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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing LAY DOWN ROTTEN, BÖSE DEATH, DEFLORATION, CONTRAPTION, OBSCURE INFINITY
Ort Darmstadt, Steinbruch Theater
Datum 21.12.2008
Autor Andreas Goericke
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Fröhliche Weihnachten! Ende Dezember ging das Merry Axe Mass im Steinbruch zum fünften Male in die Startlöcher und somit durfte man in gestresst vorweihnachtlicher Stimmung natürlich bei diesem Konzert nicht fehlen, haben uns die Bengels von New Evil Music doch wieder ein paar feine überregionale Kracher und lokale Supports hingestellt. Durch die fiese Kälte quälten wir uns dann zum Ort des Geschehens, um den Abend zünftig mit LAY DOWN ROTTEN und Konsorten zu feiern.

Obscure Infinity live

Als Opener der Veranstaltung fungierten OBSCURE INFINITY aus dem schönen Westerwalde. Hm. Also, im Grunde ist es ja immer schön wenn sich Bands um halbwegs wichtige Dinge wie beispielsweise Ami-Blasts und reichlich Metal-Optik bemühen. Wenn sie dann aber da stehen wie eine Schülerband, das Timing überhaupt nichts taugt und auch die Präsenz auf der Bühne die einer Baldriantablette ist, gibt's leider keine Rettung. Jungs, dass war Nichts! Auch die freche Coverversion von "To Asgard We Fly" war ein wenig unverschämt, wenn man gerade mal so über die Gitarre schauen kann. Da muss noch reichlich getan werden.

Contraption live

CONTRAPTION waren als zweiter Act des Abends schon eher etwas für Auge und Ohr. Man bot einen brutalen Bastard aus Metalcore und Doom-Anleihen, das Ganze wurde schön energetisch vorgetragen. Soweit super! Allerdings war der Drummer entweder betrunken oder konnte nicht ganz so, wie er vielleicht wollte. Auf jeden Fall wurde am Ende auch noch ein Song komplett abgebrochen und erneut von Beginn gezimmert. Schade! Mit ein Bisschen mehr Professionalität wäre die Band echt geil, so verschwinden sie eben wieder unter ferner liefen.

Defloration live

Als nächstes waren DEFLORATION aus Thüringen mit Ihrem perversen Grindgeholze am Start. Der Sänger hatte eine wunderbar irre Redneck-Anmutung mit Latzhose und schob seine Bierplauze außerordentlich fies über die Bretter, die, die Welt bedeuten. Dazu gab es leider nicht immer nachvollziehbaren, aber technisch zumindest endlich mal anspruchsvollen Gore-Grind leckerster Kajüte. Da steht leider seit MACABRE immer die Frage im Raum, wie albern es denn wirklich sein darf. Als er sich dann auch noch auszog, war es mir dann doch zuviel und die Songs waren jetzt auch nicht unbedingt solche, von denen ich noch nächtelang träumen würde. Aber bis dahin war das wenigstens eine solide Performance die nach einem echtem Konzert aussah.

Über BÖSE DEATH muss man im Darmstädter Raum wohl nicht viele Worte verlieren. Handelt es sich mit diesen doch um die Death-Metal Hooligans vor dem Herrn. Auch hier wurde wunderbare Death Comedy geboten, mit Gitarristen im Nikolauskostüm und Smash-Hits wie beispielsweise "Der Has Ist Tot". Immer eine lustige Sache, sich die Kerle anzuschauen. Man weiß nie, was einen erwartet und auch nie, ob sie das eigentlich ernst meinen oder was zum Geier gerade los ist. Alles in allem aber immer ein Hinkucker, weil sie einfach unberechenbar bis ins Mark sind und hoffentlich auch so bleiben.

Lay Down Rotten live

Seriös ist wohl das Wort für LAY DOWN ROTTEN an diesem Abend. Die Männer legten eine stahlharte Performance auf die Bühne und knallten mit prima Stimmung einen Hammer nach dem nächsten raus. Als Opener legten sie direkt mit "Reconquering The Pit" - dem irrsinnigen Titeltrack des neuen Brecheralbums - los, dicht gefolgt vom genialen "Beautiful Brutality". Während der Show sah man eine ordentlich gereifte Band, allen voran das Gitarrentier Daniel auf der linken Seite, den kraftvollen und sehr tighten Drummer Timo und vor allem den Mann mit der brutalsten Stimme im Untergrund: "Little" Jost Kleinert. Die Jungs legten sich mächtig ins Zeug, hauten uns ein - zu recht - sehr selbstbewusstes und völlig geniales "Heartwork"-Cover um die Ohren und rollten dann mit weiteren Brechern wie "Pulling The Trigger", "Gutted Angel" und letztendlich "Murder Instinct" einfach die ganze Halle weg. Es war eine Freude! Diese Kombo kann man nur empfehlen. Desonders Live sind LAY DOWN ROTTEN wirklich eine Bank ohne Ende und konnten einem kurz vorm Fest ordentlich den Konsumterror aus den Lauschern pusten. Herzlichen Dank, jederzeit wieder!

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