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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing TIAMAT, THE 69 EYES, AVA INVERI
Ort Frankfurt, Batschkapp
Datum 26.02.2009
Autor Sabine Jordan & Thorsten Ritter
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An einem recht milden Donnerstag-Abend im Februar lockten uns TIAMAT und THE 69 EYES in die Batschkapp. Eigentlich sollten noch NOVEMBRE, GOTHMINISTER und SCREAM SILENCE mit von der Partie des Hellhounds-Fest sein, welche aber bereits im Vorfeld aus labeltechnischen Grnden gestrichen wurden. Als Entschdigung war jedoch sowohl ein volles Headliner-Set von TIAMAT als auch von THE 69 EYES vorgesehen. Einlass sollte angeblich um 18:00h sein und der Startschuss eine Stunde spter fallen. Wir beschlossen aber, uns nicht zu hetzen, da irgendwie klar war, dass ein Verpassen von AVA INFERI aus Portugal mglicherweise nicht unbedingt weh tun wrde. Ava Inveri Also schlugen wir erst kurz nach 19:00h auf und konnten - ohne am Einlass lnger zu warten - die Location betreten. Drinnen warteten zwar bereits einige Fans, aber verpasst hatten wir noch nichts. So bliebt noch Zeit fr ein Cola-Bierchen bzw. Weinchen und einen Blick auf den Merchandise-Stand. Die Shirts von TIAMAT waren jedoch total hsslich und sollten 20 EUR kosten, was fr ein Shirt in letzter Zeit ja fast blich ist. Na gut, Geld gespart, denn gekauft haben wir nichts!

Um ca. 19:30 h startete dann die in Portugal gegrndete Band von MAYHEM-Gitarrist und Songwriter Rune Eriksen, AVA INFERI. Sngerin Carmen Simes betrat die Bhne mit einer kleinen Laterne und fhrte dabei eine Art Ausdruckstanz auf, womit ich gleich auf das schlimmste gefasst war. Leider trat genau das auch ein: AVA INFERI spielten doomigen und vor allen Dingen grausamen Gothic-Rock, wobei die Sngerin mit Ihrem Mchtegern-Operngesang am meisten nervte. Den Herren der Schpfung wurde dabei leider nicht einmal eine optische Entschdigung geboten, da sich die Dame in ein recht unvorteilhaftes und fr ihre Figur zu enges, schwarzes Kleid zwngte. Auch beim zweiten Song, der auf portugiesisch dargeboten wurde, besserte sich die Lage nicht. Mir taten trotz Ohrstpsel meine Lauscher weh, so dass ich schnell ein paar Bilder machte um mich dann, zumindest von den vorderen Boxen, entfernen zu knnen. Zum Glck war der Spuk etwa eine halbe Stunde spter wieder vorbei und ein Groteil der Besucher drfte - wie wir - froh gewesen sein, wobei man ja vielleicht doch einrumen msste, dass es ohne den Gesang der Dame keine schlechte Musik gewesen wre. Leider hat das mit dem Wegdenken nicht geklappt.

Wenn man den stolzen Preis von 28 EUR an der Abendkasse bedenkt, sowie die Tatsache, dass die Hlfte der ursprnglich fr das Hellhounds-Fest geplanten Bands gestrichen wurden, so war es inzwischen echt gut voll in der Batschkapp; zwar nicht ausverkauft, aber durchaus kuschelig.(Sabine Jordan)

