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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SLIPKNOT, MACHINE HEAD, CHILDREN OF BODOM
Ort Offenbach, Stadthalle
Datum 25.11.2008
Autor Christoph Fllenbach
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SLIPKNOT hat sich fr die aktuelle "All Hope Is Gone"-Tour MACHINE HEAD und CHILDREN OF BODOM ins Boot geholt und reist nun im Dreiergespann um die Welt. Dabei haben sie sich auch Frankfurt - Offenbach als Stopp ausgesucht, wo ich mich von der Livequalitt berzeugen wollte.

Pnktlich wie die Maurer fingen die Jungs vom Lake Bodom um 19.00 Uhr an und es sollte sich schnell herausstellen, dass ich mit der Musik der Fnf immer noch nicht wirklich viel anfangen kann. Keyboard im fliegenden Wechsel mit Gitarren, dazu eine Doublebass, deren Dauerbetrieb nur von wenigen Pausen unterbrochen wird. Dass Andere sehr wohl etwas mit dem Gedudel anfangen knnen, zeigte sich in den ersten Reihen. Dort folgte man den Wrtern von Alexi im Handumdrehen und erffnete ein "Motherfucking Circlepit, you fucking Fuckers". Mein lieber Herr Gesangsverein, wie kann man denn in so kurzer Zeit so viel Scheie verzapfen? CHILDREN OF BODOM MACHINE HEAD Zum letzten Mal hatte ich die Bodomkinder vor vier Jahren gesehen und ehrlich gesagt damit gerechnet, dass man mittlerweile ein bisschen reifer geworden wre. Fehlanzeige, das Gegenteil ist der Fall. Die Onemanshow Alexi rotzt ins Mikro wie ein Zwlfjhriger und feiert sich whrend der halbstndigen Show bei jedem neuen Solo selber. Der Rest der Mannschaft trollt sich im Hintergrund und Janne am Keyboard scheint es zwischendurch so langweilig zu sein, dass er auch mal mit den Hnden in den Taschen rumsteht. Naja, vielleicht war ihm ja kalt, man wei es nicht. Auch wenn die bekanntesten Stcke wie "Hatecrew" oder "Silent Night, Bodom Night" ausgepackt wurden, konnte ich mich mit dem Gebotenen nicht anfreunden. Dies gilt aber nicht fr den jungspundigen Rest des Publikums, der mittlerweile auch im hinteren Teil der Halle seine Matten kreisen lies. Positiv aufgefallen sind nur die gute Lichtshow und der stimmige Sound, der zwar das Schlagzeug ein wenig zu sehr in den Vordergrund stellte, aber im Allgemeinen gut ankam.

Die Pause nach dem Auftritt, welche musikalisch brigens von dem sehr unpassenden, aber guten, Hotel California Cover der GIPSY KINGS untermalt wurde, nutzte man dazu, jegliche aufgekommene Stimmung zu zerstren. Wie man sowas schafft? Einfach die komplette Beleuchtung im Saal anmachen, anstatt es bei einigen, wenigen Lichtern lassen.

Doch es sollte Besserung Folgen und zwar in Form von Rob Flynn, der Reinkarnation des Metals. Klingt schwerstens bertrieben, stimmt aber im Groen und Ganzen. Die Show unterschied sich vollstndig von dem zuvor Gebotenen. Zum Groteil dadurch, dass man Rob und seinen Mannen von MACHINE HEAD das knallharte, coole Auftreten abgekauft. Da wirkt nichts geknzelt, die sind echt so. Das Durchschnittsalter der Fans vor der Bhne hatte sich mittlerweile einem normaleren Alter angepasst und so ging es vor der Bhne auch mal deftiger zur Sache. Kein Wunder, wer "Imperium" schon mal live erlebt hat, wei welche Energie in dem Song steckt. Unermdlich forderten die Vier das Publikum und diesmal war es wirklich die ganze Band, die fr Unterhaltung sorgte und nicht nur der Fronter. Dieser verstand es sehr gut sich auch mal in den Hintergrund zu verziehen und so den Anderen, wenn auch nur kurzfristig, die volle Prsenz zukommen zu lassen. Jeder Song an dem Abend, sei es "Halo", "Aestetics Of Hate" oder das omniprsente "Davidian" wurden dankend von den Zuschauern angenommen und abgefeiert. Dankend angenommen wurde ebenso der zweite Jgermeister, den Rob einem Fan zuwarf, nachdem er ihm den Ersten unabsichtlicher weise ins Gesicht geschleuderte hatte. Der gute Fang wurde mit "Ah, we got a true alkoholic here" kommentiert. Generell war es ihm sehr daran gelegen, dem Publikum Metal nahezugbringen wie er ihn mag. Hart, schnell, viel Alkohol und Sex auf dem Damenklo, na wer sagt da nicht zu ;-)? Nach einer knappen Stunde stand fr mich dann endgltig fest, dass die Herren mir da nichts vormachen, die haben einfach nur Lust ihre Musik live zu performen. Genauso so sollte es aussehen, kein Geposen, kein dummes Gehabe! Top Sound, Top Licht, Top Show!

SLIPKNOT SLIPKNOT

Nach typisch langer Umbaupause, kamen die Namensgeber der Tour auf die Bhne, die mittlerweile ganz schn vollgestellt aussah. Nachdem das Publikum mit einigen deutschen Worten begrt worden war, ging es auch schon krftig rund. Die Temposchraube wurde ordentlich angezogen, was sich leider etwas negativ auf den Sound auswirkte. Dieser war an manchen Stellen zur sehr von den Drums und Percussions beherrscht, was der eigentlichen Show aber keinen Abbruch tun sollte. Wie ein einstudiertes Theaterstck bewegten sich die einzelnen Mitglieder der neunkpfigen Gruppe ber die Bhne, ohne dabei besonders viel Interaktion zu zeigen. Auch wenn sie so nicht durch Improvisation geglnzt haben, beeindruckend war der Auftritt allemal. Neben einer Lichtshow, die einem fast die Augen verbrannt hat, kamen auch andere SLIPKNOT-typische Parts zum Einsatz. So lieen Chris Fehn und Shawn Crahan zwischendurch mal von ihren schweren Geschtzen ab und kamen mit Marschtrommeln auf die Bhne. Die gespielten Songs beachteten die verschiedenen Verffentlichungen der Truppe relativ gleich, wobei die neueren Stcke deutlicher angepriesen wurden. Irgendwie konnte ich mir den Gedanken an Werbung nicht verkneifen, als Corey von der Wiederverffentlichung der "Mate.Feed.Kill.Repeat"-Scheibe sprach, die zwar erst nchstes Jahr kommt, aber dann doch unbedingt gekauft werden sollte. Den "Maggots" im Publikum schien dies aber ziemlich egal zu sein, da sie den Fronter der Amis sowieso vergttern, anders kann man es nicht beschreiben wenn 1000 Leute jeden "Befehl" sofort in die Tat umsetzen. SLIPKNOT zeigten eine verdammt gute Show, auch wenn mir etwas die Spontanitt fehlte.

Setlist SLIPKNOT:

  • Intro
  • Surfacing
  • The Blister Exists
  • Get This
  • Before I Forget
  • Pulse Of The Maggots
  • Disasterpiece
  • Dead Memories
  • Psychosocial
  • The Heretic Anthem
  • Prosthetics
  • Spit It Out
  • Duality
  • Only One
  • People=Shit
  • (Sic)

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