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03. September 2010 - Uhr
 
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465 Reviews in der Datenbank
Billing: LIZZY BORDEN, MARTYR & FATAL SMILE / VIRON
Ort: Essen, Turock / Frankfurt, Die Halle / Hengelo, Metropool
Datum: 06.12.2008 & 09.12.2008 & 21.12.2008
Autor: Thorsten Schwalbach
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Martyr02 live

"Wacken 2000" - dort sah ich mir LIZZY BORDEN zur ersten Mal an, und es war pure Begeisterung auf den ersten Blick/Ton. Mitreißender energiegeladener Heavy Metal, von einer spielfreudigen sympathischen Band und mit einem der charismatischsten Frontmänner der Metalszene, der eine super Show machte und dabei noch sang wie ein junger Gott. Ein echter Festival-Höhepunkt, bei dem damals noch der leider 2004 bei einem Autounfall ums Leben gekommen Gitarrist Alex Nelson mit von der Partie war. In dem anschließenden Interview kündigte die Band ihre neue Platte (das 2000er Album "Deal With The Devil") und für den Herbst/Winter eine Europa-Tour an. Mit der Jahreszeit hat es gepasst, allerdings dauerte es doch ganze 8 Jahre und ein weiteres Album "Appointment With Death" bis zu dieser Tour. Und weil man ja solange warten musste, haben wir uns die Band im Dezember 2008 direkt dreimal angesehen (in Essen, Frankfurt und Hengelo). Und es hat sich gelohnt, kein Weg war umsonst...

Viron live

Bei dieser Europa-Tour wurden LIZZY BORDEN von MARTYR begleitet und es spielte jeweils noch eine lokale Band als Support. In Essen durften die Schweden von FATAL SMILE (in dem Fall sehr weit lokal) diese Aufgabe übernehmen. Die Band spielt melodischen Hardrock mit Glam-Elementen und setzte dieses Konzept auch optisch um. Man glaubte, irgendwo in Los Angeles in den 80er zu stehen, so richtig schön posermäßig. Im Unterschied zu manchen "Helden" dieser Zeit wissen FATAL SMILE aber, was sie tun und zogen nicht nur durch ihre Optik Interesse auf sich. Der wirklich gute Auftritt endete mit dem mitreißenden Opener "S.O.B." der letzten CD, bei dem die Band noch mal richtig abrockte. Freunde von gutem Hardrock oder von den bekannten Poserbands sollten FATAL SMILE einfach mal antesten, es lohnt sich.

Der Opener in Frankfurt waren VIRON. Sie spielen Power Metal, der auch schon mal richtig speedig wird und teilweise auch etwas härtere Passagen enthält. Der Sänger Alex hat eine hohe, melodische Stimme, ohne aber zu nerven. Die Band war gut aufeinander eingespielt, was sich besonders in einigen zweistimmigen Gitarrenmelodien zeigte. Auch für VIRON gab es am Ende den verdienten Applaus. Ich denke, dass man von diesen Jungs noch hören wird.

