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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WITH FULL FORCE 2008
Ort Lbnitz, Flugplatz Roitzschjora
Datum 04.-06. Juli 2008
Autor David Lang & Bernd Schfer
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2 Hassfahrer - 1 Meinung

Ein verlngertes Wochenende voller Stress, wechselhaftem Wetter und berraschungen: die Rede ist vom With Full Force Festival, kurz WFF und eben jenes feierte in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag, quasi ein kleines Jubilum. Und um euch das Ganze so objektiv und sachlich wie mglich zu machen (harharhar), gibt es den Bericht dieses Jahr sogar teilweise aus zwei Blickwinkeln (Bernds lyrische Ergsse werdet ihr an der Kursivschrift erkennen). Dass diese nicht zwangslufig verschieden sind, ergibt sich aus der Natur der Sache. Wir machen nicht umsonst gemeinsam Musik.

Wir, im Klartext mein guter Freund und Gitarrist Bernd "Jeffrey Dahmer" Schfer, meine Holde (mit der ich NICHT gemeinsam musiziere) und meine Wenigkeit lieen es in diesem Jahr langsam angehen und fuhren nicht wie gewhnlich mitten in der Nacht, sondern erst donnerstags morgens los. Wir sollten Glck haben, denn Staus und hnliche Unannehmlichkeiten blieben aus.
So verlief bereits die Hinfahrt entspannt und auch der Einlass zhlte bereits zu den ersten Highlights. Die kilometerlangen Blechschlangen links liegend lassend, tuckerten wir gemtlich, ohne nur ein einziges Auto vor uns gen V.I.P. / Presse Campingplatz (das nur am Rande, um gewisse Freunde auch nachtrglich noch zu rgern). Doch Backstage hin oder her, vom aufziehenden Unwetter blieb letztlich niemand verschont und genau dieses nervte in Form von Dauerregen die komplette erste Nacht. Bernds 45 € Armeezelt (ich hatte schon YPS-Zelte, die mehr ausgehalten haben) musste dem Luftangriff Tribut zollen und verwandelte sich kurzerhand in einen kleinen Pool. So fand dann auch der Beifahrersitz meines Fiats fr die nchsten Nchte einen Nutznieer. Shit happens. Muss aber wohl wesentlich angenehmer gewesen sein als unser Quartier fr die Nacht (Gstebett ohne Luft und Kissen... aua!).
Nach der obligatorischen Campingplatzbegehung in der ersten Nacht inklusive der Verhaftung diverser Bierchen bermannte uns ohnehin der Schlaf der Gerechten und so konnten wir uns am nchsten Morgen auf das Wesentliche konzentrieren.

Nach einer entspannten, aber dank knallender Sonne brtend heier Autofahrt hat man schlielich gut gelaunt das Festivalgelnde befahren und wird auf den direkt hinter der Hauptbhne gelegenen Presse-Zeltplatz gelotst. Erstmal schn auspacken und ?n paar Bierchen gezischt und dann schon direkt mal ein Schock: mein tolles 2-Mann-Zelt in Wald-Tarn-Camouflage entpuppt sich bei zweiter Betrachtung als schlechter Witz. Es besteht lediglich aus einer popligen Plane (die sich uerst verdchtig nach Ramsch anfhlt), zwei (!) Alu-Stangen, welche allen Ernstes als Sttze des Ganzen dienen und nem Beutel Heringe (nee...nicht die Fische!). Der Tag vergeht recht schnell im frhlichem Biergelage inklusive mehrerer brllend komischer Wrestlingeinlagen vom Davy-Man mit seiner potthsslichen Gummipuppe (die, wie mir versichert wurde, nur ein Scherzartikel ist). Einige der Zeltnachbarn nehmen das nach ner Zeit auch wahr und sind auch sichtlich amsiert, wie ein Mann allein sich komplett zum Vollhorst machen kann. Spter am Abend trudeln dann auch die Jungs von MISERY SPEAKS einige Meter neben uns ein. Man trinkt ein paar Bier zusammen und plaudert. Naja... die Nacht soll dann der erste und letzte Belastungstest werden. Das schne Wetter ist futsch, es wird strmisch und Regen setzt ein... wunderbar! Schlaftrunken und durch gefroren kmpfe mich morgens um ca. 5.30 Uhr aus den Trmmern meines Zeltes und "klopfe" an Daves und Steffis Zelt. Ich frage also nach dem Autoschlssel und rette noch meinen Schlafsack aus meiner Zelt-Ruine. Der blieb komischerweise fast trocken. Ich verzieh mich ins Auto und penne noch ne Runde.

Das vorhin genannte Wesentliche war neben weiteren ungezhlten Bieren natrlich die Musik. Im Hinblick auf sein 15-jhriges Bestehen fiel das Line-up des diesjhrigen WFF zunchst einmal recht mager aus. Groe Namen wie SLAYER, IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder MOTRHEAD blieben aus, dafr servierten uns die Macher jedoch einige Schmankerl. Besonders die Hardcore-Fans drften glcklich gewesen sein ber die BIOHAZARD-Reunion und die (gefhlte 397.) Wiedervereinigung der RYKERS.
Erffnet wurde die Sause in 2008 von MISERY SPEAKS:

MISERY SPEAKS

Die fnf sympathischen Jungs aus Mnster legen mit fr einen Opener recht gutem, klarem Sound und ordentlich Spa in den Backen mit ihrem druckvollem, melodischem Death Metal los. Fr die Jungs ein besonderer Auftritt - spielt man doch das erste Mal auf einer so fetten Bhne wie der des WFF. Noch dazu haben die Burschen einen neuen Snger an Bord (ziemlich berraschend fr Dave und mich, da man kurz vorher zusammen in Heimersheim einen Auftritt gespielt hat und Claus Ulka noch die Frontsau war). Das tut der Sache aber keinen Abruch... der neue Fronter Przemek (gut das ich das wenigstens korrekt SCHREIBEN kann) legt sich ordentlich in's Zeug und reit die (fr diese Zeit recht zahlreiche) Meute schn mit. Nackenbrecher wie "Sentiment Is Missing" von der neusten Scheibe "Catalogue Of Carnage" oder das treibende "To My Enemies" sowie ltere Songs wie "First Bullet Hits" bringen Bewegung ins Publikum; allen voran der Mnsteraner Fan-Block, der fr Stimmung sorgt. Nach rund 35 Minuten bleibt zu sagen: Geiler Gig, der Spa gemacht hat. Gerne wieder!

