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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing IN EXTREMO, THE BLACK SHEEP
Ort Offenbach, Stadthalle
Datum 14.12.2008
Autor Thorsten Ritter
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Nachdem ich 2008 bereits SUBWAY TO SALLY und SCHANDMAUL auf Tour gesehen hatte, war dass IN EXTREMO-Konzert in der Offenbacher Stadthalle schon fast eine Pflichtveranstaltung, wollte ich mir doch selbst ein Bild darber machen, wer den in der Presse oft und viel diskutierten Sngerkrieg fr sich entscheiden sollte.

Finger Eleven live Kid Rock live

Eine berraschung direkt zu Beginn waren die humanen Preise am Merchandise-Stand, denn wann hat es in der Offenbacher Stadthalle zuletzt T-Shirts fr 18 Euro gegeben? Lag es daran, dass IN EXTREMO Deutsche sind oder hatte die Stadthalle einen guten Tag? Ich war jedenfalls von diesen doch sehr fanfreundlichen Preisen begeistert, obwohl ich das Tour-T-Shirt in XL nicht mehr erstehen konnte. Eine Enttuschung war dann jedoch der Beginn der Vorgruppe THE BLACK SHEEP gegen 19.50 Uhr, denn ich hatte mich ursprnglich auf MGO DE OZ gefreut, welche nach Aussage meines Kollegen Christian Schfer dort htten aufspielen sollen. Nun ja, so beehrte uns eine junge All-Girl-Band aus Kln, welche - wenn man den Worten von Roadrunner A&R Manager Christian Klimeke glauben schenkt - mit einer eigenstndigen Melange aus Songs voller Melancholie, Dynamik, einer gesunden Portion Hrte und starken Hooks zugleich, treibenden Gitarren, flirrenden Sounds sowie druckvollen Drums und daher Songs mit Club- und Radio-Potential, aufwarten sollten. Hbsch anzusehen waren die Mdels allemal, aber mitreien konnte mich die Musik definitiv nicht, denn dafr war mir das Ganze zu unspektakulr; von irgendwelchen Hits waren sie jedenfalls weit entfernt. Ich nutzte die Zeit daher fr eine kurze Bierpause. Das Einzige was zu gefallen wusste war das rauchige Organ von Sngerin Charlotte 'Charly' Klauser, die sich im Gegensatz zu ihren Kolleginnen auch auf der Bhne zu bewegen wusste. Okay, es ist eine junge Truppe und vielleicht gibt sich das im Laufe der Zeit. Das Publikum nahm, genau wie ich, an der Performance nur recht teilnahmslos teil und so reichte es nach knappen 30 Minuten blo zu verhaltenem Hfflichkeitsapplaus.

Als die Lichter um 20.45 Uhr erneut erloschen und die Mnner von IN EXTRMO auf die Bhne kamen, sollte sich dieses Szenario aber schlagartig ndern. Die Stadthalle war zu gut zweidrittel gefllt und auch der abgeteilte Rang ebenfalls besetzt. In Extremo live In Extremo live Nach kurzem Intro und einem lauten Knall wurde der Set direkt mit meinen persnlichen Lieblingen vom aktuellen Album "Sngerkrieg" - "7 Kche" und "Frei Zu Sein" - erffnet, die direkt fr einen kleinen Moshpit in der Mitte der Menge sorgen konnten. Schade allerdings, dass die Bhnenaufbauten diesmal nicht ganz so opulent wie noch bei der "Raue Spree"-Tour mit ihren Schiffsaufbauten ausfiel. Dafr stimmte aber die zwischen Band und Publikum herrschende Atmosphre und Energie sofort und die Bierstnde waren dementsprechend leergefegt. Danach lie es sich Snger Michael 'Das letzte Einhorn' Rhein nicht nehmen, einen Seitenhieb an die auf dem Rang sitzenden Fans zu verteilen und wnschte uns einen schnen Abend und viel Spa. Und damit sollte er Recht behalten, denn das Set hielt ein Best-of-Potpourri mit vielen alten Gassenhauern bereit; mit den Nummern der aktuellen CD im Vordergrund. Es machte jedenfalls sehr viel Spa diesem, sowohl optisch als auch musikalischem, buntem Treiben zu folgen, wurden doch zwischenzeitlich immer wieder nette Pyros und Funken- bzw. Feuersulen gezndet und auch die Dudelsack-Action bei "Spielmannsfluch" und die kleine Gaukler-Einlage von Yellow Pfeiffer bei "Ai Vis Lo Lop" sollten nicht fehlen und wussten zu gefallen. Die Jungs waren in bester Spiellaune und man konnte richtig spren, wie viel Spa sie auf der Bhne hatten. Das letzte Einhorn hatte die Menge jederzeit im Griff und den Schalk im Nacken, so wie er mit Publikum und seinen Kollegen herum flachste. Kein Wunder also, dass die Zeit wie im Nu verflog und "Auf's Leben" vorerst den sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Auftritt beenden sollte. Die Mittelalter-Rocker lieen sich aber nicht lange bitten und kamen fr weitere Zugaben zurck auf die Bhne. Nach knappen zwei Stunden endete mit dem obligatorischen "Villeman Og Magnhild" ein klasse Konzert und ein toller Abend, der kaum Wnsche offen lie. Ich fr meinen Teil htte gerne noch die "Die Gier" und "Werd Ich Am Galgen Hochgezogen" gehrt und viele Anwesende werden sicher auch "Herr Mannelig" oder die "Merseburger Zaubersprche" vermisst haben, aber fr mich haben IN EXTREMO den Sngerkrieg trotzdem gewonnen. Es kam zu keiner Zeit Langeweile auf, wie es teilweise bei SCHANDMAUL der Fall war, da alle Songs berzeugen und mitreien konnten und die Performance vor Enthusiasmus sprhte. Des weiteren konnte die natrliche Art der sieben Musiker begeistern, welche ich bei SUBWAY TO SALLY in letzter Zeit doch ein wenig vermisse.

    Setliste In Extremo:
  • 7 Kche
  • Frei Zu Sein
  • Liam
  • Hiemali Tempore
  • Sngerkrieg
  • Nymphenzeit
  • Ave Maria
  • Spielmannsfluch
  • Poc Vecem
  • Vollmond
  • En Esta Noche
  • Ai Vis Lo Lop
  • Zauberspruch
  • In Diesem Licht
  • Flaschenpost
  • Mein Rasend Herz
  • Mein Sehnen
  • Omnia Sol Temperat
  • Auf's Leben
    Zugaben:
  • Kss mich
  • Krummavisur
  • Wind
  • Villeman Og Magnhild

Fotos: Andrea Steinmller
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