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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BANG YOUR HEAD!!! 2008
Ort Balingen, Messegelnde
Datum 27.-28.06.2008
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Es war das zehnte Jubilum des BYH als Open Air Veranstaltung und ebenso das zehnte BYH fr mich. Im Laufe der Jahre hat sich natrlich so einiges verndert und vergrert, aber bislang behielt das BYH sein einmaliges Flair konstant ber all die Jahre. In dieser Hinsicht gab es fr mich nun erstmals Abstriche zu verzeichnen.
Dazu trugen insbesondere gravierenden Vernderungen wie die Auslagerung groer Campingbereiche bei. So waren die Bewohner des neuen Metalcamps gezwungen, stndig den Shuttlebus zu benutzen statt einfach mal zwischendurch zum Campingplatz zu laufen, was sicherlich nicht wenige Besucher davon abhielt, auch ihnen unbekannten Bands eine Chance zu geben. Denn obwohl der Bustransfer ganz ordentlich lief musste man trotz allem immer eine halbe Stunde "Anreise" einplanen. Auch die zunchst angekndigten 15 Minuten Fumarsch zum Gelnde waren der blanke Hohn, denn selbst bei gutem Schritt und nchtern war eine halbe Stunde Marsch die Realitt. Der Supermarkt auf dem Metalcamp versorgte die Besucher zwar wirklich mit allem Ntigen, jedoch musste der gemeine Banger fr wirklich existentielle Dinge wie Toilettenpapier, Steaks und Kohle ordentlich berappen. Auch die Begrndung, dass das neue Gelnde durch sichere Zufahrten wesentlich wettertauglicher sei drfte eher eine Ausrede gewesen sein, denn htte das BYH nicht wieder vier Tage perfektes Festivalwetter gehabt, wren viele Autos auch hier gnadenlos im Matsch versunken!
Aber auch die kleinen und schleichenden Vernderungen wie die verschlechterte Toilettensituation (ein riesiger Sigkeitenstand statt einiger Pinkelsulen und Dixies) und Wasserversorgung (wo zum Teufel war die geliebte Dusche?) auf dem Gelnde wie auch die zumindest subjektive Vernderung des Publikums (und damit der Atmosphre) und der oft nicht gerade berauschende Sound waren zumindest fr mich gefhlte Minuspunkte. (Roland)

BYH 2008

Nachdem mich TYR vor kurzem auf dem Paganfestival nicht berzeugen konnten, waren KORPIKLAANI fr mich der Opener am BYH-Freitag. Freunde meinten jedoch, dass die Frer wesentlich engagierter und mit komplett anderem Set an den Start gegangen seien und dadurch mitreiender waren. Der Gig sei jedenfalls kein Vergleich zu dem vor ca. zwei Monate gewesen.
Ich genoss im Anschluss bei sonnigem Wetter den Auftritt der Finnen KORPIKLAANI mit ihrer folkigen Gute-Laune-Musik. Es war dann auch genau der richtige Start in den Tag bzw. das Festival und vertrieb mir auch das letzte bisschen Mdigkeit aus meinen Knochen. Das Sextett ging wie immer engagiert zu Werk und so dauerte es dann auch nicht lange, bis berall in der Menge bangende Kpfe und tanzende Menschen zu sehen waren. Bei Partymusik a la "Let's Drink", "Journey Man", "Beer Beer", "Korpiklaani" und natrlich "Happy Little Boozer" konnte auch nichts schief gehen. Die Band hinterlie daher nicht nur bei mir einen mehr als positiven Eindruck und wurde dementsprechend abgefeiert. Ich htte mir die Jungs dennoch zu einem spteren Zeitpunkt gewnscht. (Thorsten Ritter)

