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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing OPETH & CYNIC & THE OCEAN
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 10.12.2008
Autor Torsten Butz und Michael Kmmet
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Wieder einmal machte ich mich auf den Weg in die Live Music Hall nach Kln, um in den Genuss edlen Stahls in hchster Gte zu kommen. Seit Wochen freute ich mich bereits auf diesen Tag, um OPETH auf der Tour zu ihrem aktuellen Album "Watershed" zu erleben. Begleitet wurde ich von zwei weiteren Freunden der wahren Musik und gemeinsam, ohne nach dem Weg zu fragen, erreichten wir nach problemfreier Fahrt die Halle. Und dies sogar noch vor Beginn der ersten Band! Das Konzert ist schon seit einigen Tagen ausverkauft und so war es nicht verwunderlich, dass es heute ein wenig kuschelig wurde.

Zu Beginn war die Halle locker gefllt und man gelangte problemlos nach vorne, um die europische Metal-Gemeinschaft THE OCEAN aus Berlin / Warrington / La-Chaux-De-Fonts aus der Nhe zu betrachten. Scheinbar gehen die steigenden Energiekosten auch an Clubs nicht spurlos vorber. Bei THE OCEAN wurde so mit Licht gegeizt, dass sich mir keine Gelegenheit zu einem vernnftigen Bild bot. Auf der durch das Equipment der anderen Bands vollgestopften Bhne lieferten sie dem Publikum 30 Minuten lang ihren experimentellen, progressiven Metal. Mit dem Gesang tat ich mich ein wenig schwer und die wahnwitzigen Rhythmuswechsel taten ihr briges. Der Gitarrist zur Rechten vollfhrte wilde Kicks und gestikulierte heftigst mit seinem Saiten-Instrument, so dass ich schon befrchtete, gleich gibt's Verletzte. Nach dem Gastauftritt eines weiteren Sngers und insgesamt vier Songs rumten THE OCEAN die Bhne. Viel Resonanz beim Publikum konnten sie an diesem Abend nicht erzielen, vielleicht auch daher die Bewegungen des Gitarristen. Abgefahrene Musik, die durchaus seinen Reiz hat, jedoch schwer zu schlucken ist und meinerseits erst mal mit einem Bierchen hinuntergesplt wurde. (Torsten Butz)

Fnfzehn Jahre ist es her! CYNIC haben mit "Focus" einen Meilenstein im technischen Metal gesetzt. Spter wurde es ruhig um die Band, welche mittlerweile in der Szene einen gewissen Kultstatus erreichte. Nun meldeten sich Paul Masvidal, Sean Malone und Sean Reinert mit dem Meisterwerk "Traced In Air" beeindruckend zurck. Opeth live Cynic live Einen kleinen Vorgeschmack auf die neue Scheibe konnte man schon whrend den wenigen Reunion-Gigs im letzten Jahr gewinnen In fnfzigprozentiger Original-Besetzung starteten CYNIC direkt mit einem neuen Track das Konzert. Der Aufbau wirkte zunchst etwas gewhnungsbedrftig. So fand das Schlagzeug am linken Bhnenrand seinen Platz. Das "Traced In Air"-Artwork, das brigens vom gleichen Knstler, wie damals jenes von "Focus" entwickelt wurde, schmckte die Bassdrum, sowie zwei im Hintergrund aufgestellte Leinwnde. Die hohen, unnatrlich verzerrten Vocals, die man noch von den Gigs des letztes Jahres und von dem Erstlingswerk kannte, kamen lediglich whrend "Veil Of Maya" zum Einsatz. Ansonsten wurden ausschlielich Stcke der aktuellen Scheibe prsentiert, die zwar im Hrtegrad etwas angezogen wirkten, doch technisch abgefahren wie eh und je daherkamen. Dieses Material war wohlmglich untanzbar? Nur wenige Banger im Publikum, versuchten es dennoch und mit eingeschrnktem Erfolg. Die Musiker selbst waren aktiv und in stetiger Bewegung. Insbesondere war es eine wahre Freude die Schlagzeug-Eskapaden eines Sean Reinert zu bewundern. Die tiefen Growls, die 2008 noch vom Band kamen, bernahm jetzt der niederlndische Gitarrist Tymon Kruidenier (EXIVIOUS), der zum neuen und festen Line-Up gehrte. Whrend dieser Tour wird Stickplayer Sean Malone durch Tymons Bandkollegen Robin Zielhorst ersetzt, der einen ebenwrdigen Job erledigte. Zum Ende des beeindruckenden Auftrittes wnschte man sich doch noch ein frhes Stck. Wurden whrend dem Soundcheck doch einige Samples des Hymne "How Could I" eingeblendet, wurde dieser Song dennoch nicht vorgetragen. Somit lag die Vermutung nahe, dass die Vorgruppe, wie es fter Methode ist, in der Spielzeit beschnitten wurden. (Michael Kmmet)

