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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DELAIN, LASTDAYHERE
Ort Frankfurt, Nachtleben
Datum 21.04.2009
Autor Frank Leuther & Thorsten Ritter
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An einem warmen und sonnigen Dienstagabend machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt, um den Klngen der hollndischen Gothic Metal Band DELAIN zu lauschen. Eigentlich nicht das richtige Wetter fr diesen Abend und vielleicht war dies auch der Grund, LastDayHere LastDayHere warum sich der Andrang vorm Nachtleben in Grenzen hielt. Unsere Vorfreude war trotzdem gro, diese noch junge Formation in einer solchen Location verfolgen zu knnen, denn der groe Bruder WITHIN TEMPTATION war mit einem Schlag viel zu bekannt, um in einem solch intimen Rahmen auftreten zu knnen. Wir stellten uns dennoch die Frage, ob DELAIN auch ohne das Staraufgebot - vor allem vom ersten Album - berzeugen und die Songs dementsprechend live umsetzten knnen.

Pnktlich um 20 Uhr begann der Einlass, aber der Club fllte sich nur langsam, so dass es zu Beginn der Vorband LASTDAYHERE gegen 21 Uhr noch sehr bersichtlich war. Das anwesende Publikum war indes recht komisch gemischt und eine bermacht an schwarz Gewandeten war wider Erwarten nicht auszumachen. Die junge, aus Slowenien stammende Vorband, welche nirgendwo angekndigt war, drfte in hiesigen Breitengraden keinen hohen Bekanntheitsgrad genieen; uns sagten die Jungs jedenfalls nix. Die nchsten knapp 35 Minuten wurde dann Alternative Rock, der gekonnt mit Spielarten des modern Metal vermengt wurde und teilweise ein wenig an STAINED meets KORN erinnerte, geboten. Der gnzlich klare und eindringliche Gesang von Frontmann Marko Duplisak wusste aber zu gefallen und die Songs, welche stellenweise amtlich groovten, gingen allesamt nach vorne los und haben auf jeden Fall das Potenzial eine grere Hrerschaft zu erreichen. Whrend die Gitarristen Uros Borsic und Jure Gorjanc grtenteils mit ihrem Instrument beschftigten waren, vereinnahmte Snger Marko die beengte Bhne fr sich, stand keine Minute still und schien als Einziger seinen Spa zu haben. Er versumte keine Gelegenheit mit seinen "Clap your hands"-Rufen die Anwesenden zum Mitmachen zu animieren, wobei dies mit zunehmender Dauer jedoch ziemlich nervte. Zudem trug es nur bedingt Frchte, da die Reaktionen im Publikum eher verhalten waren und erst nach knapp der Hlfte des Gigs etwas Bewegung bei den Fans aufkam, welche sich zum Ende des Auftritts dann aber noch etwas steigerte. Sicher nicht die beste Wahl frs heutige Vorprogramm, aber trotzdem ein souverner Gig einer aufstrebenden Band. Daumen hoch!

Setlist: LASTDAYHERE
  • Standing In Dark
  • Deep Down Surrounded
  • This Time
  • Hide
  • Never Coming Arround
  • Burned Inside
  • Take Away
  • Saved From Falling

Kurz nach 22 Uhr war es dann endlich soweit und die halbstndige Umbaupause sollte ein Ende haben, als DELAIN unter lautem Beifall die Bretter, die die Welt bedeuten, enterten. Delain Delain Mittlerweile war es auch ein wenig voller im Nachtleben, aber bei weitem nicht ausverkauft. Whrend einem kurzen Intro, welches zum Opener "Invidia" gehrte, kamen die Herren von DELAIN auf die Bhne und nahmen hinter ihren Instrumenten Platz. Zuletzt folgte ihnen Charlotte Wessels, eine der charismatischsten und auch attraktivsten Sngerinnen, die das female fronted Genre zu bieten hat, welche neben Gitarrist Roland Landa den Blickfang des heutigen Abend bilden sollte. Die anfnglich gestellte Frage bezglich fehlender Gastmusiker lies sich bereits nach Kurzem beantworten, denn es wurde schnell klar, dass die Songs auch hervorragend ohne markante Stimmen - z. Bsp. von Marko Hietala - funktionierten. Charlotte Wessels bewies eindrucksvoll, dass sie keine Hilfe bentigt und fr den mnnlichen Part bzw. diverse Grunts sprang Gitarrist Ronald Landa ein, der seine Sache mehr als ordentlich machte und das bei "The Gathering", "Silhouette Of A Dancer" oder "Frozen" bemerkenswert unter Beweis stellte. Fr den Bombast zeichnete sich DELAIN-Mastermind und Bandgrnder Martijn Westerhold verantwortlich, der permanent grinsend hinter seinem Keyboard im hinteren Bereich der Bhne thronte. Er sorgte auch fr den Unterschied zu namhaften Gren wie WITHIN TEMPTATION oder NIGHTWISH, mit denen sich tragischerweise alle neuen Bands, die hnliche Musik machen, vergleichen lassen mssen, da die orchestralen Parts lange nicht so ausufernd und die Songs nicht mit triefendem Pathos berladen sind. DELAIN sind eine Metal Band, wofr "Stay Forever", "Control The Storm" und "Virtue and Vice", welches im Zugabenpart kam, die besten Beispiele waren. Die Nummern rockten und machten einfach richtig Spa; das Keyboard agierte songdienlich im Hintergrund. Man merkte der Band die Spielfreude frmlich an und die Fans dankten dies mit einer gehrigen Portion Applaus. Ein weiteres Plus war sicher auch die Gestik von Charlotte, die mehr bangte und damit an Floor Jansen - von den leider aufgelsten AFTER FOREVER - erinnerte, als das sie sich dem in diesem Metier blichen Ausdruckstanz hingab. Auch die mit einem charmanten hollndischen Akzent in Deutsch intonierten Ansagen, trugen zur Sympathie bei. Hier wirkte alles natrlich und Nichts aufgesetzt. Allein die Spielzeit von etwa 70 Minuten hinterlie einen kleinen Wehmutstropfen, wir htten gerne noch "I'll Reach You", "Start Swimming" und "See Me In Shadow" gehrt, der jedoch auf Grund eines nahezu perfekten Konzertabends schnell verdampfte. Wir gehen jedenfalls davon aus, dass wir diese charmante Band letztmalig in diesem intimen Rahmen gesehen haben, denn DELAIN sind auf dem besten Wege zu den erwhnten Vorzeigebands aufzuschlieen.

Setlist: DELAIN
  • Invidia
  • Stay Forever
  • Sever
  • April Rain
  • Go Away
  • The Gathering
  • Lost
  • Silhouette Of A Dancer
  • Control The Storm
  • Frozen
  • Sleepwalkers Dream
  • Nothing Left
  • Virtue And Vice
  • Pristine
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