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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing GRAVE DIGGER, ALESTORM & TALETELLERS
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 20.01.2009
Autor Thorsten Ritter
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Was gibt es nach einem bescheidenen Arbeitstag besseres zum Ausgleich als ein znftiges Metal-Konzert? Richtig, nicht viel. Das Jahr war auerdem schon wieder 20 Tage alt, so dass es eh an der Zeit fr mein erstes Konzert in 2009 gewesen ist. GRAVE DIGGER waren immer ein Garant fr Qualitt, so dass es keine Rolle spielte, dass das neue Werk "Ballads Of A Hangman" erst vor kurzem verffentlicht wurde. Das Einzige, was mich vorab ein wenig stutzig machte war die Tatsache, dass das Deutsche Urgestein des Heavy Metal diesmal im Colos-Saal spielen sollte, da ich die Band zuletzt in der doch sehr viel greren Stadthalle in Langen erleben durfte. Ich befrchte daher, dass es gerammelt voll sein wrde; aber... abwarten.

Taletellers

Erffnet wurde der Abend um 20 Uhr jedenfalls von dem Saarbrcker Quartett TALETELLERS. Die Jungs spielten eine Mischung aus Rock' n' Roll und Metal, welche mich im Entferntesten an MOTRHEAD erinnerte. Leider fehlte es am Coolness-Faktor eines Lemmy sowie mitreienden Songs. Die Band gab auf der - zugegebenermaen doch sehr beengten Bhne - trotzdem ihr Bestes. Vor allem Snger/Gitarrist Alan Costa als auch Stefan Kuhn bangten und posten recht ordentlich, aber das Publikum blieb gleichwohl eher verhalten und auer vereinzeltem Kopfnicken waren keine groen Reaktionen auszumachen. Der Funke wollte einfach nicht richtig berspringen und irgendwie passte die Musik auch nicht so recht in das Gesamtkonzept vom heutigen Abend. Nach 35 Minuten und dem Song "Bad Motherfucker" war dann auch Schluss.

Alestorm

Von den keine 12 Minuten spter auftretenden ALESTORM erwartete ich dann doch ein wenig mehr, da mich das erste Werk der Schotten auf Konserve nicht immer vollends berzeugen konnte, ich aber auf eine gelungene Live-Umsetzung hoffte. Nach kurzem Intro erffneten sie ihr Set mit "Wenches & Mead" und schon hier fiel mir der hlzerne und holpernde Drum-Sound auf, welcher sich im Laufe des Gigs dummerweise nicht bessern sollte. Ich hatte zudem etwas anderes erwartet als die doch sehr jungen, teilweise oberkrperfreien und ihre Hhnerbrust zur Schau stellenden, Buben. Eine glaubhafte Darstellung bzw. Verkrperung des "Piraten"-Images sieht jedenfalls anders aus. Der Auftritt des Quartetts stand auch ansonsten unter keinem guten Stern, denn es traten immer wieder vereinzelte Probleme mit der Gitarre von Dani Evans auf, welche einmal sogar mit "What Shall We Do With The Drunken Sailor" berbrckt werden mussten. Ob diese Probleme auch fr das dominierende Keyboard verantwortlich gewesen sind, lies sich leider nicht beantworten. Des weiteren war der Gesang von Snger/Keyboarder Christopher Bowes viel zu leise. Nichtsdestotrotz konnten die Songs "Nancy The Tavern Wench", "Over The Seas" und The Huntmasters" - wenn auch eher bei den jngeren Fans - fr gute Stimmung sorgen. Nun ja, es handelt sich noch um eine junge Formation und ich denke, dass hier durchaus Potential vorhanden ist. Mir wren RUNNING WILD an diesem Abend trotzdem sehr viel lieber gewesen.