Mit FORBIDDEN folgte ein Schmankerl fr die Old-School-Thrash-Fraktion. Im direkten Vergleich zu KORPIKLAANI sahen zwar weniger Zuschauer den Auftritt, die anwesenden Fans reagierten dafr aber umso enthusiastischer. Im Verlauf des Sets kam es dann auch zum ersten richtigen Moshpit des Tages. Bereits beim Opener "Marching Into Fire" fiel auf, dass die Songs einen eindeutig thrashigeren und hrteren Touch als die Studio-Versionen der 80er-Klassiker "FORBIDDEN Evil" und "Twisted Into Form" besaen. Die Gitarristen zeigten sich sehr aktiv und nutzten die komplette Breite der Bhne sehr ausgiebig. Den Gegenpol dazu bildete Snger Russ Anderson, der nicht nur seine Stimme einige Tonlagen tiefer einsetzte, sondern auch etwas hftsteif ber die Bhne tapste. Dafr war die Setlist uerst mitreiend. Songs wie "Step By Step", "Through Eyes Of Glass" und "Chalice Of Blood" zhlen zu den Hits, denen man nur schwer widerstehen konnte. Die vielen Perlen des 80er-Thrash konnten vor allem die anwesenden Kuttentrger begeistern, so dass man auf dem Balinger Messegelnde im Anschluss an den Auftritt zahlreiche lobende Worte ber FORBIDDEN hren konnte. (Jrg)

Als ENSIFERUM an den Start gingen fiel direkt auf, dass der Andrang nicht mehr ganz so gro war wie bei FORBIDDEN. Eigentlich sehr schade, denn die Finnen boten mal wieder einen mehr als tighten, abwechslungsreichen und kurzweiligen Auftritt, der aber eher die jngeren Banger anzog bzw. berzeugen konnte. Nichtsdestotrotz wurden die vier Jungs sowie Keyboarderin Emmi Silvennoinen gebhrend abgefeiert. Die Stimmung im Publikum war Spitze und es herrschte auch ordentlich Bewegung, auch wenn es trotz Aufforderung von Snger und Gitarrist Petri Lindroos bei "Ashti" nicht zum einem amtlichen Moshpit wie bei FORBIDDEN reichte. Ansonsten hatte der Mann die Massen aber im Griff und Kracher der Marke "Into Battle", "Deathbringer from the sky", "Token Of Time", "Lai Lai Hei" und "Iron" verfehlten ihre Wirkung nicht.
Wie meinte mein Freund Jrg doch sehr zutreffend: "Man muss kein Fan von ENSIFERUM sein, um den Auftritt gut zu finden, denn wer bei diesen finnischen Melodien nicht mitgeht hat kein Herz fr Musik!" Recht hat er. (Thorsten Ritter)

RAGE sind fr mich irgendwie jedes Mal aufs Neue eine positive berraschung. Obwohl ich die Band nun schon etliche Male live erlebt habe schaffen sie es immer wieder, mich mitzureien. Begeistern konnte neben mehr als reichlich vorhandenem guten Songmaterial, von dem am heutigen Tag unter anderem "Under Control", "Refuge", "No Regrets" und "Going Down" zum Zuge kam, vor allem ihre ungebrochene Spielfreude und der immer wieder erstaunlich mchtige Sound, den das Trio entfacht. Dass die zahlreichen Fans ebenfalls eine Menge Spa hatten zeigte sich neben den Beifallsbekundungen bei den Mitsingspielchen, der in einem Medley untergebrachten Gassenhauer "Higher Than The Sky" und "Don't You Fear The Winter". So konnte Peavy sich ein fettes Grinsen ob der guten Leistungen des "Balinger Chors" nicht verkneifen. Ein weiteres Mal Daumen hoch fr die deutschen Urgesteine. (Roland)

WHITE LION bzw. Mike Tramp, der nunmehr als einziges verbliebenes Grndungsmitglied die Namensrechte der Band zurck erworben hat, stand zuletzt im Jahr 2005 auf der Festivalbhne des BYH. Seinerzeit noch als geheimer Specialguest angekndigt, gab es nun ein ganz offizielles Gastspiel. Nach dem ordentlichen Comeback-Album "Return of the pride" war es nicht verwunderlich dass sich vor der Bhne ordentlich viele Fans tummelten. Bei herrlichem Wetter und mit einem Becher lecker gekhltem Pils in der Hand sorgte altes wie neues Material fr gute Stimmung, zumal die Songs live einen ganzen Zacken hrter klingen als aus der Konserve. Ob das Auslassen ihres immer noch grten Hits "When The Children Cry" ein Statement in Richtung Zukunft sein sollte oder nicht ist schwer zu sagen. Fr mich aber trotz des gelungenen Gigs ein kleiner Wermutstropfen. (Roland)