Noch whrend die Mnsteraner die Hauptbhne zerholzen zieht es mich zur Hardbowl, in der wie jedes Jahr das Alternativprogramm fr die Feinrippunterhemden- und Kniestrumpftrger der Nation stattfindet. Im nach allen Seiten offenen Zelt (herrlich khlender Effekt) begren just in diesem Moment die Berliner von WAR FROM A HARLOTS MOUTH den feierwtigen Mob.
Unglaublich wie voll es bereits um kurz nach drei vor der kleinen Bhne ist und geschtzte 0% der Anwesenden werden enttuscht. Die Chaoscoreler strzen sich in halsbrecherischem Tempo von einem Break ins nchste, sind dabei nur selten wirklich zugnglich und reien scheinbar doch mhelos jeden Zuschauer mit. Das Zusammenspiel der Musiker grenzte an Perfektion und selbst optisch kam man als richtige Einheit rber. Hektischer und aufgeregter als die Band drften lediglich die Herren von der Technik gewesen sein, da das (stimmliche) Ungetm von Snger es sehr cool fand, gleich mehrmals mitsamt Mikro im Pulk zu verschwinden. Ich und der Rest vom Publikum fanden's aber wohl auch sehr unterhaltsam. Zu feinstem Sound gab es bereits den ersten Circle Pit des Festivals und selbst eine Wall Of Death lie sich am frhen Nachmittag (zu "Transmetropolitan") initiieren. Das Publikum drehte kollektiv durch und WFAHM waren somit schon Gewinner.

Frisch gestrkt und dank Bier auf "Arbeitstemperatur" begebe ich mich wieder zur Hauptbhne und erwarte wie eine groe Traube Metalheads die schwedischen Meister der krummen Takte und lava-artigen Riffs. Die Rede ist natrlich von MESHUGGAH. Tja, was soll ich sagen: fast maschinenartig przise Musiker mit einem ziemlich fetten Sound... schon sehr geil... fr Musiker. Der Otto-Normal-Metallkopp hat nmlich bei der - meiner Meinung nach - unglcklichen Songauswahl so seine Probleme den Takt zu halten, bzw. erst mal zu finden. Klar, Granaten wie "Future Breed Machine" oder das geile "Bleed" vom neuesten Silberling "ObZen" bringen die Matten zum kreisen, aber der Groteil der Songs ist halt schon zu "frickelig", um fr ordentlich Bewegung im Publikum zu sorgen. 40 Minuten spter bleiben halt zumindest bei mir gemischte Gefhle zurck. Beeindruckend war's... aber mitgerissen hat's mich nicht so.

MESHUGGAH sind eine Macht. Punkt. Dagegen kann auch ich als alter Nrgler wenig sagen. Die Band hat wohl Heerscharen von Musikern beeinflusst und dennoch erkennt man den Sound der Schweden jederzeit. Problematisch wird es dann, wenn man in dieser Situation auf Erwartungen scheit und einer (teils sichtlich berforderten) Menge einige derbe Brocken hinschmeit. Der Katalog dieser Spitzenmusiker umfasst gengend livekompatible Hits, die den Boden des Flugplatz' htten erbeben lassen... knnen. Das Quintett whlte jedoch den unbequemen Weg und forderte das Publikum regelrecht. Brachial, przise und mit einem Bombensound versehen donnerten die technischen Klangmonolithen ber die Kpfe der Augenzeugen und hinterlieen offene Mnder soweit das Auge reichte. Vom technischen Standpunkt aus gesehen gibt es an dieser Vorstellung rein gar nichts zu meckern, doch abgesehen von einem vllig unmotiviert wirkenden Jens Kidman am Mikrofon (lange Pausen zwischen den Songs, gelangweiltes Auftreten) wurde dieser Auftritt von Minute zu Minute anstrengender bis die "Zukunftsbrotmaschine" uns schlielich doch erlste.
Der Applaus fr MESHUGGAH war gigantisch, die Reaktion whrend der Songs war ernchternd.

Von den APOKALYPTISCHEN REITERN habe ich nur den Schluss gesehen und der hat mir wieder einmal gezeigt, dass es kein Fehler war, die Band auszulassen. Zu "All You Need Is Love"-Zeiten hatte die Band fr meinen Geschmack die perfekte Balance zwischen Hrte und Melodien gefunden. Seit dem ist leider nichts mehr passiert, was mich zu Jubelstrmen hinreien wrde. Fuchs singt seit drei Alben wie ein aufgekratzter Eric Fish und die Songs werden immer frhlicher und nerviger. Wer's braucht... Das WFF-Publikum scheint das anders zu sehen und feiert eine riesige Party mit den Ossis (hhh, der musste jetzt sein), die ihre Fans zum Schluss mit Schaum baden.

Fix rbergewackelt zur Hard Bowl, denn jetzt wird's Zeit fr 'ne Packung "Auf-die-Fresse". Die Schweizer Thrash-Bolzen von CATARACT machen keine Gefangen. Erst recht nicht, wenn es darum geht, die rohe, unbndige Energie dieser Band live auf das Publikum (welches SEHR zahlreich anwesend ist) zu transportieren. Ein Mosh-Pit hier und ein Circle-Pit da... wohin man schaut ist fett was los, als die Krawallbrder gnadenlose Brecher wie "This Killing Tool" und "Nothing's Left" raushauen! So muss das sein! Geile Kapelle!

Paralysiert vom Mummenschanz der REITER gingen mir die Schweizer von CATARACT leider vllig durch die Lappen. Lediglich "Nothing's Left" durfte meine Ohren als letzter Song verwhnen... was fr eine Macht.