LIZZY BORDEN und MARTYR boten bei allen drei Konzerten ein super Programm. Die niederländische Band MARTYR gab es nach ihrer Homepage schon in den 80ern, und man will jetzt noch mal durchstarten. Gespielt wurde eine Mischung aus relativ traditionellem Hardrock und Heavy Metal, teilweise mit schönen Gtarrensoli. Was die Band aber aus der Masse abhebt ist der Sängers namens Rop van Haren. Er singt melodisch und teilweise richtig hoch, seine Show war eine Mischung aus Comedy und Animationsprogramm. Er nahm sehr gerne direkten Körperkontakt zu seinen Fans auf, indem er während der Hälfte der Show durchs Publikum rannte, die Leute an sang und auch mal den einen oder anderen Fan auf die Schultern hob. Lizzy Borden live Lizzy Borden live Seine Gesangsleistung schmälerte das aber nicht. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber es kam bei den Shows gut an und die Leute hatten ihren Spaß mit ihm. Irgendwie hatte es bei mir den Effekt, dass ich die Band von Show zu Show besser fand. Nun aber endlich zum Hauptact. Bei LIZZY BORDEN gibt es neben der sehr guten Musik optisch so viel geboten, dass man die Show eigentlich selbst gesehen haben muss. Das geht los mit dem Bühnenoutfit der Band. Passend zum Thema trug die ganze Band das Cover-Outfit von der aktuellen CD "Appointment with Death" und war entsprechend geschminkt. Los ging es mit dem Opener dieser Platte "Abnormal". Hier zeigte die ganze Band schon, was sie drauf hat. Insbesondere die Gitarristen Ira Black und Chris Sanders, der die Band bei dieser Tour an der 2. Gitarre unterstützte, setzten die schnellen Läufe dieses Songs perfekt um und begeistern schnell, was auch den Rest des Abends so blieb. Meister Lizzy erschien zu Beginn als Gevatter Tod in schwarzem Cape und vermummtem Gesicht auf die Bühne. Der Mann war wie gewohnt sehr gut bei Stimme und sang neben all den grandiosen Showeinlagen einfach nur göttlich, "His Master’s Voice" eben. Seine Stimme verursachte auch live bei den ruhigeren Songs einfach nur Gänsehaut. Als zweites Stück kam der Knaller "Notorious" und Schlag auf Schlag spielten LIZZY BORDEN Highlights ihrer auch schon gut 25 Jahre dauernden Karriere. Sänger Lizzy untermalte die Songs mit großen Gesten und zahlreichen mystischen Masken. Nebenbei schwang er noch seine Spielzeuge wie Axt, Baseballschläger und Totenschädel und baute so den Kontakt zum Publikum auf. Lizzy Borden live Ira Black und Bassist Marten Andersson spielten jeder ein kurzes, aber sehr gutes Solo. Nach der Pippi Langstrumpf-Melodie ging das Basssolo nahtlos in "Tomorrow Never Comes" über. Die gesamte Band begeisterte nicht nur durch Show, sondern auch musikalisch. Natürlich folgte dann auch die bekannte Showeinlage und Lizzy biss eine vorher noch tanzende Schönheit tot. Die arme Frau wurde dann leblos von der Bühne getragen, und während dem folgenden "There Will Be Blood Tonight" wurde ihr Blut von Lizzy großzügig an die Fans verteilt (das Zeug klebt ganz schön!). Bei dem letzten Konzert dieser Tour in Hengelo kam für diese Showeinlage der bestens gelaunte Sänger von MARTYR überraschenderweise auf die Bühne und musste dran glauben. Nach knapp 80 Minuten und der Zugabe "We Got The Power", bei der Band und Publikum noch mal alle Reserven rauslockten, war leider schon Schluss. Beim letzten Song wurde die Band auch noch mal tatkräftig von der wiederauferstandenen Tänzerin unterstützt. Insgesamt drei absolut grandiose Konzerte einer Band, die man wirklich gesehen und gehört haben sollte. Bei den schon fast geschenkten Eintrittspreisen ist es schon schade, dass nicht jeweils ein paar mehr Leute mehr den Weg zu LIZZY BORDEN gefunden haben. Weitere Pluspunkte sammelte die Band jeweils nach den Konzerten. Wie auf ihrer Homepage schon versprochen erschienen sie jeweils bereits rd. 20 Minuten nach Konzertende vollzählig, einschl. Lizzy himself, "in zivil" wieder draußen, unterhielten sich mit den Fans, verteilten Autogramme und Plektren und waren für jeden Fotowunsch zu haben. Wirklich absolut freundliche "normale" Jungs, die auch schon während der Shows der Supportacs ganz ungezwungen in der Menge unterwegs waren. Weiter so!!! Und ich würde mich auch schon auf das "Keep It True" - Festival freuen, wenn’s noch nicht ausverkauft wäre...

    Setlist LIZZY BORDEN:
  • Abnormal
  • Notorious
  • Appointment With Death
  • Me Against The World
  • Give 'em The Axe
  • Guitar Solo / Rod Of Iron
  • Outcast
  • Bass Solo / Tomorrow Never Comes
  • Under Your Skin
  • There Will Be Blood Tonight
  • Master Of Disguise
  • Red Rum
  • American Metal
    Zugabe:
  • We Got The Power

Fotos: Britta Stippich/Sabine Dembach
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