Nach diesem Einstieg in rockige Gefilde waren die Amis GREAT WHITE die perfekte Weiterfhrung im Billing. Ebenso wie WHITE LION war es lange Zeit still um die Kalifornier, die vor einem knappen Jahr mit einer neuen starken Scheibe aufwarten konnten. Am heutigen Tag war die Band prchtig aufgelegt und lieferte einen klasse Gig bei dem sowohl Hardrockperlen neueren Datums (z.B. "Back To The Rhythm") wie auch sanftere Klassiker (z.B."Save Your Love") vom Publikum dankbar aufgenommen wurden. Die komplette Mannschaft agierte bodenstndig, locker und doch mitreiend. Die beim unschlagbaren "Rock Me" mit einem seeligen Lcheln reihenweise in die Hhe gerissen Bierbecher waren die auf den Punkt gebrachte bildliche Umsetzung des Augenblicks. Geile Mucke, geiles Wetter, geile Stimmung! Beide Daumen hoch! (Roland)

ICED EARTH live

Mit Spannung erwartete ich nun den Set von ICED EARTH, welche endlich wieder mit Snger Matt Barlow am Mikro vereint sind. Bei Erinnerungen an den letzten Auftritt des amerikanischen Quintetts beim BYH - damals als Headliner und noch mit Ripper Owens als Snger - berkommt sicher nicht nur mich Enttuschung und ich muss gestehen, dass ich die Band danach ein wenig aus den Augen verloren hatte. Glcklicherweise war mit Snger Matt Barlow endlich der verlorene Sohn erneut am Start und ich kann mich bei Jon Schaffer fr diese Entscheidung nur bedanken, denn es passte wieder das zusammen was letztendlich auch zusammen gehrt.
Barlows Performance berschattete dann auch die der restlichen Mitglieder. Er berzeugte mit seiner tollen und unverwechselbaren Stimme und gab den Songs endlich wieder die Atmosphre, die ihnen gebhrt und wie sie letztendlich nur er ihnen geben kann. Man merkte auerdem, dass der Mann noch bzw. wieder hungrig ist, so wie er ber die Bhne sprintete. Die Menge feierte die Band jedenfalls bei Hits wie "Sinner", "Violate", "Melancholy", "Iced Earth" und "Unconditional" gebhrend ab.
ICED EARTH meldeten sich mit einem grandiosen Matt Barlow zurck und letztlich fehlten mir nur die beiden Klassiker "Night Of the Stormrider" und "I Died For You", welche ich den Songs aus der Ripper-ra vorgezogen htte. Mit dem Quintett darf aber wieder gerechnet werden! (Thorsten Ritter)

