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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ALICE COOPER, WHITESNAKE & FIVE AND THE RED ONE
Ort Frankfurt, Jahrhunderthalle
Datum 28.11.2008
Autor Sabine Jordan & Thorsten Dietrich
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Am Freitag, den 28.11.2008 war wieder einmal ein groes Event in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Hchst angesagt. Karten konnten fr stolze Preise ab 51,60 EUR Stehplatz erworben werden. Als Start-Uhrzeit war auf den Karten 19:30h angeben, allerdings stellte sich heraus, dass die Special-Guests der Tour Five And The Red One bereits um 19:00h loslegten. Wir kamen wegen dem Anfahrtsstau auf den groen Parkplatz erst etwas spter an, gaben gemtlich unsere Jacken an der Garderobe ab (1,50 EUR) und deckten uns erst mal mit einem leider nicht so leckeren Bier (0,33 zu 3 EUR) ein. Dann checkten wir fix den Merchandise-Stand mit den berteuerten Preisen und kamen kurz vor 20:00h pnktlich zum Beginn von Whitesnake in der Menge recht mittig, aber doch relativ weit hinten zum Stehen.

Wir waren ja schon vorgewarnt und rechneten nicht unbedingt mit Glanzleistungen seitens David Coverdale. Man liest ja auch bei der Konkurrenz und somit verfolgten wir so manche Playback-Diskussion. Aber fangen wir vorne an. Whitesnake starteten mit "Best Years", dem Song der passender Weise auch gleich mit den Worten "Somebody Help Me" anfngt. Was schnell klar wurde, war jedenfalls, dass die besten Jahre von Coverdale eindeutig vorbei sind. Er wirkte unmotiviert und vielleicht auch unzufrieden, Whitesnake Whitesnake was nicht unbedingt unberechtigt war, denn seine Stimmleistung lie ganz schn zu wnschen brig. Da halfen weder Hall, noch die Mhe seiner Band, bzw. seiner Gitarristen Reb Beach, Doug Aldrich und Bassist Uriah Duffy, die sich gesanglich wirklich engagierten hier Lcken zu fllen. Fr mich stand sehr schnell fest: "So stirbt eine Legende!" Wenigstens war Gitarrist Doug Aldrich sehr nett anzusehen, da er - wie immer - mit offenem Hemd seinen trainierten Oberkrper prsentierte. Abgesehen davon hatte ich aber eigentlich bereits nach 15 min. genug gesehen und gehrt. Mr. Coverdale versuchte sichtlich bemht und warum auch immer schwitzend - er bewegte sich nicht unbedingt viel - seine Einstze zu bringen. Oft war aber das Mikro so weit weg, weil er seine Arme weit ausstreckte, so dass man eben nur die Background-Snger hrte, oder was auch immer da noch gedreht wurde. Fr ein Playback, da waren wir uns einig, war das ganze allerdings zu schlecht. Die langsameren Nummern im Akustikpart gingen dann auch fast wieder, dazu schien die Luft noch mehr oder weniger gereicht haben. Ich frage mich aber ernsthaft, warum der Mann sich und uns das antut. Aber so folgte nach der obligatorischen Ansage "Here's a Song for ya!" - "Fool For Your Loving" Danach fragte er das Publikum "Wie geht's" und wies auf das 30-jhrige Jubilum "of the weie Schlange" hin. Hm... Die Menge war an sich eher zurckhaltend und Stimmung wollte so recht keine aufkommen, geklatscht wurde ebenfalls recht verhalten. "Love Ain't No Stranger" widmete David dann Mel Galley, einem ehemaliger Whitesnake-Gitaristen, der dieses Jahr an den folgen von Krebs verstarb. Auerdem folgten unter anderem noch die Hits "Is This Love", "Ain't No Love In The Heart Of The City" und "Here I Go Again". Zwischen drinnen gab es ein Gitarren-Duell bei dem die Herren Aldrich und Beach wieder glnzten und David sich ausruhen konnte. Alles in allem eine recht gute Setlist und gegen Ende auch gesanglich annehmbarer als der echt schwache Anfang. Zum Glck versuchte sich Mr. Coverdale dieses Mal nicht wieder an "Soldier Of Fortune", was er beim letzten Mal in Neu-Isenburg noch a capella vergewaltigte. So endete der Abend um kurz vor halb Zehn mit "Still Of The Night", wo ich bei "I just wanna be close to you", dann eher das Gegenteil dachte, nmlich: "Gut, dass es nun die Aussicht darauf gab, dass Alice Cooper den Abend noch retten knnte". (Sabine Jordan)


