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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DISTURBED, SHINEDOWN
Ort Karlsruhe, Europahalle
Datum 26.10.2008
Autor Sabine Jordan
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Zugegeben, unser Zeitplan war etwas knapp und die Parkplatzsituation vor der Europahalle in Karlsruhe war etwas angespannt, die 2200 Parkpltze davor schienen bereits voll zu sein. Wir wurden dann aber einige hundert Meter weiter in einem Wohngebiet fndig und folgten einfach den Strmen. Da der Mensch ein Herdentier ist liefen auch wir ein paar Metalheads hinterher, schn in Richtung Europabad, wo wir feststellten, dass die fhrende Gruppe genauso planlos war, wie wir, was das Auffinden des Eingangs der Halle anging. Aber die Halle befand sich erstaunlicherweise zu unserer rechten, die Tourbusse verrieten es uns und sicherheitshalber waren auch Schilder angebraucht wo's langgeht. Wir nherten uns also von hinten. Den Vorverkaufs- und Presseschalter haben wir auch gleich gefunden und wir bekamen sogar ohne Problem ein Ticket und den Fotopass. Los ging es zur Schlange, die doch schon recht gro war. Es war allerdings auch schon viertel vor Acht und um Acht sollte es schon anfangen. Glcklicherweise kamen wir schnell rein und Alex durfte, nachdem wir den Trmann noch mal auf den Fotopass aufmerksam gemacht hatten, auch mit der groen Kamera rein. Nach einem kurzen Boxenstopp und Jackenabgeben kamen wir gerade rechtzeitig zu "Devour" dem ersten Song vom aktuellen Album "The Sound Of Madness" von Shinedown.

Shinedown live Shindown live

Die Jungs legten berpnktlich um kurz vor 20:00h los, die Halle war zu dem Zeitpunkt auch schon gut gefllt. Anfangs standen wir relativ weit hinten an der Seite, wo der Sound echt nicht so prall war. Wir sind dann aber beim 2. Song in Richtung Mitte gelaufen, was noch gut mglich war und dort aus war der Sound dann okay. Nach den ersten beiden Stcken gab es dann eine Ansage von Snger Brent Smith, der Karlsruhe begrsste und meinte, dass er mehr als geehrt sei hier sein zu knnen und er bedankte sich auch dafr, dass schon so viele Leute, so frh da waren. Natrlich durfte an diesem Abend auch der Titeltrack zum aktuellen Album nicht fehlen und so wurde "The Sound Of Madness" mit der Frage, ob wir wssten wie sich der Sound der Verrcktheit anhre angekndigt. Neben den zahlreich gespielten aktuellen Stcken lieen Shinedown aber auch die alten Songs nicht auen vor. Zu "Leave A Whisper" vom ersten Album leistete Brent dann sogar Animationsarbeit und forderte die Menge mehrmals zum Hochhpfen nach Anzhlen bei "3" auf, was auch von den meisten brav umgesetzt wurde. Das letzte mal als ich sowas gesehen habe, war bei The Offspring, aber ich frchte dafr auch immer auf den falschen Konzerten gewesen zu sein. Ach ja, Bhnendeko und Effekte gabe es nicht wirklich, aber dafr machten Shinedown mit vollem Krpereinsatz Action. So war es beispielsweise sehr schn Anzuschauen wie Brent und Gitarrist Stirn an Stirn Ihr Knnen darboten. Eine Tour ist ja auch immer die Gelegenheit fr Werbung und so machte uns Brent auf die Singleauskopplung von "Second Chance" aufmerksam. Wir erfuhren auerdem, dass er 20 Jahre gebraucht hat um diesen Song zu Papier zu bringen. Ich mochte den Song schon auf dem Album sehr gerne und war auch live begeistert. Nach gut 30 Minuten wurden wir gefragt, ob wir bereit seien fr Disturbed und damit wurde auch zum letzten Song "Fly From The Inside" bergeleitet. Shinedown hatten das Publikum gut motiviert und die meisten waren wieder auf "3" am Hpfen. Um 20:42 war damit dann sozusagen die Halbzeit eingelutet und Shinedown bedankten sich noch einmal ehe sie verschwanden.