Nun war es soweit und die Zeit fr die "Operation: Balingen" war gekommen. Wrden QUEENSRYCHE ihrer Headliner-Rolle gerecht werden knnen und was war mit den, groen, im Vorfeld gemachten Ankndigungen?
Nach einer fr mich vllig unverstndlichen, fast halbstndigen Versptung starteten die Amerikaner dann endlich in den ersten Teil der "Operation: Mindcrime"-Geschichte und bei dem was folgte, wurde nicht gekleckert sondern geklotzt! Einspielungen per Videoleinwand, Schauspieler und Hymen eines Albums, ber das ich keine Worte mehr zu verlieren brauche; einfach nur ganz groes Kino!
Snger Geoff Tate brillierte allen Vorrang nicht nur als Snger, sondern lie mit seiner Mimik und Gestik so manchen Schauspieler bzw. Musical-Darsteller blass aussehen. Zwar bertrieb er es hin und wieder mit der Theatralik, aber wer will ihm das bel nehmen. Dafr war die Stimme von Sister Mary alias Pamela Moore streckenweise sehr dnn und weshalb Gitarrist Mike Stone anfangs eine Maske trug erschloss sich mir ebenfalls nicht. Eventuell sollten Hoffnungen erwecken werden, Original-Gitarrist Chris DeGamo sei fr diesen Auftritt wieder mit von der Partie.
Da sich die DVD-Inszenierung "Mindcrime At The Moore" sicher nicht jedermanns Besitz befindet, war die Tatsache wohl nicht nur fr mich neu, dass Sister Mary Selbstmord begeht und somit nicht vom dem durch Geoff Tate verkrperten Charakter ermordet wird; er findet sie bereits tot vor. Hier wich man dann auch bei der ansonsten 1:1 adaptierten Umsetzung ab, so dass der Track "Electric Requiem" komplett entfiel und durch eine genderte musikalische Untermalung ersetzt wurde, bevor im Anschluss der erste Teil originalgetreu zu Ende gebracht wurde.
Nach dieser sowohl spieltechnisch als auch optisch perfekten Darbietung, welche vom Publikum frenetisch abgefeiert wurden, gnnte sich die Band eine zehnmintige Pause.
Diese Zeit nutze jedoch ein groer Teil der Anwesenden und beendete somit den Tag vorzeitig, so dass sich die Reihen zu Beginn der Fortsetzung bereits gelichtet hatten.
Zwar wurden auch die nachfolgenden Stcke eindrucksvoll in Szene gesetzt bzw. umgesetzt, aber leider konnte das Songmaterial - vor allem gegen Ende - nicht durchgehend berzeugen, so dass nicht nur bei mir ein gewisses Desinteresse aufkam. Zudem hatte ich gehofft, eventuell Ronnie James Dio bei "The Chase" sehen zu knnen, aber gerechnet hatte ich nicht wirklich damit. Er war letztlich auch nur per Video-Einspielung zu sehen.
Sptestens bei den - an die dem regulren Set folgenden - Zugaben wurde aber klar, dass sich das Ausharren gelohnt hatte, denn es kamen noch vier Klassiker ("Walking The Shadows", "Jet City Woman", "Empire" und "Silent Lucidity") zum Zuge, welche vom restlichen Publikum auch wieder gebhrend gewrdigt wurden.
Am Ende des ersten Tages konnte als Fakt festgehalten werden, dass der Auftritt seine Licht- aber auch seine Schattenseiten hatte, fr mich aber das Positive berwog und sich QUEENSRYCHE mehr als achtbar aus der Affre zogen. Und wer vermag zu sagen, wann ihm solch ein Spektakel erneut geboten wird! (Thorsten Ritter)


Zur Mittagszeit kamen an diesem Samstag Freunde des klassischen US-Metals auf ihre kosten. Nach neuen Jahren gaben sich LIZZY BORDEN zum zweiten Mal auf dem BYH die Ehre. Das neue Outfit erinnerte zwar eher an eine Mischung aus DIMMU BORGIR, WHITE ZOMBIE und KISS und drfte bestimmt nicht jedermanns Sache gewesen sein, lie die Band aber als klare Einheit erscheinen und machte durchaus was her. Das bleiche Makeup war zwar nicht ganz wasser- bzw. schweifest und lie im Laufe des Gigs bei einigen Bandmitgliedern immer mehr die natrliche Gesichtsfarbe durchschimmern, was aber deutlich die Bewegungsfreude der Truppe auf der Bhne zeigte. Zudem wurde gepost was das Zeug hielt, eine feine Show inklusive tanzender ("We Got The Power") und blutender ("There Will Be Blood Tonight") Mdels geboten, aber auch die Nhe zu den Fans gesucht. So verbrachte der mal die Axt, mal den Baseballschlger schwingende Fronter gut die Hlfte des Songs "Me Against The World" im Fotograben. Dass die Amis neben klasse Songs (z.B. "Red Rum", "Tomorrow Never Comes") auch noch eine gute Portion Spa im Gepck hatten zeigte auch das im Basssolo eingebaute Pippi-Langstrumpf-Thema. Feine Sache! (Roland)

