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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing GRAVE DIGGER, ALESTORM & TALETELLERS
Ort Juz Live Club, Andernach
Datum 24.01.2009
Autor Thorsten Dietrich
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Die deutsche Metalinstitution Grave Digger machte schon des fteren einen Stop im Juz in Andernach. Der Gitarrist Manni Schmitt ist schlielich ein geborener Andernacher und man scheint sich in dem Schuppen auch recht wohl zu fhlen. Circa 370 zahlende Gste lockte das Dreierpackage mit zwei jungen Vorbands auch 2009 an, wo das Konzert im VVK faire 18 € kostete.
Der Reigen startete mit den Mitzwanzigern Taletellers einem ungestmen deutschen Quartett, welches musikalisch eine Mischung aus Rotzrock skandinavischer Bauart der Marke Turbonegro, Hellacoptersund klassischem Metal spielte. Diese leicht mitgrlbare Mischpoke animierte auch das zunchst reservierte Publikum zu kleinen Animationen und mit Songtiteln wie "Bad Motherfucker" oder "Rock 'n Roll Detonator" wei man ,wenn man die CD in der Hand hat direkt was Sache ist. Musikalisch war die Chose sicherlich nett, aber gepackt haben mich die Kompositionen nicht! Taletellers sind nicht schlecht, aber irgendwie etwas vorhersehbar, so dass nach zwei, drei Liedern alles gesagt war. Fr einen Gig von einer halben Stunde ist das in Ordnung, aber fr mehr (noch) nicht.
Taletellers  Alestorm Die Schotten von Alestorn haben schon etwas Wirbel in der Metalszene ausgelst und das liegt meiner Meinung nach viel am Artwork und ihren Promofotos, wo sie frech bei Running Wild klauen und es etwas auf Schottland ummnzen. Textlich beschftigen sie sich auf ihrem Album und der neuen EP ebenso mit diesem Thema. Sie nennen sich selber "True Scottish Pirate Metal" und einige junge Fans sind in vollem Piratenkostm angetreten. Karneval ist ja auch bald! Deshalb habe ich viel erwartet!Doch es kam ganz anders, zwei junge, schmchtige und nicht sehr groe Kerlchen kamen auf die Bhne. Der eine, Snger Christopher Bowes hat sich ein tragbares Keyboard umgeschnallt, was mich an die Faves meiner Kindheit Modern Talking erinnerte. Gitarrist und Barttrger Dani Evans ist erst seit 2008 dabei und ein kleines, dicker Mnnchen, quasi das Alefsschen der Band. Alestorm ziehen dann geschtzte 40 Minuten ihr Ding durch und hren sich fr mich sehr unspektakulr an. Man mische finnischen Battle Metal a la Turisas mit etwas schottischem Flair und klauen den auf CD sehr penetranten Keyboardsound von Turisas 1:1. Der dudelte dann so nervig durch die ganzen Songs, die brigens gar nichts von Running Wild haben, dass es mir noch langweiliger als bei der ersten Vorband wurde. Bis 2006 nannten sich die Musiker noch Battleheart. Optisch boten die vier Buben nichts! Die Bhne war wegen der Aufbauten des Headliners dazu super eng und es bot sich folgendes Bild: Der Drummer arbeitete, die restlichen Drei hatten das Charisma von Einkaufstten. Wer solche Promofotos macht und dann so drge agiert, enttuscht. Im Endeffekt war das im Vergleich zu frheren Grave Digger Touren, wo schon Hammerbands wie Symphorce und Wizard dabei waren ein kleines rgernis. Da konnten die Grabschaufler nur gewinnen und taten das auch!
Taletellers  Alestorm Grave Digger sind seit einiger Zeit zu sechst und haben mit Thilo Hermann (ex Running Wild) einen starken Songwriter in der Band, der schon auf dem neuen Album gute Impulse und Riffs platzieren konnte. Hermann durfte auch bei Alleinschreiber Rolf Kasparek und seiner Fregatte in der Vergangenheit als einziger Musiker etwas zu der Musik von Running Wild dazu steuern. Auf der Bhne war so wieder mehr los. Den armen Keyboarder HP Katzenburg lieen die Bhnenaufbauten (?) hinter zwei Boxen verschwinden und so stapfte er nur zu Beginn des Konzertes ohne Makeup, aber mit Reaperkutte ber die Bhne und ward danach nicht mehr richtig gesehen. Die 2 Metalltrger in Form von Rechtecken erinnerten an die Aufbauten, die Gamma Ray vor paar Jahren in Bonn hatten und holten meiner Meinung nach der Bhne einiges an Platz weg. Auf dem Balkon des Clubs hatten viele Freunde und Verwandte der Band nebst Kinder Platz genommen und bekamen eine sehr auergewhnliche Setlist geboten, die einige berraschungen enthalten hat. Neben unverzichtbaren Standards sorgten B-Seiten und "unbekanntere" Stcke wie "Wedding Day" und "The House" oder das ausgegrabene "Witch Hunter" fr Kurzweil. Die Jungs haben so viele Alben, da kann man schon mal gut mischen. Zwei oben auf den Boxen drapierte Feuersulen (Pyros) sorgten fr Hitze, whrend die Lichtshow relativ gut war. Dreh-und Angelpunkt der Show ist natrlich Snger Chris Boltendahl und der freundliche wie stattliche Manni Schmitt, die einfach eine starke Bhnenprsenz haben. Unauffllig und nordisch stoisch wie immer ist Bassist Jens Becker. Seinen Platz noch finden muss der neue Gitarrist Thilo, der ja einige Jahre in "Rente" war. Erst htte ich ihn mit der Kurzhaarfrisur und den Kilos mehr auf den Rippen gar nicht erkannt! Er wirkte (noch) etwas unsicher auf mich und war am Ende doch etwas aus der Puste. Aber mit zwei Klampfen klangen Grave Digger einfach besser und knalliger. Frontmann und letztes Originalmitglied, die graue Eminenz, Chris Bolthendahl wirkte vital und laberte nicht unntig rum. Auch ist der abstinente Musiker nicht mehr so drr und klapprig wie frher, aber immer noch mit einer markanten Rhre gesegnet. So war es dann ein gutes, sehr lautes Konzert, wo als letzter Song natrlich "Heavy Metal Breakdown" intoniert wurde!

 Grave Digger Grave Digger

Setlist Grave Digger

Ballad Of A Hangman
Valhalla
Hallo Of Disillusion
Wedding Day
Witch Hunter
Lionheart
Silent Revolution
Stormrider
The Last Supper
Headbanging Man
The House
Knights Of The Cross
My Blood Will Live Forever
The Dark Of The Sun
Excalibur
Rebellion
The Reaper
Pray
HM Breakdown

Fotos: Michael Kmmet
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