Navigation
                
21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SKARHEAD, SIDEKICK
Ort Weinheim, Giessen Geelen
Datum 24.06.2002
Autor Thomas Roos
>> Als E-Mail versenden

24.06.02 Weinheim, Cafe Central

Etwas spter als geplant sind die New Yorker "Skarhead" nun doch auf Europa-Tour. Das die Tour in Deutschland aber leider nur die wenigsten interessiert, zeigte die Besucherzahl, die mit ungefhr siebzig Gsten nicht gerade hoch ausfiel. Gitarrist Mitts und Bassist Hoya waren da von der letztjhrigen "Madball"-Tour noch andere Dimensionen gewohnt. Den Anfang machte an diesem Abend eine lokale Band namens "Second Aid". Diese war deutlich von NY-Bands wie "Madball" beeinflusst und passte dadurch eigentlich ganz gut ins Programm. Allerdings kam deren Show nur wenig berzeugend rber, weshalb ich auch keine weiteren Worte darber verlieren mchte. Dann kam der Tour-Support "Sidekick" und scheinbar konnte deren krzlich auf "Mad Mob" erschienenes Album den Bekanntheitsgrad der Band doch etwas erhhen. Hier wurde zwischendurch schon mal getanzt und mitgesungen und auch denjenigen, denen die Stuttgarter bisher noch nicht bekannt waren, schien es zu gefallen. Als die Drogenfreunde von "Skarhead" dann die Bhne betraten entwickelte sich trotz der geringen Besucherzahl eine richtig gute Show. Zu den Songs vom Album, wie zum Beispiel "Kings at Crime", "Dogs of War", "T.C.O.B." oder "Drugs, Money and Sex" steuerten die Zuschauer neben ihrem Slam-Dancing (die anwesenden Skins bevorzugten den einfachen Pogo) eine Reihe von Sing-Alongs bei. "Skarhead wissen durch ihr superwitziges Auftreten aber auch sehr gut, die Leute zu animieren.

28.06.02 Wiesbaden, Tattersaal

Hier bot sich ungefhr das gleiche Bild wie vier Tage zuvor in Weinheim. Nur das die Besucherzahl hier mit ungefhr fnfzig Gsten noch geringer war. Die lokale Vorband dieses Abends hie "Retaliate". Allerdings habe ich nicht allzu viel von denen mitbekommen, da wir grade unterwegs waren, um uns eine Pizza zu holen, deren Zubereitung mal locker eine gute halbe Stunde in Anspruch nahm. Was ich dann von der Band noch gesehen habe, reicht leider nicht aus, um mir ein objektives Urteil zu bilden. Zur "Sidekick"-Show gibt es nicht sonderlich viel zu sagen, auer dass sie fast genau so ablief wie in Weinheim. Allgemein zu erwhnen ist vielleicht, dass auf der kompletten Tour ein Ersatzbassist mit am Start ist, weil der eigentlich Basser Timo verhindert ist. Mit Christoph, der auch bei "One Million Thoughts" den Bass spielt und seit einiger Zeit nun auch bei "711 Mayhem" singt, hat man aber einen sehr guten Ersatz gefunden, der mir live sogar noch besser gefllt. Die "Skarhead"-Show war wieder einmal sehr witzig. Die Snger Mike und Lord Ezec haben sichtlich Spa daran, auf der Bhne zu stehen und dummes Zeug zu machen. Mike machte heute vor allem deutlich, was seine beiden Lieblingsbeschftigungen sind: Koks sniffen und Votzen lecken. Die Show konnte jedoch nicht ganz mit der Weinheim-Show mithalten, was aber vor allem auf die geringe Besucherzahl zurckzufhren ist.

29.06.02 Geleen (NL), De Boerderij

Dieses Konzert wurde von Theo Noizz veranstaltet, der insgesamt fnf Bands am heutigen Abend dort spielen lie. Als Support traten dann neben "Born from Pain" und "No Turning back", den Labelmates von Theos Label "Gangstyle"-Records, noch die Belgier "Die...my Demon" auf. Diese haben erst vor kurzem ihre erste CD auf dem kleinen deutschen Label "Filled with Hate"-Records verffentlicht und waren deshalb auch so gut wie noch niemandem bekannt. Hinzu kommt, dass man es als erffnende Band von insgesamt fnf ohnehin immer schwer hat. Der Club war zu diesem Zeitpunkt auch noch recht dnn besucht. Dennoch lieferten die Jungs eine wirklich fette und vor allen Dingen berzeugende Show ab und ich bin sicher, dass man von denen in nchster Zeit noch einiges hren wird. "No Turning back" folgten als nchstes. Mit ihrem routiniert dargebotenen, aber wenig innovativen Mosh-Brett brachten sie den sich langsam fllenden Club allerdings auch nicht aus dem Huschen. Interessant war aber das "District 9"-Cover, welches zusammen mit Mike, der ja frher bei dieser Band gesungen hat, dargeboten wurde. Dann kamen "Born from Pain" und zu denen mu ja nun nicht mehr allzu viel gesagt werden. Schlielich gehren sie mittlerweile zur Spitze der europischen HC-Bands. Ihren brutalen Metal-Core brachten sie gewohnt gut rber und hier fing das Publikum dann auch erstmals an, sich zu bewegen. Allerdings waren die Reaktionen auch hier eher verhalten. Es gab zwar immer mal wieder einen kleinen Mosh-Pit, aber ich habe schon einen Haufen besserer Shows dieser Band erlebt. Was jedoch als positiv zu bewerten ist, war der neue Song "Sands of Time", der den lteren Sachen in nichts nachsteht und schon die Vorfreude auf das demnchst erscheinende zweite Album weckt. Bei "Sidekick" ging es dann wieder etwas ruhiger zur Sache. Die Band ist ja eigentlich auch eine Nummer kleiner als der Vorgnger BFP. Da sie aber den offiziellen Tour-Support darstellten, spielten sie auch an vorletzter Position. Die Jungs hatten es in Holland jedoch nicht ganz so einfach wie auf den Shows in Deutschland. Es waren zwar einige Bekannte der Band da, die auch gerne mal mitgesungen haben, aber ansonsten hat sich eigentlich keiner so wirklich fr sie interessiert. Als "Skarhead" dann aufspielten war der Laden komplett gefllt und die Leute nahmen die Show auch begeistert auf. Hier gings richtig rund. Es wurde gesungen und getanzt, dass die Boxen, die jeweils an den Seiten vor der Bhne standen, ein paar mal bedenklich ins Kippen geraten sind. Und wenn nicht immer gerade jemand geistesgegenwrtig das komplette Umfallen verhindert htte, wre der ein oder andere auch sicher von den Teilen platt gemacht worden. An der hollndischen Szene sollte sich die Deutsche wirklich mal ein Beispiel nehmen und ihren Arsch wieder hochkriegen. Viele derer, die in Deutschland vor einigen Jahren noch Hardcore gepredigt haben und sich auch heute noch so schimpfen, gehen ja mittlerweile nur noch zu den trendy Emo-Shows und schlieen die restliche Szene aus. Gut, dass Holland nicht so weit weg und die Szene dort viel integrierter ist. Die einzige Sorge, die Ezec und Co. An diesem Abend hatten, war, dass sie sich nun zwar in Holland befanden, aber noch immer kein Gras auftreiben konnten.

<< vorheriges Review
WACKEN OPEN AIR 2002 - Wacken
nchstes Review >>
DEATH THREAT, BORN FROM PAIN, DRIFT, END OF DAYS - Mnchengladbach, JZ Westend


Zufällige Reviews