Kann es einen passenderen Einstieg in eine TANKARD-Show geben als "We Still Drink The Old Ways"? Die erfreulicherweise zahlreich erschienenen Fans dachten wohl hnlich und feierten mit den Frankfurter Jungs von Beginn an ordentlich. Angesichts der viel zu frhen Spielzeit war damit nicht unbedingt zu rechnen, aber man muss auch kein groer Fan der Frankfurter Thrasher sein, um Tankard live einfach genial zu finden. Basser Frank Thorwarth und Snger Gerre waren vom ersten Moment an immer in Bewegung und legten whrend des Gigs einige Meter auf der Bhne zurck. Der zunchst zurckhaltende Gitarrist Andreas Gutjahr wurde im Verlauf der Show ebenfalls aktiver. Neben der wie immer sehr gelungenen Songauswahl war Blickfang Gerre die gewohnt unterhaltsame Attraktion. Besonders gelungen war dabei das Duett mit einem Fan whrend "Freibier", der - wie zuvor die Kamerafrau - zu einem kleinen Tanz aufgefordert wurde. Das unvermeidliche "(Empty) Tankard", bei dem das komplette Messegelnde im Takt hpfte, beendete einen in allen Bereichen hervorragenden Gig. Einziges Manko war der frhe Showbeginn und die darin begrndete kurze Spielzeit. Vielleicht sieht das beim nchsten Besuch in Balingen ja anders aus. (Jrg)

Setlist Tankard: We Still Drink The Old Ways, Zombie Attack, Slipping From Reality, The Beauty And The Beast, Chemical Invasion, Die With A Beer In Your Hand, 666 Packs, Rectifier, Freibier, (Empty) Tankard

TANKARD live

Reichlich uncool war die Tatsache, dass so einige Fans durch die kurzfristige Umstellung des Billings (um den Sleazerockern von HARDCORE SUPERSTAR, die gerchteweise Anreiseschwierigkeiten hatten, doch noch den Auftritt zu ermglichen) den vorgezogenen Auftritt von OBITUARY verpasst haben drften. Diese nderung wurde immerhin noch ber die Leinwnde an der Bhne und winzige Aushnge am Infopoint bekannt gegeben auch wenn diese Manahme etwas drftig war. Das danach aber der komplett gestrichene Gig von HARDCORE SUPERSTAR in keinster Weise kundgetan wurde war eine Sauerei. Zumindest eine kurze Ansage oder ein paar klrende Worte vor dem zweiten Auftritt von LIZZY BORDEN wren hier Pflicht gewesen. (Roland)

Anschlieend betraten bereits OBITUARY die Bhne, deren Auftritt aufgrund der Absage von HARDCORE SUPERSTAR vorgezogen wurde. John Tardy zeigte sich von der ersten Sekunde an gut bei Stimme und drckte zeitlosen Evergeens wie "On The Floor", "Chopped In Half" und "Turned Inside Out" imponierend seinen Stempel auf. Untersttzt wurde er dabei von Trevor Peres, der live in die Rolle des zweiten Frontmanns schlpfte und die Fans in den ersten Reihen unermdlich anfeuerte. Kein Wunder, dass es nicht lange dauerte, bis es vor der Bhne zu einem kleinen, aber heftigen Moshpit kam. Neu-Gitarrist Ralph Santolla suchte ebenfalls die Interaktion mit den ersten Reihen und unterschied sich damit deutlich von seinem introvertierten Vorgnger Allen West. Gekrnt wurde der hervorragend abgemischte Sound vom genialen Drumming Donald Tardys, der einmal mehr zeigte, dass er zu den besten Schlagzeugern des Death Metal gehrt. Man kann allerdings darber disktutieren, ob ein Drum-Solo als ausfhrliches Intro der Zugabe notwendig war. Die folgenden Hits "Slow Death" - mit zustzlichem Percussion von John Tardy - und das unsterbliche "Slowly We Rot" machten diesen kleinen Makel allerdings mehr als wett. (Jrg)

Nachdem die Jungs von HARDCORE SUPERSTAR also nicht auftauchten, kamen LIZZY BORDEN unerwarteter Weise zum zweiten Mal in den Genuss, die Bhne zu entern. Ein weiteres Mal nutzen sie ihre Zeit gut und sorgten mit weiteren Klassikern ihre Karriere (z.B. "American Metal") und vor allem mit Coverversionen allseits beliebter Gassenhauer wie RAINBOWs "Long Live Rock'n'Roll" oder STEPPENWOLFs "Born To Be Wild" fr prchtige Stimmung, die bis ins Jack Daniels Zelt reichte. Cool! (Roland)

