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21. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing AXEL RUDI PELL, MAD MAX
Ort Andernach, JUZ
Datum 31.01.2009
Autor Marek Schoppa
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Der heutige Abend stand ganz im Sinne beengter Verhltnisse. Ich hatte das JUZ Andernach selten so gut besucht erlebt wie zum Gig von AXEL RUDI PELL und seiner Combo. AXEL RUDI PELL AXEL RUDI PELL Selbst der Fotograben war eher provisorisch errichtet worden, um mehr Platz fr die Headbanger zu bieten, als dass er zahlreichen Knipsern htte Raum bieten knnen. Auf der Bhne selbst sah es jedoch nicht anders aus. Mussten sich die Rock-Urgesteine und Opener des Abends, MAD MAX, die Bretter logischer Weise mit dem Hauptact teilen, und zwei Drumkits fllen die Andernacher Bhne schnell aus.

Doch die rumlichen Umstnde schienen den spaig aufgelegten Mnsteraner Melodic-Rockern nichts auszumachen. Ohne viel Getse erffnete man den Abend mit, sagen wir mal, ausgewogenen Klngen. So kann man von der musikalischen Ausrichtung der Truppe natrlich gespaltener Meinung sein, und christlicher AOR muss wirklich nicht jedem gefallen, aber handwerklich war die Darbietung der Band um Snger und Gitarrist Michael Voss eine Wucht. Gesanglich wie auch spielerisch brillierten die Musiker auf voller Lnge, schlielich hinterlassen 27 Jahre Bandgeschichte auch glcklicher Weise ihre Spuren. Gut gelaunt und spielfreudig bereiteten MAD MAX das Publikum rechtgem auf den Hauptact vor, insbesondere weil der allgemeine Sound schon etwas an Axels Musik erinnerte, wenn auch natrlich deutlich softer und zurckhaltender. Jedenfalls hat es gepasst und die Performance war ausgezeichnet, obwohl Gesangchre wie "Holy, holy, holy" schon ein wenig grenzwertig waren.

Nach kurzer Umbaupause starteten die Jungs um Pseudo-Blondschopf AXEL RUDI PELL und Ausnahmesnger Johnny Gioeli mit "Tear Down The Walls" vom "Masquerade Ball"-Album in den heftigeren Teil des Abends. Der Setlisten-Schwerpunkt lag dabei natrlich eher auf Songs der letzten zehn Jahre; zehn Jahre, in denen sich die Band perfekt auf einander einspielen konnte. Wie erwartet bot die Combo eine verdammt solide Performance und es war wieder mal erstaunlich zu sehen, oder besser zu hren, wie genial Frontmann Gioeli mit seiner Stimme zu agieren versteht. Der Typ ist ein Snger und Entertainer vor dem Herren, sympathisch, natrlich, ausdrucksstark und das Publikum immer packend. Mitgrl-Nummern wie "Strong As A Rock" machen unter solchen Umstnden einfach nur Spa. AXEL RUDI PELL AXEL RUDI PELL Der Rest der Band wirkte im Vergleich dazu dann doch eher als der eben erwhnte solide Part. Etwas zurckhaltend, aber ebenfalls berzeugend. Trotzdem hat es ein wenig verwundert, dass ausgerechnet Axel und Drum-Monster Terrana derart distanziert schienen. Das letzte Mal als ich Axel auf einem Open Air sehen durfte, hat er sich so ziemlich aller Rockstar-Allren bedient, die man sich nur denken kann. Unzhlige, unzhlige namentliche Nennungen, Gitarrensoli am laufenden Band, versuchtes Zertrmmern von Klampfen auf der Bhne und so weiter. Aber diesmal nichts dergleichen. Ganz im Gegenteil. Der Bandkopf hielt sich vornehm zurck. Ob das mittlerweile zum pell'schen Standard gehrt ist schwer zu sagen, da ich die Band zu selten live erlebe, aber irgendwie erwartete man doch mehr Schabernack in dieser Richtung.
Geil wars trotzdem, zumal man mit dem Medley aus "Masquerade Ball", "Cashbah", "Black Moon Pyramide" und "Tales Of The Crown" oder dem Akustikset, bestehend aus "Northern Lights" und "Oceans Of Time" einige feine Leckerbissen zu prsentieren hatte. Letztere beiden Songs wurden gemtlich von allen Musikern auf Akustikklampfen vorgetragen, Terrana hat man an die Bongotrommel gesetzt und schon war die Atmosphre perfekt.
Ja, es war ein schner Abend. Nicht legendr aber musikalisch als rund und entspannt zu bezeichnen. Na gut, vielleicht bis auf eine kleine Ausnahme: Ich gebe zu, dass ich das Drum- und Keyboardsolo schon lieber zum Bierholen genutzt habe. Wir wissen doch, dass Mike Terrana das Schlagwerk in Perfektion beherrscht und wer will schon Keyboardsoli hren, wenn sie nicht gerade von Sir John Lord selbst sind, haha!

AXEL RUDI PELL

Setlist:

  • Tear Down The Walls
  • Higher
  • Warrior
  • Medley: Masquerade Ball - Cashbah - Black Moon Pyramide - Tales Of The Crown - Cashbah - Black Moon Pyramide
  • Drum Solo
  • Strong As A Rock
  • Key Solo
  • Temple Of The Kings
  • Acoustic: Northern Lights
  • Acoustic: Oceans Of Time
  • Rock The Nation
  • Ain't Gonna Win
  • Mystica
  • Encore: Fool Fool / Eternal Prisoner

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