Setlist: Whitesnake
  • Intro
  • Best Years
  • Fool For Your Lovin'
  • Can You Hear The Wind
  • Love Ain't No Stranger
  • Lay Down Your Love
  • The Deeper The Love
  • Is This Love
  • Guitar Duel
  • A Fool In Love
  • Ain't Gonna Cry
  • Aint't No Love In The Heart Of The City
  • Give Me All Your Love
  • Here I Go Again
  • Still Of The Night

Nachdem sich zuvor eine Legende selbst demontiert hatte, kam der vitale, agile und sechzig Jahre junge Alice Cooper und zeigte der gut, aber nicht prall gefllten Jahrhunderthalle was er seit ber 30 Jahren am Besten kann! Cooper und seine nach Rotzrock aussehende Truppe agierten dabei uerst energetisch und wirkten sehr gut eingespielt. Ich persnlich freute mich besonders Coopers lngsten Mitmusiker Eric Singer (Kiss, Avantasia) am Schlagzeug zu erleben, der mit seinem Spiel natrlich zu berzeugen wusste und auch optisch etwas her machte. Die Bhne war gut ausgeleuchtet und hatte als Deko lediglich zwei alt aussehende, gespannte Netze. Denkt einfach mal an den Titel des neuen Albums! Cooper brauchte aber auch nicht mehr, da er Alice Cooper Alice Coooper mit Hits en Masse in seinem 22 Songs langen Set punkten konnte. Dabei lie er strategisch schlau erst mal jede Menge alter Hits auf das Publikum los und gab richtig Gas. Fast das ganze Konzert ber verzichtete der bekennende Christ und Golfer auf Ansagen und strendes Gelaber und lie eher seine Showelemente und Songs sprechen. Cooper wurde von seinen beiden Tchtern als Aktricen untersttzt, die in verschiedenen Verkleidungen seine Showeinlagen begleiteten und die er, wie alle Musiker, am Ende der Show galant vorstellte. Dabei hatte jeder Song kleine Showelemente, welche sich oft am Titel ableiten lassen. Dollarschein bei "Billion Dollar Babies" , Perlenketten bei "Dirty Diamonds oder eine Babypuppe bei "Dead Babies". Zwischendrin gab es immer, heutzutage drollig aussehende Kmpfe mit Gestalten und Puppen, die mit Messern, Reitgerten und hnlichem traktiert wurden und sicherlich keinen mehr schocken konnten, sondern eher nur fr Unterhaltung und Action auf der Bhne sorgten. Der Erfinder des Schock Rocks und Held von Lordi, Gwar und sicherlich auch vom beknackten Manson war einfach der nette Alice und geno sichtlich seine Rolle auf der Bhne. Dabei traten trotz aller Showelemente die Songs nie in den Hintergrund und selbst als Alice in eine Zwangsjacke gesteckt wurde, oder am Galgen erhngt wurde, war die Show nie wichtiger als die Musik! Auch seine in den Mittelteil gepackten neuern Songs der Alben "Along Comes A Spider" und "Dirty Diamonds" gefielen mir besser als auf den CDs und danach musste natrlich auch wieder ein Best Of Programm folgen, wo wir lediglich ein oder zwei Songs wie "Bed Of Nails" vom "Trash" Album vermisst haben, whrend wieder andere sicherlich ganz andere Songs vermissten! Der Onkel Alice hat halt so viele Alben gemacht, da kann das schon etwas knapp werden, so dass auch mal ein Medley aus "Devil's Food/Killer/I Love The Dead" gezockt wurde. Whrend Alice am Galgen hing, rhrte Bassist Chuck Garric kurz den Oldie "I Love The Dead". Klasse Idee, genauso wie das Drumsolo, an dem die Langholzfraktion mit extra bereit gestellten Drums teilnahm. Alice Cooper hat immer noch Saft und Spa an der Sache, so dass der Abend doch positiv endete. Mr. Cooper ist also immer noch eine Reise wert. (Thorsten Dietrich)


Setlist: Alice Cooper
  • It's Hot Tonight
  • No More Mr Nice Guy
  • Under My Wheels
  • I'm Eighteen
  • Is It My Body?
  • Woman Of Mass Distraction
  • Feed My Frankenstein
  • Be My Lover
  • (In Touch With Your) Feminine Side
  • Dirty Diamonds
  • Vengeance Is Mine
  • Halo Of Flies
  • Welcome To My Nightmare
  • Cold Ethyl
  • Only Women Bleed
  • Steven
  • Dead Babies
  • Ballad Of Dwight Fry
  • Devils Food / Killer / I Love The Dead
  • School's Out
  • Billion Dollar Babies
  • Poison

Bilder: Britta Stippich
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