Dagegen wirken die darauf folgenden Death Metal-Ikonen MORBID ANGEL im Anschluss auf der Main Stage eher mau. Zuerst eine (wahrscheinlich nie erfllte) Bitte an Snger David Vincent: "BITTE BITTE... ZIEH DIESES FIESE, SCHWUCHTELIGE PENTAGRAMM-LATEX-HEMDCHEN NICHT MEHR AN!!! DA KRIEGT MAN AUGENKREBS!" Baaaah! Aber zurck zur Musik. Eigentlich waren die Zutaten ideal: groes Publikum, gute Stimmung, Songauswahl quer durch die Schaffensphasen der Band. Aber den Gitarrensound fand ich recht kratzig und bei weitem nicht so druckvoll wie bei den eben erwhnten CATARACT. Zudem fehlten mir persnlich Highlights wie "Hatework" oder das treibende "Eyes To See, Ears To Hear". Was soll's... die Fans hatten zumindest ihren Spa.

MORBID ANGEL durfte ich live bisher nur mit Steve "der Ventilator blst mir heroisch ins Gesicht" Tucker bewundern; umso gespannter war ich auf Ur-Engel David Vincent, der immerhin Gttergaben wie "Blessed Are The Sick" und "Domination" eingebrllt hat. Die Ernchterung kam fix, doch zum Glck nur in optischer Form. Ist ja schn und gut, dass die sexuellen Vorlieben seiner Frau auch bei Mr Vincent Anklang finden, doch muss man als Death-Metal-Legende wirklich in einem knallengen, schwarzen Latexoberteil die Bhne entern... die hnlichkeit zu einem Mllsack war enorm. Dieser optische Fauxpas konnte jedoch nicht darber hinweg tuschen, dass die Amis nach wie vor zu den ganz groen im Death-Metal-Zirkus gehren. Davon zeugten Killersongs der Marke "Rapture", "Dawn Of The Angry" und "Where The Slime Live" genau so wie das mehr als ordentliche Zusammenspiel der Musiker. Auch ein neuer Song namens "Nevermore" vom (hoffentlich) bald erscheinenden Album konnte berzeugen. Leider ging der Sound im Wind etwas unter und auch sonst war dem komplexen Geballer nicht jede Einzelheit zu entnehmen, doch die witzigen (!) Ansagen Vincents und "God Of Emptiness" als letzter Song entschdigten fr alles.

MACHINE HEAD durfte ich bereits zwei mal auf dem WFF "bewundern" und jedes mal verlie ich enttuscht das Feld. Woran das gelegen hat kann ich gar nicht mal genau benennen, doch vieles lag mit Sicherheit an der Tatsache, dass Rob Flynn zu der Zeit kaum Gitarre gespielt hat. Damals fehlte mir etwas im Sound. 2008 kann von schwcheln keine Rede sein. Die "Machine Fuckin' Head"-Rufe sind der Wahnsinn und nehmen auch whrend des Konzerts kaum ab. Die Amis sind offensichtlich sehr berhrt von diesem Empfang und zwischen die arsch coolen (aber halt immer wieder gleichen) Ansagen mischen sich ehrliche Worte des Dankes. Nicht ohne jedes zweite Wort mit einem "Fuck" zu versehen. Klassiker wie "Old", "Take My Scars" oder "Ten Ton Hammer" sorgen fr unaufhrliche Action im mchtigen Pit auch wenn der Klargesang teils vom Band kommt und nicht alle Gitarrenduelle der Herren Flynn und Demmel so akkurat ankommen wie man es sich gewnscht htte. Drauf geschissen... Rock 'n' Roll! Der Sound ist kristallklar und brutalst laut (der Bass zerstrt!), macht aber alles in allem Spa.
Neue Songs vom Kaliber "Halo" oder "Aesthetics Of Hate" reihen sich geschmeidig in die Setlist ein und mit einem IRON-MAIDEN-Cover hat man ohnehin gewonnen. "Hallowed Be Thy Name" bringt die Massen zum ausrasten und welcher Song die Menschen letztlich in die Nacht entlsst braucht man wohl nicht mehr extra zu erwhnen. So kann es von mir aus immer sein.

BRUTAL TRUTH

Die gefrchtete Knppelnacht sollte im Anschluss folgen und es drfte niemanden verwundern, dass ich bereits nach der ersten Band die Segel gestrichen habe. Doch die sorgte auch mit dafr, dass mir der Spa schnell verging. BRUTAL TRUTH waren einst eine meiner Lieblingsbands, zumindest zu Zeiten ihres Debts und mit Abstrichen auch noch zu "Need To Control"-Zeiten. Danach wurde mir die Chose etwas zu chaotisch. Davon zeugten auch gleich die ersten Songs, die ich kaum erkennen konnte. Auch im weiteren Verlauf lieen sich die Lieder nur durch mehrfaches Erraten erkennen. Das lag zum einen am dumpf-matschigen Sound (der vom Soundmann "geschickterweise" einfach extrem laut gedreht wurde), zum anderen aber wohl auch an der Tatsache, dass die Grindkppe ihr komplettes Material ungefhr doppelt so schnell runter prgelten. Gerade Groove-Hmmern wie "Birth Of Ignorance" oder "Godplayer" wird man so nicht wirklich gerecht. Rein optisch sind die Herren um Basshure Danny Lilker definitiv ein Gaumenschmaus. Monsieur L. Himself muss einfach nur da sein und wild bangen. Snger Kevin Sharp wirkt dank fehlenden Gehhlsen und ranzigem Cowboyhut wie ein reaktionrer Redneck und Drummer Richard Hoak fasziniert wie schon bei Total Fucking Destruction durch seine Schwerstarbeit am Winzkit. Der komplette Krper scheint in Bewegung zu sein und nicht selten erinnert das grandiose Schauspiel an Animal aus der Muppet Show. Lediglich "Neuzugang" Jody Roberts reit optisch nicht gerade die Wurst vom Tisch.
"Choice Of A New Generation", "Walking Corpse",... selbst diese Knaller bewirken kaum eine Reaktion im Publikum, da dank des Sounds so etwas wie Beats oder Strukturen gar nicht mehr auszumachen sind. Der Mob sieht es hnlich und bewegt sich entsprechend gar nicht. Schade drum.
Und gute Nacht!


