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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUBWAY TO SALLY, END OF GREEN
Ort Wiesbaden, Schlachthof
Datum 08.10.2008
Autor Thorsten Ritter & Jrg Wetzel
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SUBWAY TO SALLY gastierten im Rahmen ihrer jngsten Verffentlichung - der "Schlachthof"-DVD - erstmalig in Wiesbaden, passenderweise im Schlachthof. Fr das Vorprogramm konnte man die Gothic-Rocker von END OF GREEN gewinnen, welche angesichts der zahlreichen belanglosen Vorgruppen wie MILA MAR oder der unsglichen COPPELIUS einen echten Gewinn darstellten.
Auf dem diesjhrigen Summer Breeze berzeugten beide Bands zwar nicht unbedingt und so sah man diesem Abend mit gemischten Gefhlen entgegen.

END OF GREEN starteten bereits gegen 20 Uhr ihren Set und ein besonderer Blickfang war sicherlich die Tripple-Axe-Fraktion mit Snger/Gitarrist Michelle Darkness im Vordergrund. Die Jungs warteten mit einem berraschend druckvollen und rockigen Touch auf, welcher bei "Dead City Lights" - dem zweiten Song des Abends - erstmalig gut zur Geltung kam. Es wurde routiniert gepost aber trotzdem enthielt die Performance ein gewisses Ma an Spontaneitt bereit und nichts wirkte einstudiert. Zudem kam die tolle Stimme von Michelle Darkness heute viel besser zur Geltung als noch auf dem Summer Breeze, wo die Songs allesamt zu rotz-rockig prsentiert wurden und sich die melancholischen Parts nicht richtig entfalten konnten. Die gesamte Band zeigte sich sehr viel spielfreudiger, mit mehr Feuer und Energie und lie so den enttuschenden Open Air-Gig schnell vergessen.
END OF GREEN live END OF GREEN live Dem Publikum schien dies indes egal zu sein, denn es reagierte kaum auf die Darbietung der Gothic-Rocker. Die Stimmung war jedenfalls sehr verhalten und es gab kaum Reaktionen von Seiten der Fans; allenfalls Hflichkeitsapplaus.
Mit zunehmender Spieldauer konnte END OF GREEN aber eine sichtliche Mehrheit auf ihre Seite ziehen und vor allem mit "Killhoney", "Drink Myself To Sleep" und "Highway 69" punkten.
Nach knapp 45 Minuten war leider Schluss und die Band verlie unter Zugabe-Rufen die Bhne. Schade dass sie nicht fr "Dead End Hero" und/oder "Weakness" vom Vorgngeralbum "Dead End Dreaming" zurckkommen durften, denn diese beiden Hits wurden schmerzlich vermisst! Ein gelungener Auftritt, der jedoch ein aktiveres Publikum verdient gehabt htte. (Thorsten Ritter)

Unmittelbar nachdem END OF GREEN die Bhne verlassen hatte, wachte das Publikum hrbar auf und der obligatorische Schlachtruf des Songs "Julia und die Ruber" wurde in den vorderen Reihen lautstark intoniert. Im hinteren Teil der Halle widmeten sich die Fans dem - mit absolut fairen Preisen aufwartenden - Merchandise-Stand. Es herrschte keinerlei Gedrnge und es war zudem erstaunlich, dass man noch lange nach ffnen der Tren fr das Konzert Karten kaufen konnte. So etwas gab es lange nicht und dass, obwohl SUBWAY TO SALLY ihre Fans interaktiv an der Zusammenstellung der Setlist beteiligt hatten.

Mit imposanten Pyros und "Meine Seele brennt" - dem Opener des aktuellen Albums "Bastard" - erffnete SUBWAY TO SALLY nach einer sehr kurzen, 15-mintigen Umbaupause die Show. Das Publikum empfing die Potsdamer Dame und Herren euphorisch und fr kurze Zeit war die Magie, mit der die Band sich in ihrer Geschichte ein beraus treues Publikum erspielt hatte, mit Hnden greifbar. Doch dieser Eindruck verflog schnell. Zum Einen war der Schrei schon bedeutend lauter, nachzuhren auf gleichnamiger Live-CD, zum Anderen wurde das erste Drittel des regulren Sets von routinierten und einstudierten Posen dominiert. Des weiteren lag der musikalische Schwerpunkt auf den mehr als durchwachsenen Verffentlichungen "Engelskrieger" und "Bastard", welche den langweiligen Beginn zustzlich untermauerten.
Doch so richtig schlecht wie eingangs befrchtet wurde es nicht, auch wenn das mit den Jahren hrter wirkende Auftreten der Band die sympathische Ausstrahlung der Anfangstage verdrngt hat. SUBWAY TO SALLY live SUBWAY TO SALLY live Eine gewisse Faszination geht von SUBWAY TO SALLY nach wie vor aus, beispielsweise mit der selbst-ironischen Souvernitt, mit der Snger Eric Fish eine falsche Ansage berspielte oder schlicht musikalisch, etwa mit den "Bannkreis"-Hits "Liebeszauber" und "Unterm Galgen". Speziell mit den lteren Songs gegen Ende des regulren Sets konnte die Band das gesamte Publikum mitreien, whrend neuere Stcke nur unmittelbar vor der Bhne dankbar aufgenommen wurden. Die Ausnahme bildete das, auch licht-technisch, grandios umgesetzte "Tanz auf dem Vulkan", das sich zwischen den Klassikern "Kleid aus Rosen" und "Ohne Liebe" nahtlos einfgte. Nach dem wie immer begeisternden "Sag dem Teufel" endete der erste Teil der Show nach etwa 80 Minuten. Die bis dato gespielten 17 Songs entschdigten jedenfalls fr die geringe Spielzeit und waren ein Indiz, dass SUBWAY TO SALLY trotz der schwcheren Studio-CDs der jngeren Bandgeschichte live immer noch begeistern knnen.

Die Begeisterung fr die Zugaben hielt sich dagegen stark in Grenzen. Sicherlich kam mit "Veitstanz" noch ein absolutes Highlight und auch der neue Hit "Auf Kiel" sowie der Klassiker "Julia und die Ruber" konnten berzeugen. Doch die Art und Weise wie der Siegertitel des Bundesvision Song Contests 2008 angekndigt wurde, hinterlie einmal mehr einen bitteren Beigeschmack. Viel Kredit verspielte die Band auch mit der Auswahl der Songs fr die zweite und letzte Zugabe. Dass Fans bereits vor dem Ende einer Show zahlreich den Schlachthof verlieen, war jedenfalls ein weiteres Novum.
So blieb am Ende des Abends ein zwiespltiger Eindruck. Sicher hatte SUBWAY TO SALLY einige, teilweise unerwartete Highlights im Gepck, doch die Prsentation der Songs und das mde Publikum sorgten letztlich dafr, dass die bekannt gute Stimmung nur ansatzweise entstand. Am Ende reichte es daher nicht zu einem gelungenen, sondern lediglich zu einem netten Abend. (Jrg Wetzel)

Setlist SUBWAY TO SALLY:

  • Meine Seele brennt
  • Puppenspieler
  • Unentdecktes Land
  • Unsterblich
  • Knochenschiff
  • Mephisto
  • Liebeszauber
  • Falscher Heiland
  • Erdbeermund
  • Die Trommel
  • Unterm Galgen
  • Traum vom Tod
  • Kleid aus Rosen
  • Tanz auf dem Vulkan
  • Ohne Liebe
  • Sieben
  • Sag dem Teufel
  • Auf Kiel
  • Veitstanz
  • Julia und die Ruber
  • Fatum
  • Schneeknigin

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