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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PAIN, BROTHER FIRETRIBE
Ort Frankfurt, Nachtleben
Datum 09.02.2009
Autor Sabine Jordan & Thorsten Ritter
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Endlich mal wieder ein Montag auf den man sich angesichts des Abendprogrammes freuen konnte, auch wenn schon von Anfang an zu befrchten war, dass es an diesem Abend voll werden wrde im Nachtleben. Bereits als wir gegen 19:40h an der Konstabler Wache ankamen standen einige Schwarzkittel vor dem Nachtleben und auch im Caf tummelte sich einiges dsteres Volk, so dass die Erfllung meiner Getrnkebestellung doch etwas Zeit in Anspruch nahm. Glcklicherweise sicherten wir uns einen Platz direkt vor dem Eingang. Einlass sollte ja um 20:00h sein, womit es dann zwar auch relativ pnktlich los, aber sehr schleppend voran ging. Wir standen zwar noch eine Weile zum Plauschen in dem kleinen Kellerclub, aber etwa 20 Minuten vor Neun starteten dann auch schon die Finnen BROTHER FIRETRIBE mit Ihrem 80er Hardrock, der so gar nicht zum Gothic-Industrial-Rock von PAIN passte. Ich musste mich auch im Vorfeld vllig unglubig auf der Bandpage rckversichern, dass dieses Package wirklich zusammen auf Tour ist.

Brother Firetribe Brother Firetribe

Krass, aber gut fr mich, denn ich mag beide Bands, freute mich etwas mehr auf BROTHER FIRETRIBE, da ich die Herren noch nie live gesehen hatte und damit auch nicht so schnell gerechnet htte. Snger Pekka (Leverage) und Gitarrist Emppu Vuorinen (Nightwish) gaben alles und zu meinem Erstaunen wurden BROTHER FIRETRIBE auch nicht von den PAIN-Fans ausgebuht, sondern hatten sogar auch noch einige eigene Fans angezogen. Was mich angeht, so war ich ganz besonders glcklich gleich als 3. Song mein Lieblingslied "One Single Breath" vom Debut "False Metal" angekndigt zu bekommen und konnte mir einen Ausruf der Freude nicht verkneifen, was Pekka offensichtlich gefiel. Emppu wirkte oft angestrengt und sehr in sein Instrument vertieft, whrend Keyboarder Tomppa Nikulainen etwas frhlicher wirkte und tatschlich aussah wie Alex Christensen (U96). Bassist Jason Flinck, der Pekka, mit Tomppa am Gesang untersttzte, htte ich aufgrund seines Outfits eigentlich eher in eine Gothicband gesteckt, aber auch er schien Spa zu haben. Pekka selbst war stimmlich wirklich gut, machte es mir aber schwer vorteilhafte Fotos von sich zu schiessen, allerdings nicht weil er sich sonderlich viel bewegte.. ber die schwarze mit Blmchenmuster bestickte Jacke htte man sich vermutlich auch streiten knnen, aber darauf kam es ja nicht wirklich an. Die Musik war natrlich gut, der Sound besser als erwartet und die Songauswahl hat auch gepasst. Der Happy-Metal-Teil des Abends endete dann leider viel zu frh schon um 21:20 mit "I Am Rock", dem Titelsong der finnischen Serie "Pelkk Lihaa", bei dem nicht nur ich einfach mitsingen musste. Yeah! Das war zumindest schon einmal ein gelungener Start in den Abend, wenn auch nicht alle dieser Meinung waren. In der Zwischenzeit war es mehr als gut voll geworden, so dass man nicht mehr so einfach rein- und rausgehen konnte. Ich erfuhr, dass das Nachtleben so gut wie ausverkauft war, es waren etwas 300 Leute da! Aufgrund dieses Andranges ging es mit dem Einlass nur sehr schleppend voran und einige mussten oben zuweilen bis zu einer Stunde warten um hinunter in den Club zu gelangen. Deswegen verpassten einige Fans BROTHER FIRETRIBE unfreiwillig. Schade, dass das nicht besser organisiert wurde, da msste nchtes Mal frher mit dem Einla begonnen werden, damit jeder auch die Chance hat die Vorband zu sehen. Ein zweiter Kritikpunkt an diesem Abend waren die CD-Preise, da verlangte man am Merchandise 20 EUR fr ein Shirt, was ja noch im Rahmen ist, aber auch 20 EUR pro signierte CD und auf meine Nachfrage was denn eine CD ohne Autogramme kosten wrde bekam ich die gleiche Preisansage. Da kauft man besser beim groen A! (Sabine Jordan)


    Setlist: Brother Firetribe
  • Who Will You Run To Now
  • Runaways
  • One Single Breath
  • Play It From The Heart
  • I'm On Fire
  • Heart Full Of Fire
  • I Am Rock