Der Samstag soll von einem ostdeutschen Sperrfeuer erffnet werden. FALL OF SERENITY zerlegen bereits am frhen Nachmittag die Bretter der Hard Bowl und ernten mehr als nur Hflichkeitsapplaus. Die Band ist permanent in Bewegung und die Fans tun es ihnen gleich. Ein groer Circle Pit um diese Uhrzeit verdient Respekt. Der Sound ist schon jetzt gut und die Musiker nutzen die Gunst der Stunde, um zu zeigen, was sie drauf haben. Fit sind sie, die Thringer und so kommen Songs wie "The Crossfire" (mit einem tanzenden und surfenden Kken) und "Knife To Meet You" auch enorm przise und brutal aus den Boxen geschreddert. Lustige Story an dieser Stelle. Nach Snger Johns Bitte an die Fans das von ihm gebrllte "Knife To..." doch mit einem "... Meet You" zu beenden, schallt es aus hunderten von Kehlen auch prompt zurck. Doch kein rockstarmiges wiederholen des ersten Teils folgt. Vielmehr angenehm berrascht von der berwltigenden Resonanz kriegt der Herr Snger nur noch ein kleinlautes "wow" ber die Lippen. Sympathisch! Erfreulich auch, dass die Jungs wohl allesamt wahre Metalheads sind, was sich vortrefflich an ihren Shirts (DISMEMBER, SLAYER, MAYHEM,...) und dem Patronengurt des Gitarristen erkennen lie. "Raining Blood" zu covern ist zwar langsam so innovativ wie Wurst zu Sauerkraut, aber in der FOS-Version hat es trotzdem Spa gemacht.

Da mich AOK nicht besonders interessieren, zieht es mich zum ersten Mal bei den "svulen Nutten aus Dnemark" ILLDISPOSED vor die Bhne. Ich bereue nichts... fetter Sound, saukomische, deutsche Ansagen von Snger "Subwoofer" Bo Summers ("ILLDISPOSED sind pleite. Bitte kauft unseren Shirts! Es eilt!") und eine schne Songauswahl. Die Metallkppe vor der Bhne haben sichtlich Spa und so wird zu Groove-Death-Walzen wie "Dark", "Like Cancer" und "Weak Is Your God" krftig gemosht. Dickes Ding!

ILLDISPOSED kamen, sahen und brachten alle Anwesenden zum Lachen. Letzten Endes htte es wohl gereicht Snger Bo Summers auf die Bhne zu stellen. Seine (deutschen!) Ansagen waren dann auch die i-Tpfelchen (ja, gleich mehrere), die dieses Konzert so geil gemacht haben. Von einem Dnen mit "Prost ihr Scke!" begrt zu werden ist ja schon mal arsch cool, aber dass das Full-Force-Publikum fast geschlossen und dermaen zackig mit einem "Prost du Sack!" kontert war schon mal ganz groes Kino! Andere Spitzenansage: "Habt ihr gegen die Schei-Espanolas verloren, ja? (die EM war gerade vorbei) Naja, wer braucht die schon?! Aber andererseits... wer will schon Nummer 2 sein, auer den HATESPHERE aus Dnemark?!" Gttlich...
Neben den Ansagen gab es natrlich auch Musik und die knallte live noch mal so gut wie auf Platte. Der Sound pumpte alles um, Summers Stimme spielt in einer ganz eigenen Liga und die Band groovt wie Hlle. Superding!

An dieser Stelle einmal ein ganz groes "Danke!!!" an Andi, Sabine und die andern vom Guarana-Weinstand. Ohne eure Geduld und ohne eure Steckdose htte ich all die Fotos niemals schieen knnen. Mein Kamera-Akku (eigentlich das meiner liebsten ^^) ist kurz vorm Abnippeln und im Backstagebereich gab es weit und breit keine Steckdosen.

JOB FOR A COWBOY legen erstmal ein brutales Deathcore-Gewitter hin, dass die Kinnladen der "Musikerpolizei" in der ersten Reihe gepflegt auf den Boden knallen und die Heide wackelt. Geschosse wie "Knee-Deep" und "Entities" verursachen Nackenschmerzen und vereinzelt sieht man auch den ein oder anderen Crowdsurfer. Eingngig ist die Mucke zwar nicht aber schei drauf... dafr kommt's kompromisslos und ehrlich rber.

Death Metal die dritte und diesmal gab es eine wahre Legende zu bestaunen. ENTOMBED treiben nunmehr seit 20 Jahren ihr Unwesen und das mehr oder weniger erfolgreich. Mit Klassikern wie "Demon", "Crawl" und "Out Of Hand" haben die Schweden die Massen schnell in der Hand. L.G. Petrov ist einfach eine Rampensau und macht mit den Fans was er will. Bei "Stranger Aeons" machen leider einige Fans auch was sie wollen und prgeln sich wild durch die Menge. Unntig. "Damn Deal Done" zeigt eindrucksvoll die Strken der Band im Death'n'Roll-Bereich auf und das obligatorische "Left Hand Path" beschliet leider viel zu schnell diese Lehrstunde in Sachen Todesmrtel.

Die schwedischen Death Metal-Veteranen ENTOMBED entern als nchstes die Bretter und sind gewohnt gut gelaunt und locker. Anfangs reagiert das Metal-Volk vor der Bhne noch mit Desinteresse (liegt wohl an der "frhen" Stunde und an der Katerstimmung vom Vorabend) was sich aber schnell ndert . Snger Lars macht ordentlich Alarm und Mosh-Granaten wie "Demon" und "Chief Rebel Angel", sowie erfreulicherweise auch "Left Hand Path" (inklusive Instrumental-Stck) werden mit ordentlichem Sound in die Menge geprgelt. Mir persnlich fehlt halt nur die zweite Klampfe und damit auch die ntige Portion Druck. Aber viel zu meckern gibt's echt nicht: ich hab Spa, die haben Spa... wen juckt's?