Grave Digger

21.35 Uhr war es dann endlich soweit und die Mnner um Chris "The Reaper" Boltendahl enterten zum Intro der neuen Platte "The Gallows Pole" die Bhne. Meine Befrchtung, es knnte brechend voll werden, hatte sich glcklicherweise nicht bewahrheitet, denn das Colos-Saal war zwar gut besucht, aber weit davon entfernt, ausverkauft zu sein. Eigentlich braucht man keine groen Worte ber die mittlerweile zum Sextett aufgestockten GRAVE DIGGER zu verlieren. The Reaper war gut gelaunt und super bei Stimme und verfgt ber eine Bhnenprsenz, von denen die Fronter der beiden Vorgngercombos noch Lichtjahre entfernt sind. Charmant war auch die Feststellung, dass er sich erst nach Zurufen aus dem Publikum erinnern konnte, dass dies das zweite Konzert - nach 1994 - in Aschaffenburg war; ihm wrden Anfang der 90er einige Erinnerungen fehlen, da er zu dieser Zeit "viel gesoffen" habe. Aber auch die restliche Band agierte souvern und die Spielfreude lies sich frmlich in ihren Gesichtern ablesen. Die Performance von Gitarrist Manni Schmidt war viel freier und losgelster als noch vor kurzem, so dass sich die Aufnahme von Thilo Hermann gewinnbringend bemerkbar machte. Grave Digger Die Axt-Fraktion poste jedenfalls was das Zeug hielt und war stndig in Bewegung. Einzig Bassist Jens Becker war der ruhende Pol. Nach den starken Openern "Ballad Of A Hangman", "Valhalla" und "Hell Of Disillusion" hielt das Set im Folgenden die eine oder andere berraschung bereit. Die Grabschaufler kramten mit "Wedding Day", "Witch Hunter", "Headbanging Man" und "The House" ein paar Evergreens hervor, die seit lngerem nicht mehr Teil des Programms gewesen sind. Vielleicht lag hier auch der Grund fr die teilweise sehr zurckhaltenden Fans, denn ich konnte mich der Tatsache nicht erwehren, dass sich die gute Laune der Band leider nicht nahtlos auf die Fans bertrug und die tolle Stimmung schon nach den ersten Reihen versiegte; Ausnahmen waren lediglich bei "The Last Supper" und berraschenderweise "The House" auszumachen. Ich hatte trotzdem meinen Spa obwohl ich zugeben muss, dass ich gerne mal wieder "Symphony Of Death", "Shadowmaker" oder auch "Son Of Evil" gehrt htte und sich auch "Liberty Or Death", "Morgana Le Fey" und "Scotland United" sehr gut im Set gemacht htten. Schade jedenfalls fr die sympathische Truppe, die mehr Zuspruch verdient gehabt htte. Die obligatorischen Rausschmeier "Excalibur" und "Rebellion" beendeten gegen 23.20 Uhr den regulren Auftritt bevor man nach einer kurzen Pause fr drei weitere Zugaben zurck kam. Leider hatten einige Fans das Colos-Saal zu diesem Zeitpunkt schon verlassen, doch dafr herrschte bei den Verbliebenen - die endlich aufgetaut waren - umso mehr Feierlaune. Mit dem Oldie "Heavy Metal Breakdown" wurde die - meines Erachtens - grtenteils zufriedene Meute nach Hause geschickt. Ein gelungener Abend, aber die traurige Gewissheit bzw. Erkenntnis, dass GRAVE DIGGER so schnell nicht mehr in der Langener Stadthalle vorbeischauen werden, da sie den Laden - hnlich wie BRAINSTORM - nicht mehr voll bekommen werden.

    Setlist Grave Digger:

  • The Gallows Pole
  • Ballad Of A Hangman
  • Valhalla
  • Hell Of Disillusion
  • Wedding Day
  • Witch Hunter
  • Lionheart
  • Silent Revolution
  • Stormrider
  • The Last Supper
  • Headbanging Man
  • The House
  • Knights Of The Cross
  • My Blood Will Live Forever
  • The Dark Of The Sun
  • Excalibur
  • Rebellion
    Zugaben:
  • The Reaper
  • Pray
  • Heavy Metal Breakdown
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