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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing VOLBEAT, STUCK MOJO, SERUM 114
Ort Kln, Palladium
Datum 23.10.2008
Autor Thorsten Butz und David Lang
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Der Weg war zwar heute nicht das Ziel, aber dennoch waren Hin- und Rckfahrt mal mindestens genauso gut wie das Konzert selbst. SERUM 114 live Mit sieben musikschtigen Rockern an Bord machte sich das gute, glcklicherweise 7-sitzige Gefhrt auf den Weg ins Klner Palladium. Dringend bentigte Pausen, die gemacht werden mussten, um Unglcksflle durch Blasenschwche zu vermeiden, sollen hier nicht weiter ausgefhrt werden. Die frhliche Fahrt wurde sogar unterwegs geknipst, so dass wir alle auch einmal zusammen auf einem Foto zu sehen sein drften, auch wenn gerade Fahrer Kay hofft, dass dieses Foto niemals bei ihm ankommt. Das Konzert wurde vom E-Werk ins Palladium verlegt, da dieses zu klein war. Das muss man sich einmal vorstellen: zwei Jahre zuvor spielten VOLBEAT als Support vor vielleicht 400-500 Leutchen in der M-Box in Kaisersesch und jetzt ist das E-Werk zu klein. Ein Wahnsinnstrip auf der Karriereleiter, zu dem man nur gratulieren kann. Doch bevor wir VOLBEAT begren durften, betraten erst SERUM 114 und danach STUCK MOJO die Bhne, um dem Publikum einzuheizen. (Thorsten Butz)

Erstere waren bereits zu Gange als wir die riesige Halle betraten. Ich hatte mir zwar etwas Groes ausgemalt, doch das hier muss meinem kleinkindlichen Blick gehnelt haben, als ich zum ersten mal im Toys 'R' Us war. Mit einem Schlag wurde mir klar WIE gro VOLBEAT mittlerweile waren, aber leider auch, wie belanglos SERUM 114 sind. Auer ein paar geflligen Singalongs gab mir die Mischung aus ONKELZ und HOSEN nicht gerade viel. Das sah der Groteil der Menge hnlich und quittierte die Darbietung mit regungsloser Miene. Sympathisch waren die Jungspunde allemal und gengend Power im Arsch hatten sie auch, aber irgendwie wollte der Funke nicht berspringen. Die ersten Reihen feierten die Band jedoch gehrig ab und bescherten ihr so wenigstens einen Achtungserfolg.

STUCK MOJO live STUCK MOJO live

Der eigentliche Grund meines Kommens waren die Kreuzber-Veteranen von STUCK MOJO. Die Atlanta Boys gehrten Mitte der Neunziger zu DEN Aushngeschildern in Sachen Crossover. Leider wussten das nicht allzu viel Menschen im Palladium, wenngleich der Pit vor der Bhne auch weitaus grere Ausmae annahm als zuvor bei den "Bhsen Hosen" (sorry Jungs, aber gibt ja auch schlechtere Referenzen). Neufronter Lord Nelson und Gitarrencrack Rich Ward versuchten den Mob nach bestem Wissen und Gewissen anzustacheln, konnten jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nur wenig neue Fans an diesem Abend hinzu gewinnen. Dabei war die Setlist recht ausgewogen und bot von alten Knallern der Marke "Not Promised Tomorrow", ber "Rising" und "Southern Pride" bis hin zu aktuellem Material einige Granaten. Womglich lag es aber auch am Sound, der nur wenig Energie rber brachte und somit ganz und gar nicht zur Band passen wollte... naja, fast, denn Lord Nelson versprhte eher die Energie eines relaxten "brothers from the hood" nach dem zweiten Kpfchen Dope. Altsnger Bonz bekam ich live leider nie zu Gesicht, doch der Unterschied muss immens gewesen sein. Ich fands im Ganzen cool, nur bei einer doch eher knapp bemessenen Spielzeit sollte man sich beim nchsten Mal vielleicht berlegen derart lange Publikumsspielchen sein zu lassen; wenn sie auch gut ankamen (das wre dicke ein Song mehr gewesen). (David Lang)

Die Vorfreude auf VOLBEAT stieg in der Umbauphase unermesslich. Links und rechts von der Bhne und als Backdrop waren Variationen des Covers der aktuellen CD zu sehen, dazu auf der Bhne eine Lautsprecher-Wand, beschriftet mit "Guitar", "Gangster" und "Cadillac". Und das war dann auch schon im Groben das Bhnenbild. Fehlten noch die Musiker, die schlielich zu westernartigem Gitarrensound und begleitet von tosendem Applaus und VOLBEAT-Rufen, die Bhne betraten. Der unverkennbare VOLBEAT-Sound schmetterte uns entgegen, dazu schlielich der markante Gesang von Michael. VOLBEAT live VOLBEAT live Die Dnen starteten mit dem aktuellen Album, welches erst seit ein paar Wochen auf dem Markt ist. Doch im Verlauf des gut hundertmintigen Gigs sollten alte und neue Songs flieend ineinander bergehen. Bereits mit den ersten Tnen begann die Menschenmasse vor der Bhne sich heftigst zu bewegen. Knaller wie "The Human Instrument", "Boa", "Soulweeper #2" oder "A Moment Forever" von meinem favorisiertem Album fehlten ebenso wenig wie aktuellere Songs, zum Beispiel "Back To Prom" oder "Wild Rover Of Hell". Im Groen und Ganzen berwiegt jedoch das Gefhl die kompletten drei Alben gehrt zu haben, was aber auch daran liegen kann, dass wir auf Hin- und Rckweg nichts anderes im Player rotieren lieen. Nach dem absolut kultigsten Song der Dnen, "Sad Mans Tongue", den Michael seinem krzlich verstorbenem Vater widmete, verlie ich dann die Empore, auf der es definitiv zu brav zuging und wandte mich Bier und Rockern in der Halle zu. Kollege Dave sorgte derweil mit rotierender Matte weiterhin fr Unverstndnis auf der Empore. Die Halle war von vorne bis hinten prchtigst gefllt, berall konnte man die Leute mitsingen sehen und hren, Arme wurden im Takt geschwungen. Die Stimmung war wirklich berwltigend und so intensiv habe ich sie bei meinen vielen Konzertbesuchen selten erlebt. Interessant fand ich auch, da die Musik von VOLBEAT die Bevlkerung quer durch alle Musikrichtungen anspricht. Schlielich war auch bei diesem Konzert das Ende erreicht, VOLBEAT wurden heute gehrig abgefeiert, doch auch STUCK MOJO muss ich eine tolle Leistung zugestehen.

Mit einem dicken Grinsen auf den Backen lieen wir das Palladium hinter uns und gingen langsam zum Transporter, mit welchem wir dann Kln in Richtung Heimat verlieen.
Natrlich nicht, ohne noch eine Burger-Mancademy aufzusuchen um den beim Konzert verausgabten Krper wieder zu krftigen. Vielen Dank fr den schnen Abend an die Dnen, STUCK MOJO und SERUM 114, aber natrlich auch an Kay, Rdiger, Rbe, Menne, Sascha und Dave, die dem Abend die besondere Note verliehen haben.
Rock the Rebel, Metal the Devil! (Thorsten Butz)

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