MINISTRY

Meine ganz persnlichen Sieger an diesem Wochenende sollten jedoch MINISTRY heien. Al und seine Komparsen machen auf ihrer Farewell-Tour auch Halt auf dem WFF, nur um der Welt eindrucksvoll aber auch schmerzlich klar zu machen, welch herben Verlust das Ende dieser Band fr die Szene zu bedeuten hat. Abgesehen von den Gitterzunen auf der Bhne, die nicht gerade zum Fotografieren einladen gab es hier nmlich absolut NICHTS zu meckern! Mit dem schnellen "Let's Go" startet das bizarre Theater und von Sekunde 1 an gibt es kein Halten mehr im Pit. Mit einem zwar sehr lauten, aber auch klaren und druckvollen Sound gesegnet frst das Ministerium seine Riffs und Beats in die durstige Meute. Die obligatorische Videoleinwand visualisiert jeden Song zustzlich und macht den Gig so zu einem Fest fr die Sinne. Zeremonienmeister Al J. posiert wie gewohnt hinter seinem Mikrostnder-Alien und Tommy Victor und schlendert lssig quer ber die Bhne. Man merkt der Band an, dass sie Spa hat; dass das aber (ausgerechnet bei MINISTRY) in albernen Mitklatsch-Spielchen mit dem Publikum enden muss... grauenvoll.
"No W.", "Rio Grande Blood", "Lies Lies Lies" und "Senor Peligro" sorgen fr Blut und Schwei im Mob, bevor der Klassikerblock bestehend aus "N.W.O.", "Just One Fix" und "Thieves" smtlichen Anwesenden den Rest gibt. In dieser Form werden MINISTRY unvergessen bleiben.

Das htten IN FLAMES wohl auch gerne und die geben sich auch alle erdenkliche Mhe. Wer sich an mein Live-Review der Schweden vom WFF 2006 erinnert, wei, dass ich mehr als nur ein Loblied auf die Band und ihren damaligen Auftritt gesungen habe. Doch so faszinierend die opulente Show beim ersten mal war, so ernchternd wirkt es, wenn man feststellt, dass das alles stark einstudiert und zu keiner Sekunde spontan oder gar improvisiert wirkt. Jeder Schritt, jede Bewegung scheint genau festgelegt zu sein, lediglich die Ansagen waren (teilweise) andere als in 2006 oder 2007 auf Wacken. Dieser Umstand kann natrlich den starken Songs an sich nicht viel anhaben. Mit Evergreens wie "Cloud Connected", dem, alle zum Hpfen bringenden "Only For The Weak" oder dem abschlieenden "My Sweet Shadow" steht man definitiv auf der Siegerseite. Die neuen Songs fallen da meiner Meinung nach zwar ein bisschen ab, doch das Publikum sieht das anders und feiert das Quintett nach allen Regeln der Kunst ab. Krach, Bumm, Burn macht ja auch irgendwie Spa.

Tja... IN FLAMES. Wenn ich jetzt sage, dass ich den Auftritt langweilig, die Show lcherlich bertrieben (mit all den Pyroeffekten, Knallzeugs und den billigen Aldi-Cruise-Missiles beim Opener "Cloud Connected", welche an Drhten befestigt auf das Mischpult zufliegen) und Snger Anders Friden arrogant ("Are you going to impress us tonight?" blah blubb) finde, bin ich wahrscheinlich auch schon auf Kollisionskurs mit vielen IN FLAMES-Fans. Aber ich habe nun mal auf diesem Festival Bands von "geringerer" Gre gesehen, die halt 3x mehr Arsch getreten haben bei minimaler Bhnendeko als eben die groen IN FLAMES an diesem Abend. Dazu kommt ein mumpfiger Sound, der aber zugegebenermaen nach den ersten drei Stcken besser wird. Der Rest der Band wirkte auch eher gelangweilt und spult das Set routiniert runter. Dementsprechend verhalten ist auch die Reaktion vom Publikum, da der Funke einfach nicht berspringt. Lediglich vorne feiert der Fanblock die Truppe frenetisch ab.
Versteht mich nicht falsch... ich mochte IN FLAMES eigentlich ganz gerne aus Zeiten, wo das ganze Hype-Geschisse und Outfit-Tuning noch auen vor und die Mucke im Vordergrund stand. Aber mit diesem Pop/Metal-Gemansche (damit's die Mdels auch geil finden) will und kann ich mich echt nicht anfreunden. Das selbe Phnomen bei ihren Musikerkollegen von SOILWORK: zunehmend seichteres Pop-Gedudel gemischt mit ein paar gelungenen Riffs; nur dass deren Frontmann Bjrn Strid wirklich singen kann. Kann ich von Anders Friden nicht sagen; dieses komische Gemaunze neben den Growls geht mir gehrig auf die Familienjuwelen! Jaaa, hasst mich nur, haha!!!
Lange Rede kurzer Sinn: ICH find's de und so trolle ich mich an einen Bierstand.

So schn das anschlieende Feuerwerk auch gewesen sein mag (mitten im Zelt stehend hat man es nur gehrt); ber Sinn und Unsinn einer solchen Aktion lsst sich sicherlich streiten. Ich will kein Weltverbesserer sein, doch das Geld was da in die Luft geblasen wurde, htte man an anderer Stelle sicher besser einsetzen knnen (Steckdosen fr das V.I.P.-Zelt wren eine Mglichkeit).
So musste Mr. Rock 'n' Roll hchst selbst dank des dekadenten Quatschs etwas lnger warten, ehe er die Bretter der Hard Bowl entern durfte. Doch dann gab es kein Halten mehr und DANKO JONES legte samt Begleitband los wie Hlle. Die "Sleep Is The Enemy"-Hits "Sticky Situation", "Baby Hates Me" und vor allem "First Date" wurden von der partygeilen Meute abgefeiert wie Freibier auf nem Junggesellenfest. Coole Ansagen, cooler Sound, auf Danko ist Verlass.

An dieser Stelle noch einmal die Bitte an die Veranstalter: der Fotografeneingang in der Hardbowl wre auf der anderen Seite sooo viel sinnvoller. Bei der Mainstage hat es doch geklappt.