Nach gut einer halbstndigen und daher meines Erachtens viel zu langen Umbaupause wurde es endlich wieder dunkel im Saal und das von Konserve kommende "Cry Little Sister" vom Film "The Lost Boys" lutete den Auftritt der THE 69 EYES ein. The 69 Eyes Gegen Ende dieses, fr meinen Geschmack doch etwas langen, Intros kamen die Helsinki Vampires dann auch auf die Bhne und legten mit "Framed In Blood" gleich ordentlich los. Was fr eine Wohltat fr meine Ohren.
The 69 Eyes Mir fiel auf, dass die Mannen um Snger Jyrki 69 - abgesehen von Drummer Jussi 69, der seinen freien Oberkrper prsentierte - alle mit der gleichen Jacke auf die Bhne kamen. Snger Jyrki 69 fegte wie ein Derwisch ber die Bhne und war stndig in Bewegung. Seine Frisur, von der ich anfangs dachte es sei eine Percke, war zwar grenzwertig und auch die Sonnenbrille, die er die meiste Zeit aufbehielt, empfand ich als ein wenig strend bzw. berflssig, aber ansonsten gab es an seiner Show nichts auszusetzen. Auch die tolle tiefe Stimme tat ihr briges, da sie sowohl den Rockern als auch den gefhlvolleren Songs gut zu Gesicht stand. Dazu poste die String-Fraktion ohne Ende, aber der agile Frontmann blieb stets im Mittelpunkt. Es wurde jedenfalls deutlich mehr Rock' n' Roll als Goth geboten, womit aber die meisten Fans im Publikum komischerweise nicht viel anfangen konnten; will heien, dass ohne Animation seitens des Snger nicht viel lief und kaum Stimmung aufkommen wollte. Nicht mal bei dem an als Nummer 3 gezockten "Gothic Girl" sollte sich daran viel ndern. Zu meinem Bedauern waren heute anscheinend kaum Rocker anwesend und die Masse verharrte in einem lethargischen Zustand. Einzig ein paar hirnlose Testosteron-Gorillas nutzen - dummerweise vllig berzogen - den Innenraum zum Pogen und sorgen damit fr reichlich Stress bzw. Unverstndnis bei den grtenteils schwarz gewandeten Fans. Sicher werde nicht nur ich mich gefragt haben, was dieses Verhalten sollte - Unmut oder Begeisterung lassen sich auch anders uern - und es war bedauernswert dass diese Idioten nicht von der Security entfernt wurden. Ab "Feel Berlin" gab es dann aber doch mehr Reaktionen seitens des Publikums, aber ich habe definitiv anderes Fan-Feedback bei THE 69 EYES in Erinnerung.
Nach 55 viel zu kurzen Minuten beendete "Devils" leider schon den regulren Auftritt der engagierten Truppe, aber THE 69 EYES lieen sich nur kurz feiern und kamen - passend zum eingangs gehrten Intro fr "Lost Boys" nochmal zurck. Danach war dann aber endgltig Schluss und das auf der Setlist stehende "L.A. Woman" wurde uns vorenthalten, was anhand der Publikumsreaktion jedoch irgendwie verstndlich war. Ein gelungener, wenn auch vielleicht ein wenig zu routinierter Auftritt einer sympathischen Band und ein weitestgehend teilnahmsloses Publikum. Nichtsdestotrotz dauert ein Headliner-Gig fr mich mindestens 75 Minuten, so dass zu hoffen blieb, dass TIAMAT nicht ebenfalls nach einer Stunde die Bretter verlassen sollten. (Thorsten Ritter)

    Setlist: THE 69 EYES
  • Framed In Blood
  • Never Say Die
  • Gothic Girl
  • Rocker
  • Christina Death
  • Perfect Skin
  • Stolen Season
  • Feel Berlin
  • From Dusk Till Dawn
  • Betty Blue
  • Stigmata
  • Brandon Lee
  • Devils
    Zugabe:
  • Lost Boys