Disturbed live Disturbed live

Dann ging erst mal wieder das Licht an und es gab zum Umbau Musik aus der Konserve. Inzwischen war es noch einmal etwas voller, zwar nicht ausverkauft, aber echt gut gefllt, so dass eine gute Rockkonzert-Atmosphre aufkommen konnte. Glcklicherweise war es auch nicht so voll, dass man nur gequetscht und geschoben wurde. Ich wurde auch so noch oft genug geschubst, gerempelt und auf die Fe getreten, ist ja normal. Was ich aber nicht verstehe ist, wieso man leere Bierbecher durch die Menge werfen muss? Ich brauche weder eine Bierdusche von oben und auch keine Spritzer, noch einen Becher an den Kopf! Ach und wie war das noch gleich mit dem Rauchverbot. Gilt das jetzt schon wieder nicht mehr, oder nur nicht fr Baden-Wrttemberg? Bh, es gab leider einige Raucher, aber immer noch nicht so schlimm wie frher. Dennoch war die Luft mies und ich freute mich schon insgeheim auf die Dusche danach, natrlich auch weil mir zwischenzeitlich arg warm war. Aber zurck zur Musik. Halt, eines noch: Die T-Shirt-Preise waren mit 30 EUR pro Stck mal wieder exorbitant hoch, trotzdem gab es leider immer noch genug Dumme, die diese Preise untersttzten und tatschlich Sachen kauften. Ich verkniff mir das dann aus Prinzip.

Disturbed starteten um 21:13h. Snger David Draiman kam in Zwangsjacke und Maske auf die Bhne, von der er dann von einem Helfer befreit wurde. Leider hat man das hinten nicht so gut sehen knnen, zum Glck hatten wir ja einen Fotografen vorne, der das festgehalten hat. Das passte natrlich auch alles prima zum Opener "Perfect Insanity", in dem es schlielich heit "please let me out"! Im Hintergrund war ein Riesenbanner mit dem Bandlogo zu sehen, auf der Bhne 4 Herrschaften die bereit waren zu rocken und vor der Bhne eine Menge die vor Begeisterung im Stroboskoplicht hpfte. Das Hintergrundbild wechselte bringens im Laufe der Show noch 3 mal, faszinierend waren die rotausgeleuchteten Augen von dem Dmon-hnlichen Mnnchen auf dem "10.000 Fist" Cover und die Ausleuchtung in rot, blau oder wei machte das ganze noch eindrucksvoller. Disturbed live Disturbed live David forderte uns im Laufe des Abends auch hufiger zum Mitmachen und Fuste in die Lust werfen auf und man konnte bei neuen und alten Songs schn abfeiern. Die Songauswahl erstreckte sich von Stcken wie bespielsweise "Liberate" vom ersten Album "Believe" ber "Just Stop" von "10.000 Fists" natrlich zu einigen aktuellen Songs, klar dass auch hier der Titeltrack "Indestructible" nicht fehlen durfte. Besonders faszinierend fand ich das teuflische Lachen von Snger David, das man des fteren zu hren bekam und auch die Stimmgewalt des Kerlchens an sich war beeindruckend. Sehr nett war auerdem seine Publikums-Anrede "my brothers and sisters, my blood". Die Stimmung war wirklich ganz gut, wenn auch - meiner Meinung nach - nicht kochend. Aber ich war trotzdem zufrieden Songs, wie "Land Of Confusion" zu hren. Nach gut einer Stunde ging dann zum ersten Mal das Licht an, was aber noch nicht das Ende war. Darauf folgten erst mal lautes Klatschen und Zugaberufe und schlielich noch lauteres Trampeln der Menge, was viel eindringlicher klang. Nach 2 Minuten waren Disturbed dann auch berzeugt und kehrten zurck. Allerdings gab es erst einmal eine kleine Standpauke von David, der sich darber mokierte, dass einige Leute, nicht wenige, auf den Rngen saen. Er sagte, dass er darber besorgt sei und dass es, wenn es nach ihm ging, auf Konzerten keine Sitzpltze geben wrde. Sitzen wrde uns sowieso nur paralysieren, auerdem wren wir hier nicht beim Fernsehschauen, sondern auf einer Rockshow, die Leute sollten geflligst aufstehen, was dann die meisten auch taten. Auf die Frage, ob wir mit ihm einer Meinung seien erntete er natrlich jede Menge Applaus und einige Lacher von den sowieso Stehenden. Darauf folgen noch 4 Songs und das obligatorische Drum Solo. Das i-Tpfelchen darunter war der letzte Song "Down With The Sickness" auf den ich den ganzen Abend schon wartete. Yeah! Das war ein schner Abend, der aber leider um 22:42 h schon etwas frh zu Ende ging. Wobei ich dann angesichts der Heimreise doch froh war, dass es nicht allzu spt wurde, man musste ja schlielich am nchsten Tag wieder arbeiten und das fllt montags bekanntlich immer schwerer.


Bilder: Alexander Schwab
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