Bevor ich massivst Augenpflege betreiben durfte, mussten wir jedoch am Backstage-Zelt vorbei, wo Commandante MAMBO versuchte das Volk zu belustigen. Bis auf die extrem aufgedrehten DRYROT-Jungs und unsern Bernd, der den sympathischen Alleinunterhalter zusammen mit seinem neuen Freund RYKERS-Snger Kid D ("... wer is das...?... lall") abfeiert, scheint die Aktion zunchst Perlen vor die Sue zu gleichen. Cool rumstehen und Mambo bejubeln lsst sich bei gut 80% der Anwesenden offensichtlich kaum vereinbaren. Erst gegen Ende kommt ein bisschen Bewegung ins Zelt. Ist schon schwer, very important zu sein.

Scheint auch schwer zu sein, halbwegs korrektes Essen auf einem Festival zu finden. Die Qualitt der Speisen lie teils doch echt zu wnschen brig. Die dnischen Hot Dogs jedenfalls fand ich zum Kotzen und "angemessen" ist wohl auch die falsche Bezeichnung fr derlei Preise.


Der letzte Tag wird erfahrungsgem immer recht witzig erffnet und wie in so vielen Jahren zuvor bleibt der Frhschoppen auch in 2008 wieder an MAMBO KURT hngen. Eben jener MAMBO KURT, der sich in der Nacht zuvor im Zelt der Wichtigen versuchte, erntet nachmittags auf der Hauptbhne (vor den "einfachen Menschen"... wow) die Reaktionen, die er im Grunde schon Stunden zuvor verdient gehabt htte. Und hier sind die Menschen gewiss nchterner. Wie auch immer...
Die, durch den Heimorgelwolf gedrehten Klassiker erfahren wie immer die unterschiedlichsten Reaktionen. Von "ich lach mich kabott", bis "boah, wie geil" ist in den ersten Reihen alles drin und wenn Mambo das RATM Kleinod "Killing In The Name" anstimmt, gibt es tatschlich einen amtlichen Pit. Praktikantin Jessicaaaa singt nicht gaaaanz so schlecht wie die Nacht zuvor, hlt sich aber bis auf den einen Song vornehm zurck und filmt die ganze Chose arschwackelnderweise.
Wie letztes Jahr auf Wacken, so muss die geliebte Orgel auch dieses Jahr auf dem Full Force einen gnadenlosen Tod durch den Vorschlaghammer erleiden.
Eins noch zum Schluss: habe ich in der Vergangenheit fter mal die immer gleichen Ansagen des Mannes in beige verurteilt, so kann ich diesmal nur sagen... "geht doch" ; )

MAMBO KURT

ENEMY OF THE SUN sind ein Bastard aus Thrash Metal, Reggae und Punk. Das macht fr mich und wohl fr den Rest des Publikums auch den Einstieg in die Musik der Band nicht einfach und so herrschen doch eher verhaltene Reaktionen wie Kopfnicken und Fuwippen. Die GRIP INC.-Cover "Ostracized" und das flotte "Hostage To Heaven" kommen dann aber auch gut an und lockern das Set wunderbar auf. Im Groen und Ganzen: Netter Auftritt aber zu uneingngig, da mir wirklich nichts in den Ohren hngen bleibt.

ENEMY OF THE SUN, Waldemyr Sorychtas (Ex-GRIP INC.) aktuelle Band konnte mich live nicht wirklich umhauen. Zuviel Einflsse in einem einzigen Song knnen auch schaden und livetauglicher wurde das Ganze durch die Stilvielfalt und die damit einhergehenden Brche auch nicht. Lediglich die GRIP-Hits "Ostracized" und "Hostage To Heaven" sorgten bei einigen Anwesenden (mir zum Beispiel) fr rotierende Haare und heisere Kehlen.

VOLBEAT sind dann sowas wie die Band der Stunde, nur dass diese Stunde sich jetzt schon ber einen beachtlichen Zeitraum erstreckt. Ausnahmsweise muss man hier mal nicht von einem ungerechtfertigten Hype sprechen, denn die Dnen um den charismatischen Snger Michael Poulsen untermauern ihren Ruf als exzellente (Live-) Band mit jedem Konzert aufs Neue.
So soll auch das WFF, trotz unangemessener Position im Line-up, im Sturm erobert werden. Nach dem obligatorischen "Human Instrument" zum Einstieg gibt es gleich was zum Schmunzeln. Poulsen spricht auf die wenig metallische Ausrichtung seiner Band an und dass sie wohl besser einen auf DEICIDE machen wrden. Eine kurze, gegrhlte Ansage spter (man fhlte sich temporr an alte Dominus-Zeiten erinnert) verlie man sich dann doch auf seinen ganz eigenen Stil und haute den Fans die Hits nur so um die Ohren. "The Garden's Tale", "Caroline Leaving", "Soulweeper"... die Liste liee sich noch um einiges verlngern. Der Mob tobt und die Band hat sichtlich Spa am rocken. "Sad Man's Tongue" widmet der ttowierte Fronthne seinem Vater, der eine Woche zuvor verstorben ist, woraufhin der Platz unaufgefordert fr einen kurzen Moment schweigt; beeindruckend. Auch ein neuer Song hat es in die Setlist geschafft und wenn der Rest des in Krze erscheinenden Albums genau so klingt, knnen wir uns schon auf diverse Preise und "Album des Monats"-Pltze freuen. Groe Band.

Kurz ein Kaltgetrnk verhaftet... doch halt: so schnell geht das nicht. Zumindest nicht wenn man vllig lustlos wirkende Mdels hinter die Theke stellt, denen man beim Gehen die Schuhe neu besohlen kann und die mit geschtzten zwei Wnschen auf einmal schon heftigst berfordert sind. Man wei doch in etwa, auf was man sich bei so einem Job einlsst, oder?!