Mit GRAVE DIGGER ging - neben RAGE - ein weiteres Urgestein der deutschen Metal-Szene an den Start und konnte mich, im Gegensatz zu dem Trio aus Nordrhein-Westfalen, auf ganzer Linie berzeugen. Das lag zum Einen sicher daran, dass eine im Internet abgestimmte Setlist zum Besten gegeben wurde und so bedeutend mehr Zuschauerlieblinge zum Zuge kamen als bei RAGE am Vortag, die nach meinem Dafrhalten zu viele neue Songs auf dem Plan hatten. Zum anderen lag das aber auch sicher an der Performance von Snger Chris Boltendahl und Gitarrist Manni Schmidt, welche bedeutends mehr unterwegs waren.
Zudem machte es einfach wieder enorm viel Spa dem einzigartigen Organ von Herrn Boltendahl bei den Perlen "Excalibur", "Knights Of The Cross", "Rebellion (The Clans Are Marching)", "The Grave Digger" und "Heavy Metal Breakdown" zu lauschen.
Die seit 2007 mittlerweile zum Sextett (inklusive Keyboarder Hans-Peter Katzenburg) aufgestockte Band hat mit dem ehemaligen RUNNING WILD-Gitarristen Thilo Hermann einen zweiten Mann an der Axt mit an Bord, der nach meinem Dafrhalten noch ein wenig zurckhaltend agierte und mir auch im Gesamtsound nicht weiter auffiel. (Thorsten Ritter)

Der Auftritt des Schwedischen Gitarrenhexers YNGWIE MALMSTEEN war fr mich leider eine der Enttuschungen des Festivals. Seine Leistung an den Saiten steht natrlich auer Frage und es war schon beeindruckend, dem Meister mal livehaftig auf die Finger gucken zu knnen (Was durch die neuen Grobildleinwnde an den Bhnenflanken fr alle Zuschauer mglich war. Groes Lob hier an die Veranstalter!). Aber erstens htten es statt der selbstdarstellerischen Soloeskapaden auf einem Festival wirklich ein paar Songs mehr sein drfen. Zweitens war der Sound zu Beginn eine wirkliche Katastrophe und besserte sich im Laufe des Gigs nur stckweise. Und zu guter Letzt war auch die Kooperation mit Ripper Owens leider nicht die glcklichste Wahl. Denn zweifellos verfgt der Ripper ber eine starke Stimme, konnte aber in meinen Ohren leider einige Male das Feeling der Songs nicht wirklich gut rberbringen.
Dass es nicht nur mir so ging zeigte das starken Abwandern oder zumindest Abwenden der Zuschauer von der Bhne, und man ging sich lieber ein Bier besorgen oder setzte sich in Gruppen zu einem Schwtzchen nieder. Ob der zwanzig Minuten zu frh beendete Gig des Meisters als direkte Reaktion hierauf zu verstehen war ist zwar nur eine Vermutung, liegt aber natrlich nahe. Schade! (Roland)

Bevor der Samstags-Headliner die Bhne entern durfte gab es ein Wiedersehen mit den BYH-Dauergsten SAXON. Bereits ihre erste Tour Anfang der 80er absolvierten die Veteranen im Vorprogramm von JUDAS PRIEST und nun war es erneut an der Zeit des britischen Quintetts, den Vorreiter zu spielen
SAXON waren - wie bei den letzten BYH-Auftritten auch - in blendender Form und Snger Biff Byford bestens aufgelegt, gut bei Stimme und agil wie eh und je. Es schien so, als sei die BYH-Bhne fr einen Frontmann seines Formates extra entworfen worden. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass das gesamte Messegelnde gefllt und am feiern war.
Nach einem ungewhnlichen Einstieg mit "Atila The Hun" vom letzten Album reihte sich im Anschluss aber ein Klassiker an den Anderen und SAXON brannten ein Hitfeuerwerk der Extraklasse ab.
Ein Hhepunkt war sicher der Auftritt von YNGWIE MALMSTEEN als Gast-Gitarrist, welchen Biff zu "Denim And Leather" auf die Bhne bat. Hier konnte man frmlich spren, wie viel Spa es dem Flitzfinger machte, abermals auf der Bhne zu stehen und entgegen seinem Ruf prsentierte er sich als erstaunlich guter Teamplayer.
Kurzum kann festgehalten werden, dass eine entfesselnd aufspielende Band einen fulminanten Gig absolviert hat und noch lange nicht zum alten Eisen gehrt. Die Messlatte fr JUDAS PRIEST war dementsprechend sehr hoch gelegt. (Thorsten Ritter)