TIAMAT betraten nach einer mir recht lang vorkommenden Umbaupause erst um 22:10 die Bhne und ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es vor der Bhne geringfgig leerer geworden war. Dekoration gab es fast keine, auer einem schwarzen Vorhang mit einem verhltnismig kleinen weien, umgedrehten Kreuz und jeder Menge Kunstnebel das ganze Set hindurch. Tiamat Johan Edlund sah einfach krass aus mit seiner schwarzen Mtze, den schwarz-verschmierten Augen, dem offenen Kapuzenpulli mit Blick auf Tattoos und dicken Silberschmuck am Hals. Dabei bin ich sicher, er knnte normaler gekleidet echt nett aussehen. Er kam trotz seiner schrgen Erscheinung aber sehr sympathisch rber und machte freundliche und fr seine Verhltnisse sogar recht viele Ansagen. Als Opener gab es "Will They Come?" vom aktuellen und mir nicht wirklich bekannten Album "Amanethes". Tiamat Ich hatte zwar mal in die neuen Songs reingehrt, aber da ich Fan der Alben "Clouds" und "Wildhoney" bin, taute ich auch erst beim genialen "Do You Dream Of Me?", dem ersten Wildhoney-Stck des Abends etwas auf. Ich liebe die atmosphrischen, dunklen Klnge der Band; die neuen Stcke sind mir zu Gothic und zu wenig gitarrenlastig, irgendwie ist das fr mich kein TIAMAT mehr.
So richtig munter wurde ich dann bei "Vote For Love" von "Judas Christ", da es endlich mal ein wenig rockte. Dem folgten "For Her Pleasure", "Phantomas Deluxe" und "Brighter Than The Sun". Im Laufe des Abends forderte Johan das Publikum sogar zum Feuerzeuge herauszuholen und schwenken auf, tat aber gleich seinen Unmut kund, als stattdessen einige Handys in die Luft gehalten wurden, die er explizit ausschloss. Abgesehen von ein paar Ansagen, jeder Menge Nebel, etwas Gestik von Johan und ein ganz klein wenig Bewegung an der Gitarren und Rhythmusfraktion boten TIAMAT erwartungsgem nicht unbedingt eine abwechslungsreiche Bhnenshow. Dafr feuerte Johan Frankfurt aber an, mehr Stimmung als in Berlin oder Mnchen zu machen und ermunterte uns mit den Worten: "You know you can do it!" zum Klatschen und Grlen. Dazwischen erinnerte er noch einmal daran, als die Stimmung abzuflachen drohte und sagte: "You know what to do. Do it again!" Das htte ich ihm gar nicht zugetraut, ich hatte ihn irgendwie wortkarger in Erinnerung. Kurz nach 23:00h war dann trotzdem das erste Mal Schluss. Dem folgten glcklicher Weise aber noch 4 Zugaben, wobei die Erste nicht auf der Setlist zu finden war und ich bisher auch nicht herausfinden konnte, um welchen Song es sich handelte. Unter den verbliebenen 3 Nummern waren mit "Via Dolorosa" ein aktuelles Stck sowie ein Wildhoney-Nachschlag in Form von "Gaia". Zum Abschluss machten uns TIAMAT mit "The Sleeping Beauty" aber das schnste Geschenk des Abends, das mit sehr viel Freude angenommen wurde. Schlielich verabschiedete sich Johan gegen 23:30h mit den Worten: "We love you Frankfurt, we really love you. Thank you very much." Ich htte mir zwar etwas mehr von den alten Songs gewnscht und es steht fr mich auch fest, dass ich das aktuelle Album "Amanethes" nicht kaufen muss, aber live wrde ich mir die Band jederzeit wieder ansehen, vielleicht das nchste Mal ohne Verpflichtungen...(Sabine Jordan)

    Setlist: TIAMAT
  • Will They Come?
  • Raining Dead Angels
  • Cain
  • Until The Hellhounds
  • Do You Dream Of Me? Tiamat
  • Divided
  • Vote For Love
  • For Her Pleasure
  • Phantomas Deluxe
  • Brighter Than The Sun
  • Wings Of Heaven
  • Cold Seed
    Zugaben:
  • *
  • Via Dolorosa
  • The Sleeping Beauty
  • Gaia

Bilder: Sabine Jordan
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