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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SATYRICON, ZONARIA
Ort Frankfurt / Main, Batschkapp
Datum 14.12.2008
Autor Andreas Goericke
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Da brach doch endlich mal ein ordentlich frostiger Winter ber Teutonenland herein und schon gaben sich die Skandinavier, heimelig beheizt, die Ehre in der hessischen Hauptstadt des ppelwois. Den sie hoffentlich nicht allzu derbe konsumierten, schlielich wissen wir, wie das Stffsche auf fremdlndische Krper wirkt! Allerdings schienen alle Musiker fit zu sein und es ward auch keiner lnger auf dem Lokus gesehen, als es nicht normal wre. Die Grundvoraussetzungen waren also erfolgreich gegeben!

Da EVILE leider aufgrund eines Unfalls aus der Tour aussteigen mussten, war es an den mir bis dato unbekannten ZONARIA, die Show zu erffnen. Die Bengel kommen brigens nicht aus der ehemaligen DDR, sondern tatschlich aus Schweden. Und fr ihr niedliches Alter von gerade mal ganz frischen 20, legten sie auch gleich ein ordentliches Brett auf die Waagschale. Einerseits war auch schon das Bhnenbild mit sehr ordentlichen Trennern im CD-Look, mit fies kaputten Menschenkrpern in Glasbehltern eingelegt, den fetten Lederrstungen und dem tchtigen Einsatz der Newcomer wirklich ausgesprochen eindrucksvoll! Andererseits haute die Musik der Kids irgendwo in die Kerbe von DIMMU, DISSECTION und generell melodischem Schweden - Tod, also ein feiner und energetischer Mix, der schn vorwrts geht. So ein wenig grn hinter den Ohren wirkten sie musikalisch schon noch, aber ber die Performance konnte man wirklich nicht meckern! Sie lieen ziemlich die Kuh fliegen und auch die Posen des jngst verstorbenen Oberbse-Johns waren samt identischer Gitarre sauber einstudiert und abgekupfert. Es gibt zumindest als Gitarrist sicher schlimmere Vorbilder, moralisch ist es wohl durchaus fragwrdig. Aber gut, dennoch eine saubere Sache mit ordentlichem Druck und viel Spielfreude. Hat Spa gemacht, was ich selten von Vorbands behaupte.

Zonaria live Satyricon live Nach dem gelungenen Auftakt nahten dann in groen Schritten die Headliner des Abends. In der Umbaupause konnte man vor dem dsteren Backdrop schon das Schlagzeug von Frost bewundern, welches ein arschgeiles Rack mit angeschweiten Hrnern in riesigem Format war. Ein Fest! Dazu war der Mikrostnder Satyrs in Form eines Dreizacks gestaltet. Knnte albern gewesen sein, war aber nicht so. Als Intro hatten SATYRICON tatschlich sehr ironisch "Highway To Hell" ausgewhlt und die Kombo enterte die Bhne. Hier kam wirklich ein gruseliger Aspekt zum tragen, schlielich sind kurzhaarige, mit reichlich Haargel versehene Mnner in Frankfurt fter eine bedrohliche Angelegenheit. Zu den beiden Hauptakteuren gesellten sich 2 Gitarristen, ein Basser sowie eine hbsche Dame am Keyboard und der fette Opener "Posessed" drckte gleich mal ordentlich die Wnde weg. Nach "Wolfpack" vom neuen Album legten die Mnner mit einem Drumintro den Titeltrack von "Now, Diabolical" hinterher und die Stimmung war bestens und krftig am Kochen! Die Jungs auf der Bhne gaben sich gehrig Mhe und auch Satyr war keineswegs bsartig oder arrogant. Er heizte die Menge mit permanentem Anfeuern stets weiter an und nach den weiteren Gassenhauern "Havoc Vulture" und "Black Crow On A Tombstone" zum Mitsingen folgte direkt "Nemesis Divina". Ein Freudentag im winterlichen Frankfurt, Gas ohne Ende und eine geniale Atmosphre! Am Ende des regulren Sets griff der Meister persnlich auch noch zur Gitarre und auch die Keyboarderin trllerte noch ein Wenig, leider kaum hrbar.

Satyricon live Satyricon live Nach der obligatorischen Zwangspause hauten die Mannen noch einmal mchtig mit "K.I.N.G." und "Fuel For Hatred" hin, bevor sich die meisten der Musiker von der Bhne verabschiedeten. Lediglich Satyr, Frost und der Gitarrist blieben vorerst stehen und schauten wortlos in die Menge. Nach und nach kamen alle zurck, Satyr schnappte sich seinen Dreizack und bat uns alle, die Bridge von endlich, endlich "Mother North" mitzusingen, was die Halle auch brav befolgte. Nach diesem Killer war dann aber wirklich das Licht aus und "The End" von den unsterblichen DOORS beendete die geniale, weit ber 90 Minuten andauernde Show der Norweger.

Photos: Katrin Ntling
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