Pain Pain

Um 21.43 Uhr war es dann endlich soweit und das Kontrastprogramm zu BROTHER FIRETRIBE konnte beginnen. Das Nachtleben war mittlerweile auch bedeutend voller als die vier Musiker von PAIN zu einem kurzen Intro die Bhne betraten. Ich hatte die Band zuletzt Anfang 2005 gesehen, als Peter Tgtgren mit Alicia Vayne und Alla Fedynitch noch zwei attraktive Blickfnge zur Seite standen. Leider gehren die beiden Mdels schon seit lngerem nicht mehr zur Besetzung, aber dafr waren diesmal zwei Videoleinwnde Teil der Show, welche im Laufe des Konzerts fr visuelle Abwechslung sorgen sollten. Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass, obwohl es sich um das Elektro-Projekt des HYPOCRISY-Fronters handelt, ein Keyboarder erneut fehlte und somit diverse Sounds vom Band eingespielt wurden. Die Songs kamen dann auch bedeutend rauer und ungeschliffener als auf Konserve rber. Die elektronischen Parts spielten sich zudem weitestgehend im Hintergrund ab, so dass die Mucke eher zum Abrocken und Bangen als zum Tanzen einlud. Erst gegen Ende des Abends traten die elektronischen Klnge strker in den Vordergrund. Mit "On Your Knees" war zudem eine reine Thrash-Nummer am Start, die ebenso, wie beispielsweise "I Don't Care" und "Nailed To The Ground", mit Peters typischen HYPOCRISY-Schreien veredelt wurde. Coole Sache! Peter selbst prsentierte sich wie immer mit seinen fr ihn typischen, irre anmutenden und hypnotischen Blicken und Gestiken, gab sich gewohnt wortkarg und beschrnkte seine Ansagen auf das Ntigste. Seine Performance hielt sich aufgrund der Doppelbelastung von Gesang und Gitarre ebenfalls in Grenzen und gipfelte weitestgehend in wildem Haareschtteln. Die beiden Mitstreiter an Gitarre und Bass spielten ebenso tight auf wie der Meister selbst, aber auch hier wurde auer gelegentlichem Bangen und dem Tauschen ihrer Pltze keine groe Bhnenshow geboten. Nun ja, vielleicht trug auch die nicht sonderliche groe Bhne des Nachtlebens ihren Teil hierzu bei. Fr zustzliche Unterhaltung und Abwechslung sorgten aber die hin und wieder eingespielten Videos, welche man ansonsten bestenfalls bei bekannteren Acts auf greren Bhne zu sehen bekommt. Insbesondere stachen die Clips zu "Just Hate Me" und "End Of The Line" heraus, welche klasse animiert waren und mich von ihrer Machart an SOILWORKs "Light The Torch" erinnerten. Ebenfalls witzig war auch die Einspielung zu "Have A Drink On Me" im Zugabeteil. Daher vllig unverstndlich, dass sich viele Fans den grten Teil des Abend sehr zurckhaltend verhielten und ausgelassene Stimmung nicht recht aufkommen wollte. Einige Anwesende verfolgten den Gig sogar ohne jegliche Regung und das in den vorderen Reihen; ohne Worte. Zwar gab es bei "Bitch" ordentlich Bewegung und auch "Dancing With The Dead" sorgte fr einige Begeisterung, aber ansonsten verhielt sich das Publikum eher reserviert. Vielleicht wurden aber auch einfach die Krfte fr das Finale aufgespart, denn whrend der Zugaben reichte es dann doch fr zwei Stagediver und bei "Bye/Die" sogar fr 'nen amtlichen Moshpit. Stellte sich mir nur die Frage: Warum nicht gleich so? Anyway, nach guten anderthalb Stunden verlieen PAIN ein aufgeheiztes Nachtleben und entlieen eine zufriedene Anhngerschaft in die regnerische Nacht. Ich hoffe jedenfalls, dass ich beim nchsten Gastspiel nicht wieder etwas Anderes vorhabe. (Thorsten Ritter)

Pain
    Setlist: Pain
  • Intro
  • I'm Going In
  • Follow Me
  • Zombie Slam
  • Suicide Machine
  • Stay Away
  • Bitch
  • Dancing With The Dead
  • On Your Knees
  • Crashed
  • Walking On Glass
  • Don't Care
  • Just Hate Me
  • End Of The Line
  • Nailed To The Ground
  • It's Only Them
  • On And On
  • Same Old Song
  • Eleanor Rigby
  • Shut Your Mouth
  • Have A Drink On Me
  • Bye/Die

Bilder: Sabine Jordan
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