Setlist SAXON: Atila The Hun, Motorcycle Man, Let Me Feel Your Power, To Hell And Back Again, Heavy Metal Thunder, Strong Arm Of The Law, 20.000 Feet, Crusader, Wheels Of Steel, Princess Of The Night, Demin and Leather, The Band Played On

JUDAS PRIEST live

JUDAS PRIEST machen sich in meinen Augen das Leben selber schwer. Denn welcher anstndige Banger sollte es dieser Legende verbeln sich selbst Abstriche einzurumen?! Doch immer wieder setzten sie sich selber unter Druck mit Statements, die die krperliche und stimmliche Verfassung smtlicher Bandmitglieder ber den grnen Klee lobten. Das mag vielleicht sogar dem Alter der Herren entsprechend stimmen, lste aber bei den Fans logischerweise immens hohe Erwartungen aus. Wie auch immer, die Spannung vor dem Headlinergig war in jedem Fall riesig.
Als Showeinstieg whlte man den Opener der neuen Scheibe, bei dem Rob in einem silbernen Kapuzenmantel und mit einem Priestkreuz bestckten Stab von einer erhhten Bhnenplattform aus sang. Sehr stimmungsvoll. Danach gab es zunchst etliche Klassiker der Marke "Metal Gods", "Beetween The Hammer And The Anvil" oder "Breaking The Law". Hierbei sprte man frmlich den selbst auferlegten Druck, unter dem die Band zu leiden hatte. Obwohl eigentlich gut wirkte Vieles verkrampft, und die Agilitt vergangener Tage blieb weitestgehend auf der Strecke. Die stndig gebckte Haltung von Rob war alles andere als reines Stageacting, und obwohl er viele Gesangspassagen gut meisterte sah man ihm die Anstrengung nach beinah jeder Textpassage an. Ebenfalls das wohlbekannte synchron bangen von KK und Glenn wirkte hlzern und erzwungen. Magisch wurde es dagegen wieder, als die Band das neue doomlastige "Death" prsentierte, bei dem Rob auf einem Thron sitzend stimmlich absolut berzeugen konnte. Im Zusammenspiel mit der passend dsteren Lightshow war das Gnsehaut pur. Nach einer Hand voll weiterer Perlen aus dem langjhrigen Schaffen der Priester wie z.B. "Angel", "Electric Eye" oder "Rock Hard Ride Free" folgte mit "Painkiller" der "offizielle" Abschlu und gleichzeitig der Tiefpunkt des Abends. Es tut mir leid das sagen zu mssen, aber warum tun Judas Priest den Fans und vor allem sich selber diesen Song live an. Die Band schaffte es zu keinem Zeitpunkt, der wahnsinnigen Energie von "Painkiller" gerecht zu werden, und die irrsinnigen Screams waren ein einziges krampfhaftes Gekrchze. Bitter!
Als kurz darauf der Metalgott persnlich auf der Harley erneut die Bhne enterte, schien ein Groteil der Last von der gesamten Band abgefallen zu sein. Wesentlich entspannter und die letzten Energiereserven mobilisierend, blitzte beim Zugabenteil ("Hell Bent For Leather", "Green Manalishi") die Magie alter Tage auf und Meister Halford genoss die ausgiebigen Singspielchen beim finalen "You've Got Another Thing Coming" sichtlich.
So war wohl nicht nur fr mich der Auftritt eine Achterbahnfahrt der Gefhle. Vielleicht sollten sich Judas Priest in Zukunft mehr auf ihre heutigen Strken, die sie fraglos besitzen, konzentrieren, und die eigene Legende etwas mehr zurckstellen. (Roland)



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