Apropos lustlos: J.B.O., die lustigen Franken haben ihren Spa, oder vielmehr ihre Lust ganz offensichtlich kurz vor der Bhne abgeben mssen. Hannes wirkte gar angepisst und von Party war in seinem Gesicht rein gar nichts zu lesen. Genervte Blicke auf die Uhr unterstrichen dies nur.
So blieben die Reaktionen im Publikum zunchst auch eher verhalten. Ok, der Sound war zunchst unter aller Sau und so lsst sich der Frust wenigstens teils erklren, doch eben jener besserte sich bereits gegen Ende des ersten Songs (zur Verteidigung: gut wurde er nicht wirklich und das zog sich auch durch den kompletten Set). Bldsinn verpflichtet doch eigentlich. rgerlich war auch die Songauswahl. Die rosa Armeefraktion hat doch mittlerweile gengend Hits im Repertoire, warum zur Hlle muss man dann bei dieser knapp bemessenen Spielzeit und vor einem bunt gemischten Publikum Rohrkrepierer wie "Headbang Boing" auspacken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Band das "Explizite Lyrik"-Material nicht mehr hren kann (ich auch nicht mehr), doch ein bisschen entgegenkommender htte man durchaus sein knnen. Dennoch gingen die Leute zu Songs wie "Gnseblmchen", "Wir ham' ne Party" (in der Form wenig authentisch) oder auch "Raining Blood" steil und feierten sich zumindest selbst. Auch die Ansagen waren mitunter witzig ("... und jetzt heben mal alle die die Hnde, die zu faul sind die Hnde zu heben") und "Ein guter Tag zum Sterben" vershnte wenigstens die Ewig gestrigen. Ich habe die Band definitiv schon besser gesehen.

LIFE OF AGONY

LIFE OF AGONY dagegen waren der Knaller. Keith Caputo singt zwar wieder mal sehr eigen ("Method Of Groove" wird einzig und allein durch die restliche Band gerettet) und auch seine Einstze werden je nach Belieben schon mal verschoben (knstlerische Freiheit oder Drogen?!), doch das alles macht den Frontzwerg nur sympathischer. An seiner eigentlichen Stimme gibt es nmlich kaum zu meckern. Einzigartig wie eh und je fhrt er seine Anhnger souvern zur "Other Side Of The River", ohne dabei "Through And Through" "Lost At 22" zu sein (ganz schn bemhte Wortspielchen, der Herr Rezensent). Joey Z. und Alan Robert sind agil wie einst im Mai und sprinten und posen von einer Seite der Bhne zur anderen, whrend Sal Abruscato das alles mit einem fetten Groove versieht. Leider versieht der Mensch am Mischpult das Ganze nicht mit einem entsprechenden Sound. Die New Yorker lassen sich nichts anmerken und lassen die Kuh fliegen. Neuere Nummern wie "Love To Let You Down" stehen dem kleinen Mann mit der groen Ausstrahlung mittlerweile besser zu Gesicht, da Caputo gerade bei den hheren Tnen langsam doch arge Probleme zu bekommen scheint. Statt daran zu scheitern singt er sie einfach nicht. Auch eine Mglichkeit. Erwartungsgem werden die Killer des Debts ("River Runs Red", "This Time") natrlich am leidenschaftlichsten abgefeiert, woran auch ein leidenschaftlich schief gesungenes "Bad Seed" nichts ndern kann. "Underground" schlielich entlsst die Fans der Soundpioniere grtenteils glcklich in die restlichen Stunden.

Als die Modeopfer von AVENGED SEVENFOLD auf die Bhne kommen, sieht das fr meine Augen aus als wren das die Backstreet-Boys des Metal. Musikalisch sind die Jungs wohl ne Mischung aus Hardcore und 80er-Jahre-Metal, auch sehr fit und vor allem sehr beliebt... in den USA. In Deutschland haben die Herren nmlich nen schweren Stand, weil auch hier einfach die Eingngigkeit und vor allem der Druck fehlen. Witzigerweise hat der Gitarrist (mit Kopftuch UND Hut) immer genau zu Dave und mir rbergeschielt und wirklich posiert was das Zeug hlt, um auch unsere Gunst zu erheischen. Da wir die Euphorie leider nicht zurckgeben konnten, lie er es nach dem dritten Mal auch geknickt sein. Armer Kerl.

Das mir bekannte Material der Kalifornier von AVENGED SEVENFOLD konnte spontan begeistern und der hohe Platz im Billing trug sein briges dazu bei meine Erwartungen in luftige Hhen zu schrauben. Doch der Auftritt enttuschte mich. Von den grauenvollen Outfits der Herren (klarer Fall fr die Style-Polizei) mal abgesehen kam das Material der Jungspunde so dermaen unspektakulr daher, dass man sich tatschlich fragen musste, was die Uhrzeit rechtfertigte. Nur weil der auf modern getrimmte Metal- / Glam- / Hardrock der Jungs in Amiland so unglaublich populr ist, muss man die Band doch nicht berall hofieren. Irgendwie war das weder Fisch noch Fleisch. Technisch kann man den Modeopfern aus Huntington Beach keinerlei Vorwrfe machen; gerade den Gitarristen macht man so schnell gewiss nichts vor, doch irgendwie fehlte mir hier Herzblut und vielleicht auch irgendein Hit. Vermutlich sind derer gleich mehrere an mir vorbei gerauscht. Auch Snger Matt Sanders hat nicht gerade ein dnnes Stimmchen und wirkt optisch wie eine Mischung aus Vin Diesel und dem verstorbenen DISSECTION-Snger Jon Ndtveidt; aber reicht das? Uns nicht und das lieen Bernie und ich wohl auch offensichtlich raushngen, versuchte einer der Gitarristen uns doch permanent vom Bhnenrand aus zu motivieren. Nach einigen desinteressierten, eventuell womglich verchtlich wirkenden Posen unsererseits jedoch wirkte der Saitenschrubber schlussendlich leicht demotiviert. Alles in allem eine seltsame Art von Show: beeindruckend UND langweilig. Muss AVENGED SEVENFOLD auch erst mal einer nachmachen.