Nachdem man am Abend schon ordentlich mit Metall versorgt wurde, war nun die Zeit fr OPETH gekommen. Opeth live Opeth live Mikael und seine Mitstreiter wurden begeistert empfangen und ohne darauf schwer einzugehen, hmmerten sie den begierigen Gsten mit "Heir Apparent" schon ordentlich einen vor den Schdel. Der famose Opener dieses Abends, vom nicht weniger famosen Album "Watershed", zeigte schon zu Beginn in welcher Liga diese Formation spielt. Somit war die Rbe schon mal warm gerttelt fr den nchsten Brecher: "Grand Conjuration"! Die Intensitt der Songs ist Live schier atemberaubend. Den Wechsel zwischen klarem Gesang und den tiefen Growls beherrscht wohl kaum jemand so gut wie Mikael. Gitarrist Fredrik Akesson hat sich gut in die Band integriert und die Spielfreude ist ihm wie auch den anderen Musikern anzusehen und auch anzuhren. Der Sound ist als gut zu bezeichnen und so lasse ich mir die Noten bis in die Hirnrinde treiben. Die vielen Stimmungen die OPETH mit ihrer Musik erzeugen, reien einen mit und tragen einen von Song zu Song. Ein OPETH-Konzert ist natrlich nur dann ein vollwertiges Konzert, wenn Mikael seine lockeren und gelegentlich sinnfreien Sprche vom Stapel lsst. So war es auch dieses Mal und einem gewissen Herrn namens Conan, dessen Konterfei auf Mikaels Shirt abgebildet war, wurde am heutigen Abend nicht wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ob es jetzt Show war oder wirklich Versehen sei einmal dahingestellt, amsant waren die beiden Aktionen schon, einfach mal einen Song anzuspielen der nicht auf der heutigen Setlist stand. "So many Masterpieces!" sagte der sympathische Schwede, da knne man sich mal vertun. Wegen mir htten sie diese ruhig zustzlich spielen knnen, ich hatte am Abend nichts weiter vor. Der zweite Song des betourten Albums war "Lotus Eater". Wenn ich das richtig verstanden habe ist das gesummte Intro die Melodie eines alten schwedischen Kinderliedes. In Schweden wird einem der Metal wohl in die Wiege gelegt. Richtig so! Mit "Deliverance" wurde dann der Nacken ein weiteres Mal ordentlich strapaziert, bevor sich die Schweden mit "Demon of The Fall" verabschiedeten. Klar, dass sie ohne Zugabe nicht davongelassen wurden und unter lautem Jubel kehrten sie mit "Drapery Falls" ein letztes mal zurck.

Lange Zeit konnte ich dieser Band aber auch berhaupt nix abgewinnen, bis ich vor wenigen Jahren Gre und Wert dieser Band erkannte. Seitdem sauge ich jede Verffentlichung frmlich auf, wie auch die krzlich erschienene Live-DVD und Konzert-Besuche sind ohnehin ein Muss! Die am heutigen Abend gespielten Stcke sind ein toller Querschnitt durch das Schaffenswerk von OPETH. Alle Songwnsche wurden sicherlich nicht erfllt, ich erinnere mich an mehrere "Black Rose Immortal"-Rufe, doch kann man sich nicht beschweren. Mit einer Verbeugung verabschiedeten sich OPETH und eins ist sicher: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert! (Torsten Butz)

    Setlist OPETH:
  • Heir Apparent
  • Grand Conjuration
  • Godhead Lament
  • Lotus Eater
  • Hope Leaves
  • Deliverance
  • Demon Of The Fall
  • Drapery Falls
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