genieen konnte. Entsprechendes Merchandise fand man auf dem Zwischendeck.

Dusty Miller

Doch zurck zur Aktivitt auf der Bhne, auf welcher DUSTY MILLER ordentlich abrockten. Es machte wirklich Laune dieser jungen Band zuzuhren. Auch die Spielfreude war den vier Jungs an diesem Tage sichtlich anzusehen. Nur das Outfit der Truppe wollte nicht so recht zur Musik passen, sahen sie doch viel zu brav aus. Ihre besondere Mischung aus Stoner Rock, Blues und Metal war ein gelungener Start in den Abend und hatte die Menge schon mal fr die folgenden Acts mchtig angeheizt.





Setlist: DUSTY MILLER
  • Devil's Hoof
  • Godhead
  • The Green Manalishi (Judas Priest Cover)
  • Way Down
  • X-Ray
  • Institution Green
  • Voodoo Drum
  • Helicopter Head
  • Ten Billion Miles
  • Fire

Nach einer kurzen Umbaupause gab sich der gute ONKEL TOM ANGELRIPPER, den viele als Frontmann der Gelsenkirchener Thrash-Verteranen SODOM kennen, die Ehre um altbekannte Trink- und Partylieder in seinen speziellen Versionen zu darzubieten. Textsichere Fans lieen sich das Mikro auch gerne Mal zum Mitsingen oder auch zum Mitgrlen an den Rachen halten. Ein Bad in der Menge wollte sich Tom, der als Onkel ohne roten Bass unterwegs ist, auch nicht nehmen lassen. So gelang es ihm, die Stimmung erneut anzuheizen, denn auch wenn man ihn in dieser Gesellschaft noch nicht gesehen hatte, irgendwie sind einem die Worte der alten Gassenhauer, wie "Schnaps, das war sein letztes Wort" oder "Es gibt kein Bier auf Hawaii" doch gelufig.

Onkel Tom
Setlist: ONKEL TOM
  • Im Tiefen Keller
  • Immer Wenn Ich Traurig Bin
  • Diebels Alt
  • In Gesellschaft
  • Schnaps, Das War Sein Letztes Wort
  • Nunc Est Bibendum
  • Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen
  • Ein Schner Tag
  • Caramba, Caracho, Ein Whisky
  • Junkers Kneipe
  • Delirium
  • Kreuzberger Nchte
  • Trink, Trink, Brderlein Trink
  • In Mnchen Steht Ein Hofbruhaus
  • Es Gibt Kein Bier Auf Hawaii

Mittlerweile verabschiedete sich die Sonne und drauen war es ordentlich dunkel, somit genau die richtige Atmosphre fr einen Headliner: HOLY MOSES! Wer die Frontfrau der Aachener Combo bis dato noch nicht erlebte, wird bei den ersten Textzeilen erst einmal ordentlich die Ohren angelegt haben. Sabina Claasen hat ein Organ, das Gerusche erzeugt, die viele mnnliche Sanges-Kollegen vor Neid erblassen lassen. Ich wei nicht inwieweit die Schiffsbrcke schallisoliert ist, knnte mir jedoch vorstellen, dass der Kapitn kurz dachte, er wre auf Grund gelaufen. In den idyllischen Ortschaften links und rechts des Stroms wurden nun die mittelalterlichen Stadttore geschlossen, whrend auf der Fregatte die Matten der begeisterten Metalheads kreisten und die Gitarren bedrohlich sgten. Auf und vor der "Bhne" hatte man mchtig Spa. Die Spielfreude der Oldschool-Thrasher wurde von den Fans ehrwrdig honoriert - ein toller Ausklang eines Konzertabends mit besonderer Location.

Holy Moses
Setlist: HOLY MOSES
  • Defcon II
  • Finished With The Dogs
  • Summer Killz
  • Nothing For My Mum
  • Life's Destroyer
  • Through Shattered Minds
  • World In Darkness
  • In The Slaughterhouse
  • World Chaos
  • Lost In The Maze
  • Master Of Disaster
  • Bloodbound Of The Damned
  • Current Of Death
  • SSP (Secret Service Project)
  • End Of Time

Ein Schiffsfahrt ist immer etwas besonders. Wenn nun noch drei attraktive Formationen diese mit harter Musik beschallen, so wird der Ausflug zum Ereignis. Auch die fnfte Metal Cruise machte hier keine Ausnahme. Zwar hatte man mit den blichen Sound- und Sichtproblemen zu kmpfen, doch die Atmosphre und Stimmung war trotz der geringeren Besucherzahl als in den Vorjahren grandios. Die Preise fr Verkstigungen hielten sich in Grenzen. Lediglich das Heraustreiben der Gste kurz nach dem Anlegen in Koblenz nervte ein wenig. So konnte auch dieses Event im Groen und Ganzen als gelungen bezeichnet werden. Sei nur noch zu hoffen, dass diese Kreuzfahrt sich nicht zur alltglichen Attraktion wandelt, denn fnf Veranstaltungen dieser Art innerhalb zweieinhalb Jahren knnten eine gewhnliche Routine einkehren lassen.

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