Ich htte niemals gedacht, dass BIOHAZARD mir ein dermaen fettes Grinsen ins Gesicht zaubern knnten. Anfang der Neunziger konnte mich die Band mit Alben wie "Urban Discipline" und besonders "State Of The World Adress" zwar temporr begeistern, doch danach interessierte mich der Sound der Tough Guys nur noch marginal. Von daher waren es natrlich Songs wie "What Makes Us Tick" und "Wrong Side Of The Tracks" (inklusive kurzem Gastauftritt von Keith Caputo am Mikro), die mich nostalgisch hpfen lieen. Der von Snger Spyder... sorry, Evan geforderte "grte Circle Pit des gesamten Festivals" nahm tatschlich immense Ausmae an und Gitarrist Billy lie es sich nicht nehmen AUF dem Publikum zu spielen. Richtig gelesen; die Fans in den ersten Reihen trugen Billy stehend, whrend Monsieur Graziadei seine Axt bearbeitete.
"Tales From The Hard Side" und "Punishment" waren wohl nicht nur meine persnlichen Highlights und so knnen die Brooklyn Boys ihre exklusive Reunion im Original Line-up getrost als vollen Erfolg verbuchen.

Die Cavalera-Brder sind wieder zurck! Max hat seinen Bruder Igor wieder lieb und so prsentiert sich CAVALERA CONSPIRACY wie das Beste aus SEPULTURA und SOULFLY. Songs wie "Inflicted" und "Must Kill" sprechen da eine deutliche Sprache und das Auditorium feiert die Jungs gebhrend ab. Zwischendurch gibt's mit "Territory", "Desperate Cry" und "Troops of Doom" (welches berraschenderweise von Mxchens Sohn getrommelt wird) einen Querschnitt durch SEPULTURA-Glanzzeiten und die gute Laune und Spielfreude schwappt auf jeden Anwesenden ber. Zwar sieht Max mittlerweile echt aus, als wrde er sich am Bahnhof Kohle fr den Biersuff zusammenschnorren und konditionstechnisch ist er an diesem Abend auch nicht so ganz auf der Hhe... macht aber nix! Der Auftritt ist frisch und macht mir und dem Rest ordentlich Spa!

Wenn eine "neue" Band gleich die Headlinerposition am letzten Tag eines Festivals einnimmt darf man ruhig stutzig werden. Wenn diese Band CAVALERA CONSPIRACY heit und zwei Mitglieder der Band ihren Familiennamen im Bandnamen wiederfinden weicht die Skepsis langsam. Wenn diese Brder (inkl. Dem Rest der Band) ein Inferno lostreten, das zu 80% aus Songs der (brutalen) SEPULTURA-ra besteht, ja dann drften nur noch wenig Zweifler brig bleiben.
Dabei fing dieser Gig fr mich extrem beschissen an. Nach dem Einschalten "meiner" Digicam verabschiedete sich das Akku auch sofort wieder. Toll... und jetzt??? Wie der (Metal?!-) Gott es so wollte wurde ein neben mir stehender Fotograf Zeuge meiner Misere und wollte wissen, was mein Problem sei. Nach einer kurzen Schilderung stellte sich heraus, dass dieser Mensch (Schutzengel??) neben seinem Spiegelreflexmonster exakt das gleiche Modell wie meiner Wenigkeit es spazieren trug noch zustzlich in seiner Tasche deponiert hatte. UND er lieh mir das dazugehrige Akku fr die Dauer des Knipsens! Gepriesen seist du, oh der, der vom Himmel (aus der Hlle?!) gesandt wurde. Nein wirklich, vielen Dank noch mal an dieser Stelle fr den Fall, dass du das hier liest.
Nach diesem Schreck und der sofortigen Rettung konnte ich mich also dem ungetrbten Genuss der CAVALERA CONSPIRACY hingeben. Spielte diese zu Beginn noch Kracher des "Inflikted"-Debts (wie etwa den Titeltrack oder auch "Santuary") gab man sich im Folgenden fast ausschlielich alten SEPULTURA-Klassikern hin. Lediglich "Terrorize" unterbrach den bunten Reigen der Seppl-Hits. "Territory", "Inner Self" und einige Hits im Medley ("Desperate Cry" + "Propaganda", "Arise" + "Dead Embryonic Cells") lieen die Fans -und derer gab es viele- komplett ausrasten. Der Sound war brutal laut, aber durchaus ok. Max' Begleitband schien recht bunt zusammen gewrfelt: Bartsist Joe Duplantier sah recht urig und nicht ganz ungefhrlich aus und bangte, was das Zeug hielt. Gitarrist Marc Rizzo gab das Tough-Guy-Hardcore-Tier zum Besten und poste ebenfalls wie Hlle. berhaupt versprhten die zwei "Sidekicks" eine unglaubliche Energie. Das Problem war lediglich, dass die Musiker kaum als Band auszumachen waren. Klar, das Zusammenspiel war sehr gut, aber irgendwo agierte auch jeder fr sich. Max selbst sieht mittlerweile aus wie ein, man verzeih mir den Ausdruck, Penner. Die Dreads sind mittlerweile zu einem einzigen, dicken Klumpen geworden, vorne fehlten gut sichtbar einige Zhne und auch sonst wre der Frontmann alles andere als ein gutes Maskottchen fr Desinfektionsmittel... obwohl...
All das trbte den Spa natrlich in keinster Weise und so wurden Songs wie die NAILBOMB-Granate "Wasted Away", "Biotech Is Godzilla" oder "Refuse / Resist" zum Triumphzug.
Bei "Troops Of Doom" darf sogar Igors (ich weigere mich das jetzt mit 2 "g" zu schreiben) Sohn hinter die Schiebude, um den Klassiker zum Besten zu geben.
Beim abschlieenden und unvermeidbaren "Roots" schlielich darf dann BIOHAZARD-Obermacker Evan noch (vllig falsch) mit ins Mikro brllen. Wenn man, wie ich, von diesem Gig nicht allzu viel erwartet hat, drfte man begeistert gewesen sein. Ich war es jedenfalls.

So auch von der 15. Auflage des With Full Force Festivals im Ganzen gesehen. Bis auf einige Dinge, die ich bereits angesprochen habe, darf das WFF gerne so weiter machen und wird auch weiterhin auf meiner Jahresplanung fr 2009 bleiben.



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