Navigation
                
19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PRETTY MAIDS, CHUCKS
Ort Bruchsal, Fabrik
Datum 16.11.2008
Autor Thorsten Ritter
>> Als E-Mail versenden

Die 25th Anniversary-Tour der PRETTY MAIDS war fr mich an diesem vllig verregneten Sonntag-Abend definitiv ein guter Grund die Reise in das - fr mich doch etwas entferntere - Bruchsal bei Karlsruhe anzutreten, denn mein letztes Live-Erlebnis mit den Dnen lag bereits eine Weile zurck. Die Fabrik, in dem der Auftritt stattfand, lie sich glcklicherweise recht einfach finden, da sie sich in einem Industriegebiet nahe der Autobahn befindet. Es ist ein kleiner aber sehr charmanter Club, der - im Gegensatz zu vielen anderen Locations - nicht so abgefrackt und versifft gewesen ist.

CHUCKS live CHUCKS live

Anfnglich waren jedoch nur wenige Fans anwesend, so dass ich befrchtete, die PRETTY MAIDS wrde das gleiche Schicksal wie VICIOUS RUMORS vor ein paar Tagen ereilen, die vor nur annhernd 50 Anwesenden rocken mussten. Dies stelle sich im Laufe des Abend aber als unbegrndet heraus, da es beim Headliner doch gut gefllt war. Bei den im Vorprogramm spielenden CHUCKS war der Laden jedoch bedeutend leerer.
Das aus Ludwigshafen stammende Quartett fing dann - nach anfnglichen technischen Problemen im Vorfeld - gegen 19.50 Uhr mit ihrem Set an. Die vier Jungs - bestehend aus den Brdern Alain (Gesang und Gitarre) und Steve (Drums) sowie dem Bassisten Amine und Gitarrist Marco - spielten eine Mischung aus melodisem Hard und Heavy Rock. Vom Alter (zwischen 15 und 20 Jahren) lieen sie sich wohl am ehesten mit den Schwaben KISSIN' DYNAMITE vergleichen, was man vor allem Marco ziemlich deutlich ansah.
Das Programm der CHUCKS bestand zum grten Teil aus Coverversionen von denen besonders "Fear Of The Dark" von IRON MAIDEN sowie "Rock 'n' Roll" von LED ZEPPELIN heraus stachen. Die zwei gespielten Eigenkompositionen ("I Want You" und "Reason To Try") hrten sich aber auch ganz ordentlich an. Die Performance der Buben war ebenfalls in Ordnung, wobei sich die von Alain und Amine doch stark von den der beiden anderen abhob, denn sie posten wie die Groen und man konnte spren, dass sie das ntige Selbstbewusstsein besitzen, um in der nchsten Liga zu spielen.
Der Gig verflog jedenfalls recht schnell und bereits nach 35 Minuten war Schluss, aber die Vier wurden mit mehr als reinem Hflichkeitsapplaus von der Bhne verabschiedet. Wie mittlerweile bekannt wurde, sind sie fr das Rock of Ages-Festival in Seebronn besttigt, so dass sie nicht viel falsch gemacht haben knnen.

Ach ja, warum brigens die im Vorfeld angekndigten THE ROXX nicht Teil des Programms waren, entzog sich meiner Kenntnis.

PRETTY MAIDS live PRETTY MAIDS live

Um 21 Uhr war dann die Zeit fr das dnische Quintett PRETTY MAIDS um die Grndungsmitglieder Ronnie Atkins (Gesang) und Ken Hammer (Gitarre) gekommen. Wie bereits eingangs erwhnt, habe ich die Band bereits mehrfach erleben drfen und wurde bislang nie enttuscht. Dies war auch am heutigen Abend nicht der Fall. Die gespielten Songs streiften annhernd jedes Album der 25-jhrigen Bandgeschichte und es war eine Freude diesem Best-of-Feuerwerk lauschen zu drfen. Ken Hammer war bester Laune und grinste die meiste Zeit wie ein Honig-Kuchen-Pferd. Ronnie Atkins war in einer super Verfassung und gut bei Stimme. Er wurde zudem nicht mde, dass anfangs doch sehr trge und teilweise steife Publikum immer wieder zu animieren und anzutreiben, was letzten Endes auch Frchte trug. Es machte daher riesige Freude den Beiden bei ihrer "Arbeit" zuzusehen und man konnte immer wieder feststellen, wie viel Spa sie auch nach all diesen Jahren auf der Bhne hatten. Gegen Ende des regulren Sets herrschte dann nicht nur auf der Bhne sondern auch bei den Fans eine ausgelassene Feierstimmung, was sicherlich auch an den lteren Klassikern der "Red, Hot And Heavy" und "Future World"-ra lag. Nach der - anfnglich nur mit Keyboard angestimmten - Gnsehautballade "Savage Heart" gab es jedenfalls keine Halten mehr und das Publikum war endgltig wach.
Bei Rodeo stellte Ronnie kurz die Band vor, bevor alle Anwesenden ihm ein Geburtstagsstndchen gaben. Vielleicht lag es auch an diesem Umstand, dass bereits nach 75 sehr kurzweiligen Minuten schon Schluss sein sollte, aber ohne die beiden Zugaben "Future World" und "Red, Hot And Heavy" htte man die PRETTY MAIDS sowieso nicht gehen lassen.
Nach 1 Stunden endete ein wieder mehr als gelungener Auftritt der sympathischen Truppe und ich musste mich auf der Rckfahrt immer wieder fragen, warum sie nie die Aufmerksamkeit bekommen haben, die ihnen eigentlich zusteht. Leider teilen sie ihr Schicksal diesbezglich mit den angesprochen VICIOUS RUMOURS, METAL CHURCH, SAVATAGE und vielen anderen vllig unterbewerteten Bands. Ich kann nur sagen, wer hier nicht dabei war, der hat etwas verpasst; Punkt!

Playlist PRETTY MAIDS:

  • Sin Decade
  • Lethal Heroes
  • Wake Up To The Real World
  • We Came To Rock
  • Another Shot To Your Love
  • Virtual Brutality
  • Destinations inclusive kurzem Drum-Solo
  • Walk Away
  • Savage Heart
  • Yellow Rain
  • Back To Back
  • Rodeo
  • Please Don't Leave Me
  • Love Games
Zugaben:
  • Future World Red
  • Hot And Heavy

<< vorheriges Review
THE CARBURETORS, V8WIXXXER, THE CHUCK NORRIS EXPERIMENT, BAD MACHINE, SLAM & HOWIE AND THE RESERVE MEN - Frankfurt, Sinkkasten
nchstes Review >>
UNLEASHED, KRISIUN, ONE MAN ARMY & THE UNDEAD QUARTET, COMMANDER - Darmstadt, Steinbruch Theater


Zufällige Reviews