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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing NEGATIVE, SUBSTYLE
Ort Frankfurt, Batschkapp
Datum 19.12.2008
Autor Thorsten Ritter
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Es waren nur noch wenige Tage bis Weihnachten und noch ein paar weitere bis Silvester, Zeit also fr mein Jahresabschluss-Konzert und was sollte sich bei dieser tristen Jahreszeit besser eignen als ein paar melancholische Rock-Klnge? Nachdem mir "Karma Killer", das aktuelle Werk von NEGATIVE, wieder bedeutend besser gefiel als der Vorgnger, zu dem ich so gar keinen Zugang finden wollte, schien dieser Abend geradezu prdestiniert fr mein Vorhaben zu sein. Zudem freute es mich, dass mit SUBSTYLE eine - zumindest in meinen Ohren - interessante Vorgruppe aufwarten sollte. Also, gesagt, getan! Bei Ankunft vor der Batschkapp bot sich mir dann ein ziemlich ungewohntes Bild. Sehr viele, vor allem junge Mdchen, warteten bereits - zum Teil in Begleitung ihrer Eltern - sehnschtig auf Einlass und ich befrchtete bereits das Schlimmste in Form von wild kreischenden Fans und enormem Andrang vor der Bhne. Glcklicherweise sollten sich diese "Horrorvisionen" aber nicht bewahrheiten, aber immer der Reihe nach...

Substyle live Substyle live

Als auch ich endlich in den Rumlichkeiten der Kapp ankam, war es vor der Bhne schon angenehm voll, doch ansonsten hielt sich der Andrang in Grenzen. Bevor die finnischen Rocker das vorwiegend junge, weibliche Publikum zum Abfeiern bringen durften, hatte die Klner Formation SUBSTYLE die wenig dankbare Aufgabe den Abend gegen 18.55 Uhr zu erffnen. Mir war die Gruppe durch die beiden ersten Alben "On The Rocks" und "Out To Lunch" ein Begriff, stellten sie doch eine poppigere Variante von FAITH NO MORE dar. Leider wurde es nach dem 2002er Werk recht ruhig um die Band und erst sechs Jahre spter meldeten sie sich mit "Walk The Dino" zurck, welches mir dummerweise noch nicht bekannt war. Der erste Song "Neo" stammte jedoch vom Zweitwerk, bevor zwei neue Nummern folgten, von denen das schnelle und abgedrehte "Ohterwise" zu gefallen wusste. Snger Guido Bckem war stndig in Bewegung und nutzte jeden Zentimeter der reichlich beengten Bhne ebenso wie Gittarist David Schlax. Leider fand die Performance bei der heutigen Girlie-Veranstaltung kaum Beachtung, so dass selbst der Hit "Downstreams" keinerlei Aufmerksamkeit erregen konnte. Die 40 Minuten endeten mit dem coolen "Quarantaine" von "Out To Lunch", ohne dass es die sympathische Truppe geschafft hatte, sich die Anerkennung der Anwesenden zu erspielen. Sehr schade, aber da die Mixtur stilistisch doch eher unpassend wirkte, verwunderte mich dies auch nicht weiter. Ich hoffe jedenfalls, dass SUBSTYLE am Ball bleibe, beim nchsten Auftritt vor anderem Publikum stehen drfen und die nchste CD wieder zu den Wurzeln der frheren Werke zurckgeht, da die Mucke dort doch 'nen Zacken eingngiger war.

Die Batschkapp war mittlerweile gut besucht, als keine 20 Minuten spter dann die Finnen um Snger und Frauenschwarm Jonne Aaron die Bhne enterten, welche ihr Konzert mit dem NEIL YOUNG-Cover "My My, Hey Hey (Out Of The Blue)" erffneten. Die Euphorie im Publikum war entsprechend gro, denn endlich sollte das "lange" Warten belohnt werden. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum die Damenwelt Herrn Aaron anziehend findet, war er doch nett anzuschauen, was aber bei Weitem nicht Alles war. Er gab einen agilen Frontmann ab und war stndig in Bewegung, als htte er Hummeln in seinem Allerwertesten. Negative live Negative live Vermutlich lag es auch daran, dass er whrend des Auftrittes auf den, fr viele obligatorischen, Alkohol (Rotwein oder Wodka) verzichtete und dafr Wasser trank. Hiervon knnten sich einige seiner Kollegen durchaus eine Scheibe abschneiden, die teilweise recht hftsteife Vorstellungen abliefern. Seine Show wusste jedenfalls zu gefallen, kam gut an und die Fans klebten an seinen Lippen. Auerdem posten Gitarrist Larry Love und Bassist Antti Anatomy was das Zeug hielt und sorgten damit zustzlich fr Unterhaltung. Die Songs rockten ordentlich, ohne die emotionale und melancholische Note vergessen zu lassen und die Stimmung war folglich ausgelassen. Ich konnte mich aber der Tatsache nicht erwehren, dass nach dem PINK FLOYD-Cover "Wish You Were Here" ein wenig Abnutzungserscheinungen aufkamen, welche nur durch die Nummer "Frozen To Loose It All" kurzfristig beendet wurden. Hier sorgten die wenigen anwesenden mnnlichen Fans sogar fr einen kleinen Moshpit. Ich konnte daher das gesunde Selbstbewusstsein von Jonne Aaron nicht ganz teilen, sie seien die nchsten kleinen Dinosaurier, welche irgendwann Gren wie METALLICA und AC/DC ablsen wrden. Nach 80 Minuten und einem Kuss von Jonne Aaron an Larry Love sollte vorerst Schluss sein und das Quintett verlie die Bhne, um sich danach geschlagene fnf Minuten feiern zu lassen, bevor sie fr weitere Zugaben zurckkamen. "Until You Are Mine" und "Won't Let Go" brachten das Publikum schlielich erneut zum Kochen, was vielleicht aber auch an der Tatsache lag, dass Jonne Aaron den Abschluss mit freiem Oberkrper zum Besten gab. Alles in Allem war es eine runde Sache, ein netter Abend und ein entspannter und wrdiger Jahresabschluss der Konzertsaison 2008.

    Setliste Negative:
  • My My, Hey Hey (Out Of The Blue)
  • A Devil On My Shoulder
  • In My Heaven
  • Lust N' Needs
  • The Moment Of Our Love
  • Sealed
  • Giving Up!
  • Wish You Were Here
  • An Ornament
  • After All
  • Naive
  • Frozen To Loose It All
  • Motherfucker (Just Like You)
  • Planet Of The Sun
  • One Last Shot
    Zugaben:
  • Angels Won't Lie
  • Glory Of The Shame
  • Until You Are Mine
  • Won't Let Go
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